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Märkte

Ölpreis steigt – mit Bodenbildung? Erneute Warnung, Achtung

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Der Ölpreis zeigt heute wie auch die Aktienindizes eine ganz vorsichtig positive Grundstimmung. Denn am Donnerstag beginnen in Washington DC neue Gespräche zwischen China und den USA bezüglich des auf Hochtouren laufenden Handelskriegs. Und als positive “Anschubhilfe” in die Woche kann man auch die US-Arbeitsmarktdaten vom letzten Freitag ansehen. Die fielen zwar schlechter aus als erwartet. Aber der Vormonat wurde kräftig nach oben revidiert bei den neu geschaffenen Stellen in den USA, so dass der Markt am Freitag auch schon mal freudig reagierte, weil man hofft, dass es auch für September in vier Wochen eine Aufwärts-Revision geben wird. Und so kamen Öl und Indizes von Freitag Nachmittag bis jetzt ganz leicht positiv in die Woche. Alles gut also?

Ölpumpe Beispielbild - Ölpreis mit Bodenbildung?
Foto: pixabay / ARMBRUSTERBIZ

Ölpreis leicht am Ansteigen

Der WTI-Ölpreis ist von Freitag vor den Arbeitsmarktdaten in den USA von 52,60 Dollar bis jetzt auf 53,58 Dollar gestiegen. Schaut man auf die letzten Tage, so könnte man mit viel positiver Energie aus heutiger Rückschau sagen: Ja, da hat sich vielleicht ein kleiner Boden gebildet bei 52,50 Dollar, wenn man den Absturz am Donnerstag ignoriert. Aber es ist eine eher schwammige und wacklige Hoffnung, dass dies schon eine wirklich stabile Bodenbildung ist.

WTI Ölpreis Verlauf in den letzten 10 Tagen

Vorsicht

Schon am Freitag hatten wir gewarnt, und tun es heute erneut. Sich auf Hoffnungen rund um neue China-USA-Gespräche zu stützen, sowie auf eine ziemlich wacklige Bodenbildung im Chart, da braucht man gute Nerven, und vielleicht einiges an Luft auf dem Margin-Konto beim Broker. Aber wir wollen niemandem hier eine Empfehlung für Long oder Short aussprechen!

Die beiden ISM-Indizes am Dienstag und Donnerstag ließen die Aktienindizes und den Ölpreis schnell und spürbar fallen. Das zeigt, wie fragil die Lage ist. Negative Konjunkturdaten können den Ölpreis schnell runterziehen. Auch die Tatsache, dass die Saudis ihren Ausfall von 5,7 Millionen Barrels pro Tag binnen zwei Wochen wieder hochfahren konnten nach diesen heftigen Angriffen, das hat den Markt entspannt (fallende Preise). Heute kamen aus Deutschland wirklich sehr schlechte Daten für die Auftragseingänge der Industrie (im August -6,7% im Jahresvergleich).

Auch das sollte den Gesamtmarkt eigentlich negativ beeinflussen, was aber offenbar ignoriert wird. Und ob die am Donnerstag startenden Gespräche in Washington DC überhaupt etwas Positives zu Tage fördern, ist völlig unklar. Hinzu kommen diese Woche noch von Energieagenturen Monatsberichte, die womöglich Abwärtsrevisionen auf der Nachfrageseite bringen könnten. Also, die Lage für Bullen ist sehr unsicher, auch wenn sich der Ölpreis in diesem Moment (!) relativ ruhig zeigt.

Kurzfristig positiv für den Ölpreis?

Kurzfristig leicht positiv für die Bullen sind die Massenproteste im Irak zu bewerten, welche eventuell die Öl-Lieferungen des Landes beeinträchtigen könnten. Aber mal ehrlich. Die Erfahrungen zeigen, dass die Öllieferungen durch solche Ereignisse nie strukturell gefährdet sind, sondern immer nur kurzfristig. Auch werden in Libyen Öl-Anlagen runtergefahren aus Wartungsgründen. Kurzfristig mag ein wenig Angebot fehlen, aber ab in einer Woche geht es auch schon wieder zurück auf Normalniveau.

Auch in der Nordsee vor Großbritannien gibt es Reparaturen an einer Pipeline, was vielleicht für kurze Zeit die Angebotsseite beeinflusst. Aber wie auch bei den großen Stürmen, die hin und wieder im Golf von Mexiko das Angebot in den USA beeinflussen – es sind immer nur Ereignisse, die für ein paar Tage einen kleinen Effekt haben, und danach kehrt man auf das alte Niveau zurück. Von daher sollte man (so unsere Meinung) nicht zu viel Hoffnung geben in solche News, dass sie die Angebotsseite negativ beeinflussen.

Der aktuelle kleine Anstieg im Ölpreis kann auch immer noch als technische Reaktion auf den wochenlang stark fallenden Preis angesehen werden. Aber wir haben auch keine Glaskugel. Handelskrieg (inklusive Donald Trump-Tweets), Konjunkturdaten, Lagerbestände und Energieagenturen können diese Woche für reichlich Wirbel am Ölmarkt sorgen. Blind vertrauen sollte man als Öl-Bulle nicht auf diese aktuelle “Bodenbildung”. Schaut man sich den WTI-Ölpreis im folgenden Chart mal im etwas größeren Bild an seit Dezember 2018, dann erkennen Chartisten seit Juni drei Tiefpunkte um die 51 Dollar. Hier könnte man von einer Unterstützung sprechen, wovon wir jetzt aber noch 2,5 Dollar entfernt sind. Am Ende (Stammleser können es wohl nicht mehr hören) der Hinweis: Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar. Verlassen Sie sich bitte nicht nur auf unsere Meinung/Berichterstattung. Bilden Sie sich bitte Ihre eigene Meinung.

Öl WTI seit Dezember 2018

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Devisen

Rüdiger Born und Andre Stagge mit Blick auf Dax, Gold, Euro, Öl

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Rüdiger Born und Andre Stagge melden sich im folgenden Video direkt vor der Frankfurter Börse. Laut Andre Stagge steckt die Börse derzeit kräftig im Sommerloch. Seit Montag steckt der deutsche Markt in einer Handelsrange. Gold sei derzeit spannender. Der Euro sei fürs Trading einen Blick wert. Beim Trading im Öl hat er einen interessanten Handelsansatz. Wollen Sie meine täglichen Analysen im “Trade des Tages” erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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Aktien

Aktienrückkäufe: Wie CEOs ihre Unternehmen aufs Spiel setzen

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An der Wall Street sieht man Aktienrückkäufe als normales Instrument an

In den vergangenen Jahren gab es zwei von Top-Managern initiierte Schemata, die beide die von ihnen geführten Unternehmen aufs Spiel setzten: Aktienrückkäufe (verlorenes Jahrzehnt?) und für Kredite als Sicherheit hinterlegte Aktien! Beide Schemata fliegen den Unternehmen nun reihenweise um die Ohren. Im ersten Fall fehlt den Unternehmen nun das Geld in der Krise, im zweiten Fall können die als Kreditsicherheit hinterlegten Aktien schlimmstenfalls einen Abwärtstrend in der Aktie noch zusätzlich verstärken.

Aktienrückkäufe leerten die Konten der Unternehmen, ohne Nutzen zu stiften

Aktienrückkäufe waren über etliche Jahre beim Management zahlloser Unternehmen Mittel der Wahl, um angeblich Aktionäre am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Hunderte Milliarden US-Dollar wurden ausgegeben, um Aktien zurückzukaufen. Dieser Rückkäufe erhöhen temporär den Preis einer Aktie, da die Nachfrage nach den Papieren erhöht wird. Und wenn die Unternehmen die Aktien nach dem Rückkauf vernichten, dann haben die verbliebenen Aktionäre auch einen größeren Anteil am Unternehmen. Eventuelle Dividenden verteilen sich auf weniger Aktien und bei unverändertem Unternehmenswert sollte jede Aktie aus dem kleiner gewordenen Pool aller Aktien mehr wert sein. Um Steuern zu sparen und gemachte Gewinne nicht versteuern zu müssen, nahmen Unternehmen wie Apple sogar Kredite im Umfang dutzender Milliarden US-Dollar auf, um die eigenen Aktien zu kaufen.

Die Kredite sind bei Apple weniger ein Problem, da das Unternehmen gleichzeitig auf enormen Barreserven sitzt. Andere Unternehmen wie Boeing haben es deutlich schwieriger. Geld, das in den vergangenen Jahren für Aktienrückkäufe ausgegeben wurde, fehlt dem Unternehmen nun. Es wurde ausgegeben, ohne dadurch zusätzliches Wachstum für das Unternehmen zu generieren. Es ist das Mittel der Wahl für faule Manager, die keine Ideen haben, wie sie die vom Unternehmen erwirtschafteten Gewinne so reinvestieren können, dass Aktionäre dadurch langfristig profitieren. Dabei wäre die Mehrung des Unternehmensvermögens genau das, wofür das Management von den Aktionären eingesetzt wurde.

Dividenden-Ausschüttungen würden dem Unternehmen zwar auch Kapital entziehen, ohne dadurch zusätzliches Wachstum zu generieren. Doch Dividenden fließen den Aktionären wenigstens direkt zu. Von Aktienrückkäufen haben Aktionäre real höchstens dann etwas, wenn sie ihre eigenen Aktien zum künstlich gepushten Kurs veräußern.

Aktienrückkäufe lassen vor allem das Management profitieren

Dividenden haben zudem den Vorteil, dass das Management nicht überproportional davon profitiert. Genau das tut es aber bei Aktienrückkäufen. Denn inzwischen machen Optionskomponenten den Großteil der Managervergütungen aus. Je höher der Aktienkurs des Unternehmens ist, umso mehr wert sind auch die zugeteilten Aktienoptionen. Manche Aufsichtsräte waren sogar so verrückt, die Managervergütung direkt an den Aktienkurs zu koppeln – bei Tesla Motors zum Beispiel. Das Management hat damit einen maximal großen Anreiz, den Aktienkurs kurzfristig zu erhöhen.

Aktien-Optionen haben zudem den Nachteil, die Anteile der Altaktionäre zu verwässern. Denn jede ausgeübte Aktien-Option führt dazu, dass mehr Aktien im Umlauf sind. Vom gleichen Management durchgeführte Aktienrückkäufe neutralisieren somit erstens die Verwässerungseffekte der eigenen Aktien-Optionen und führen zweitens zu temporär höheren Aktienkursen, die die vom Management gehaltenen Optionen mehr wert werden lassen – oder wie im Falle von Tesla überhaupt erst zur Zuteilung der Optionen führen. Fehlt den Unternehmen nach den Rückkäufen dann auch noch das Geld in der nächsten Krise, wie bei Boeing, dann hat das Management die Unternehmenszukunft aufs Spiel gesetzt, um sich selbst Vorteile zu verschaffen.

Manager verpfänden ihre Aktien, um den eigenen Lebensstil steuerfrei zu finanzieren

Ein zweites gern von Managern genutztes Schema der Bereicherung zum Nachteil des Unternehmens ist abseits der Aktienrückkäufe die Kreditaufnahme für persönliche Zwecke. Manager wie Elon Musk von Tesla oder Markus Braun von Wirecard zahlen ungern Steuern. Und sie geben auch ungern das Steuer „ihres“ Unternehmens aus der Hand. Gleichzeitig pflegen oder pflegten sie jedoch gern einen opulenten Lebensstil. Um den zu finanzieren, müssten sie eigentlich einen Teil ihrer Aktien verkaufen. Dabei müssten die Kursgewinne versteuert werden und sie hätten anschließend weniger Stimmrechte auf der nächsten Aktionärsversammlung.

Liebend gern boten und bieten Banken daher an, doch einfach einen (großen) Teil der eigenen Aktien als Kreditsicherheit zu hinterlegen. Für Kredit fallen keine Steuern an, die Stimmrechte bleiben beim Aktienbesitzer und trotzdem ist der Lebensstil gesichert. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld werden die Zinsen dafür gern gezahlt.

Doch die Sache hat einen kleinen Haken: Das Schema funktioniert nur solange, wie der Aktienkurs nicht crasht. Tut er das, werden die Banken irgendwann nervös. Reicht der Wert der als Sicherheit hinterlegten Aktien nicht mehr aus, um den Kredit zu besichern, folgt der Margin Call. Der Kreditnehmer muss dann neue Sicherheiten hinterlegen. Kann er das nicht, werden die Kreditsicherheiten, also die Aktien, verwertet. Das heißt, die Bank wirft die Aktien auf den Markt. Alle. Zur gleichen Zeit. So wie bei Wirecard vor einigen Tagen. Diese Notverkäufe befeuern einen ohnehin bestehenden steilen Abwärtstrend zusätzlich. Je niedriger der Aktienkurs ist, umso schwieriger werden jedoch Kapitalerhöhungen. Denn für den gleichen neu eingeworbenen Betrag müssen viel mehr neue Aktien verkauft und damit der Anteil der Altaktionäre auch stärker verwässert werden.

Der Anteil der verpfändeten Aktien kann dabei durchaus enorme Werte annehmen. Bei Elon Musk sind es 54% all seiner Tesla-Aktien, von denen er rund 20% besitzt. Bei Softbanks Masayoshi Son sind es 60%. Son hält 27% an Softbank. Und Steven Rales, CEO der Danaher Corporation, hat 74% seiner Aktien verpfändet. Er hält 6,2% an Danaher. Sein Bruder Mitchell Rales hält weitere 5,1% an Danaher, von denen wiederrum volle 90,7% für Kredite verpfändet wurden.

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Aktien

Tesla – die Wiederauferstehung der Dotcom-Blase!

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Die Euphorie um Tesla erinnert stark an die Dotcom-Blase: damals wurde alles gekauft, was mit Internet zu tun hatte – heute ist an die Stelle des Internets die Euphorie um die Elektromobilität getreten. Vor allem Tesla steigt von Allzeithoch zu Allzeithoch – aber dieser Anstieg basiert auf zwei eher unwahrscheinlichen Prämissen: erstens dass Elektroautos den Markt klar dominieren werden in Zukunft, und zweitens dass kein anderer Hersteller in der Lage sein wird, Tesla wirklich Konkurrenz zu machen..

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