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Märkte

Ölpreis fällt immer weiter – ein Trump-Tweet und aktuelle OPEC-Daten

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Der Ölpreis (WTI) notiert aktuell bei 58,58 Dollar. Wahnsinn! Die OPEC hat soeben ihren aktuellsten Monatsbericht mit Stand Ende Oktober veröffentlicht, was den Markt aber aktuell (!) nicht zu interessieren scheint. Gemäß dem Bericht stieg die Öl-Födermenge der OPEC von Ende September bis Ende Oktober um 127.000 Barrels auf 32,9 Millionen Barrels pro Tag. Der Iran verliert alleine im Oktober 156.000 Barrels pro Tag – hier sieht man ganz klar die Vorboten der US-Sanktionen gegen den Iran, die Anfang November in Kraft traten.

Araber haben noch im Oktober hochgefahren

Gleichzeitig haben Saudi-Arabien und die Nachbarn aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ihre Fördermengen erhöht um 127.000 und 142.000 Barrels pro Tag. Die Amerikaner haben in den letzten Woche ihre Fördermenge massiv ausgebaut, und die OPEC hat ihre Menge in den letzten Monaten auch immer weiter hochgefahren. Der Markt schwimmt also im Öl, und die Saudis bekräftigten vor Wochen eindeutig, dass sie eine Knappheit (wegen den Iran-Sanktionen) nicht zulassen würden. Er herrschte wochenlang Angst vor einer Verknappung.

Aber schon seit einiger Zeit hat sich das Spiel gedreht, und alle reden nur noch vom Überangebot. Die Saudis bekräftigten am letzten Wochenende sie alleine wollen 500.000 Barrels pro Tag kürzen (um den Preisverfall zu stoppen). Kurz danach die Info von den Saudis, dass die OPEC insgesamt 1 Million Barrels kürzen wolle. Das konnte den Ölpreis-Verfall gestern Vormittag und Nachmittag kurzzeitig stoppen.

Eigentlich sah es nach einer Trendwende aus. Wir hatten unseren gestrigen Artikel deswegen auch mit dem Wort „Trendwende“ als Frage formuliert. Heute wissen wir alle es genauer. Der Abwärtsdruck war zu stark, und der Ölpreis fällt weiter. Verstärkt wird der Trend auch dadurch, dass Donald Trump noch einen nachgelegt hat mit dem folgenden Tweet. Hoffentlich würden Saudi-Arabien und die OPEC ihre Fördermenge nicht senken, so Trump.

Ölpreis fällt weiter

Der Ölpreis müsse ja eigentlich noch viel tiefer notieren basierend auf der Angebotsmenge, so Trump. Sein Tweet kann mal wieder als Drohung gegen die OPEC aufgefasst werden, auch wenn er auf den allerersten Blick nett daher kommt. Tja, der Trend im Ölmarkt setzt sich momentan fort. Zum x-ten mal wiederholen wir an dieser Stelle unseren Hinweis, dass eine heftige Gegenreaktion in einem massiv überverkauften Markt jederzeit eintreten kann.

Wie tief der Ölpreis noch fallen kann? Wir wissen es auch nicht. Im Chart (seit Anfang November) haben wir die Aussagen der Saudis über die Mengenkürzungs-Ankündigung eingezeichnet. Für den Augenblick sind sie verpufft.

Ölpreis WTI seit Anfang November

OPEC Oktober-Daten

4 Kommentare

4 Comments

  1. Marcus

    13. November 2018 17:33 at 17:33

    Die fundamentalen Belastungsfaktoren sind ja nach wie vor vorhanden, daran hat sich ja nichts geändert. 1.) Nach wie vor steigende Rig counts und 2.) Rekordhohe Rohölproduktion in den USA. Alles andere sind spekulative Bewegungen und Gerüchte.

  2. frank

    13. November 2018 23:41 at 23:41

    Sieht wahrlich schwer nach Gegenbewegung aus. Evtl. geh ich morgen kurz long. ; andererseits erzeugen Trumps Tweets enormen Druck. Die Saudis müssen darauf reagieren. Ist halt blöd wenn sie sich dabei erwischen lassen wie sie einen Journalisten in der eigenen Botschaft abschlachten. Durch die Aktion hat Trump sie in der Hand. Schweinebande!

  3. Erdogan -Fan ?

    14. November 2018 07:33 at 07:33

    @ Frank, während man die Russen auch ohne Beweise sofort immer weltweit sanktionieren u. ächten kann,
    fasst man die reichen Ölpumper mit Samthandschuhen an, obwohl die Tat 100% erwiesen ist.Jetzt kann man nur hoffen, dass die Türkei, dessen Präsident die „ MEINUNGSFREIHEIT“ hochhält, die Aufklärung des Gemetzels vorantreibt ??

    • frank

      14. November 2018 15:01 at 15:01

      Erdogan verfolgt seine eigene Agenda. Die Türkei sind geostrategisch mit den Saudis verfeindet, deshalb auch das Verhalten der Türkei in diesem Fall. Seis drum, hier sind die türkischen Behörden absolut glaubhaft und haben den Fall gut aufgearbeitet.

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Indizes

Dax: Besser drauf als die Wall Street – der Absturz des Junkies

Entzug bei den Wall Street-Junkies – und der realistischere Dax..

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Während die Wall Street derzeit stark unter Druck ist, hält sich der Dax erstaunlich stabil. Was ist da los?

Man könnte es vielleicht so sagen: wer im Rausch ist, hat eine verzerrte Wahrnehmung – und die Wall Street lebte lange, sehr lange in einem Rausch: Steuerreform und Deregulierung waren noch einmal ein künstlicher Stimulus-Effekt, der kurzfrsitig noch einmal die Zahlen aufpimpt, aber langfrsitig eher schädlich ist. Das ist wie bei Drogensüchtigen: mit der Droge ist alles schick, aber wenn der Eeffekt der Droge nachläßt, fühlt es sich deutlich schlechter an als bei denjenigen, die damit überhaupt erst gar nicht angefangen haben!

Und nun sehen wir, dass der Dax schon eingepreist hat, was die Amerikaner noch einpreisen müssen: dass die Zeiten härter werden in Sachen Konjunktur und gleichzeitig die Notenbanken weiter Liquidität entziehen. Und weil das nach dem Nachlassen des Rausches auch den Amerikaner klar geworden ist, hofft man nun auf den Dealer, der aber zuletzt nichts mehr verticken wollte – man hofft also auf Jerome Powell.

Der muß es jetzt richten, denn eines darf auf keinen Fall passieren: der kalte Entzug! Man hat sich doch so daran gewöhnt, dass es immer nur bergauf geht – und jetzt soll auf einmal alles vorbei sein? Nein, das darf nicht passieren!

Und so ist nach langer Zeit der Dax wieder stärker als die US-Indizes: der eine hat frühzeitig Realitäten eingepreist, der andere noch lange im Traumland gelebt und gemeint, dass das, was für alle anderen gilt, natürlich nicht für die Supermacht USA gelten könne. Aber es hat sich an der Wal Street ausge-trumpt, das Positive durch Trump ist eingepreist, das Negative wartet leider noch in der Zukunft!

Und dieser Bewußtseinswandel der Amerikaner sorgt nun dafür, dass der Dax besser läuft als die US-Indizes:


(Chartvergleich Dax=schwarz und S&P500=orange; Chart durch anklicken vergrößern)

Übergeordnet (also im langen Zeitfenster) ist die Lücke zwischen der Wall Street und dem Dax aber immer noch sehr groß:

Der Dax hatte Anfang 2015 seine QE-Droge bekommen und enteilte damals den US-Inidzes, aber das hielt nicht so lange vor. Seit Ende des 2.Quartals 2018 ist beim Dax (und fast allen andere Indizes der Welt) der Wurm drin, nur die Amerikaner meinten, im September noch einmal auf neue Allzeithochs klettern zu müssen – ist ja alles so schön bunt hier! Aber nun eben die Ernüchterung – also bleibt noch die letzte Hoffnung, dass das Spiel weiter gehen möge dank Messias Powell..

Genau das könnte noch einmal zu einer Erholung auch der Wall Street führen: die Erwartung, dass die Fed  ein bißchen nervös werden  und daher zwar noch einmal die Zinsen anheben wird, aber das mit dovishen Signalen. Genau darauf dürften die Märkte im Vorfeld der Fed-Entscheidung am Mittwoch spekulieren – und damit dann auch den derzeit überverkauften Zustand abbauen. Aber ob das nachhaltig sein wird? Was, wenn Powell dann doch nicht liefert?

Der Dax jedenfalls hat weiteres Potential für eine Erholung, um dann das Gap bei 11090 Punkten zu schließen:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Aber ein Bullenmarkt wird damit noch lange nicht daraus..

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Das Kernproblem – und die letzte Hoffnung! Videoausblick

Über das eigentliche Problem – und die Hoffnung auf den Erlöser!

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Auch am Freitag dominierten wieder die Sorgen um eine Abschwächung auch der US-Konjunktur – und das Kernproblem ist die Lage der US-Banken, die im freien Fall sind, weil mit der immer flacheren Zinskurve die Margen für Kredite wegbrechen. Wenn aber Banken keinen Anreiz mehr haben, Kredite zu vergeben, fehlt der Wirtschaft der Treibstoff – eine Rezession wäre die Folge. Nun aber gibt es die letzte Hoffnung: wird die Fed, wird Jerome Powell die Märkte noch einmal mit dovishen Aussagen retten? Die asiatischen Märkte deutlich stärker als die Wall Street am Freitag, der Dax dürfte schon in Sichtweite der 10900er-Marke starten. Saisonal ist diese Woche besonders günstig – und eine Hoffnungs-Rally vor der Fed ist nun durchaus wahrscheinlich..

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Die Woche war für unser Dax-Signal unterm Strich erfolgreich, obwohl bei drei Signalen die Einstiege nicht erreicht wurden. In der kommenden Woche sollte es wohl eine Seitwärtsschwankung geben. Für die kommenden Signale können Sie sich hier kostenfrei anmelden.

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