Folgen Sie uns

Märkte

Ölpreis fällt weiter – Achtung, bald plötzlicher Sprung möglich!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Öl-Pumpe vor Dämmerung

Der Ölpreis ist heute früh nochmal kräftig runtergerauscht, und hängt nun auf diesem tieferen Niveau. Aber Achtung: Anfang nächster Woche könnte der Markt plötzlich hoch springen, was mit den Terminkontrakten für Rohöl zu tun hat. Aber dazu gleich noch mehr. Aber erstmal ein Mini-Rückblick. Am Mittwoch besprachen wir die anstehenden IEA-Prognosen sowie die anstehenden Lagerbestände für Rohöl in den USA. Beides brachte für die Öl-Bullen im Resultat keinerlei Optimismus, und so dümpelte der Ölpreis (WTI) von Mittwoch bis heute Nacht immer so um die 20 Dollar-Marke herum.

Ölpreis fällt erneut stark dank China-Daten

Aber dann. Heute heute wurden die BIP-Daten aus China für das 1. Quartal veröffentlicht. Es gab ein Minus von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (mehr Details hier). Damit waren die inoffiziellen Erwartungen der Märkte offenbar noch weit unterschritten worden. Dieser Schock brachte den WTI-Ölpreis heute Nacht von 20 Dollar auf 18,03 Dollar kurz vor 10 Uhr heute früh. Jetzt aktuell liegt WTI bei 18,44 Dollar. Selbst Donald Trumps jüngste Ankündigungen zum Wiederhochfahren der US-Volkswirtschaft kann die Stimmung für Öl-Anleger heute nicht bessern. Aber Achtung, die China-Daten sind heute wohl nur ein kleiner Teil der Begründung für das Abrutschen im Ölpreis!

Öl-Terminkontrakt wechselt von Mai auf Juni

Der WTI-Ölpreis konnte nächste Woche „ganz unverhofft“ (Scherz) ein paar Dollar höher notieren. Denn der Front-Monat im WTI-Ölpreis, auf dem zum Beispiel die Kurse von CFDs basieren, ist jetzt noch der Future-Kontrakt für Mai. Sein Handel endet laut der US-Terminbörse CME am kommenden Dienstag den 21. April. Endet der alte Kontrakt, switcht der Markt automatisch um auf den Juni-Kontrakt. Er ist dann der neue Front-Monat, aber schon jetzt wieder er aktiver gehandelt als der aktuelle Mai-Kontrakt. Von daher darf man jetzt ganz aktuell auch nicht mehr zu viel geben auf den Kurs von 18,44 Dollar im noch aktuellen Front-Kontrakt.

Denn der Blick auf den Juni-Future für WTI-Öl zeigt aktuell einen Kurs von 25,62 Dollar. Wird der Juni-Kontrakt bis Anfang nächster Woche noch weiter runter gehen, oder der aktuelle Mai-Kontrakt bis dahin noch plötzlich ansteigen, damit die Lücke kleiner wird? So oder so, der jetzige Abstand ist enorm! Je nachdem wie groß Anfang nächster Woche noch der Abstand sein wird, desto mehr oder weniger wird der Markt einen möglichen Kurssprung im Front-Monat für den WTI-Ölpreis sehen. Interessant: Während der aktuelle Mai-Kontrakt heute deutlich im Minus ist, notiert der Juni-Kontrakt heute stabil. Laut aktuellen Meinungen war der heutige Absturz im Front-Monat Mai auch hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass er bald ausläuft, und jetzt so kurz vor Ende nicht mehr so liquide ist. Denn wie gesagt, der Juni hält sich heute stabil.

Bei Future-Kontrakten mit längerer Laufzeit müssen auch höhere Lagerkosten für Öl eingepreist werden – und die immer volleren Lagertanks weltweit sind für die Industrie derzeit ja eh ein enormes Problem. Dazu kommt natürlich der Roll-Effekt. Viele Anleger (zunehmend auch die ETF-Anbieter), die in Öl investiert sind, müssen beim Auslaufen eines Kontrakts rollen, also den endenden Kontrakt glatt stellen, und parallel den neuen Monat kaufen. Diese hier genannten Gründe mögen nachvollziehbar machen, warum wir aktuell diese Kurslücke im Ölpreis von fast 7 Dollar zwischen Mai und Juni sehen. Wie die Lücke Anfang nächster Woche aussieht, kann man jetzt unmöglich sagen. Aber ein Kurssprung im Ölpreis mit Betrachtung auf den Front-Monat ist für nächste Woche möglich oder besser gesagt anzunehmen.

Mehr zum Drama rund um die US-Fracker, das wohl gerade erst an Fahrt aufnimmt, finden Sie hier.

Ölpreis im Verlauf der letzten zehn Tage
Der Ölpreis-Verlauf (noch der Front-Monat Mai) der letzten zehn Tage.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Faktist

    17. April 2020 15:28 at 15:28

    Sowas kann man auch Betrug nennen, weil mit dem Mai Kontrakt eindeutig einfach nur ein Spiel gespielt wird… wie kann man die Long Positionen noch mit aller Macht aus den Markt zu drängen und zwar zum tiefsten Preis der nur möglich ist… vielleicht sogar zu 0 USD. Sprich wozu überhaupt noch dieses Instrument im Handel anbieten, wenns überhaupt keine Bedeutung hat???

    Also wie man dreht und wendet… der Finanzmarkt ist ein grosser… nein riesen Betrugsverein!
    Habe nämlich auch noch eine mini Position im WTI Mai Kontrakt… klar komme ich da nicht mehr raus, weil schon heute zwangsgeschlossen wird, weil der 20.04 ja ein Montag ist. Hoffe dass die Mi….urten daran ersticken bzw. verrecken (aber ist ja eh das selbe bzw. weg = ziel).

  2. Avatar

    Scheer

    18. April 2020 10:01 at 10:01

    Bitte nicht als Schadenfreude verstehen, aber ich habe selten so bei einem Post gelacht. Schreiben Sie mehr, würde mich sehr freuen. Liebe Grüße Scheer

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Anleihen

Aktienmärkte: Ist das das nächste große Ding? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte der Wall Street heute allesamt mit neuen Allzeithochs, während der Dax weiter stagniert und sogar einen leichten Wochenverlust ausweist – und das trotz neuem Optimismus in Sachen Brexit. Aber der Fokus richtet sich nun immer mehr auf die US-Anleihemärkte mit steigenden Renditen, die Zinskurve versteilt sich weiter (gut für Finanz-Aktien, nicht so gut für Tech, daher der Nasdaq heute nur mit kleinen Gewinnen). Sollten die Renditen weiter steigen, werden US-Anleihen wieder zunehmend zur Konkurrenz für die Aktienmärkte. Dort aber herrscht nach wie vor eine „Rundum-sorglos-Stimmung“, vor allem die „Corona-Verlierer“ werden wieder gekauft (der Sektor Energie daher wider mit den größten Gewinnen)..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Allgemein

Negativzinsen und Druckerpresse: Auswirkungen auf Menschen und Schrottunternehmen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Negativzinsen helfen Schrottfirmen und schaden den Sparern

Die Druckerpressen von EZB, Federal Reserve und Co laufen auf Hochtouren. Und dank dem neuem US-Präsidenten Joe Biden (Vereidigung am 20. Januar) dürfte das Tempo an neu geschaffenem Geld und neuer Staatsverschuldung nochmal Fahrt aufnehmen. Auch die Eurozone steht dem mit der EZB in Nichts nach. Die Null- und Negativzinsen bleiben weiter dort wo sie sind, und das auf lange Zeit. Das haben die Notenbanker auf beiden Seiten des Atlantiks klar gemacht. Was passiert, wenn Negativzinsen und Druckerpresse auf Menschen und Schrottunternehmen treffen? Hier kurz und knapp zwei Beispiele.

Die Schrottunternehmen werden auch gerne als Zombieunternehmen bezeichnet. Dies sind Unternehmen, die zum Beispiel noch nicht mal genug Geld verdienen um ihre Zinslast auf Kredite bedienen zu können. Oder sie überleben nur noch dank Staatshilfen, aber nicht aus strukturell echten Einnahmen. Wer Schrott ist, muss am Kapitalmarkt für Schulden eine höhere Risikoprämie zahlen. Denn der potenzielle Käufer von Schrottanleihen will sich das höhere Risiko einer Nicht-Zurückzahlung der Anleihe natürlich honorieren lassen. Von daher notieren die Renditen von Junk Bonds (Anleihen begeben von Unternehmen mit zweifelhafter Bonität) immer deutlich höher als die von gut angesehenen Unternehmen.

Derzeit aber, wo die Notenbanken alles mit frisch gedrucktem Geld überschwemmen und wo die Negativzinsen alles runterdrücken, da profitieren auch die Zombieunternehmen von immer weiter fallenden Renditen für ihre Schulden. Wie der folgende zehn Jahre zurückreichende Chart zeigt, ist die durchschnittliche Rendite für Junk Bonds in den USA auf ein neues Rekordtief von 4,45 Prozent gesunken, mehr als zwei Prozentpunkte unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Die Zombies freuen sich also über immer geringere Kosten für ihre Schulden.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Der Spar-Michel zahlt die Zeche

Man erinnere sich noch zurück, als hier und da die aller erste Sparkasse oder Volksbank Negativzinsen für Kontoguthaben einführte. Was gab das für einen Aufschrei. Heute ist das Alltag. Und die Lawine rollt immer weiter. Die ganz frische Veröffentlichung des Portals Biallo zeigt, dass auch die Direktbanken immer stärker auf den Zug aufspringen. 240 Banken insgesamt kassieren mittlerweile Negativzinsen im Privatkundenbereich, bei Firmenkunden sind es 317 Geldhäuser. Beim sogenannten Verwahrentgelt gelten in der Regel bestimmte Freibeträge, die von 5.000 Euro bis zu Millionenbeträgen reichen. Elf Geldhäuser langen bereits ab dem ersten Euro zu. Die DKB folgt aktuell der ING und führt ab sofort einen Negativzins in Höhe von minus 0,5 Prozent ein – für Einlagen ab 100.000 Euro auf dem Tagesgeld- und Girokonto. Wie bei der ING sollen Bestandskunden erst mal nicht betroffen sein.

Damit dürfte die Negativzins-Welle, die derzeit auf Sparer zurollt, noch mal deutlich an Fahrt gewinnen. Denn laut jüngsten Recherchen von Biallo haben auch große Regionalbanken in Hamburg, München und Köln zuletzt einen Strafzins für private Einlagen eingeführt. Erst gar keine Negativzinsen, jetzt gibt es immer mehr, aber mit Freibeträgen. Da das Umfeld aus Null- und Negativzinsen noch jahrelang anhalten wird, und da die Banken margentechnisch unter immer größerem Druck stehen, darf man annehmen, dass diese Freibeträge in Zukunft stetig verringert werden, und dass auch immer öfter von Bestandskunden Negativzinsen kassiert werden, und nicht nur von Neukunden.

weiterlesen

Devisen

Rüdiger Born: Aktuelle Lage im Dow, mögliche Idee für den Yen

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Im folgenden Video schaue ich direkt am Chart auf die aktuelle Entwicklung im Dow Jones und seine Reaktion auf die US-Arbeitsmarktdaten. Auch überlege ich, ob im Yen ein interessanter Trade möglich sein könnte.

Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

BORN-4-Trading – Trading-Ideen kostenfrei aufs Smartphone! Aktuelle Trading-News, Handelsideen und Trader-Know-how, Rüdiger Born sendet seine Einschätzungen direkt auf Dein Smartphone, entweder als Video- oder Voice-Nachricht oder einfach als schneller Text mit Bild. Welche Märkte kann man handeln, wo gibt es interessante aktuelle Trading-Setups, wo wären Einstiege möglich oder aber Stopps sinnvoll? Brandaktuell, überall und in gewohnt professioneller und spritziger Art. Klicke dazu einfach an dieser Stelle.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage