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Ölpreis im Abwärts-Modus – aktueller Anlass

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Der Ölpreis ist diese Woche (das kann man aus heutiger Sicht sagen) im Abwärts-Modus. Der folgende Chart, der den Verlauf im WTI-Ölpreis seit letztem Freitag darstellt, zeigt mehrere Abwärtsschübe. Der große Absturz am Dienstag von 59,50 auf 57 Dollar lag an Aussagen aus der Trump-Administration, welche eine Entspannung der Situation rund um den Iran andeuteten.

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Ölpreis fällt weiter

Dann folgten gestern die Öl-Lagerbestände in den USA, deren Rückgang von 3,1 Millionen Barrels schon eingepreist waren. der Markt fiel also weiter mit einem Ölpreis von 56,20 Dollar im Tief gestern Abend. Auch die US-Fördermenge fiel laut gestrigen Angaben der Energiebehörde EIA spürbar. Aber dennoch fiel der Ölpreis weiter. Ein Zeichen dafür, dass der Markt zumindest diese Woche (!) einfach fallen will. US-Kommentatoren meinen, dass der fallende Ölpreis gestern nicht an den Rohöl-Lagerbeständen lag, sondern an den mit +3,6 Mio Barrels steigenden Benzin-Beständen in den Lagern. Aber gut, sei es drum.

Ölpreis WTI seit 12. Juli

Markt will weiter fallen?

Und heute? Im Tagesverlauf stieg der Ölpreis auf bis zu 57,28 Dollar in der Spitze, um aber bis jetzt wieder zu fallen auf 55,68 Dollar. Aktuell geht es zügig nach unten! Offenbar pumpt der russische Produzent Rosneft wieder mehr Öl als bislang angenommen. Das drückt natürlich auf den Ölpreis.

Der Markt bekam heute kurzzeitig Auftrieb durch die Nachricht, dass der Iran offenbar einen Öltanker aus den Vereinigten Arabischen Emiraten beschlagnahmt hat, angeblich wegen Schmuggel-Aktivitäten. Aber man sieht ja, der Markt fällt derzeit wieder. Derzeit schaut der Markt offenbar einfach stärker auf die negativen Faktoren wie die  schwachen japanischen Außenhandelsdaten von heute früh, und die steigende Förderung durch Rosneft. Mit den Daten aus Japan könnte man eine Angst vor sinkender Öl-Nachfrage begründen (weniger wirtschaftliche Aktivität = weniger Öl-Nachfrage).

Werden die Würfel am Ölmarkt nächste Woche schon wieder neu gemischt mit steigenden Kursen? Gut festhalten bitte. Diese Woche zeigt mal wieder, was wir immer predigen. Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar. Bilden Sie sich bitte immer ihre eigene Meinung, und klammern Sie eventuelle Handelsentscheidungen nicht zu sehr an einzelne Kommentatoren-Meinungen!

Ölpreis im Abwärts-Modus - Beispielbild für Ölpumpe
Symbolbild einer Ölpumpe in China. Foto: John Hill CC BY-SA 3.0

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Märkte

OPEC einigt sich auf Ausweitung der Fördermengenkürzung

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Das OPEC-Logo

Das ist mal eine Neuerung. Gestern Abend haben wir noch bis spät Abends auf die Pressekonferenz der OPEC gewartet, die nach der Sitzung immer direkt im Anschluss in Wien stattfindet. Diesmal fiel sie aber aus. Ein Novum! Man wird wohl heute eine offizielle PK veranstalten. Aber es gibt eine Entscheidung. Den wartenden Journalisten vor Ort wurde mitgeteilt, dass man sich darauf geeinigt habe die Fördermenge für Öl um 500.000 Barrels pro Tag zu kürzen – in den ersten drei Monaten des kommenden Jahres. Damit ist eine zusätzliche Kürzung zu den bisherigen 1,2 Mio Barrels pro Tag gemeint – jetzt also -1,7 Mio pro Tag.

Interessant dürfte auch folgende Frage sein: Länder vor allem wie Saudi-Arabien haben ihre Förderung bereits deutlich stärker gekürzt als notwendig. Sollten die Saudis (mal wieder) den Großteil dieser zusätzlichen Kürzung alleine wuppen müssen, kämen diese -500.000 Barrels pro Tag hinzu zur bereits tatsächlich gekürzten Menge, oder zur offiziell gekürzten Menge der Saudis? Diese Frage entscheidet dann darüber, ob diese ausgeweitete Kürzungsmenge für den realen Ölmarkt überhaupt einen Effekt hat in Form von weniger Angebot, um den Ölpreis nach oben zu pushen. Und werden die Saudis diese Detailfrage überhaupt ansprechen?

Heute findet das Meeting zwischen dem Öl-Kartell und den externen Partnern statt (Russland im Fokus). Die OPEC wollte dieses Mal wohl die Abstimmung mit Russland abwarten, bevor man die PK veranstaltet. Interessant wird wohl sein, wie ein Agreement mit Russland ausgestaltet werden wird. Denn die Spatzen pfeifen es schon von den Dächern. Russland will mehr Öl fördern. Wird man sich in Wien heute zusammen irgendeinen optischen Trick einfallen lassen, damit Russland real mehr Öl fördern kann, aber rein optisch weiter an Bord ist bei der großen Fördermengenkürzung? Der WTI-Ölpreis verharrt seit gestern Nachmittag fast tot um die 58,40 Dollar herum. Man möchte endlich Klarheit haben, aber die OPEC lässt den Markt warten.

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Indizes

Aktienmärkte: Wie endet das Jahr 2019?

Über die psychologische Lage der Investoren vor den letzten Handelstagen der Aktienmärkte im Jahr 2019

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Es sind nur noch gut ein Dutzend Handelstage für die Aktienmärkte in diesem Börsenjahr – in den letzten Wochen stockte die Jahresendrally, aber wird es im Dezember noch zum Abverkauf der großen Jahresgewinne kommen?

 

2019 – ein bisher großes Börsenjahr für die Aktienmärkte

Wer hätte das zu Jahresanfang gedacht? Nach einem Jahresstart von 10477 Punkten beim Dax und 2476 Punkten beim S&P 500 liegen beide Indizes mit circa 25 Prozent im Plus. Obwohl es mit den Gewinnen im ganzen Jahr permanent nach unten ging und es eine Schere zwischen den Aktienkursen und den gemeldeten Gewinnen gibt, die sich schon gewaltig geöffnet hat.

Zu den Ursachen für diese Rally braucht man an dieser Stelle nicht mehr viel zu erwähnen, es war der monetäre Faktor, also eine Flut von über 100 Zinssenkungen weltweit, die die Rentenmärkte immer unattraktiver als Konkurrenzanlage für die Aktien gemacht haben. Dazu kommt in den USA die Fortsetzung des Aktienrückkaufprogramms in einem Volumen von bisher mindestens 600 Milliarden Dollar. Weitgehend ignoriert haben die Aktienmärkte dagegen die Fakten im Handelsstreit, denn im Verlauf des Jahres wurden die Zölle und Gegenzölle doch andauernd weiter gesteigert – und nicht etwa gesenkt!

Aber die Börse handelt die Zukunft, die jetzigen Aktienkurse sollen das Niveau der Wirtschaftslage des Frühsommers 2020 reflektieren – und da eskomptiert man ein moderates Wachstum, gepaart mit niedrigen, vielleicht noch niedrigeren Zinsen als heute sowie zusätzlich weltweite fiskalische Stimuli – sogar in Deutschland.

Für den weltgrößten Index (S&P 500) ist das bisherige Jahr das achtbeste seit 1957, also seit dem Jahr, seit es den Index in seiner Ausweitung auf 500 Titel gibt.

Für den Dax wäre es das fünftbeste seit dem Jahr 2000, im aktuellen Zyklus seit der Finanzkrise lag nur das Jahr 2012 mit 29 Prozent deutlich besser.

Stellt sich natürlich die Frage: Wird man das Niveau angesichts der noch zu erwartenden Ereignisse bis zum Jahresende halten können?

 

Das psychologische Momentum

Dax und Dow haben erst vor knapp zwei Wochen ihre Jahreshöchststände erreicht, seither geht es eigentlich nur seitwärts, für den Dax genau genommen bereits seit einem Monat. Man verdaut den Riesenanstieg, bei dem im Dax 2000 Punkte seit dem 14. August aufgelaufen sind. Derzeit hält man sich offenkundig wegen der starken Überkauftheit der Aktienmärrkte zurück, will aber auch nicht verkaufen. Sentimentexperte Joachim Goldberg hat dies in den letzten Wochen immer wieder schön beschrieben: Beim Dax-Stand unter 13000 werden immer wieder Käufer in den Markt gelockt, die in diesem Jahr nicht richtig dabei waren – neudeutsch also die „Fear of missing out“. Psychologisch eine immer wiederkehrende Situation, aber angesichts des grandiosen Börsenjahres besonders ausgeprägt:

  • Wer schon länger im Markt ist, hat Angst es könnte eine Korrektur geben und seine Gewinne abschmelzen.
  • Wer aus dem Markt heraus ist, spürt die Angst, er könnte weiterlaufen in Form der sehr häufigen Jahresendrally und man ist selbst nicht dabei.

Wenn man aber gerade erst in den letzten Wochen eingestiegen ist, mit der Hoffnung diese Position zumindest bis zum Jahresende halten zu können, macht einen das Minus an den folgenden Tagen doch nervös und man fragt sich, ob man nicht doch wieder aussteigen sollte.

Ist man ausgestiegen – zum Beispiel wegen der Negativschlagzeilen im Handelskonflikt – hat man bei positiven Meldungen über eine kleine Lösung im Zollstreit „the Deal is so close“, wieder Angst, es könnte genau jetzt drehen und das Investment weglaufen.

Dies sind nur eine Reihe von Empfindungen, die so manchem bekannt sein dürften, die aber derzeit zu einem Patt geführt haben. Die Märkte pendeln bisher um ein gewisses Niveau, in einer insbesondere für den Dax geringen Handelsspanne.

Nicht vergessen sollte man auch das überragenden Interesse der Bonusempfänger am Zustandekommen eines positiven Jahresabschlusses. Zudem: In dem immer stärker werdenden Wettstreit zwischen den passiven Indexfonds ETFs und den aktiven Fonds haben die Erstgenannten wieder einen großen Vorsprung erarbeitet. Soll man jetzt aussteigen, Gefahr laufend, dass es dann vielleicht doch noch in einer Santa Claus-Rally weiter nach oben geht?

In nächster Zeit könnte es doch noch einmal spannend werden.

 

Aktienmärkte: US-Arbeitsmarktdaten und die Deadline 15. Dezember

Bereits am heutigen Tag kommen mit den neuesten Daten zum US-Arbeitsmarkt die wohl relevantesten Daten zur US-Wirtschaft. Nicht nur, weil diese für die Federal Reserve eine entscheidende Größe darstellen, die sogar ihren gesetzlichen Auftrag definieren (nämlich für ein stabiles Wachstum der Beschäftigung zu sorgen), sondern weil der Arbeitsmarkt eine zentrale Bedeutung in der 70 Prozent-US-Konsumökonomie innehat.

Die Beschäftigungssituation ist dabei mehr denn je entscheidend für die hoch verschuldeten Verbraucher. Ein Abbau von Arbeitsplätzen würde sich sehr rasch auf die Konjunktur auswirken und noch „rascher“ auf die Aktienmärkte.

Nach den schwachen Daten des privaten Arbeitsvermittlers ADP am vergangenen Mittwoch hat man ein bisschen Sorge vor den Daten heute um 14:30 Uhr. Auf der anderen Seite muss man aber das Argument anführen, dass die Fed bei einer Abschwächung des Arbeitsmarktes bei gleichzeitig niedriger Inflation „ammunition“ (Munition) für weitere Zinsschritte bekäme. Sehr zum Wohlwollen von Präsident Trump.

Über die Bedeutung des Datums 15. Dezembers wurde hier schon x-fach berichtet. Sollte es tatsächlich zu den Zöllen in Höhe von 156 Milliarden Dollar auf US-Gebrauchsgüter kommen – inklusive der milliardenschweren iPhone-Einfuhren – könnten dies die Aktienmärkte nicht ignorieren. Man hat dies schlichtweg nicht eingepreist – und ein zweiter Effekt wäre sogar noch dramatischer: Den vielen Unternehmenschefs auf dieser Welt würde klar werden, dass es mit dem Handelskrieg weiter geht, ungeachtet der Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und möglicher rezessiver Tendenzen. Und dies wäre die eigentlich schlechte Nachricht.

 

Fazit

Wie bereits schon erwähnt, müsste das Börsenjahr eigentlich mit einem hohen Stand der Indizes enden. Gerade beim Dax existiert eine sehr signifikante Korrelation zwischen der Entwicklung der Kurse in den ersten neun Monaten und dem Schlussquartal. Zumindest seit seinem Start im Jahr 1988 war mit einer Trefferquote von 94 Prozent dann auch das vierte Quartal positiv, eine hohe Signifikanz gibt es auch für die US-Indizes. Aber das Kursschiff muss noch einige Klippen umschiffen, außerdem haben wir einen Unsicherheitsfaktor, den keine Statistik abbilden kann: Donald Trump!

Starten die Aktienmärkte jetzt die Weihnachtsrally?

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Finanznews

US-Arbeitsmarkt: großer Test für die Bullen! Videoausblick

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Heute kommt mit den Daten vom US-Arbeitsmarkt ein großer Test für die Erzählung der Bullen: die Konjunktur werde sich stark erholen, daher würden die Gewinne der Unternehmen nach drei Quartalsrückgängen wieder anziehen – weshalb die hohen Bewertungen an den Aktienmärkten gerechtfertigt seien. Die Erwartungen an die heutigen Zahlen sind hoch (180.000), und das obwohl einige Indikatoren (ADP Arbeitsmarktbericht, ISM Indizes) auf eher schwache Daten hindeuten. Im Fokus heute auch die zweite Erzählung der Bullen: die Erwartung eines zeitnahen Handelsdeals zwischen den USA und China. Offenkundig fordert Trump, dass Peking sich auf die geforderten Volumina (40-50 Milliarden Dollar pro Jahr) festlegt – nur dann sei er bereit, bestehende Zölle rückabzuwicklen..

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