Folgen Sie uns

Aktien

Marktbericht: Warum der Euro den Dax pusht – Japan, SAP und Netflix drücken die Stimmung

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der Dax notiert heute Nachmittag unterm Strich zwar 50 Punkte tiefer als gestern Abend. Aber das hätte heute noch deutlich schlimmer ausgehen können für den deutschen Leitindex. Berichte legen nahe, dass die EZB ihr bislang starres Inflationsziel von „2% oder nahe 2%“ überarbeiten wolle. Dies ließ sofort Vermutungen sprießen, dass die Geldpolitik in Euroland noch weicher werden könnte. Somit wurde der Euro vs US-Dollar heute Mittag nach unten geschickt um 30 Pips, und der Dax stieg zügig um 65 Punkte. Noch mehr Anleihekäufe unter Frau Lagarde? Noch niedrigere Zinsen? Da hat sich der Dax schon mal vorab ein wenig gefreut! Und somit konnte das Minus im Dax heute doch noch begrenzt werden.

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

Dax vs EURUSD
Der Chart zeigt seit heute früh um 4 Uhr den Dax (grün rot) vs EURUSD (blau).

Dax hätte Grund genug gehabt stärker zu fallen

Die Vorzeichen und Tagesmeldungen sahen für den Dax abgesehen von der Euro-Story schlechter aus als unterm Strich ein Verlust von 50 Punkten. Die SAP-Aktie crashte heute früh fast schon in den Keller, und verliert bis jetzt noch 5,7%. Grund war ein schlechter als erwarteter Gewinn, der heute mit den Quartalszahlen des Unternehmens vermeldet wurde. Der kleinere Gewinn konnte von SAP inhaltlich mit Sondereffekten begründet werden. Von daher kann man sich fragen, ob der Kurssturz übertrieben war.

Netflix meldete gestern nach Börsenschluss grottige Zahlen. Das Nutzerwachstum erlahmt massiv (hier die Details). Die Aktie brach 12% ein. Heute ging die Aktie gegenüber dem gestrigen Börsenschluss mit -10,5% in den New Yorker Handel. Auch sehr schwache Konjunkturdaten aus Japan (einbrechende Im- und Exporte) drückten heute früh die Indizes in Asien und Europa, und wirken immer noch nach. Aber der Dax kam unterm Strich noch ganz gut durch den Tag!

Dann heute um 14:30 Uhr wurde der Philly Fed-Index deutlich besser verkündet als erwartet. Diese Nachricht brachte den Dow vorbörslich um 14:30 gerade mal um 16 Punkte nach oben. Direkt danach fiel er viel tiefer in den Keller. Das zeigt die aktuelle Schwäche, die auch noch daher herrührt, dass laut gestrigen Infos die Handelsgespräche zwischen den USA und China ins Stocken geraten sind. Diese Story könnte auch morgen weiter über den Börsianern schweben und die Kurse belasten.

Und sonst?

Der Goldpreis zeigt sich nach dem gestrigen Anstieg (Flucht vor Risiko) heute relativ gelangweilt mit 1.421 Dollar nach ähnlichen Kursen gestern Abend. Der Ölpreis schmiert heute Nachmittag kräftig ab auf nur noch 55,60 Dollar (heute Mittag noch 57,20). Auch noch so viele News wie ein vom Iran festgehaltener Tanker der VAE bekam den Ölpreis nicht wirklich nach oben. Nein, aktuell schaut der Markt auf mehr Ölförderung aus Russland.

Was morgen wichtig wird

Wichtig: Morgen früh um 8 Uhr vermeldet das Statistische Bundesamt die deutschen Erzeugerpreise für Juni. Auch ausländische Analysten haben heute durchblicken lassen, dass sie morgen genauer auf diese Zahl schauen werden. Und um 16 Uhr deutscher Zeit wird morgen das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan veröffentlicht. Auch sehr wichtig!

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    18. Juli 2019 21:26 at 21:26

    Was ist mit Gold los? 1445 Dollar.

  2. Avatar

    Columbo

    18. Juli 2019 21:44 at 21:44

    Alles klar: Iran soll ausländischen Tanker gestoppt und die Crew festgenommen haben…

    • Avatar

      Michael

      19. Juli 2019 10:15 at 10:15

      Der Tanker wurde aber schon vor ein paar Tagen am 14.08. festgesetzt, die Nachricht war auch seit Mittag zu lesen. Das kann es also nicht sein, vor allem, da der USD gegen alle Währungen geschwächelt hat, nicht nur vs. XAU.

  3. Avatar

    Michael

    18. Juli 2019 21:46 at 21:46

    @Columbo, charttechnisch gesehen ein beachtenswerter Schritt für Goldjünger, wie ich vor kurzem gepostet hatte. Hier gilt es nun, die Augen offen zu halten.

    Aus irgendwelchen Gründen schwächelt die Währung des großartigsten Landes unter dem wunderbarsten Präsidenten, deshalb erst einmal Vorsicht im Hinblick auf eine Goldeuphorie. Wenn sogar das GBP derart in die Höhe schießt, liegt etwas anderes im Argen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Warum ich keine Lieblingsaktien habe! – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

was ist Ihre Lieblingsaktie? Welchem Titel halten Sie unbedingt die Treue und gehen quasi mit ihm durch dick und dünn? Hier verzeihen Sie auch einmal schlechte Nachrichten, weil Sie von dem Unternehmen wirklich überzeugt sind. Das Phänomen der Lieblingsaktie kann auch gleich für eine ganze Branche gelten. So schworen viele Privatanleger vor einigen Jahren auf Unternehmen aus der Edelmetall-Branche. In fester Erwartung eines Euro-Untergangs wurde diese Branche für viele Privatanleger zum bevorzugten Ort der Investition.

Typisch für eine solche Situation ist, dass wir die Nachrichtenlage dann nur noch sehr eingeschränkt wahrnehmen. Schlechte Nachrichten zu unserer Lieblingsaktie blenden wir aus. Gute Nachrichten hingegen bewerten wir in ihrer Bedeutung für die Kursentwicklung über. Mehr noch: Oftmals bilden wir in unseren Lieblingsaktien deutliche Übergewichtungen in unseren Depots, weil wir hier gerne mehrfach kaufen. Plötzlich steht Ihre Lieblingsaktie dann für 10 oder 20 % Ihres Gesamtdepots. Wenn Ihre Lieblingsaktie dann einmal schwächelt, ist Ihr Depot aufgrund der Übergewichtung chancenlos.

Aber wie entsteht eigentlich so eine Lieblingsaktie in unserem Depot? In aller Regel steht am Anfang zunächst eine starke Performance. Folglich mögen wir diese Aktie, weil sie uns eben zunächst viel Rendite beschert hat. Am besten können wir die Produkte unseres Lieblingsunternehmens im Alltag auch noch erfahren und quasi anfassen. Tatsächlich schätzten in der Vergangenheit viele deutsche Privatanleger die Aktien von BMW oder Daimler, weil sie privat ein…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Aktien

Aktienmärkte: Corona-Krise und ein heimlicher Star im deutschen Leitindex

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Normalerweise waren die letzten Jahre die Zeit für Wachstumstitel, also für Growth, wie man es in der Sprache der Aktienmärkte bezeichnet. Eher jedoch nicht für den deutschen Leitindex Dax – aber dort steht ein Wert ganz oben in der Performance, von dem man es noch weniger erwartet hätte: die Deutsche Post. Man profitiert derzeit vom „Stay at Home“ und vielleicht nochmals durch ein logistisches Thema der Superlative.

Die bevorstehende Massenimpfungen

Was werden nicht alles für Zahlen herumgereicht? Die Gesamtbevölkerung der Erde müsse gegen Covid-19 geimpft werden, 7,7 Milliarden Menschen und dies gleich zweimal. Aber gemach, es werden sich nicht alle impfen lassen wollen, und es einige durch Immunität nicht mehr brauchen (oder durch heimische Pharmafirmen versorgt werden) und viele sich in einem Alter befinden, in dem die Gefährlichkeit des Virus unterhalb des Promillebereichs für die Betagten und Gefährdeten liegt. Dennoch: Es gilt Abermillionen von Impfdosen zu transportieren, mit den verschiedensten Transportmitteln, mit speziellen Behältern und mit der Aufrechterhaltung von Kühlketten und überall ist der deutsche Marktführer gut aufgestellt.

Die unauffällige Hausse bei einem Underdog der Aktienmärkte

Die Deutsche Post (DHL Group) feierte gerade den 20. Börsengeburtstag. Der Logistik-Riese, der aus einem Paket- und Postzusteller hervorging, wurde am 20. November 2000 zu 21 Euro an die Börse gebracht. Zu dieser Zeit stand der Dax bei 6609 Punkten. Betrachtet man nun die Kursentwicklung von Index und den Dax-Wert Deutsche Post (gestern 40,39 Euro), so könnte man den Eindruck gewinnen, als wäre der Dax mit seiner Kursverdoppelung besser gelaufen, als der deutsche Logistiker, der es nur auf gut 80 Prozent Kurszuwachs brachte. Rechnet man die Dividendenzahlungen hinzu, käme man bei der Post aber auf circa 268 Prozent Gewinn. Beim Dax als Performance-Index werden die Dividenden einfach hinzugerechnet. Macht eine Rendite der Deutschen Post von 6,7 Prozent p.a. gegenüber dem Index mit seinen 3,5 Prozent. Der Traditionswert ein heimlicher Star der Aktienmärkte – gewiss, denn ein Großteil der Dax-Werte ist noch weit von seinen ehemaligen Höchstständen entfernt. Bis auf fünf Werte, einer davon ist die Marke mit dem auffälligen Gelb.

Dies ist natürlich den Analysten nicht verborgen geblieben: so erwarten Ökonomen von Goldman Sachs einen Umsatzanstieg der Deutschen Post von aktuell 65 Milliarden bis auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2024, der Gewinn soll im gleichen Zeitraum von 4,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro steigen. Wäre ein einstelliges KGV, hinzu kommt die niedrige Börsenbewertung im Vergleich zu UPS oder Fedex.

Fazit

Obwohl die Aktienmärkte derzeit die Umschichtung von Growth zu Value spielen, kann dies dem deutschen Logistiker relativ egal sein. Man profitiert weiter von den Auswirkungen der partiellen Lockdowns, vermutlich noch durch die Wintermonate, als auch von der neuen Situation um die Mammutaufgabe Impfung der Bevölkerung mit all den personellen und logistischen Herausforderungen.

Jetzt steht in dieser Woche erst einmal der große vorweihnachtliche Hype um den „Black Friday“ und den „Cyber Monday“ auf dem Programm. Angesichts der Pandemie sicherlich mit bisher noch nie gesehenen Umsätzen. Ein DHL-Manager sprach schon davon, dass Covid-19 die Umsätze der Post in das Jahr 2030 hieven werde. Und jetzt kommt noch das Transportthema Impfstoff hinzu. Ein Goldilocks-Szenario? Nicht ganz, denn da gibt es noch einen übermächtigen Konkurrenten aus Übersee, der bis 2021 mit eigenen Paketzentren in Deutschland zulegen will. Der „All-Star“ der amerikanischen Aktienmärkte Amazon, der bereits schon für ein Viertel der Paketsendungen in Deutschland verantwortlich ist.

Die Aktienmärkte in Deutschland und ihr heimlicher Star

weiterlesen

Aktien

Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage