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Märkte

Ölpreis: Libyen und US-Finanzminister bescheren 5 Dollar-Absturz

Claudio Kummerfeld

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am

Der Ölpreis war lange Zeit gestiegen. Im großen Bild betrachtet war es ein Anstieg über 12 Monate von 45 auf bis zu 75 Dollar Anfang Juli im WTI-Öl. Der letzte Push für den steigenden Ölpreis lag in den neuen Sanktionen der USA gegen den Iran. Kein Iran-Öl soll ab November mehr auf den Weltmarkt gelangen. Das entzieht dem Weltmarkt natürlich eine große Angebotsmenge, was für Knappheit und steigende Preise sorgt.

Aber die OPEC hatte Ende Juni dagegen gehalten und versprochen ab Anfang Juli ihre Fördermenge um ca 1 Million Barrels raufzusetzen. Dann kam Libyen letzte Woche mit einer Nachricht, die den Markt überraschte. Mehrere Häfen zur Öl-Verschiffung gingen wieder ans Netz nach Ausfällen, die dem Chaos im Land geschuldet waren. Möglicherweise kommen so zügig weitere 850.000 Barrels pro Tag auf den Markt.

Ölpreis reagiert auf Mnuchin

Der Ölpreis (WTI) sackte daraufhin um 3 Dollar ab von 73 auf 70 Dollar. Aber aktuell folgt US-Finanzminister Mnuchin. Wie US-Medien berichten, verkündete Mnuchin folgende Nachricht schon letzten Freitag, was sie aber erst gestern veröffentlichten nach einer Zusage, diese Info zurückzuhalten. Man werde (das US-Finanzministerium) einigen Öl-Importeuren möglicherweise Ausnahmen von den Iran-Sanktionen erteilen.

Sie könnten dann trotz extrem strenger Iran-Sanktionen der USA auch weiterhin iranisches Öl kaufen. Dabei hatte man doch jüngst quasi den gesamten Planeten eindringlich dazu aufgefordert ab November gar kein Öl mehr aus dem Iran zu kaufen. Wer dies tue, werde durch die USA ebenfalls sanktioniert. Und jetzt diese Kehrtwende. Mnuchin sagte auch, dass man natürlich weiterhin wolle, dass die Käufe von iranischem Öl auf 0 sinken. Aber wenn einige Teilnehmer dies nicht zügig hinbekämen, denke man über Ausnahmen nach.

Man wolle den Ölmarkt nicht ärgern, so Mnuchin. Möglicherweise wird die Regierung Trump nun versuchen auch über November hinaus eine schrittweise längerfristige Absenkung der Käufe iranischen Öls hinzubekommen, damit der Schock für den Weltmarkt nicht ganz so schlimm ist. Bloß kein weiter steigender Ölpreis, mag vielleicht die Anweisung von Trump an Mnuchin gewesen sein? Schließlich braucht Trump für seine Wähler daheim niedrige Benzinpreise. Trump hatte sich beispielsweise schon beim König von Saudi-Arabien über zu hohe Preise beschwert.

Bei signifikanten Rückgängen der Angebotsmenge am Ölmarkt habe das US-Finanzministerium laut Mnuchin die Möglichkeit Ausnahmen zu gewähren (bei den Iran-Sanktionen). Und dies werde man auch tun. Das bedeutet im Klartext: Ab November kommt es wohl nicht zu einem brutalen Cut von iranischen Öl-Exporten, und der Weltmarkt verliert somit nicht abrupt eine große Menge an Öl-Angebot. Mehr iranisches Öl für längere Zeit als gedacht, das bedeutet mehr Preisdruck.

Daher ist der Ölpreis gestern etwas mehr als zwei Dollar weiter abgesackt nach den News aus Libyen letzte Woche. Somit hat der Markt insgesamt eine Abwärtsstrecke von etwas mehr als -5 Dollar zurückgelegt (aktuell 67,73 Dollar im WTI), hauptsächlich aufgrund dieser beiden Nachrichten, die für spürbar mehr Angebot auf dem Weltmarkt sorgen. Erstmal Pause beim steigenden Ölpreis? Ach ja… übrigens denkt Donald Trump derzeit angeblich darüber nach die nationale Öl-Reserve anzutasten. Geschieht das, kommt noch mehr Öl auf den US-Markt, und die Kurse fallen (erst einmal) weiter.

Der WTI-Ölpreis seit Mitte Juni
Der WTI-Ölpreis seit Mitte Juni.

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Beobachter

    17. Juli 2018 14:04 at 14:04

    Nach den staatlich gesteuerten Währungen ,Aktien u.Anleihenkursen hat die Trump Administration es fertig gebracht auch noch die Ölpreise zu manipulieren.
    Ich denke, dass er kurz vor seiner sicheren Abwahl dann noch die Immopreise hochtreibt, das wäre dann noch eine kleine Abgangsentschädigung. ( Nur als Spass gemeint.

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Aktien

Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

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Devisen

Türkische Lira: Abwertung nach Zinsanhebung – warum ist das passiert?

Redaktion

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Lira-Geldscheine

Die türkische Lira verliert diese Woche wieder deutlich an Boden. Es ist ein Desaster für alle die hofften, dass eine drastische Zinsanhebung durch die türkische Zentralbank auch eine Wende für die türkische Lira einleiten würde. Denn die wertet seit Jahren dramatisch ab. Aber wie gesagt, letzte Woche Donnerstag erhöhte die Zentralbank den Leitzins drastisch, um 4,75 Prozentpunkte auf volle 15 Prozent, um die Inflation in der Türkei einzudämmen.

Türkische Lira reagierte auf drastische Zinsanhebung

Genau dieser Schritt auf 15 Prozent war am Devisenmarkt erwartet worden. Entsprechend war die türkische Lira in den Tagen vorher schon gestiegen, und auch kurz nach der Zinsanhebung stieg die Lira weiter an gegen US-Dollar und Euro. USDTRY fiel von 7,67 auf 7,51. Also, alles lief nach Plan? Nein, die Lira begann wieder abzuwerten, und zwar deutlich – jetzt notiert USDTRY bei 7,91. Diese Woche Montag berichteten wir bereits darüber, dass vermutlich Inländer in der Türkei zwischenzeitlich die gestiegene türkische Lira dafür genutzt hatten, um zu besseren Kursen weiter US-Dollar und Euro zu kaufen. Dass die türkische Lira die letzten Tage ein echtes Eigenleben führte, erkannte man an einer fallenden Lira bei gleichzeitig fallendem Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen). Wenn der US-Dollar fällt, hat eigentlich alles was gegen ihn gehandelt wird, eine gute Chance zu steigen – aber nicht so die Lira in den letzten Tagen!

Warum die Zinsanhebung dennoch verpuffte

Denn die große Unsicherheit gegenüber der türkischen Politik und der Beeinflussung der Zentralbankpolitik ist wohl weiterhin vorhanden, und drückt gegen die türkische Lira. Ein Aspekt kommt aber hinzu, der nicht so direkt ins Auge fällt. Zwar hatte die Zentralbank den Leitzins letzte Woche wie gesagt drastisch angehoben von 10,25 Prozent auf 15 Prozent. Aber wie es zum Beispiel ein türkischer Kolumnist gestern erwähnte, so war es doch keine richtige, eindeutige Zinsanhebung. Denn andere Zinssätze der Zentralbank seien bereits vorher deutlich höher gewesen, bei beinahe 15 Prozent. Mit dieser Zinsanhebung hat die Zentralbank also sozusagen nur für eine Glättung und Vereinheitlichung ihrer Zinsen gesorgt. Vorher versuchte die Zentralbank zum Beispiel bereits die Abwertung der Lira zu stoppen, in dem man bei Derivaten mit höheren Zinskosten versuchte Spekulanten aus dem Ausland die Liquidität zu beschneiden.

Was kann man tun?

Müsste die türkische Zentralbank nun also den Leitzins erneut kräftig anheben, um ihrem Willen zur Inflationseindämmung Nachdruck zu verleihen? Könnte dies die türkische Lira zum Aufwerten bringen? Wichtig wäre wohl ein längeres Festhalten an hohen Zinsniveaus. Und eine klare Sprachregelung von Zentralbank und Präsident Erdogan wären wichtig, in der nicht mehr von Zinsen die Rede ist, die möglichst stark sinken sollen. Hat man am Devisenmarkt den Verdacht, dass die Zinsen nur für einen relativ kurzen Zeitraum oben bleiben? Dann könnte dies die Annahme bestärken, dass die Inflation in der Türkei nicht gebremst wird, was wiederum die türkische Lira schwächt. Es geht um Verlässlichkeit. Der Devisenmarkt will eine konstante und klare Linie sehen – so darf man es annehmen.

Die jetzige Vereinheitlichung des Zinsniveaus durch die Anhebung des Leitzinses sorgt für mehr Transparenz – aber es fehlt womöglich noch eine zweite kräftige Zinsanhebung. Auch hat die türkische Bankenaufsicht angekündigt Mindestausleihungen an türkische Banken nicht mehr vorzugeben. Diese galten unter anderem als ein Grund für die umfangreiche Kreditvergabe in der Türkei. Es wirkt derzeit so, als tue sich einiges in Sachen Transparenz und Normalisierung. Es ist ein Anfang. Es braucht viel Verlässlichkeit, Konstanz, Vertrauen, und wohl auch ein Unterlassen von Äußerungen von Präsident Erdogan über niedrigere Zinsen. Dazu vielleicht noch ein erneuter kräftiger Zinsschritt nach oben, und dann ein Durchhalten auf diesem Niveau. Dann könnte die türkische Lira auch anfangen nachhaltig wieder aufzuwerten? Im Chart sehen wir den Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira seit dem 13. November.

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten Tagen

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Gold/Silber

Goldpreis: Wann endet der Abverkauf? Jetzt Kaufgelegenheit?

Redaktion

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Der Optimismus, der durch die Nachricht über die erfolgreiche Erprobung des Impfstoffs gegen das Pfizer-Coronavirus ausgelöst wurde, hat den Goldpreis unter Druck gesetzt. Gegenwärtig hält sich das gelbe Metall immer noch über der starken Unterstützung des Goldpreises von 1800 Dollar. Allerdings zeigt die Analyse deutliche Anzeichen für ein anhaltendes rückläufiges Momentum.

Warum der Goldpreis unter Druck ist derzeit

Neben dem Impfstoff gibt es vielversprechende Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung, die den Goldpreis zuletzt unter Druck gesetzt haben. Ein weiterer Faktor, der für das Edelmetall eine große Rolle spielt, ist die Entspannung im Zusammenhang mit den US-Präsidentschaftswahlen. Mit dem Nachlassen der Unsicherheit reagieren die Märkte entsprechend – und das gilt auch für Gold.

Solange das gelbe Metall weiterhin unter der früheren Unterstützungsmarke von 1850 Dollar gehandelt wird, bleibt der stetige Abwärtstrend beim Goldpreis vorerst bestehen. Sollte es jedoch zu einem Durchbruch unter die 200-DMA-Unterstützung von 1798 Dollar kommen, könnte der Dezember einen viel stärkeren Rückgang verzeichnen. In diesem Fall wird der Goldpreis wahrscheinlich sogar einen Rückgang bis auf 1765 Dollar verzeichnen.

In folgendem Video analysiert David Jones, chief market strategist bei capital.com, positive und negative Faktoren für den Goldpreis und zeigt nicht nur, wo die relevanten Widerstände und Unterstützungen liegen, sondern auch das, was er selbst jetzt tun wird:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Goldpreis ist derzeit unter Druck

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