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Ölpreis nach Absturz mit viel Unsicherheit ins Wochenende – 3 Gründe

Öl-Bohrturm

Der Ölpreis (amerikanisches WTI-Öl) ist seit Mittwoch von über 84 Dollar auf heute unter 80 Dollar gefallen. Aktuell notiert WTI bei 80,95 Dollar, aber die Lage bleibt angespannt und labil. Schauen wir auf die Gründe für diese Nervosität.

Starker US-Dollar drückt gegen den Ölpreis

Seitdem vorgestern die stark gestiegene US-Inflation mit 6,2 Prozent veröffentlicht wurde (Vormonat 5,4 Prozent), ist alles anders am Kapitalmarkt. Der Druck auf die Federal Reserve steigt die Zinsen anzuheben, was den US-Dollar hoch pusht. Alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, steht somit unter Druck, wenn er ansteigt – so ach Öl. Dies war einer der Faktoren, warum der Ölpreis zuletzt gefallen war und auch aktuell auf wackligen Beinen steht.

Öl-Überangebot Anfang 2022?

Gestern verkündete die OPEC im Zuge ihres monatlichen Ölmarktberichts auch Aussichten für die zukünftige Öl-Nachfrage. Die Experten der Commerzbank kommentieren die Aussagen der OPEC wie folgt (auszugsweise): „Anfang 2022 erwartet die OPEC allerdings eine deutliche Entspannung am Ölmarkt, da der Bedarf an OPEC-Öl zu Jahresbeginn saisonbedingt deutlich zurückgehen soll. Unterstellt man, dass die OPEC die Produktion dann jeden Monat wie vereinbart um 250 Tsd. Barrel pro Tag erhöht, würde sich für das 1. Quartal ein Überangebot von rund 1,5 Mio. Barrel pro Tag ergeben“. Also ist ein Überangebot für Öl in Aussicht, was nun als Szenario ebenfalls gegen den Ölpreis drückt.

US-Reserven sind immer noch das aktuell größte Problem für die Öl-Bullen

Entscheidend für die auch heute anhaltende Schwäche im Ölpreis bleibt aber die Angst vor der strategischen Öl-Reserve der USA (dies hatten wir gestern bereits besprochen). Noch immer ist unklar, ob und in welchem Umfang US-Präsident Joe Biden anordnen wird, dass aus den Reserven Öl auf den US-Markt geworfen wird um den Ölpreis zum Fallen zu bringen. Aber durch die stark steigende Inflation ist die Angst vor der Öl-Schwemme aus den US-Reserven seit Mittwoch spürbar angestiegen, was im gefallenen Ölpreis eingepreist wurde. Denn vor allem mit niedrigeren Benzinpreisen könnte man die Inflation wirksam bekämpfen.

Fazit

Die Öl-Reserve der USA schwebt nun übers Wochenende wie ein Damoklesschwert über dem Ölmarkt. Wird Joe Biden die Nutzung der Reserven verkünden? Man hängt als Beobachter regelrecht in der Luft. Falls die nächsten Tage die Nutzung der Reserve vermeldet wird, könnte es einen weiteren Rutsch im Ölpreis geben.

Chart zeigt seit fünf Tagen Ölpreis im Vergleich zum US-Dollar Der Chart zeigt im Verlauf der letzten fünf Tage den Ölpreis in rot-grün gegen den US-Dollar in blau.



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1 Kommentar

  1. Ein naheliegendes Argument für die volatilen Ölpreise zeigt dallyfx.com.
    Biden ist unter Druck, die folgenden Gespräche mit Iran könnten die Aufhebung der Sanktionen bedeuten.Wenn Iran wieder liefern darf wird die Welt wieder im Öl ersaufen und die SuperPropheten von 100Dollar Preisen wie die Goldmann Sachsen werden im Geld schwimmen, die sie den falsch beratenen Kunden wieder einmal abzocken.
    Googeln: Dailyfx.com – Crude Oil Price volatility ahead of US- Iran Nuclear Deal Talks-

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