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Märkte

Ölpreis-Rückgang nach Saudi-Aussagen – die aktuelle Lage

Claudio Kummerfeld

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Der Ölpreis ist gestern Abend deutlich gefallen um mehr als 3 Dollar. Wir berichteten darüber gestern schon in einem Live-Feed. Der saudische Enerigeminister und der Chef von Saudi-Aramco machten gute Stimmung. Sie sagten sinngemäß, dass die Förderung nach den Angriffen auf die saudischen Öl-Anlagen zügig wieder auf Normalniveau kommen werde. Bis Ende September sei die alte Kapazität wieder hergestellt. Einnahmeverluste habe Saudi-Aramco auch nicht, da die Exporte zu keiner Zeit sinken würden. Die Lücke schließe man vorübergehend mit Öl-Reserven. Also, alles gut? Der Markt zeigte sich vorsichtig optimistisch. Der Ölpreis fiel nicht auf das Niveau vom letzten Freitag zurück bei 55 Dollar im WTI-Öl. Nein, er fiel bis auf 58,70 Dollar.

Ölpreis fällt, danach API-Daten

Gestern Abend nach der saudischen PK um 22:30 Uhr deutscher Zeit wurden die API-Daten für die Rohöl-Lagerbestände in den USA veröffentlicht. Im Wochenvergleich wurde ein Zuwachs von 0,59 Millionen Barrels vermeldet (erwartet -2,5). Heute um 16:30 Uhr folgen die offiziellen staatlichen Daten. Die API-Daten brachten im Ölpreis heute Nacht nur ganz kurz einen weiteren Rückgang von 40 Cents. Aber der Markt hat sich bis heute früh stabil gezeigt mit knapp über 59 Dollar im WTI-Öl (aktuell 59,16 Dollar).

Wie geht es weiter?

Heute um 16:30 Uhr schaut man wie gesagt auf die offiziellen US-Daten. Hinzu kommt, dass der saudische Verteidigungsminister heute im Laufe des Tages eine Erklärung abgeben will. Man darf vermuten, dass der Iran als Schuldiger für die Angriffe genannt wird? Der iranische Präsident Rouhani jedenfalls hat vor wenigen Minuten die Schuld von sich gewiesen. Der Rückgang im Ölpreis gestern Abend nach der saudischen PK zeigt: Der Markt zeigt sich zwar erleichtert, dass die Saudis wohl die Belieferung des Weltmarkts weiterhin gewährleisten können. Aber so richtig zu 100% glaubt man wohl noch nicht, dass starke Zerstörungen an hochkomplexen Verarbeitungsanlagen mal eben binnen weniger Tage vollständig repariert werden können. Und es bleibt noch die Frage aller Fragen, unabhängig davon ob nun Huthis oder Iran: Wie wollen die Saudis ihre Öl-Anlagen zukünftig effektiv gegen Drohnen, Raketen etc schützen? Diese Unsicherheit bleibt erstmal im Markt. Und natürlich bleibt die Kriegsgefahr bestehen – Donald Trump kann einen Krieg gegen den Iran aber eigentlich überhaupt nicht gebrauchen.

WTI Ölpreis seit letztem Donnerstag
WTI Ölpreis seit letztem Donnerstag.

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Indizes

Rüdiger Born: Indizes am US-Feiertag – geht da was?

Rüdiger Born

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Heute ist Feiertag in den USA. Mit Futures oder CFDs wäre der Handel in den Indizes auch heute möglich. Geht das was im Chart? Schauen wir und das mal an im Video.

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Indizes

Dax: Ende der Fahnenstange – oder Kurse weit über 14.000 Punkte?

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Mit einer kleinen Korrektur hat sich der deutsche Leitindex, Dax 30 Performance, aus der zurückliegenden Handelswoche verabschiedet. Der kleine Nervenkitzel konnte indes nichts Weltbewegendes bewirken. Zudem haben sich die anfangs dramatisch darstellenden Kursverluste im Tagesverlauf wieder deutlich relativiert. Auch wenn keine Grundsatzentscheidung getroffen wurde, zeigt diese Performance das angeschlagene Vertrauen, der Marktteilnehmer in die nahezu unendliche Geschichte des Indizes, auf. Eine Verhaltensweise, an die wir uns wohl immer stärker gewöhnen müssen und werden.

Ausblick für den Dax:

Die seit Anfang Dezember laufende Aufwärtsbewegung des Dax dient immer noch der Darstellung von Welle (c) und damit des abschließenden Parts der übergeordneten Welle (B). Die zwingend fünfteilige (1-2-3-4-5) Impulswelle (c), gern auch Antriebswelle genannt, konnte mit der kleinen Korrektur, der letzten Handelstage, die Korrekturwelle (4) ausbilden. Ein sehr schönes Anzeichen hierfür ist der ausgebliebene Schlusskurs unterhalb der 0.38-Unterstützung bei 13.712 Zählern, mittels Schlusskurses.

Steigt der Dax weit über 14.000 Punkte?
Allein dieser Aspekt, als auch der Tagesverlauf der letzten Kerze, deuten sehr stark daraufhin, dass sich im Verlauf der folgenden 2-3 Wochen Welle (5) für den Dax ausbilden wird. In Folge dieser sich ebenfalls fünfteiligen Welle kann der Dax noch einmal ein kräftiges Momentum aufweisen. Das eigentliche Kursziel von (5), verbunden damit von (c) und (B), liegt im Bereich des 1.00-Widerstandes bei 14.476 Punkten. Der Anstieg bis zur zweiten 1.00-Linie (14.794 Punkte) liegt allerdings auch im Bereich des Möglichen.

Fazit:

Der Aufwärtstrend beim Dax wird sich auch weiterhin behaupten, wenn auch das Ende der Fahnenstange immer näher rückt. Ein erneutes Kaufsignal kann ich nicht benennen; das bisherige bleibt bestehen..

Der Ausblick für den Dax

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Märkte

Ölpreis-Rückfall: Nur eine kurze Pause im Aufwärtstrend?

Claudio Kummerfeld

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Eine Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis war seit Anfang des Jahres im Aufwärtstrend. Seit Freitag scheint ein kleiner Knacks zu entstehen. WTI-Öl fiel vom Hoch bei 53,80 auf aktuell 52,21 Dollar. Letzte Woche besprachen wir die vorhandenen Gründe für die bislang gute Laune am Ölmarkt. Dazu gehörten der schwache US-Dollar, die inzwischen seit fünf Wochen fallenden Lagerbestände für Öl in den USA, die großen Stimulus-Hoffnungen an den neuen US-Präsidenten, und vor allem die zusätzlichen freiwilligen Kürzungen der Öl-Fördermenge durch Saudi-Arabien (minus 1 Million Barrels pro Tag für Februar und März) – vor allem diese letzte Nachricht half dem Ölmarkt bis letzte Woche weiter nach oben.

Die jetzige Schwäche könnte man zum Beispiel darauf zurückführen, dass der US-Dollar nun seit mehreren Tagen am Ansteigen ist. Da alles was in US-Dollar notiert, bei seinem Ansteigen tendenziell schwächelt, kann der aktuelle kleine Rückfall im Ölpreis größtenteils an der Dollar-Stärke liegen. Manche Kommentatoren meinen aktuell auch die wieder ansteigenden Konjunkturängste als Grund ausmachen zu können. Aber gerade jetzt wird doch das Mega-Stimuluspaket in den USA festgezurrt. Also dürfte von daher erstmal alles rund laufen?

Pro und Contra beim Ölpreis

Für einen eventuell weiter fallenden Ölpreis spricht ein Szenario, das ich heute auch in meinem Artikel über Gold erwähnt hatte. Die ehemalige Fed-Chefin und neue US-Finanzministerin Janet Yellen könnte morgen vor dem US-Kongress Aussagen treffen, die eher auf eine weitere Stärkung des US-Dollar schließen lassen. Sie könnte nämlich den Drang für einen schwächeren Dollar (ausgehend von der Trump-Administration) beenden. Ein weiter steigender US-Dollar könnte auch den Ölpreis weiter schwächen.

Aber die neue US-Regierung hält auch einen äußerst positiven Aspekt für den Ölpreis parat. Während Donald Trump alles tat um die Bedingungen für die Öl- und Gas-Industrie in den USA zu lockern, wird Joe Biden aller Voraussicht nach genau das Gegenteil tun. So hört man aktuell (siehe hier die Details), dass Joe Biden in Windeseile das Keystone XL Pipeline-Projekt stoppen könnte, mit dem zukünftig gut 500.000 Barrels Öl pro Tag aus Kanada nach Texas transportiert werden sollten. Der Baustart in den USA wäre nächstes Jahr gewesen. Auch darf man annehmen, dass zahlreiche schärfere Regularien der Ölindustrie in den USA das Leben nicht gerade erleichtern werden.

Wird es also wegen der neuen Biden-Administration ein Abbremsen beim Anstieg oder sogar ein Schrumpfen bei der Öl-Fördermenge in den USA geben? Möglich wäre es. Dies wäre ein Faktor, der je nach plötzlicher Meldung kurzfristig, aber auch langfristig das Angebot verknappen, und damit dem Ölpreis nach oben helfen würde. Es gibt schon einige Berichte, dass Joe Biden sofort nach Amtsantritt per Dekret zahlreiche Trump-Maßnahmen umkehren wird. Auch in Sachen Naturschutz, Öl und Gas? Dies könnte am Energiemarkt die Preise wie gesagt auch kurzfristig beeinflussen.

Chart zeigt Ölpreis-Verlauf seit dem 30. Dezember

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