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Ölpreis: Aufwärtswette mit unsichtbarer Preisuntergrenze?

Kann man als hochspekulativ veranlagter Trader erstmal auf einen steigenden Ölpreis setzen, weil die Saudis den Markt nach unten abschirmen?

Öl-Pumpe Grafik

Hat der Ölpreis für die nächsten Monate eine Art unsichtbare Untergrenze, unterhalb derer die Kurse so schnell nicht fallen werden? Aber bei welcher Marke genau? Es ist ein Szenario, welches man aktuell mit einem gutem Argument unterlegen kann. Aber es wird natürlich keine Garantie für Trader sein, die darauf spekulieren wollen.

Der WTI-Ölpreis war Anfang dieser Woche unter 87 Dollar pro Barrel gerutscht (siehe Chart). War es ein Zufall, dass gerade zu dem Zeitpunkt eine wichtige Aussage getätigt wurde? Im Wochenverlauf stieg der Ölpreis nämlich auf heute 93,52 Dollar. Brent Öl stieg vom Tief am Montag bei 92,60 Dollar auf aktuell 100,69 Dollar. Anfang der Woche gab es Aussagen des saudischen Energieministers. Die OPEC verfüge über das Engagement, die Flexibilität und die Mittel im Rahmen der bestehenden Mechanismen der Kooperationserklärung, um mit Herausforderungen umzugehen, einschließlich der Kürzung der Produktion zu jeder Zeit und in verschiedenen Formen, wie dies in den Jahren 2020 und 2021 eindeutig und wiederholt bewiesen wurde, so seine Worte.

Es war sozusagen eine Drohung, dass man die Fördermenge kürzen kann, wenn der Ölpreis zu weit fällt, oder wenn die Fördermenge durch andere Ereignisse zu hoch sein sollte. Die Rohstoff- und Energieexperten der Commerzbank erwähnen in ihrer heutigen Öl-Analyse, dass Personen aus dem Umfeld der OPEC nach den saudischen Aussagen erwähnt hatten, dass eine Produktionskürzung nur dann erfolgen dürfte, wenn der Iran infolge einer Einigung auf ein neues Atomabkommen an den Ölmarkt zurückkehrt. FMW dazu: Ja, der Iran könnte schnell eine große Menge an Öl auf den Weltmarkt werfen, wenn das Atomabkommen steht. Dies wäre ein belastender Faktor für den Ölpreis.

Dennoch bleibt laut den Experten der Commerzbank der Eindruck, dass Saudi-Arabien einen Rückgang unter 90 US-Dollar im Ölpreis nicht tolerieren würde. Spekulanten könnten dies als Einladung verstehen auf einen weiteren Preisanstieg zu setzen, da sie einen stärkeren Preisrückgang nicht befürchten müssten.

Nun ist es die Frage: Gibt es dieses unsichtbare Cap um die 90 Dollar, unterhalb dessen die Saudis die OPEC zu Fördermengenkürzungen animieren werden? Möglich ist das, aber keinesfalls sicher. Trader mit viel Risikobereitschaft könnten so ein Szenario in ihre Überlegungen einbeziehen, und auf einen weiter steigenden Ölpreis spekulieren. Aber man unterschätze nie die Unberechenbarkeit des Ölmarkts, was man in den letzten Jahren nur zu gut besichtigen konnte! Und auch OPEC und Saudis können ihre Meinung wieder ändern.

Chart zeigt Verlauf im WTI-Ölpreis seit Ende letzter Woche WTI-Ölpreis seit Ende letzter Woche.



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1 Kommentar

  1. Ein Thema für Königreich Saudi-Arabien-Kronprinz Mohammed bin Salman al-Saud und Russische Föderation-Staatspräsident Wladimir Wladimirowitsch Putin.

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