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Ölpreis fällt – keine Angst vor Russland-Peisdeckel

Der Ölpreis fällt nun drei Tage in Folge. Sorgen um eine schwache Konjunktur und geringe Liquidität wischen andere Faktoren beiseite.

Öl-Pumpe in Kanada

Gestern schrieb ich bereits, ob der 5 Dollar Abrutsch im Ölpreis in sehr kurzer Zeit nicht übertrieben ist. Bis heute lief der Preisrückgang weiter. WTI-Öl fiel binnen drei Handelstagen um gut 9 %. Gestern Mittag noch über 77 Dollar, sahen wir heute im Tief bereits 72,84 Dollar. Bis jetzt hat sich dieser Abwärtssog zwar etwas erholt auf 74,19 Dollar – aber die Short-Laune am Markt bleibt erst einmal bestehen. Im Chart von TradingView sehen wir die Entwicklung im WTI-Ölpreis seit Anfang November.

Ölpreis-Verlauf seit Anfang November

Ölpreis weiter schwach – die Gründe

Neben den besser als erwarteten Konjunkturdaten aus den USA vom Montag, die auf stärkere Zinsanhebungen der Fed und damit auf eine Dämpfung der Konjunktur deuten, gibt es noch andere Faktoren für den fallenden Ölpreis. Allgemein scheinen die Sorgen um eine globale Konjunkturabkühlung auf dem Ölmarkt zu lasten.

Auch die geringe Liquidität am Terminmarkt für Öl scheint derzeit den fallenden Ölpreis zu begünstigen. Die offenen Positionen im Brent-Kontrakt sind nämlich auf ein 7-Jahrestief gefallen – weniger Liquidität kann die Schwankungsintensität (Volatilität) erhöhen.

Offenbar (noch) keine Angst vor Long-Faktoren

Dass es auch gute Gründe für einen steigenden Ölpreis gibt, wird am Markt derzeit ignoriert. Der fallende Ölpreis zeigt (zumindest aktuell): Vor der am Montag aktivierten EU-Preisobergrenze für russisches Rohöl bei 60 Dollar haben die Shorties noch keine Angst. Sie könnte global zu einer Verknappung von Öl führen, weil Russland mit einer Reduzierung der Ölproduktion droht – und weil Moskau nur noch Öl verkaufen will an Länder, die sich nicht an der Preisgrenze beteiligen. Aber noch sind die tatsächlichen Auswirkungen nicht klar, weil es so eine Sanktionsmaßnahme noch nicht gegeben hat.

Auch scheinen die jüngsten Corona-Lockerungsmaßnahmen in China nicht positiv auf den Ölpreis zu wirken. Lockerungen würden nämlich mehr Konsum und wirtschaftliche Aktivität bedeuten, und damit mehr Ölnachfrage in China.

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1 Kommentar

  1. Ölpreis Stand aktuell.

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