Märkte

Ölpreis steigt 4 Dollar – da ist der starke Rebound

Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis ist gestern kräftig gestiegen. WTI-Öl konnte von Freitag Abend bei 62 Dollar bis jetzt auf 66,12 Dollar ansteigen. Das ist ein kräftiger Rebound nach den tagelangen Verlusten. Noch Ende Juli sah man Kurse über 74 Dollar. Einerseits war der Ölmarkt mehr als ein Jahr lang von der Null-Linie auf über 70 Dollar massiv angestiegen, und eine deutliche Korrektur war als Verschnaufpause längst überfällig. Und dann kam noch dazu, dass immer neue Lockdowns in Asien und weltweit zunehmende Probleme mit der Delta-Variante des Coronavirus die Konjunkturlaune vermiesten, und damit auch für eine Schwächung im Ölpreis sorgten. Denn weniger wirtschaftliche Aktivität bedeutet weniger Nachfrage nach Öl.

Erholung im Ölpreis

Und jetzt diese kräftige Erholung am Ölmarkt. Erstens kann man es als positives Zeichen ansehen, dass der Markt nach 7 Wochen Absturz überverkauft war, und dass es aus markttechnischer Sicht wieder bergauf gehen könnte. Und hinzu kommt noch, dass die Rückgänge im Ölpreis einfach übertrieben gewesen sein könnten. Bereits letzten Freitag zitierten wir die Experten der Commerzbank. Man erachte diesen Preisrückgang (der letzten Tage und Wochen) als übertrieben. Die dafür verantwortlichen Nachfragesorgen würden sich bislang vor allem in den Köpfen der Marktteilnehmer abspielen. Wirklich belastbare Zahlen dafür gebe es bis auf die Abwärtsrevision der Nachfrageprognose durch die IEA vor einer Woche noch nicht. Trotz der weiteren Anhebung der Ölproduktion durch die OPEC+ sei der Ölmarkt zumindest kurzfristig nicht überversorgt, so die Worte der Commerzbank-Experten.

Gründe für gute Laune

Aktuell hilft dem Ölmarkt, dass der US-Dollar seit Freitag Mittag am Fallen ist. Oben drauf kommen die Eindämmungserfolge bezüglich der Delta-Variante des Coronavirus in China. Seit dem Wochenende kgab es keine neuen Fälle mehr. Behält China die Lage im Griff, kann der Konsum und die wirtschaftliche Aktivität wieder ansteigen, und damit auch die Öl-Nachfrage – was wiederum positiv auf den Ölpreis wirkt.

Und heute sagt Carsten Fritsch von der Commerzbank als Nachschau zu seinen Aussagen vom Freitag, dass man sich in seiner Sicht bestätigt fühlt, dass der negative Einfluss der Delta-Variante auf die globale Ölnachfrage begrenzt sein sollte. Er dürfte zwar etwas größer sein als bei den Infektionswellen im letzten Herbst oder in diesem Frühjahr, aber bei weitem nicht an das Ausmaß zu Beginn der Pandemie heranreichen. Zudem würde die OPEC+ seiner Meinung nach bei einer stärkeren Abweichung der Nachfrage von den Erwartungen aller Voraussicht nach ihre Pläne einer kontinuierlichen Ausweitung der Ölproduktion überdenken.

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Stand heute Vormittag sieht die Lage am Ölmarkt wieder bullischer aus. Im Chart sehen wir seit dem 9. August als blaue Linie den Ölpreis im Vergleich zum S&P 500 Index als orange Linie. Eine Zeit lang liefen beide parallel. Aber seit letztem Freitag läuft die Erholung am Aktienmarkt stärker als jetzt die Erholung beim Öl. Hat der Ölmarkt auf dem Weg nach oben also jetzt Nachholbedarf?

Chart vergleicht seit dem 9. August Ölpreis und S&P 500
TradingView Chart vergleicht den WTI-Ölpreis mit dem S&P 500 Index seit dem 9. August.



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