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Offizielle Daten: Immobilienpreise kennen kein Halten mehr

Neubau eines Einfamilienhauses

Die Immobilienpreise kennen kein Halten mehr. Als die Coronakrise ausbrach und die deutsche Volkswirtschaft in den Keller rauschte, gingen viele Beobachter (auch wir) davon aus, dass es auch bei Immobilien zu einem Absturz kommen könnte. Denn es war eigentlich logisch. Viele neue Arbeitslose und Kurzarbeiter, viele Selbständige die ihre Existenz verlieren – das musste doch eigentlich beim Neukauf von Eigentumswohnungen und bei neu gebauten Häusern zu Zahlungsausfällen und Zwangsversteigerungen führen, und neue Kreditanträge für Immobilienfinanzierungen hätten eigentlich einbrechen müssen?

Aber nichts da. Offenbar war ein so großer Teil der Erwerbsbevölkerung von der Coronakrise nicht betroffen und konnte mangels Konsummöglichkeiten sogar noch Geld horten – und offenbar wurden Kurzarbeiter und wankende Unternehmen so umfangreich vom Staat gestützt, dass es nicht zu millionenfachen Problemen bei Immobilienkrediten kam. Im Gegenteil – die Menschen ohne Jobprobleme und dazu noch die Investoren mit eh schon vollem Geldbeutel stürmten in der Krise ins Betongold, mehr denn ja. Und so sind die Immobilienpreise in Deutschland noch viel stärker angestiegen als in den letzten Jahren.

Immobilienpreise steigen immer stärker an

Diese Entwicklung sieht man gut im folgenden Chart, der bis ins Jahr 2010 zurückreicht. Man sieht hier pro Quartal einen Balken. Jeder Balken steht für die prozentuale Veränderung der Immobilienpreise (Wohnimmobilien) gegenüber dem Vorjahresquartal. Der letzte Balken steht für das 1. Quartal 2021. Gegenüber dem 1. Quartal 2020, wo die Coronakrise nur anteilig schon ausbrach, steigen die Immobilienpreise laut heutigen Daten des Statistischen Bundesamts um 9,4 Prozent. Damit werden sogar Zuwachsraten aus 2016 mit damals +8,4 Prozent noch übertroffen.

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Man sieht es gut im Chart. Obwohl bei stetig höheren Preisniveaus eine Zunahme der prozentualen Preissteigerungen immer schwerer zu sein scheint, ist es dennoch Realität. Dies verdeutlicht, wie stark der Drang in Immobilien derzeit ist. Im 2. Quartal 2020, wo die Coronakrise voll zur Geltung kam, stiegen die deutschen Immobilienpreise „nur“ um 6,6 Prozent an – eine kleine Delle beim Zuwachs, aber es war weiterhin ein kräftiger Anstieg.

Was sind die Folgen?

Die Folgen: Wenn die Erbauer neuer Eigentumswohnungen und Häusern immer höhere Preise zahlen müssen, dann müssen sie logischerweise für ihre Mieter auch immer höhere Wohnungsmieten verlangen. Denn wenn die Erbauer die Objekte oft kreditfinanziert erstellen, brauchen sie hohe Mieten um die Kreditraten zahlen zu können, und um letztlich auch noch eine gewisse Gewinnmarge zu haben. Nun könnte man sagen, wie es derzeit in Berlin angesagt ist: Nach dem im April gescheiterten regionalen Mietendeckel muss eben nach der Bundestagswahl ein auf Bundesebene verankerter Mietendeckel her. Aber als der Mietendeckel in Berlin in Kraft war, konnte man es in der Realität besichtigen – die Zahlen angebotener und neu erstellter Mietwohnungen sank drastisch.

So wäre es dann auch bundesweit. Daher meine Meinung: „Bauen, Bauen, Bauen“ ist die Lösung. Auch müssen die Kommunen deutlich mehr günstige Bauflächen anbieten. Erhöht man das Angebot an Wohnraum so stark, dass jeder Wohnungssuchende problemlos ohne Schlangestehen bei frei gewordenen Wohnungen gleich eine neue Wohnung findet, dann können die Mieter den Vermietern die Höhe der Wohnungsmiete diktieren – dann endet die Aufwärtsspirale der Immobilienpreise ziemlich schnell, weil die Branche sieht, dass keine höheren Mieten mehr erzielt werden können. Dies wäre dann auch ein Signal über die Immobilienkäufer an die Verkäufer, dass höhere Preise nicht mehr durchzusetzen sind.

Grafik zeigt prozentuale Anstiege der Immobilienpreise



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