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Märkte

OPEC: Übererfüllte Fördermengen-Kürzung gebremst

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Die OPEC hat soeben ihren Monatsbericht für den Monat Mai veröffentlicht. Er weist die Fördermengen zu Ende April aus. Daraus geht hervor, dass das Kartell im April 30,031 Millionen Barrels Öl pro Tag gefördert hat. Das sind 3.000 Barrels pro Tag weniger als Ende März. Also gibt es quasi keine Veränderung.

Man kann stark davon ausgehen, dass die Fördermengenkürzungen von OPEC, Russland und Co somit ihr Ende gefunden haben. Die gemeinsamen Zusagen von Kürzungen in der Größenordnung von 1,2 Millionen Barrels pro Tag waren eh schon übererfüllt worden. So sank alleine die OPEC-Fördermenge von Ende 2018 bis dato um gut 2 Millionen Barrels pro Tag.

Die US-Sanktionen gegen den Iran zeigen Wirkung. Alleine im April sank die iranische Öl-Produktion laut der heutigen Daten um 164.000 Barrels pro Tag. Seit Herbst 2018 sank die Förderung des Irans schon drastisch von 3,6 auf jetzt 2,55 Millionen Barrels pro Tag.

Und was macht der Terminmarkt aktuell? Der lässt sich offenbar eher vom Handelskrieg hin und her reißen. Nachdem gestern bekannt wurde, dass die neuen chinesischen Zölle gegen die USA nicht für Öl-Importe aus den USA gelten, konnte WTI-Öl steigen bis auf 63,30 Dollar. Dann aber rutschte der Kurs ab bis auf 60,60 Dollar (aktuell erholt auf 61,45 Dollar). Denn am Terminmarkt hatte man offenbar (völlig überraschend?) festgestellt, dass der verschärfte Handelskrieg auch die globale Öl-Nachfrage bremsen dürfte. Weniger Nachfragedruck gleich sinkender Ölpreis.

Also, aktuell hat die OPEC nichts mehr zu kürzen, und wir schauen lieber weiter auf das Twitter-Konto von Donald Trump.

OPEC Monatsbericht

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Pfund fällt auf tiefsten Stand seit zwei Jahren – Johnson-Horror im Anflug

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Wir „Kleingeistigen“ bei FMW predigen es schon seit Monaten. Nur warum hört der Markt nicht auf uns? (Scherz) Nein, wir geben natürlich keine Handelsempfehlungen, und wollen auch niemanden zu seinem Glück/Pech verleiten. Aber uns fiel doch seit Monaten auf, dass das britische Pfund noch viel zu hoch notierte, wenn man bedenkt, was für ein Chaos rund um den Brexit herrscht. Kurzzeitig half in den letzten Wochen der schwache Dollar (USA senken Zinsen), der noch schwächer war als das britische Pfund. Somit wurde das schwache Pfund davon abgehalten gegen den US-Dollar weiter zu fallen. Bis jetzt.

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Heute fällt das britische Pfund auf den tiefsten Stand seit April 2017, wenn man von einem winzigen Down-Tick im Januar 2019 absieht, wo GBPUSD bis auf 1,2397 fiel. Aber im Chart sieht man gut, dass dieser Januar-Absturz nur ein Ausbrecher nach unten war, und keine echte Abwärtsbewegung. Heute aber ist die Abwärtsbewegung echt, wie der rechte Rand am Chart gut zeigt. Die große Klippe bei 1,2480 hatte das Pfund gegen den USD schon vor Tagen unterschritten, aber der weitere Abwärtsruck fehlte. Nun ist GBPUSD durchgerutscht von 1,2517 auf 1,2408 (aktuell 1,2422).

Irgendwie scheint den Devisenhändlern in London erst jetzt so richtig klar zu werden, dass Boris Johnson doch tatsächlich neuer Premier werden wird? Ohhhh, möchte man fast sagen… was für eine neue Erkenntnis? Unter Johnson wird der Chaos- und Horror-Brexit für die Briten nur noch schlimmer werden – so darf man es vermuten!

Ein kurzer Rückblick auf heute früh. Die britischen Löhne für Mai wurden heute mit +3,4% besser als erwartet vermeldet (+3,1%). Eigentlich wäre das ein kleines Indiz für steigende Zinsen in UK gewesen, und somit auch für ein steigendes Pfund. Gut, diese eine Zahl ist nur ein winziger Teil der Gesamtbetrachtung für die Zinssituation. Aber dennoch ist es erstaunlich, dass diese Zahl heute früh dem Pfund nicht geholfen hat. Nein, die Devisenhändler fokussieren sich jetzt weniger auf Zinsen, sondern mehr auf Boris Johnson. Die parteiinterne Wahl eines neuen Chefs und somit die Wahl des neuen britischen Premiers geht in die Endphase. Johnson und sein Kontrahent Jeremy Hunt sprachen mal wieder über den Brexit und das Nordirland-Problem.

Beide Kandidaten machten klar, dass sie bezüglich des Backstop für Nordirland keine fünfjährige Frist oder einseitige Ausstiegsklausel akzeptieren würden. Wir ersparen uns an dieser Stelle weitere ermüdende Details. Denn es ist immer das selbe Bla Bla. Aber offenbar ist heute so einigen Tradern klar geworden, dass die Zeit bis zum Oktober (dann soll UK wirklich endlich austreten) wie ein Trichter ohne Fluchtmöglichkeit abläuft. Und besser werden kann die Situation für die Briten zumindest nach aktuellem Stand nicht. Der Weg für das britische Pfund scheint nach unten erst einmal offen zu sein! (dies ist KEINE Handelsempfehlung).

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