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Paul Singer: Drastische Kritik an Notenbanken + Hinweis zu Gold

Lang laufende Anleihen solle man besser verkaufen. Auch die Staatsanleihen der G7-Staaten seien keine sicheren Häfen! Gold sei generell in Anlegerportfolios unterrepräsentiert...

FMW-Redaktion

Paul Singer vom Hedgefonds Elliott Management hat eine gewichtige Stimme an der Wall Street. Schon im Schuldenpoker um Argentinien, wo er lange stur bliebt und am Ende sensationell abkassierte, machte er in der Finanzwelt eine gute Figur. Gestern sagte er bei der „Delivering Alpha“-Konferenz:

„I think it’s a very dangerous time in the global economy and global financial markets.“

Es sei eine gefährliche Zeit für Aktien, und gleichzeitig hätten wir derzeit die größte Anleihe-Blase in der Weltgeschichte. Der globale Anleihemarkt sei zerstört. Anleihen kaufe man derzeit nicht mehr um Rendite zu erzielen. Lang laufende Anleihen solle man besser verkaufen. Auch die Staatsanleihen der G7-Staaten seien keine sicheren Häfen! Gold sei generell in Anlegerportfolios unterrepräsentiert.

Singer scheint regelrecht wütend vor allem über die Fed zu sein. Er und andere Marktteilnehmer hätten bereits vor der Finanzkrise 2008 gewarnt, worauf die Notenbanker mit einer unglaublichen Arroganz reagiert hätten. Das beste was die Notenbanker aktuell noch tun könnten sei zu behaupten, dass die aktuelle Lage schlimmer sei, wenn sie nach der Finanzkrise 2008 nichts getan hätten (genau das erzählt ja die EZB gerne). Mit fast 15 Billionen Dollar in den Bilanzen der Notenbanken und mit den Zinssätzen bei Null oder unter Null gäbe es nun eine sehr delikate Situation, die man nicht mit Brachialgewalt lösen könne, sondern mit etwas Raffinesse. Diese bisherige Notenbankpolitik hätte laut Singer nicht zu nachhaltigem Wachstum geführt.

Fast wie Crash-Guru Marc Faber spricht Singer von einer einzigartigen Situation, die von den Notenbanken geschaffen worden sei, wie es sie in der 5.000jährigen Finanzgeschichte noch nicht gegeben habe. (Nullzinsen und Negativzinsen). Diese Situation hätte ein enormes Anwachsen von versteckten Risiken erzeugt. Diese Risiken würden viele Anleger nicht wirklich kennen oder für ihre Anlagen nicht wahrnehmen. Da haben wir also noch einen Mahner und Warner, der einen großen Namen hat, auf den man hören sollte. Wenn der nächste große Crash kommt, kann aber nun wirklich kein Notenbanker oder Staatenlenker mehr behaupten niemand hätte vorher auf diese Blase hingewiesen.

Das Fazit: Man befindet sich derzeit zumindest nach Singer´s Meinung derzeit in einer gigantischen Blase, angeheit durch die Notenbanken. So wie man ihn verstehen kann, lautet der sichere Hafen: Gold! Aber wann wie und wodurch genau die Blase platzt, das weiß eben auch ein Paul Singer nicht. Den Zeitpunkt oder Auslöser kennt vor dem Platzen der Blase niemand. Und wie viel Gewinn in den Aktienmärkten man verpasst, wenn man jetzt alles in Gold packt, weiß auch niemand. Also, entscheiden Sie selbst! Blase oder doch keine Blase? Ganz oder teilweise auf Gold umschichten? Oder einfach weitermachen in Aktien?



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4 Kommentare

  1. Wenn man die hier bereits des Öfteren veröffentlichten Put-Call-Ratios bei Gold mit einbezieht und die heute Meldung der Deutschen Börse zum rasanten Anstieg der XETRA-Gold-Käufe, dann fällt der Glaube an die Unterpräsenz von Gold im Anlegeruniversum zumindest für Deutschland schwer.
    http://www.finanztreff.de/news/deutsche-boerse-xetra-gold-nachfrage-steigt-auf-rekordhoch/11534073

    1. Liegt wohl auch daran,dass bis Anfang des Jahres Gold nur eine Richtung kannte – gen Süden.Danach gab es einen wohl nachhaltigen Trendwechsel.

  2. Die Blase platzt entweder durch steigende Inflation oder steigende Zinsen :-)
    Ich sag mal die FED hat es selbst in der Hand wann die Finanzkrise beginnen soll.

    Ich bin froh das Gold aktuell noch so billig ist, dann kann man immer mal günstig einkaufen.

  3. … wenn JPY wirklich abwerten sollte am 21.09. früh und dann die FED am Abend kommt und Ihre Zinserhöhung verkündet, oh, der 21.09. wird ein heißer und in die Geschichte eingehender Börsentag werden … die Marktteilnehmer sollten sich dann mal warm anziehen … da werden etliche Stopps fliegen, die so manche Bewegung dann noch beschleunigen …

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