Devisen

Positionierungen: Alle drin im Öl, viele raus aus Gold..

FMW-Redaktion

Wie sind die Player am Markt investiert? Diese Frage beanworten wie immer recht gut die jüngsten CFTC-Daten. Ende der Erhebung war der 13.Dezember – also ein Tag vor der Fed-Entscheidung, die die Märkte bekanntlich durch die Prognose von drei Zinsanhebungen in 2017 hawkish überrascht hatte, vor allem auch durch die Aussage Yellens auf der anschließenden Pressekonferenz, einer Überhitzung der Konjunktur nicht tatenlos zuzusehen.

Folge der Fed-Sitzung war bekanntlich eine massive Dollar-Stärke, angefacht durch einen heftigen Anstieg der Renditen für US-Staatsanleihen. Sieht man sich die CFTC-Daten an, zeigt sich jedoch, dass die Positionierung im Vorfeld der Fed weniger Dollar-lastig geworden ist. Das gilt für den Euro-Dollar mit einer Reduzierung von knapp 27.000 Shortkontrakten, während die Long-Positionen minimal ausgebaut worden waren. Netto gibt es nun nur noch einen Überhang von 87.000 Euro-Dollar-Shortpositionen, womit seit dem Wahlsieg Trumps ein Drittel der Short-Positionen auf den Euro glattgestellt worden sind.

Leicht reduziert wurden erneut Shortpositionen im Cable (Pfund-Dollar), während der Long-Überhang in den Rohstoff-Währungen australischer und kanadischer Dollar abgebaut wurde – schmerzhafte Realisierung von Verlusten, wenn man sich die Marktreaktion ansieht mit dem starken Druck besonders auf den australischen Dollar. Auffallend ist die weitere Erhöhung der Short-Positionen auf den Yen zum US-Dollar: hier wurden 12.000 Yen-Long-Positionen abgebaut, 17.000 Short-Positionen abgebaut, womit das Verhältnis Long-Short im Yen nun bei 1:2 liegt und damit dem 5-Jahresdurchschnitt entspricht.

Im Rohstoffbereich wurden insgesamt Long-Positionen abgebaut – mit Ausnahme von Öl (WTI). 6000 neue Long-Kontrakte, aber vor allem der Abbau knapp 24.000 Short-Kontrakten im WTI bringen nun die Long-Netto-Positionierung auf den höchsten Stand seit Juli 2014. Knapp 360.000 Long-Kontrakten stehen nun nur noch 56.000 Short-Kontrakte gegenüber, netto beträgt der Überhang von Long-Positionen also gut 303.000 Kontrakte. Damals, 2014, ging es unmittelbar daraufhin heftig nach unten mit dem Ölpreis. Die starke Long-Positionierung refelktiert den Glauben, dass die Produktionskürzungen wirklich eintreten werden – Genaueres werden wir darüber erst im Frühjahr erfahren, der Irak (der bie dem Deal aussen vor gelassen worden war als zweitgrößter OPEC-Produzent) jedoch scheint schon einmal auszuscheren mit Lieferungen an China. Unterdessen haben die Öl-Produzenten die Zahl der Short-Kontrakte (als Hedge gegen einen Preisrückgang) nun auf ein Nievau hochgefahren, das zuletzt im Juli 2007 erreicht worden war.

Beim Gold ist die Lage gänzlich anders: knapp 4000 weitere Long-Kontrakte wurden abgebaut, knapp 8000 neue Short-Kontrakte neu eröffnet, sodass nun knapp 146.000 Long-Kontrakte gut 76.000 Short-Kontrakte gegenüber stehen – damit ist die Netto-Long-Quote so gering wie seit 10 Monaten nicht mehr. Seit dem Hochpunkt der Gold-Longpositionierung ist die Netto-Longquote um 76% gefallen.

Das ist anders bei Silber, wo die Longpositionierung anders als beim Gold gestiegen, netto um gut 5000 Kontrakte (das Long-Short-Verhältnis liegt nun wieder unter 5:1). Kupfer-Longpositionen wurden weiter ausgebaut, hier liegt das Verhältnis Long zu Short ebenfalls über 5:1.



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