Devisen

Positionierungen: Gold und Silber gesucht, Skepsis gegenüber Euro, Öl mit neuem Rekord

FMW-Redaktion

Bekanntlich werden jeden Freitag Abend die CFTC-Daten veröffentlicht, die über die Positionierungen an den Futures-Märkten Auskunft geben und damit ein Licht darauf werfen, wie vor allem Hedgefonds positioniert sind an den Märkten.

Im Devisenbereich fällt auf, dass die Dollar-Long-Positionierung weiter abnimmt – so wurden Positionen auf einen steigenden Dollar gegenüber sieben der acht wichtigsten Währungen weiter reduziert (also etwa auch gegen den mexikanischen Peso). Die einzige Ausnahme ist der Euro, bei dem gegenüber dem Greenback die Short-Positionierung erhöht wurde, aus Sorge über die Wahlen in Holland und Frankreich (wenngleich zwei heute veröffentlichte Umfragen zeigen, dass Macron in einer Stichwahl gegen Le Pen deutlich gewinnen würde). Nach wie vor gekauft werden dagegen die Rohstoffwährungen australischer und kanadischer Dollar, und das trotz der schwindenden Aussicht, dass das von Trump versprochen Infrastruktur-Programm vor 2018 kommen wird. Weiter reduziert wurde die Short-Positionierung im britischen Pfund sowie im Yen gegenüber dem Dollar.

Im Rohstoff-Sektor setzt sich die Euphorie für WTI-Öl fort: so wurden weitere 20.000 Long-Kontrakte auf nun 453.000 Kontrakte eröffnet und gleichzeitig 3000 Short-Kontrakte geschlossen auf nun nur noch 39.000 Kontrakte, sodass das Long-Short-Verhältnis nun bei 11,6 liegt (sprich auf jeden Short-Kontrakt kommen 11,6 Long-Kontrakte), ein neues Allzeithoch. Und das vor dem Hintergrund, dass die Kürzungen der OPEC faktisch durch die steigende Öl-Produktion in den USA, Libyen und Nigeria neutralisiert wird! Sieht man sich die Preis-Bewegung im WTI-Öl an, so fällt zudem auf, dass die durchschnittliche 4-Wochen-Handelsrange unter zwei Dollar lag – das gab es zuletzt im Januar 2004.

Gesucht waren auch Gold und Silber, wobei die Long-Positionierung im Silber nun die achte Woche in Folge zugenommen hat. Bei Gold wurden 7000 neue Long-Kontrakte eröffnet (nun 145.000) und ebensoviele Short-Kontrakte (nun insgesamt 62.000) geschlossen, sodass das Verhältnis Long-Short bei Gold nun bei 2,3 liegt – also ein noch moderates Verhältnis, anders als bei Silber (dort 7,2:1). Die Edelmetalle profitieren dabei von der schwindenden Aussicht auf eine baldige Realisierung des Trumpschen Infrastruktur-Programms wie auch von der Verunsicherung über die anstehenden Wahlen in Holland und Frankreich.



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