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Warum die Wall Street einen ehemaligen Weltkonzern abfeiert, dessen Umsätze 22 Quartale in Folge fallen

Die Wall Street schreibt neue Rekorde, Dow und Co steigen, steigen, steigen. Die logische Schlussfolgerung muss daher lauten: Den US-Konzernen geht es besser denn je. Die Geschäfte laufen gut, Umsätze und Gewinne steigen, alles ist bestens. Sollte man meinen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Wall Street schreibt neue Rekorde, Dow und Co steigen, steigen, steigen. Die logische Schlussfolgerung muss daher lauten: Den US-Konzernen geht es besser denn je. Die Geschäfte laufen gut, Umsätze und Gewinne steigen, alles ist bestens. Sollte man meinen, denn Börsianer belohnen ja nur gut laufende Geschäfte, und strafen schlecht laufende ab. Richtig? Falsch.

Die Wall Street scheint sich offensichtlich nur noch darauf zu fokussieren, ob die vor Daten-Veröffentlichung geschätzten Erwartungen dann auch übertroffen werden. Wenn ja, kauft man die Aktie. Ob das Ergebnis gut ist, scheint zweitrangig oder völlig egal zu sein. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist der ehemalige absolute Marktgigant am IT-Himmel „International Business Machines“ (IBM). PC´s baut man schon lange nicht mehr.

In der öffentlichen Wahrnehmung findet man kaum noch statt. Man konzentriert sich auf IT-Beratung, Cloud-Services usw. Natürlich macht man immer noch beachtlich große Umsätze, aber hey… was Sie jetzt lesen, werden sie kaum glauben! IBM hat es geschafft bis dato in den letzten 22 Quartalen stetig rückläufige Umsätze zu präsentieren! Kein Witz! Auch die aktuellsten gestern Abend veröffentlichten Zahlen zeigen Quartalsumsätze unter dem Vorjahr – ebenso liegen die 9-Monats-Umsätze unter dem Vorjahresniveau.

Aber der Markt hatte weniger Gewinn erwartet als gestern Abend veröffentlicht wurde. Daher ist man mit dem erzielten Gewinn zufrieden, und die Umsätze? Ach was soll´s, oder? Die Gewinnerwartungen pro Aktie von 3,28 Dollar übertraf man um 0,02 Dollar, und warum? Weil der reale Steuersatz binnen eines Jahres von 12,5% auf 11,00% gesenkt werden konnte. Hurra, das sind ja mal strukturelle Fortschritte im laufenden Geschäftsbetrieb. Der Markt jedenfalls feierte die Zahlen ab, und die Aktie schloss heute Nacht nachbörslich mit +5,5%.

Im Langfristchart sieht man, dass die Aktie deutlich schwächer läuft als der Dow-Index. Die Aktie fiel von 2012 von 195 Dollar auf gestern Abend Marktschluss 146 Dollar. Trotzdem ist das immer noch ein extrem harmloser Rückfall im Kurs, wenn die Umsätze in diesen fünf Jahren stetig rückläufig waren! Das KGV allerdings ist mit 10,5 für 2017 und 10-11 für 2018 ziemlich günstig.


Die IBM-Aktie (orange) gegen den Dow (schwarz) seit 2004.

Das „alte Geschäft“ von IBM ist weiter rückläufig. Dafür legen Umsätze in neuen Bereichen weiter zu. So legt der Bereich Cloud mit 4,1 Milliarden Dollar um 20% binnen Jahresfrist zu. Der Bereich „Global Business Services“ verliert mit 4,09 Milliarden Dollar 2%. Es ist also ein gemischtes Bild. Die Gesamtumsätze sinken, auch wenn neues Geschäft Hoffnung bietet.

Dennoch ist es mehr als merkwürdig, dass solche Gesamtresultate so abgefeiert werden. Besonders jahrelang kontinuierlich (!) fallende Umsätze sind eigentlich ein Vorbote des Todes. Aber IBM ist ja immer noch ein so großes Schlachtschiff… das war Nokia auch mal… wer, Nokia, wer war das noch mal? Aber egal. Die Erwartungen beim Gewinn wurden übertroffen, das KGV ist günstig, was interessieren da schon jahrelang fallende Umsätze.

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Besprochen werden die ganz frisch veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten. Auch Thema ist der wohl anstehende neue Konjunkturstimulus.

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Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

Markus Fugmann

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„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Steigenden Renditen? Tesla, Snowflake, China-Aktie

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Zahlreiche Themen werden besprochen wie die Arbeitsmarktdaten für November, Anleiherenditen, Tesla uvm.

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