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Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihe im Aufwind – Herr Schäuble, warum nicht einfach nur noch zweijährige Bundesschätze?

Die Nachfrage der Investoren lag bei eine Volumen von 3,65 Milliarden Euro. Damit waren bisher alle sechs Einzel-Emissionen dieser Serie überzeichnet. Von den 3,65 Milliarden Euro Nachfragevolumen waren 2,34 Milliarden Euro…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Heute hat die Finanzagentur Deutschland GmbH im Auftrag von Wolfgang Schäuble eine Aufstockung einer Emissionsserie durchgeführt, die im Januar aufgelegt wurde. Dabei handelt es sich um eine Laufzeit von 10 Jahren mit einem Zinskupon von 0,25%. Bei der nun fünften Aufstockung der aktuellen Serie wurden 3 Milliarden Euro Volumen angeboten.

Die Nachfrage der Investoren lag bei eine Volumen von 3,65 Milliarden Euro. Damit waren bisher alle sechs Einzel-Emissionen dieser Serie überzeichnet. Von den 3,65 Milliarden Euro Nachfragevolumen waren 2,34 Milliarden Euro ohne Kauflimit versehen. Also waren die Kaufwilligen bereit für dieses Volumen praktisch jeden aufgerufenen Kurs des Anbieters zu akzeptieren. Letztlich verkauft hat man ein Volumen von 2,43 Milliarden Euro, also fast nur an Bieter ohne Limit.

Bei einem Zinskupon von 0,25% gab es heute einen Ausgabepreis von 99,26% (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten). Der Käufer zahlt also jetzt 99,26%, und erhält im Jahr 2027, wenn er die Anleihe bis dahin hält, 100,00% (den Nominalwert) zurück. Dieser Kursgewinn zusammen mit den Zinsen ergibt heute eine Emissionsrendite für diese Tranche von +0,33% nach +0,21% bei der vorigen Aufstockung im April.

Wie die folgende Übersichtstafel zu dieser Emissionsserie zeigt, liegen die Renditen der neu ausgegebenen zehnjährigen deutschen Bundesanleihen immer im Plus. Also Schluss mit der „schönen“ Negativrendite aus letztem Jahr bei der mit Abstand wichtigsten Laufzeit. Frage: Herr Schäuble, warum überhaupt noch 10jährige? Erst letzte Woche hatten wir doch darauf hingewiesen, dass sie Ausgabe der kurz laufenden zweijährigen Bundesschatzanweisungen (Bundesschätze) doch „der beste Deal“ für Wolfgang Schäuble ist.

Denn dort gibt es immer noch schöne Negativrenditen. De facto verdient der deutsche Staat mit dieser Laufzeit immer noch echtes Geld mit der Ausgabe von Schulden. Das geht so. Man verzinst die Anleihe mit 0,00% Zinsen, und verkauft sie zu einem höheren Kurs als dem Nominalkurs, also über 100,00%. So geschehen erst am 25. April. Nach -0,92% Anleiherendite im Februar gab es im April für zwei Jahre eine Negativrendite von -0,69%, denn zahlen musste der Käufer 101,30%, wobei er in zwei Jahren 100,00% zurückerhält.

Nur alleine mit dem Deal am 25. April machte Wolfgang Schäuble einen schönen effektiven Gewinn von 41,98 Millionen Euro bei der Ausgabe dieser zweijährigen Papiere im Volumen von 3,2 Milliarden Euro. Also Wolfgang, warum dann überhaupt die zehnjährigen Laufzeiten bei Neuemissionen? Warum nicht in diesem paradiesischen Umfeld nur Kurzläufer ausgeben und laufend gutes Geld verdienen mit frischen Schulden? (es klingt einfach nur paradox) Aber die weitere Ausgabe 10jähriger Anleihen auch bei so einem schönen Umfeld für Kurzläufer wird wohl einen einfachen Grund haben.

Deutschland gilt für große unterzubringende Volumen als weltweit sicherster Hafen für Anleiheinvestoren. Um diesen Investoren langfristig zu zeigen, dass sie mit Deutschland als Geldanlageplatz rechnen können, bietet man ihnen wohl auch jetzt die 10 Jahre Laufzeit an. Das bildet auf Investorenseite langfristig Vertrauen nach dem Motto „Auf die ist Verlass, da kann man immer sein Geld unterbringen“… !?


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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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