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Jede Menge Entlassungen – ein Überblick der letzten Tage

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Was war denn nur in den letzten Tagen los, wenn man ein paar Meldungen durchgeht? Digitalisierung, verändertes Konsumverhalten, aber vor allem die gerade voll durchstartende Rezession in der Industrie knallt gerade eine ganze Reihe Arbeitsplätze weg. Es hagelt Nachrichten von Entlassungen. Die jüngsten Daten zeigen, dass in der Industrie viele Unternehmen auf Kurzarbeit setzen, womit die Arbeitslosenquote am Ansteigen gehindert wird. Es gibt also eine versteckte Arbeitslosigkeit, welche die Lage optisch nicht ganz so schlimm aussehen lässt. Aber schauen wir mal, was sich abseits von der Kurzarbeit tut, nicht nur exklusiv in Deutschland.

Hewlett Packard will (die Digitalisierung ist schuld) 7.000-9.000 Stellen streichen, was knapp jede sechste Stelle im Unternehmen ist. Laut aktuellen Berichten will Europas größte Bank HSBC 10.000 Mitarbeiter entlassen. Die Commerzbank hatte erst vor wenigen Tagen ihr Umbauprogramm inklusive Filialschließungen verkündet. Brutto sollen hier erst einmal 4.300 Stellen wegfallen. Überhaupt ist die Finanzbranche schon lange vor der Industrie-Rezession stark betroffen gewesen von einem strukturellen Arbeitsplatzabbau, vor allem hierzulande. Keine guten Aussichten für Menschen, die sich nach einem Job bei einer Bank oder einer Versicherung umsehen wollen. Denn die Digitalisierung fegt ganze Abteilungen und reihenweise Filialen hinweg.

Der Reifenhersteller Michelin schließt sein Werk in Oberfranken, wovon 858 Mitarbeiter betroffen sein sollen. Continental baut insgesamt 20.000 Stellen ab, wovon 7.000 auf Deutschland entfallen. Im Saarland wackeln derzeit jede Menge Arbeitsplätze bei zahlreichen Betrieben. Knallt die Rezession voll rein, könnte die Region ein Debakel erleben. Nur mal exemplarisch nennen wir an dieser Stelle die jüngste Meldung von Saarstahl, die betitelt wurde mit Dillinger und Saarstahl starten gemeinsames Zukunftsprogramm: offensiv, CO2-frei, effizient. Ob die Mitarbeiter, die gegangen werden, von dieser Headline begeistert sein dürften? Es soll einen “sozialverträglichen” Abbau von 1.500 Stellen sowie Outsourcing von 1.000 Stellen geben.

Die Lage könnte schon schlechter sein, als man es allgemein beim Schauen der Tagesschau wahrnehmen möchte. Denn wie gesagt, die Kurzarbeit steigt deutlich an, wie jüngste Erhebungen eindeutig zeigen. So bleibt die offizielle Arbeitslosigkeit noch niedrig, auch wenn es parallel zur Kurzarbeit vermehrt Entlassungen gibt. Heute früh zeigten die Auftragseingänge der deutschen Industrie für August schon einen kräftigen Rückgang im Jahresvergleich von 6,7% (im Juli -5%). Morgen früh ist die tatsächliche Industrieproduktion für August an der Reihe mit der Veröffentlichung von Daten. Die Börsianer haben sich heute nicht für die deutschen Daten interessiert. Und morgen früh?

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    Quintus

    7. Oktober 2019 19:14 at 19:14

    @ Claudio Kummerfeld
    Hier noch eine täglich aktualisierte Auflistung der verloren gegangenen deutschen Arbeitsplätze seit 21.09.2019 von Egon W. Kreutzer:
    https://egon-w-kreutzer.de/jobwunder-
    Mit freundlichen Grüßen
    Quintus

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    leftutti

    7. Oktober 2019 19:59 at 19:59

    Wie viele Arbeitsplätze hätte man wohl erhalten können, wären zuerst einmal die utopischen Gehälter und Boni sowie die künstlich aufgeblasenen Dividenden für Aktionäre adäquat gekürzt worden?

    Aber die sind ja alternativlos ;)

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      leftutti

      7. Oktober 2019 20:01 at 20:01

      Ergänzung: …die utopischen Gehälter und Boni in Vorstand und Management…

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      hubi stendahl

      8. Oktober 2019 09:16 at 09:16

      Das ist zwar ein moralisch nachvollziehbares Ansinnen. Aber mit Mücken Elefanten bekämpfen bringt wohl nicht viel. Wir sehen hier in der Endphase eines fehlkonstruierten Finanzsystems die Verzweiflung pur. Denn es gibt innerhalb des Systems keinen Ausweg mehr. Es wird früher oder später crashen.

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      asisi1

      8. Oktober 2019 12:39 at 12:39

      Wovon lebt dieser Staat und das parasitäre Beamtensystem. Hier ist das Unvermögen und die Angst vor der Wirklichkeit zu Hause. Und diese Leute hauen das Geld mit vollen Händen in nichts nützige und unproduktive Spinnereien aus dem Fenster. Die Besoldung ist viel zu hoch, für dieses Nichtstun. Und hier sollten sie einmal rein schauen. Diese Beamtenmeute drangsaliert nur die Menschen die Fleiß und Einsatz etwas schaffen.

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    rote_pille

    7. Oktober 2019 20:03 at 20:03

    Bankfilialen sind eh alle unnötig seitdem es Internet gibt.

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      Charly Whiskey

      8. Oktober 2019 09:27 at 09:27

      Und die alten Menschen ohne Internet? Rente kommt nicht in bar.

  4. Pingback: Aktuelles vom 8.Oktober 2019 – Teil 2 | das-bewegt-die-welt.de

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    Querdenker aus München

    9. Oktober 2019 16:42 at 16:42

    Jetzt kommt eben das, wovon wir schon 30 Jahre wissen, dass es kommen wird.

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    Brotbäck

    11. Oktober 2019 09:08 at 09:08

    Wir haben doch Fachkräftemangel, heißt es. Oder doch nicht?

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    Ursula Jansing

    23. Oktober 2019 06:34 at 06:34

    Mutti und company hat keinen Weitblick. Sozialwohnungen wurden billig verscherbelt, jetzt zahlt der Staat Mietzuschuesse fuer die neuen Fachkraefte. Rentner sammeln Dosen und Flaschen um die magere Rente aufzustocken. Krankenkassen sind pleite.Atomkraftwerke abgestellt, Stromnetz das die Windkraft von der Nordsee ins Landesinnere bringen sollte, ist nicht mal zu 20 % ausgebaut. Da muss man teuren Atom und Kohlestrom aus dem Ausland teuer einkaufen. Schulen, Strassen, Universitaeten marode. Vom BER ganz zu schweigen. usw.usw.

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Pläne von Merkel, Macron, EZB: “Brandgefährlich” für unser Geld

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Thomas Mayer war ehemals Chefvolkswirt der Deutschen Bank und ist heute für Flossbach von Storch tätig. Aktuell hat er Mission Money ein Interview gegeben, in dem die neuen Vorschläge von Angela Merkel und Emmanuelle Macron besprochen werden. Sie wären eine neue Ära der Eurozone in Sachen Verschuldung, so Thomas Meyer. Wie schon nach der Gründung des Euro werde es auch diesmal keine Anpassungsprozesse in den Südländern der Eurozone geben, sondern es gebe halt nur neue Schuldentöpfe, die aufgemacht und angezapft werden (unsere Wortkreation). Es brauche laut Thomas Mayer Punkte wie Deregulierung und flexiblere Arbeitsmärkte in diesen Ländern. Warum Macron auf dem Schuldentrip sei? Thomas Mayer ist der Meinung, dass Frankreich sich nach der Coronakrise nun den Südländern zugehörig fühle, weil die Krise das Land wirtschaftlich viel härter treffe als Deutschland. Auch nennt Meyer Gründe, warum Angela Merkel wohl beim Plan für EU-Schulden und quasi Geschenke Richtung Südländer mitmacht. Aber schauen Sie selbst!

Merkel und Macron
Merkel und Macron. Foto: Kremlin.ru CC BY 4.0

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EZB-Bilanz explodiert immer weiter – zu großer Hunger auf deutsche Papiere

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Die Zentrale der EZB in Frankfurt

Seit gestern liegt die EZB-Bilanz für den Stichtag 29. Mai vor. Am Ende dieses Artikels drucken wir die Übersicht der Aktiva ab, woraus auch die gigantischen Anleihekäufe der EZB ersichtlich sind. Die gesamte Bilanzsumme wuchs binnen einer Woche um 40,8 Milliarden auf 5,596 Billionen Euro! Noch im Februar waren es 4,7 Billionen Euro. Tja, das Geld für all die aufzukaufenden Staatsschulden und für die Kredite an die Banken muss irgendwo her kommen. Euros aus dem Nichts erschaffen, das bläht die Bilanzsumme auf! Die zu “geldpolitischen Zwecken gehaltene Wertpapiere” (Anleihekaufprogramme) haben jetzt ein Volumen von 3,019 Billionen Euro erreicht – ein Plus von 24 Milliarden Euro in nur sieben Tagen.

Die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (Kredite an Banken) wuchsen um 18 Milliarden Euro im Vergleich zur Vorwoche. Die EZB-Bilanz macht nun 47 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone aus. Abgesehen von der Summe ist auch diese prozentuale Relation ein Rekord! Interessant ist auch, dass die EZB derzeit offenbar mehr deutsche Staatsanleihen aufkauft, als es nach dem Kapitalschlüssel angedacht wäre. Schon mal vorsichtshalber viele deutsche Papiere aufkaufen, bevor es der Bundesbank nach dem Urteil aus Karlsruhe endgültig verboten wird an den Anleihekäufen der EZB mitzuwirken? Im folgenden Chart sehen wir den Verlauf der EZB-Bilanz seit der Entstehung der Zentralbank.


source: tradingeconomics.com

EZB-Bilanz mit Stand 29. Mai

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Coronakrise und das Sparverhalten der Menschen

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Die Volkswirtschaften taumeln rund um den Globus in der Coronakrise. Notgedrungen halten sich die Menschen mit ihren Konsumausgaben zurück. Sei es aus Gründen der Einkommenseinbußen oder aus dem Umstand, dass bestimmte Formen des Shoppings in Zeiten der Sicherheitsmaßnahmen wegen Covid-19 einfach weniger Freude bringen. Aber wie verhält es sich eigentlich mit dem Sparverhalten der Menschen in diesen Zeiten? Gibt es ein Umdenken in deutschen Landen?

Das Geldvermögen der Deutschen und die Coronakrise

Trotz der Konzentration des Gesamtvermögens der Deutschen auf das obere Zehntel, „die oberen Zehntausend“, hält in der Breite der Bevölkerung ein Trend an: Man misstraut der „riskanten“ Aktienanlage und spart vorwiegend in kurzfristigen und „sicheren“ Bankeinlagen. So stieg das Geldvermögen der Deutschen innerhalb der letzten fünf Jahre von 5,36 auf 6,46 Billionen Euro, knapp 40 Prozent davon in Form von Bargeld und Bankeinlagen.

Zum Vergleich: Der Wert aller deutschen Dividendentitel im DAX, M-Dax, Tech-Dax u.s.w. beträgt gerademal um die zwei Billionen Euro und davon befindet sich ein erheblicher Anteil auch noch in ausländischen Händen.

Obwohl die Zinsen bereits seit 2012 oft real unter null liegen und seit 2016 permanent, ignoriert man den schleichenden Kaufkraftverlust. Seit 2012 ist dies ein dreistelliger Milliardenverlust, egal welche Schätzung man zu Rate zieht.

Eine Umfrage des Bankenverbandes ergab, dass 53 Prozent der Sparer nicht bereit sind, für eine höhere Rendite ein größeres Risiko einzugehen. Diese Einstellung vererbt sich anscheinend von Generation zu Generation. Nach einer Berechnung der ING Deutschland hat sich das Finanzvermögen der Bundesbürger in den letzten 20 Jahren glatt verdoppelt – was aber nicht an den üppigen Zinsen lag, sondern daran, dass man einfach die Sparrate erhöht hat, insbesondere nach Krisen (das dürfte in der Cornakrise nicht anders sein!). Seit 2014 sei jeder zweite Spar-Euro in Bankeinlagen geflossen. Mit real unangenehmen Folgen, schließlich schlägt die Geldentwertung in jedem Jahr mit ein bis zwei Prozent zu. Auch wenn die Geschichte von negativen Realzinsen nicht wirklich neu ist – in den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder solche Phasen, allerdings verschleiert durch positive Zinssätze – so gibt es derzeit kein Entrinnen.

Die besondere Lage in den USA

Im Gegensatz zu den Deutschen legen die Amerikaner nicht so viel zur Seite, die Sparquote betrug jahrelang um die sieben Prozent. Allerdings sind einer Studie der Notenbank zufolge fast die Hälfte der Bevölkerung nicht einmal in der Lage 400 Dollar für Ersatzbeschaffungen oder Reparaturen aufzubringen. Da müsste man eigentlich bei derzeit über 41 Millionen Arbeitslosen das Schlimmste befürchten. Aber die wöchentlichen Schecks von 600 Dollar pro Woche durch die US-Regierung sorgen für eine Sondersituation: Niedriglöhner mit mehreren Jobs haben derzeit mehr in der Tasche als vor der Coronakrise.

In den USA ist im April die Sparrate sprunghaft auf 33 Prozent gestiegen, es ist der höchste je gemessene Wert seit man diesen Wert ermittelt – in den 1960-ern. Die bisher höchste Quote stammt aus dem Mai 1975 mit 17,3 Prozent.

Anscheinend spart der Durchschnittsamerikaner einen Teil der Summe, den er von Seiten des Staates erhält für die kommende Zeit oder er zockt am Aktienmarkt, wie es Markus Fugmann kürzlich in einem Video dargestellt hat.

Coronakrise: Italien sorgt sich um seine Sparer

Eine ebenso ungewöhnliche Situation für Sparer ergibt sich derzeit in dem sehr durch die Coronakrise gebeutelten Italien. Das italienische Finanzministerium hat in der letzten Woche eine Anleihe aufgelegt, die eine Positivrendite von 1,4 Prozent oberhalb der Inflationsrate garantiert – Laufzeit bis Mai 2024. Der Umfang der Emission lag auf rekordverdächtigem Niveau von 22 Milliarden Euro, gezeichnet von Privatanlegern und Institutionellen. Dieses Papier ist für den Staat damit erheblich teurer, als man es über den ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus) hätte haben können, wahrscheinlich um die 1,6 Milliarden Euro bis Laufzeitende. Ein eindeutiges Geschenk für italienische Sparer, denn Ausländer kamen nicht zum Zuge.

Fazit

Egal ob Coronakrise oder andere Krisen, ob die Zinsen hoch oder niedrig sind: die Deutschen sind und bleiben Geldsparer. Sinken die Zinsen, erhöht man, wenn man es kann, ganz einfach die Sparrate. Solange der Nominalbetrag nicht schrumpft und der Normalverbraucher den realen Verlust nicht auf seinem Kontostand sieht. Aber was wird passieren, wenn das Sparen Verluste einbringt? Aus unzähligen Untersuchungen der Psychologen weiß man, dass Verluste in unserem limbischen System (dem Gefühlszentrum) sehr viel mehr schmerzen, als Gewinne Freude bereiten, der Fachbegriff ist Verlustaversion. Wird es in Deutschland nach der Coronakrise eine Umorierentierung in riskantere Anlageformen geben? Schnell bestimmt nicht, allerdings gab es auf dem Höhepunkt der Coronakrise bei der ING Deutschland anscheinend Rekordzahlen bei den Abschlüssen von Sparplänen auf Fonds und ETFs. Das niedrige Kursniveau hatte nicht wenige zu diesem Schritt animiert. Geworben wird für die Aktienanlage in unzähligen Artikeln auf Wirtschaftsseiten der Zeitschriften sowieso und auch in vielen Fernsehbeiträgen. Mal sehen, ob daraus ein Trend wird, die Zinsen dürften so schnell nicht steigen, aus ebenfalls x-fach dargelegten Gründen.

Auch in der Coronakrise wird fleißig gespart

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