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Jede Menge Entlassungen – ein Überblick der letzten Tage

Claudio Kummerfeld

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Was war denn nur in den letzten Tagen los, wenn man ein paar Meldungen durchgeht? Digitalisierung, verändertes Konsumverhalten, aber vor allem die gerade voll durchstartende Rezession in der Industrie knallt gerade eine ganze Reihe Arbeitsplätze weg. Es hagelt Nachrichten von Entlassungen. Die jüngsten Daten zeigen, dass in der Industrie viele Unternehmen auf Kurzarbeit setzen, womit die Arbeitslosenquote am Ansteigen gehindert wird. Es gibt also eine versteckte Arbeitslosigkeit, welche die Lage optisch nicht ganz so schlimm aussehen lässt. Aber schauen wir mal, was sich abseits von der Kurzarbeit tut, nicht nur exklusiv in Deutschland.

Hewlett Packard will (die Digitalisierung ist schuld) 7.000-9.000 Stellen streichen, was knapp jede sechste Stelle im Unternehmen ist. Laut aktuellen Berichten will Europas größte Bank HSBC 10.000 Mitarbeiter entlassen. Die Commerzbank hatte erst vor wenigen Tagen ihr Umbauprogramm inklusive Filialschließungen verkündet. Brutto sollen hier erst einmal 4.300 Stellen wegfallen. Überhaupt ist die Finanzbranche schon lange vor der Industrie-Rezession stark betroffen gewesen von einem strukturellen Arbeitsplatzabbau, vor allem hierzulande. Keine guten Aussichten für Menschen, die sich nach einem Job bei einer Bank oder einer Versicherung umsehen wollen. Denn die Digitalisierung fegt ganze Abteilungen und reihenweise Filialen hinweg.

Der Reifenhersteller Michelin schließt sein Werk in Oberfranken, wovon 858 Mitarbeiter betroffen sein sollen. Continental baut insgesamt 20.000 Stellen ab, wovon 7.000 auf Deutschland entfallen. Im Saarland wackeln derzeit jede Menge Arbeitsplätze bei zahlreichen Betrieben. Knallt die Rezession voll rein, könnte die Region ein Debakel erleben. Nur mal exemplarisch nennen wir an dieser Stelle die jüngste Meldung von Saarstahl, die betitelt wurde mit Dillinger und Saarstahl starten gemeinsames Zukunftsprogramm: offensiv, CO2-frei, effizient. Ob die Mitarbeiter, die gegangen werden, von dieser Headline begeistert sein dürften? Es soll einen „sozialverträglichen“ Abbau von 1.500 Stellen sowie Outsourcing von 1.000 Stellen geben.

Die Lage könnte schon schlechter sein, als man es allgemein beim Schauen der Tagesschau wahrnehmen möchte. Denn wie gesagt, die Kurzarbeit steigt deutlich an, wie jüngste Erhebungen eindeutig zeigen. So bleibt die offizielle Arbeitslosigkeit noch niedrig, auch wenn es parallel zur Kurzarbeit vermehrt Entlassungen gibt. Heute früh zeigten die Auftragseingänge der deutschen Industrie für August schon einen kräftigen Rückgang im Jahresvergleich von 6,7% (im Juli -5%). Morgen früh ist die tatsächliche Industrieproduktion für August an der Reihe mit der Veröffentlichung von Daten. Die Börsianer haben sich heute nicht für die deutschen Daten interessiert. Und morgen früh?

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    Quintus

    7. Oktober 2019 19:14 at 19:14

    @ Claudio Kummerfeld
    Hier noch eine täglich aktualisierte Auflistung der verloren gegangenen deutschen Arbeitsplätze seit 21.09.2019 von Egon W. Kreutzer:
    https://egon-w-kreutzer.de/jobwunder-
    Mit freundlichen Grüßen
    Quintus

  2. Avatar

    leftutti

    7. Oktober 2019 19:59 at 19:59

    Wie viele Arbeitsplätze hätte man wohl erhalten können, wären zuerst einmal die utopischen Gehälter und Boni sowie die künstlich aufgeblasenen Dividenden für Aktionäre adäquat gekürzt worden?

    Aber die sind ja alternativlos ;)

    • Avatar

      leftutti

      7. Oktober 2019 20:01 at 20:01

      Ergänzung: …die utopischen Gehälter und Boni in Vorstand und Management…

    • Avatar

      hubi stendahl

      8. Oktober 2019 09:16 at 09:16

      Das ist zwar ein moralisch nachvollziehbares Ansinnen. Aber mit Mücken Elefanten bekämpfen bringt wohl nicht viel. Wir sehen hier in der Endphase eines fehlkonstruierten Finanzsystems die Verzweiflung pur. Denn es gibt innerhalb des Systems keinen Ausweg mehr. Es wird früher oder später crashen.

    • Avatar

      asisi1

      8. Oktober 2019 12:39 at 12:39

      Wovon lebt dieser Staat und das parasitäre Beamtensystem. Hier ist das Unvermögen und die Angst vor der Wirklichkeit zu Hause. Und diese Leute hauen das Geld mit vollen Händen in nichts nützige und unproduktive Spinnereien aus dem Fenster. Die Besoldung ist viel zu hoch, für dieses Nichtstun. Und hier sollten sie einmal rein schauen. Diese Beamtenmeute drangsaliert nur die Menschen die Fleiß und Einsatz etwas schaffen.

  3. Avatar

    rote_pille

    7. Oktober 2019 20:03 at 20:03

    Bankfilialen sind eh alle unnötig seitdem es Internet gibt.

    • Avatar

      Charly Whiskey

      8. Oktober 2019 09:27 at 09:27

      Und die alten Menschen ohne Internet? Rente kommt nicht in bar.

  4. Pingback: Aktuelles vom 8.Oktober 2019 – Teil 2 | das-bewegt-die-welt.de

  5. Avatar

    Querdenker aus München

    9. Oktober 2019 16:42 at 16:42

    Jetzt kommt eben das, wovon wir schon 30 Jahre wissen, dass es kommen wird.

  6. Avatar

    Brotbäck

    11. Oktober 2019 09:08 at 09:08

    Wir haben doch Fachkräftemangel, heißt es. Oder doch nicht?

  7. Avatar

    Ursula Jansing

    23. Oktober 2019 06:34 at 06:34

    Mutti und company hat keinen Weitblick. Sozialwohnungen wurden billig verscherbelt, jetzt zahlt der Staat Mietzuschuesse fuer die neuen Fachkraefte. Rentner sammeln Dosen und Flaschen um die magere Rente aufzustocken. Krankenkassen sind pleite.Atomkraftwerke abgestellt, Stromnetz das die Windkraft von der Nordsee ins Landesinnere bringen sollte, ist nicht mal zu 20 % ausgebaut. Da muss man teuren Atom und Kohlestrom aus dem Ausland teuer einkaufen. Schulen, Strassen, Universitaeten marode. Vom BER ganz zu schweigen. usw.usw.

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Dank Notenbanken immun: Vermögen wachsen trotz Krisen immer weiter

Claudio Kummerfeld

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Vermögen in Form vieler US-Dollars

Die Gelddruck-Orgien der Notenbanken haben die weltweiten Vermögen immunisiert gegen Verluste, egal wie schlimm die Krise in 2019 auch war, und jetzt in 2020 dank Corona noch geworden ist. Zu diesem Schluss kommt der ganz frisch veröffentlichte „Allianz Global Wealth Report“, in dem das Wort „Immunisiert“ sogar explizit so genannt wird.

Vermögen steigen weiter an

Die Headline-Aussage der Allianz besagt, dass die Vermögen in den letzten zehn Jahren noch nie eine so große Zunahme des Wohlstands verzeichnen konnten. Weltweit sei das Brutto-Geldvermögen im Jahr 2019 um 9,7 Prozent gewachsen, und habe damit das stärkste Wachstum seit 2005 hingelegt. Angesichts der Tatsache, dass das Jahr 2019 von sozialen Unruhen, eskalierenden Handelskonflikten und einer industriellen Rezession geprägt war, sei diese Leistung mehr als erstaunlich, so die Allianz. Doch als die Zentralbanken einen Kursschwenk hin zu einer breit angelegten geldpolitischen Lockerung vollzogen, habe dies zu einem kräftigen Plus von 25 Prozent an den Aktienmärkten geführt, losgelöst von den Fundamentaldaten. Dadurch seien auch die Geldvermögen kräftig angehoben worden. Allein die Anlageklasse der Wertpapiere nahm 2019 um satte 13,7 Prozent zu – nie war das Wachstum im 21. Jahrhundert stärker, so die Headline-Aussage. Versicherungen und Pensionen erreichten laut Allianz ein Plus von 8,1 Prozent, was hauptsächlich auf den Anstieg der zugrundeliegenden Vermögenswerte zurückzuführen sei – die Bankeinlagen stiegen um 6,4 Prozent.

Vermögen auch in 2020 immunisiert gegen Verluste

Und was wird 2020 unterm Strich passieren? Es geht wohl nach dem Motto „Je schlimmer die Krise, desto mehr drucken die Notenbanken, und helfen damit Aktien und Immobilien nach oben“. So sagt der Report nämlich, dass „die selbe Geschichte sich im Jahr 2020 wiederholen“ dürfte, nur ins Extrem gewendet. Denn als die Coronakrise die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession seit 100 Jahren stürzte, legten Zentralbanken und Finanzbehörden auf der ganzen Welt beispiellose geld- und fiskalpolitische Hilfspakete auf und schirmten so die Haushalte und ihr Geldvermögen vor den Folgen einer Welt in Unordnung ab, so die Allianz. Man gehe davon aus, dass die privaten Haushalte ihre Verluste aus dem ersten Quartal wettmachen konnten und bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 einen leichten Anstieg des globalen Geldvermögens um 1,5 Prozent verzeichneten. Hauptreiber der Entwicklung seien die Bankeinlagen, die dank großzügiger öffentliche Unterstützungsprogramme und vorsorglicher Ersparnisbildung um kräftige 7,0 Prozent zunahmen. Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass das Geldvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2020 im Plus enden werde.

Die Allianz merkt kritisch an, dass die Geldpolitik im Moment zwar die Vermögen gegen Corona quasi immunisiert habe. Aber man solle sich nichts vormachen. Null- und Negativzinsen seien ein süßes Gift. Sie würden die Vermögensbildung untergraben, und verschärfen die soziale Ungleichheit, da Vermögenseigentümer satte Mitnahmegewinne einstreichen können. Das sei nicht nachhaltig. Auch noch interessant: Das Wohlstandsgefälle zwischen reichen und armen Ländern habe sich wieder vergrößert. Im Jahr 2000 sei das Netto-Geldvermögen pro Kopf in den Industrieländern im Durchschnitt 87-mal höher gewesen als in den Schwellenländern. Bis 2016 war dieses Verhältnis auf 19 gesunken. Seither ist es wieder auf 22 (2019) angestiegen, so die Allianz.

Was lernen wir daraus?

Nun, die Allianz steht wohl kaum im Verdacht gegen den Kapitalismus zu hetzen, oder Notenbanken arg kritisch gegenüber zu stehen. Von daher ist es schon interessant, dass sie so klipp und klar ausspricht, was viele andere Kommentatoren (wie auch wir bei FMW) seit geraumer Zeit sagen. Nämlich dass die obszöne Geldschwemme von EZB, Fed und Co Assetpreise wie Immobilien oder Aktien kräftig antreibt, losgelöst von der Realwirtschaft. Dies ist also kein Mythos und keine Verschwörungstheorie, wenn man die Allianz als seriöse Informationsquelle für diese Information zählt.

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Fed: US-Bürger ignorieren die mächtigste Notenbank der Welt

Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland

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Für die Finanzmärkte ist die US-Notenbank Fed das Maß aller Dinge – aber auch für die US-Bürger, also die „normalen Leute“, die Main Street?

Wer sich die Mühe macht, die Statements der US-Notenbank Fed nach ihren Sitzungen zu lesen und die Pressekonferenzen zu verfolgen, die Jerome Powell jedes Mal „zelebriert“, so könnte man auf zwei Schlussfolgerungen kommen: Erstens, dass er sich mit seiner unglaublich gehäuften Darlegung des gesetzlichen Auftrags der Fed „Prize Stability and Maximum Employment“ eine kleine Entschuldigung für seine Geldpolitik sucht, die dem Open Market Committee keine andere Wahl lasse. Dass dies – zweitens – aber einen Versuch darstellt, die Öffentlichkeit zu informieren und den Bürger zu einem gewünschten Verhalten innerhalb der finanziellen Repression zu veranlassen. Dass Letzteres nicht gelingt, beweist eine Umfrage aus dem Wissenschaftsumfeld der Fed unter US-Bürgern.

Fed: Das flexible Inflationsziel

Ende August hatte Fed-Chef Powell in einer Rede ausgesprochen, was man schon längere Zeit vermutet hatte. Man würde zinspolitisch die „Füße stillhalten“, auch wenn die Inflationszahl für längere Zeit über der bisherigen Zielmarke (Inflation target) von zwei Prozent liegt. Klingt erst einmal unsinnig, denn schließlich sollte sich die Teuerung in den nächsten Jahren nicht einmal richtig der Zielzone nähern. Eindeutig dürfte dahinter sich die Absicht der Notenbank verbergen, dass man die finanzielle Repression dauerhaft fortsetzen wird: Zinsen für längere Zeit unterhalb der Teuerungsmarke, bei gleichzeitigem BIP-Wachstum, ergibt eine prozentuale Absenkung des Verschuldungsniveaus. Das ist ein Verfahren, welches die USA und Großbritannien nach dem Zweiten Weltkrieg für viele Jahre praktiziert hatten. Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt: die Fed könnte durch eine höhere Inflationserwartung Konsumenten und Unternehmen zu höheren Ausgaben veranlassen. Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland.

US-Bürger haben wenig Ahnung von der Fed-Politik

Targeting and Household Expectations heißt die Arbeit der Ökonomen, die sich mittels Befragung unter Bürgern mit der Frage beschäftigt haben, wie der kleine Mann den Wechsel in der Notenbankpolitik aufnimmt. Das Ergebnis dürfte recht erschütternd sein für den Chef der US-Notenbank: Nur eine kleine Minderheit gab an, überhaupt von einer neuen Strategie der Fed gehört zu haben. Und die, die davon gehört hatten, gaben auch noch falsche Ziele wieder. Man glaubt allgemein, dass das Ziel der Notenbank ein starker Dollar sei und niedrige Zinsen, damit sich der Staat seine Verschuldung leisten kann.

 

Fazit

Auch wenn das zigfache Wiederholen des gesetzlichen Auftrags der Fed (Maximum Employment und Prize Stability) durch Jerome Powell in den Pressekonferenzen schon fast nervig wird: beim Bürger kommt anscheinend nicht viel davon an, was die Damen und Herren im Elfenbeinturm des Geldes in Washington D.C. vorhaben.

So könnte seine letzte Strategie mit der Aufforderung beim Bürger mehr zu investieren auf taube oder gar keine Ohren gestoßen sein. Höhere Inflationserwartungen sollten zum Vorziehen von Konsumausgaben führen. Wobei man sich schon fragen muss, wie es sein kann, dass man das Volk mit den vielen (überzogenen) Kreditkarten überhaupt zum Geldausgeben animieren muss..

Die Fed dringt mit ihren Aussagen nicht wirklich zu den Bürgern durch

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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