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Rocket Internet: Was bedeutet es, wenn der Anker-Investor seine Anteile außerbörslich unter dem Börsenkurs verkauft?

FMW-Redaktion

Der schwedische Großaktionär und Ankerinvestor Kinnevik hat bekanntgegeben mit dem Verkauf von 10,9 Millionen Aktien oder 6,6% der Anteile nun ganz aus „Rocket Internet“ ausgestiegen zu sein. Diesen Verkauf habe man außerbörslich durchgeführt über einen Aktienverkauf an institutionelle Investoren. Im Orderbuch der Börse erscheint also kein Umsatz bezüglich dieser Transaktion. Interessant dabei ist, dass Kinnevik in einem Statement von heute früh 8 Uhr bekannt gibt, dass der Verkaufspreis bei exakt 20 Euro liegt.

Damit liegt der Verkaufspreis 0,98 Euro oder 4,9% unter dem letzten Börsenkurs von gestern Abend. Warum aber dieser außerbörsliche Verkauf zu einem deutlich günstigeren Kurs? Jetzt steht die Aktie schließlich immer noch bei 20,43 Euro. Der erste Grund für einen außerbörslichen Verkauf zu einem deutlich tieferen Kurs könnte einfach darin liegen, dass beim börslichen Verkauf von 10,9 Millionen Aktien in einem relativ kleinen Wert wie Rocket Internet so ein heftiger Verkaufsdruck entstünde, dass der Börsenkurs wohl noch unter 20 Euro fallen würde.

Der zweite mögliche Grund für den außerbörslichen Verkauf unter Börsenwert: Es wäre denkbar, dass Kinnevik heilfroh ist aus der Aktie rauszukommen. Gleichzeitig könnten die außerbörslichen Käufer gesagt haben, dass sie diese Aktien nur dann kaufen, wenn sie eine Art Risiko-Discountpreis erhalten. Dementsprechend könnte man sich auf einen tieferen Kurs von 20 Euro geeinigt haben. Wir saßen bei der Preisfindung nicht am Desk der Händler, von daher kann einer der beiden Gründe zutreffend sein, oder auch ein Mix aus beiden Gründen.

Auf jeden Fall spricht ein außerbörslicher Verkauf zu tieferen Kursen als dem Börsenkurs nicht dafür, dass die Rocket Internet-Aktie sonderlich beliebt bei Institutionellen ist. Wäre ein großer Kaufdrang von anderen Fonds vorhanden, hätte so ein Deal auch zu Kursen über dem Börsenkurs geschehen können. Kinnevik hat mit dem Deal insgesamt seit dem Einstieg einen richtig guten Schnitt gemacht. Zitat:

Kinnevik’s gross proceeds from the Transaction will amount to EUR 217m. The Company will not receive any proceeds from the Transaction. The trade date for the Transaction is 8 June 2017 and settlement is expected to occur on 12 June 2017. Kinnevik first invested in Rocket Internet in 2009 and invested in total EUR 155m into the Company during 2009-2013. During the five years prior to the Company’s 2014 IPO, Kinnevik received EUR 510m in cash and stock dividends, and has now sold its entire shareholding for a gross aggregate EUR 426m. Kinnevik’s investments and subsequent dividends and divestments correspond to an IRR of more than 90 percent, and six times Kinnevik’s invested capital.

Luat Kinnevik-Chef Joakim Andersson seien die Geschäftsmodelle sich immer ähnlicher, weil Rocket Internet nicht mehr in nur ganz junge Unternehmen, sondern längst auch in große Firmen investiere. Soll das also im Klartext heißen, dass für Kinnevik die Luft bei Rocket Internet raus ist?



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6 Kommentare

  1. Was soll das schon groß bedeuten ? Das zeigt nur das niemand mehr Vertrauen in Herrn Samwers Geschäftsmodell (Schneeballsystem) hat. Und Kinnevik wollte offensichtlich unbedingt raus um den Verlust zu begrenzen.

  2. @Marcus: Bitte erklären Sie warum Sie der Meinung sind, dass dies ein Schneeballsystem ist. Erläutert mir nicht. Hätten Sie geschrieben Copy and Paste, dann Ja.

    1. Man kann es schon als Schneeballsystem betrachten.
      Es werden Unternehmen gegründet die Millionen Verlust machen z.B Home24, dann werden neue Unternehmen gegründet und neue Investoren anzulocken um dann das Geld der Investoren umzuschichten.
      Home24 hat bis jetzt über eine halbe Milliarde Euro Verlust gemacht, woher glauben sie kommen diese 500.000.000,00 €?

      1. Ich muss mich korrigieren die Gesamt Verluste von Rocket Internet lagen im ersten Halbjahr 2016 bei 617 Millionen , wie viel Verlust Home24 bis jetzt hatte kann ich nicht genau sagen es ist aber auf jeden Fall ein 3 stelliger Millionenbetrag.

  3. Kasse machen für neue Investitionen.
    Interessenkonflikte.
    Mehr ist das nicht. Wir viel zu heiß gekocht.
    Wie im ersten Kommentar ja schon zu sehen ist. Schneeballsystem :-) omg
    Im übrigen sollte man sich mal erkundigen wie viel die Starter Anteile gekostet haben.
    Geiler Ertrag!!! Da ist das an der Börse nachher nur Peanuts.
    Schätze mal so ca. 200.000.000 € Gewinn pro 6,6% Tranche.
    Das ganze x2= 400.000.000 € Gewinn. Empfände ich jetzt als nicht ganz so schlecht.
    Wenn es denn so sein sollte.

  4. Entschuldigen Sie bitte die beiden Fehler.

    Nicht Wir sondern Wird, und Empfinde nicht Empfände :-(

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