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Rohstoffe: Bald Schwarze Revolution in Südafrika?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Ein Beitrag von Guido Lingnau

Schwarze Revolution in Südafrika?

Südafrikas Demografie ähnelt sehr stark der von Ländern, in denen revolutionäre Entwicklungen kurz bevorstanden. Die Forderung der radikalen Opposition nach Enteignung der weißen Eliten wird immer stärker.

Heute hört man viel von disruptiven Technologien. Gemeint sind Innovationen, die eine Branche oder eine Art von Produktion oder Dienstleistung komplett verändern oder sogar ersetzen kann. Die alte Bezeichnung dafür war Revolution. Eine erhebliche Veränderung, die Verlierer und Gewinner kennt und der ein erhebliches Entwicklungstempo zugrunde liegt. Revolutionen kommen aber nicht nur in der Wirtschaft vor. Das Wort Revolution wird heute meist immer noch im Zusammenhang mit abrupten gesellschaftlichen Umwälzungen benutzt.

Eine Revolution dient einer stärker gewordenen Bevölkerungsgruppe zur Machtergreifung. Es gibt Gewinner und Verlierer. Meist ist Gewalt ein Begleiter von Revolutionen. Manchmal gibt es auch weitestgehend friedliche Revolutionen.

Oft entstehen Revolutionen aus einem Generationenkonflikt heraus. Angefangen von der Französischen Revolution 1789, über die Nationalsozialistische Revolution 1933, den Fall der Mauer 1989 bis zur Jasminrevolution 2010/2011 waren es meist neue zahlenmäßig starke Generationen, die mit Mitte 20 so stark wurden, dass sie ihre Interessen machtvoll durchsetzen konnten. Die unmittelbaren Ziele dieser Babyboomer waren recht unterschiedlich. Aber immer wurden die herrschenden Machtstrukturen als untragbar empfunden und rigoros beseitigt. Notfalls mit Gewalt, wenn die Herrschenden sich zur Wehr setzen. Beispiele: Link

Eine solche Revolution könnte nun auch in Südafrika kurz bevorstehen.

In Südafrika befindet sich die wirtschaftliche Macht auch 22 Jahren ANC-Regierung in den Händen der weißen Bevölkerungsminderheit. Mehr als 80 Prozent der bewirtschafteten Ländereien gehören Weißen. Das soll sich nun ändern. In der vorletzten Woche (26. Mai 2016) beschloss das südafrikanische Parlament ein Gesetz, nachdem jetzt der Staat auch gegen den Willen der Eigentümer Land von einem von der Regierung festgesetzten Preis „erwerben“ kann. Hinter dem Gesetz steht die Forderung der immer stärker werdenden linksradikalen Opposition „Economic Freedom Fighters“ (EFF) von Julius Malema. Sie verlangt seit längerer Zeit eine entschädigungslose Enteignung der weißen Grundbesitzer. Und sie bekommt immer mehr Zuspruch. (Quelle: F.A.Z. 28.06.2016 „Neues Landgesetz in Südafrika“)

Eigentlich haben alle das warnende Beispiel Simbabwe direkt vor der Haustür. Dort gilt die Enteignung weißer Farmer als einer der Hauptgründe für den wirtschaftlichen Abschwung der ehemaligen Kornkammer Afrikas. Der ANC weiß das natürlich und Präsident Jacob Zuma wird wohl die Unterzeichnung des Gesetzes so lange wie möglich aufschieben wollen. Doch zeigt sich hier, wie die jugendliche EFF an Macht und Einfluss gewinnt. Südafrika ist wirtschaftlich von einer alternden Elite geprägt. Die erste Welle der Empörten und Enttäuschten richtete sich noch gegen die überwiegend aus Simbabwe stammenden Einwanderer. Jetzt scheint es so, als würde sich eine Front gegen die weiße Minderheit aufbauen. Das könnte auch den Rohstoffsektor treffen. Brutale Streiks in Gold- und Platinminen könnten immer wieder ausbrechen. Die Zulassung von Sammelklagen wegen Gesundheitsschäden von Bergarbeitern (überwiegend schwarz) gegen Goldminenbesitzer (überwiegend weiß) ist ein weiteres Indiz für diese Befürchtung. Am Ende könnte sogar eine Enteignung der Minen stehen.

Muss es so kommen? Nein, natürlich nicht. Südafrika steht aber wahrscheinlich vor disruptiven Veränderungen. Ob zum Negativen oder zum Positiven wird sich in den kommenden Monaten zeigen..

Der Beitrag von Guido Lingnau erschien zunächst bei http://demografie-und-finanzmaerkte.blogspot.de/ – und wird mit freundlicher Genehmigung des Autos bei FMW veröffentlicht. Guido Lingnau gilt als bester Kenner des Zusammenhangs zwischen Demografie und Finanzmärkten. Er ist Autor des Buches „Auch die sicheren Häfen sind in Gefahr“ und Gründer der Guliver Anlageberatung.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    leser

    7. Juni 2016 13:17 at 13:17

    Die Ausgangslage in Asien und Afrika nach dem Ende der Kolonialzeit war vielfach vergleichbar. Die unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung hat vielleicht doch Ursachen, die gemeinhin mit dem bösen Vorwurf „rassistisch“ belegt sind?

    Um Südafrika ist es schade. Ein tolles Land und bisher noch einigermaßen stabil. Wenn sich die Enteignungspläne verwirklichen, wird sich das sehr schnell ändern. Dann kommen zu den geschätzten 500 Mio., die in Afrika auf gepackten Koffern sitzen sollen. noch ein paar Millionen dazu. Es macht keinen Unterschied, ob Europa davon eine Million oder 20 Mio. aufnimmt. Nur insoweit, als die, die etwas ändern könnten, dann hier sind. Afrika muss seine Probleme ganz alleine lösen. Und Europa muss seine Grenzen dicht machen. Der Einzige, der es wagt, das laut zu sagen, ist der österreichische Außenminister. Leider.

  2. Avatar

    Benedikt

    8. Juni 2016 01:01 at 01:01

    In Simbabwe wurde das Land an Mugabe Anhänger verteilt und nicht an fähige Schwarze Landwirte. Die Mugabe Anhänger haben jetzt das Land und keine Anreize es ordentlich zu bewirtschaften. In Südafrika dürfte das ähnlich laufen. Dort reißen sich Funktionäre des ANC oder der Linken Bewegung das Land unter den Nagel. Die Multis verkaufen bei den Preisen wohl ihre Südafrika Minen freiwillig. Verdienen werden die am Vertrieb der Produkte weiter hin. Südafrika hat auch noch eine ordentliche Industrie, was die Linken sicher auch noch ruinieren werden.

    Die ganzen Migration in die Euroländer funktioniert nur so lange das EZB QE noch wirkt. Ein Zinsanstieg dürfte die Haushaltsdefizite stark steigen und die Gewinne der Privatwirtschaft ordentlich sinken lassen.

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