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Rundfunkbeitrag sinkt nicht, ARD-Vorsitzende auf der Mitleids-Tour

Sie haben es vielleicht schon gehört. Anders als von der zuständigen Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Öffentlich Rechtlichen (KEF) vorgeschlagen, wird der Rundfunkbeitrag nicht…

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FMW-Redaktion

Sie haben es vielleicht schon gehört. Anders als von der zuständigen Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Öffentlich Rechtlichen (KEF) vorgeschlagen, wird der Rundfunkbeitrag nicht abgesenkt, sondern verbleibt bei 17,50 Euro pro Monat. Warum sinkt er nicht, obwohl alle Beteiligten bestätigen, dass durch die neue Erhebungsmethode der Beiträge (alle müssen zahlen) deutlich mehr Geld in der Kasse ist als gedacht? Ganz einfach: Man hat sich jetzt schon ausgedacht, dass die zukünftigen Kosten durch „Digitalisierung“, „Inflation“ und Sonstiges angeblich so stark steigen werden, dass ARD, ZDF und Co trotz ihrer „enormen“ Sparanstrengungen wohl noch mehr Geld nötig haben werden.

rundfunkbeitrag
Mehr Cash braucht man bei den Öffentlich Rechtlichen. Mehr, mehr, mehr, bitte! Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0)

Und daher, so haben es die Ministerpräsidenten der Bundesländer einstimmig beschlossen, ist es sinnvoller jetzt die Reserve weiter vorzuhalten, um spätere Kostensteigerungen aus den Reserven auffangen zu können. Doch wie man in den letzten Jahren schon beim ehemaligen ARD-Chef Lutz Marmor sah: Die Öffentlich Rechtlichen sind eine Geldfress-Maschine. Auch die Reserven, so wird man in zwei drei Jahren sicherlich hören, reichen leider leider leider nicht aus, um die Kosten zu decken. Das ist das alte Spiel vor allem bei der ARD. So ist die neue ARD-Vorsitzende Prof. Dr. Karola Wille derzeit auf dem selben Trip wie ihr Vorgänger.

Mitleid erzeugen, ehrliches Bemühen nach außen darstellen! So sagte sie jüngst (siehe Video) die ARD unternehme bereits enorme Sparanstrengungen. Dabei kommt sie einem phasenweise vor als würde sie vom „Roland Berger Teleprompter“ ablesen, aber sei es drum. Trotz dieser enormen Anstrengungen müsse man versuchen die Qualität der Inhalte aufrecht zu erhalten. Das soll, genau wie es auch Lutz Marmor tat, den Eindruck erwecken, dass vor allem die ARD auf dem letzten Loch pfeift, und jeden Groschen bereits drei Mal umdreht – das Formulierungsniveau benutzte Lutz Marmor letztes Jahr tatsächlich!

In den letzten Monaten gab es sogar Horrorszenarien der Rundfunkbeitrag könne ab der übernächsten Periode ab 2021 auf über 19 Euro steigen. Dies könne passieren, wenn man jetzt senke und dann keine Rücklagen mehr habe um Kostensteigerungen aufzufangen, so hörte man es immer wieder mal aus dem Umfeld von Politik und Öffentlich Rechtlichen. Aber naja, mit ingesamt 8,13 Milliarden Euro Gesamteinnahmen aus dem Rundfunkbeitrag nur in 2015 scheint man vor allem bei der ARD nicht auszukommen, die davon 5,76 Milliarden Euro erhielt.

Jetzt, so die Vorgabe der Ministerpräsidenten vom letzten Freitag, seien die Öffentlich Rechtlichen Rundfunkanstalten dazu aufgefordert bis Herbst 2017 Sparvorschläge zu machen, aber so richtig bitte! Unsere Prognose: Es wird nichts passieren, nur ein paar symbolische Sparvorschläge werden ARD und ZDF machen. Auf der anderen Seite werden sie von all den explodierenden Kosten erzählen, die vor allem durch die Digitalisierung auf sie zukommen, dazu noch die schlimme Inflation (ist die nicht bei 0,5%?), die man ausgleichen muss. Es gibt eine sogenannte „Länderarbeitsgemeinschaft Auftrag und Strukturoptimierung des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks“. Hier haben ARD, ZDF und Co gelobt ihre Kostenstrukturen zu verbessern.

Das angebliche Ziel: Auch nach 2020 sollen die Rundfunkgebühren nicht weiter steigen. Das ist kaum glaubhaft. Auch wenn man ein paar Einsparungen präsentieren wird – die ach so hohen anderswo angefallenen Kostensteigerungen müssen mit höheren Gebühren aufgefangen werden, das kann man zwischen den Zeilen jetzt schon herauslesen, wenn man denn nur hinschaut! Im Sommer 2018 wollen die Ministerpräsidenten der Bundesländer die Umstrukturierungs- und Sparpläne beraten, die die Rundfunkanstalten bis Herbst 2017 vorlegen sollen. Aber jetzt ganz aktuell gilt erstmal: Durch die NICHT-Senkung des aktuellen Beitrags (KEF-Empfehlung 17,20 Euro) bleibt er weiter bei 17,50 Euro. Hierdurch wird in den kommenden vier Jahren laut KEF eine Rücklage von 542 Millionen Euro entstehen.

Und die soll laut Beschluss der Ministerpräsidenten vom Freitag eben nicht an die Gebührenzahler fließen, sondern für die Abdämpfung der Kostensteigerungen von 2017-2020 draufgehen. Und woher kamen diese Mehreinnahmen nochmal, diese 542 Millionen Euro? Aus der Gebührenumstellung seit 2013, durch die seitdem JEDER Haushalt zahlen muss! Also steigen die Einnahmen der Anstalten de facto immer weiter, auch ohne Anhebung des Beitragssatzes pro Bürger. Ursprünglich hatten Politik und Anstalten mal versprochen NEIN NEIN, mit der Reform der Art der Gebühreneinziehung ginge es nicht darum Mehreinnahmen zu erziehen. Und falls diese erzielt würden, könne man die ja an die Gebührenzahler zurückzahlen. Davon redet schon lange keiner mehr.

Komischerweise heißt es seitdem nur „Unsere Kosten steigen, steigen und steigen“. Wir sparen ja schon wo wir nur können. Und jetzt sollen sie sich noch einen großen Sparplan selbst ausdenken? Kann man das den armen Damen und Herren zumuten? Der scheidende Bundesratspräsident Stanislaw Tillich (CDU) sagte man wolle den Rundfunkbeitrag stabil halten. Für die Zeit nach 2020 müsse das gleiche gelten. Daher müssten die Rundfunkanstalten „Konzepte“ entwickeln, wie sie auch nach 2020 mit der aktuellen Gebührenhöhe auskommen, so fassen wir seine Worte mal sinngemäß zusammen. Die aktuelle Vorsitzende der Länder-Rundfunkkommission Malu Dreyer (SPD) wird so zitiert:

Die ARD-Vorsitzende Prof. Dr. Karola Wille sagte zu der aktuellen Entscheidung den Rundfunkbeitrag bei 17,50 Euro zu lassen, dass man eine „nachhaltige Akzeptanz des Rundfunkbeitrags“ anstrebe. Auch sprach sie für die Zukunft von einem publizistisch starken, integrierten und föderalen Medienverbund (klingt verdammt innovativ). Man habe die Weichen für einen großen Veränderungsprozess gestellt, und werde die Reformen der Strukturen konsequent vorantreiben. Schöne Worte. Mehr wohl nicht. Denn was hat uns die Vergangenheit gelehrt? Eine staatlich komplett durchfinanzierte Institution, die sich ihrer langfristigen Finanzierung sicher sein kann, hat schlicht und einfach keinen Druck sich ständig zu erneuern, oder ernsthaft auf Kosten zu achten.

Das liegt im Wesen dieser Konstruktion. Das tiefgreifende ernsthafte Bewusstsein, sparsam haushalten zu müssen, kann in einem Umfeld gar nicht entstehen, wo Geld jedes Jahr aufs Neue ohne Anstrengung vom Himmel rieselt. Das ist gar nicht möglich. Nur durch stetig steigenden Druck von außen wird sich in diesem System etwas bewegen. 8 Milliarden Euro reichen nicht aus für diesen TV-Betrieb? Das kann ja wohl nicht euer Ernst sein, möchte man der lieben Frau Wille hinterherrufen! Der Druck von Bürgern auf die Politik muss ständig erhöht werden, damit dieser monströse Apparat auf ein notwendiges Minimum reduziert wird. Denn höchstrichterlich wurde ja immer wieder bestätigt: Um diese Gebühr kommt der Bürger grundsätzlich nicht herum. Es sei denn eines Tages findet sich im Gesetzgebungsprozess eine Mehrheit an Abgeordneten, die einer Änderung der gesetzlichen Basis zustimmen. Aber da dieser Tag noch verdammt fern liegt, muss man alles für die Schrumpfung dieses bürokratischen Monsters tun!

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Günter Mertens

    31. Oktober 2016 15:56 at 15:56

    Da hilft nur eines: Nicht zahlen!
    Das muss man natürlich intelligente anstellen…
    Ich zahle schon seit Jahren nicht mehr.

    • Avatar

      Gixxer

      31. Oktober 2016 21:16 at 21:16

      Ich bin für jeden Tipp dankbar, wie man das anstellen kann.

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      Petkov

      31. Oktober 2016 22:50 at 22:50

      Das dachte ich mir auch und habe im Januar die Zahlungen gestoppt mit dem Hinweis auf die feige und politisch gesteuerte Informationsverschleierung nach den Vergewaltigungen an Silvester. Sorry, aber diese Art von sexuellen Übergriffen nennt man in zivilisierten Ländern eben direkt Vergewaltigung. Bekannt aus Gängsterfilmen oder TV-Auslandsreportagen zu später Stunde. Jetzt neu, aber schon tausendfach bewährt und nachhaltig von der merkel gesichert auch in Deutschland.

      Jedenfalls, ich glaube, Sie könnten intelligent und diskret ein paar Tipps geben, wie man sich gegen diese parasitäre Organisation wehren kann. Ich scheitere zur Zeit daran, dass ich ein geregeltes Einkommen und selbstbewohntes Eigentum habe…

      Schöne Grüße

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    Marcus

    31. Oktober 2016 16:03 at 16:03

    Der Finanzierungsbedarf der Sender fließt ja wohl eher in die üppigen Pensionszusagen die man seinen Angestellten und Direktoren so gewährt hat.

    Vor dem Hintergrund braucht man natürlich mehr Geld…

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    Gert

    31. Oktober 2016 16:37 at 16:37

    Ja die Kostensteigerung entsteht doch nicht durch die Digitalisierung, sondern durch die unverschämt hohen Pensionszusagen und Pensionszahlungen. Am Programm wird doch heute schon gespart. Viele Wiederholungen und kostengünstige Sendugen

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    Wolfgang Veit

    31. Oktober 2016 17:12 at 17:12

    Ist in Ordnung!
    Der Bürger wählt willfährig seine Metzger.
    Und wundert sich dann, wenn er geschlachtet wird…

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    hans

    31. Oktober 2016 17:17 at 17:17

    Wer für die “Lügenachrichten“ von der ARD auch nur einen Cent bezahlt , der ist selber Schuld.

    Dann zahlt doch gleich an den CIA , die diesen Sender die Richtung vorgibt.

    Es lebe das “ Kriegsvernrecher-Land“ :) , oder wie die sagen , wenn sie gerade mal wieder ein Land demokratisieren , god bless A…..

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    Monacoheinze

    1. November 2016 11:45 at 11:45

    Folgendes gilt für Fälle, in denen KEIN Inkassobüro tätig ist/wird (Das Folgende ist keine Rechtsberatung!):
    1. Einzugsermächtigung kann beim Beitragsservice widerrufen werden.
    2. Alle Schreiben des Beitragsservice NICHT ungeöffnet wegwerfen sondern LESEN!
    3. Auf MAHNUNGEN muss nicht reagiert werden.
    4. Gegen Beitrags- BESCHEID (Begriff steht dann immer über dem Schreiben des Beitragsservice!): kann WIDERSPRUCH (PER EINSCHREIBEN!) erhoben werden, zugleich mit ANTRAG AUF AUSSETZUNG DER SOFORTIGEN VOLLZIEHUNG.
    5. Widerspruchsbescheid kann abgewartet werden, dann zahlen oder klagen.

    • Avatar

      Petkov

      1. November 2016 18:40 at 18:40

      Alle 5 Schritte sind richtig. Aber wie Sie selber schreiben: zum Schluss zahlt man, denn die Klage ist bekanntlich aussichtslos und teuer. Trotzdem sollten wir alle diesen Widerstand leisten, damit bei der merkelistischen Anstalt für betreutes Denken bis in die obersten Marionettenetagen die Nachricht ankommt: noch habt ihr das Volk nicht zur Resignation gebracht.

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Donald Trump: Wird er die Corona-Krise politisch überleben?

Gerade weil in den USA vor allem mit dem Geldbeutel gewählt wird, ist die Wiederwahl von Donald Trump alles andere als sicher

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Noch stehen die Amerikaner so stark hinter ihrem Präsidenten Donald Trump wie nie zuvor während seiner Amtszeit. Doch wie lange hält diese Unterstützung an? Kann der 73-Jährige seine Stärken zum Wohle des amerikanischen Volkes einsetzen – oder steht er sich und den USA bei der Überwindung der Corona-Krise selbst im Weg?

Donald Trump kann bisher von der Corona-Krise profitieren

Mitten in der Corona-Krise erreicht der bisher eher unbeliebte US-Präsident die besten Zustimmungswerte seiner Amtszeit. Mit einem Wert von durchschnittlich 47,3 Prozent, resultierend aus den Ergebnissen von 15 verschiedenen Umfragen (RCP Poll Average), zeigen sich nun fast die Hälfte der Befragten mit der Amtsführung ihres Staatsoberhaupts zufrieden.

Es ist ein bekanntes Phänomen, dass sich die Bürger in den USA in Krisen- oder Kriegszeiten hinter ihrem Oberbefehlshaber (Commander-in-Chief) versammeln. Bewusst nutzt Donald Trump in der Corona-Krise daher gebetsmühlenartig die Phrase vom „Kampf gegen den verborgenen Feind“. Diesen Kampf werde man natürlich gewinnen.

Bis jetzt scheint seine Strategie aufzugehen. Doch es gibt erste Zweifel, ob die Interessen des Amtsinhabers mitten im Wahljahr sich mit denen der Mehrheit des amerikanischen Volkes decken.

Seine Forderung, die US-Wirtschaft schnellstmöglich wieder hochzufahren und generell zur Normalität zurückzukehren, schockiert nicht nur politische Gegner und Mediziner, sondern macht auch immer mehr Bürger wütend. Über Twitter entwickelt sich gerade in Reaktion auf diese Forderung von Donald Trump massiver Widerstand. Unter dem Hashtag #NotDying4WallStreet schreibt ein User, dass „kein einziger Mensch es verdient, für das Aktienportfolio eines anderen zu sterben“. Dies ist eine Anspielung darauf, dass der Präsident seine Wähler wiederholt dazu aufforderte, den Erfolg seiner Amtszeit am Stand des Aktienindex Dow Jones zu messen (DJI). Von Donald Trump wird der Aktienmarkt als ultimatives Wohlstandsbarometer für die USA angesehen. Sah seine Bilanz in dieser Hinsicht noch vor sechs Wochen mit einem Plus des Dow Jones von 48 Prozent seit Beginn seiner Amtszeit glänzend aus, so drehte der Aktien-Index im Zuge der Corona-Krise in der vergangenen Woche zügig ins rote Terrain auf ein Minus von 9 Prozent.

Erst die drastischen Maßnahmen der US-Notenbank (Fed) sowie die Ankündigung eines Billionen-Dollar-Hilfsprogramms, ergänzt um die Versicherung von Donald Trump, dass die Amerikaner bereits an Ostern vereint zusammen in den Kirchen sitzen werden, haben die Aktienmärkte mit knapp 10 Prozent wieder ins Plus gehievt.

Hat die US-Administration zu spät reagiert?

Doch mittlerweile übertrifft die Anzahl der Corona-Opfer in den USA sogar die Chinas. Die Vereinigten Staaten von Amerika führen bereits die Liste der Infektionen weltweit an und die Zahlen steigen mit exponentieller Dynamik weiter an. Mittlerweile hat sich das SARS-CoV-2 über die Staaten New York, Kalifornien, Washington und Connecticut hinaus auf die gesamten USA ausgebreitet. Das war absehbar, nachdem noch vor Kurzem in New Orleans ausgelassen Mardi Gras gefeiert wurde und die Studenten aus dem gesamten Land ihren Springbreak zu Hunderttausenden an den Stränden von Florida feierten.

Mit zu dieser Sorglosigkeit, die sich jetzt in explodierenden Infektionszahlen manifestiert, dürfte auch die Verharmlosung der Corona-Krise durch Donald Trump beigetragen haben. Anstatt sich auf die absehbare Pandemie vorzubereiten, hat der Regierungschef die Gefahr falsch eingeschätzt und wichtige Vorbereitungen auf eine Ankunft des Virus in Amerika unterlassen. Stattdessen setzte er, wie sein mittlerweile an Covid-19 erkrankter Amtskollege Boris Johnson, auf die sogenannte „Herdenimmunität“, bei der sich zwischen 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung infizieren und dann Antikörper entwickeln. Dieser Versuch ist in Großbritannien bereits abgebrochen worden. Auch die Entwicklungen in Italien und Spanien zeigen, dass Zögern zu unnötig hohen Opferzahlen führt.

Insofern könnte sich die Stimmung in den USA schnell gegen Donald Trump drehen, trotz Billionen an Dollars für Bürger und Wirtschaft. Das Gesundheitssystem in den USA ist für eine Epidemie dieses Ausmaßes nicht angelegt. Das Beispiel New York zeigt die brutale Realität: Es fehlt an Ärzten, Krankenhausbetten, Test-Kids, Beatmungsgeräten und Schutzkleidung – also an fast allem, was zur Bekämpfung der Seuche medizinisch notwendig ist.

Darüber hinaus gibt es voraussichtlich bis Ultimo dieses Jahres keinen Impf- oder Wirkstoff, der massenhaft eingesetzt werden kann. Trump hatte auch diesbezüglich unbegründete Hoffnungen geschürt. Doch seine Fähigkeit, seine Anhänger, die Wall Street und große Teile der Bevölkerung zu beeinflussen, könnte zu ebenso großer Enttäuschung und zur größten Niederlage seiner Präsidentschaft führen.

Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis sich das Virus verstärkt auch auf die Metropolen Boston, Chicago, Seattle und San Francisco ausbreitet. Der Süden der USA ist mit Ausnahme von Louisiana (New Orleans) noch kaum direkt betroffen. Doch auch die Disney-Parks in Florida und die Spielermetropole Las Vegas in Nevada sind derzeit verwaist. Der Staat Texas hat wiederum ganz eigene Probleme: das einbrechende Geschäft mit Öl und Gas.

Die ökonomische Krise dürfte damit der Corona-Krise auch in den USA auf dem Fuße folgen.

Kann sich die US-Wirtschaft rechtzeitig bis zum Wahltermin erholen?

Der Internationale Währungsfonds hat erst heute bekannt gegeben, dass sich die globale Wirtschaft bereits in einer Rezession befinde. Viele Sektoren, wie der Tourismus, Messen oder die Gastronomie seien regelrecht kollabiert, ebenso wie der Welthandel. Diese Entwicklung rollt mit voller Wucht nun auch auf die USA zu, wie man bereits an den historisch hohen Anträgen auf Arbeitslosenunterstützung der vergangenen Woche sehen konnte. Die Zahlen für die abgelaufene Woche dürften diese Schreckensdaten sogar noch toppen.

Ökonomen schätzen, dass die US-Wirtschaft in diesem Jahr prozentual zweistellig einbrechen wird. Allein für das zweite Quartal wird eine annualisierte Kontraktion von bis zu 50 Prozent erwartet.

In den USA gilt das Motto „Hire Fast, Fire Faster“. Die sozialen Sicherungssysteme reichen nicht aus, um alle Betroffenen finanziell aufzufangen oder wenigstens medizinisch ausreichend zu versorgen. Selbst wenn im Zuge der heute verabschiedeten Hilfspakete in Höhe von 2,2 Billionen US-Dollar Geld fließt, handelt es sich dabei hauptsächlich um Kredite. Das führt zu noch höherer Verschuldung und löst kurzfristig nicht das Problem der fehlenden Gesundheitsinfrastruktur.

Viele Business-Modelle von Food-Trucks über selbstständige Fitness-Coaches bis hin zu Uber-Fahrern stehen kurzfristig vor dem Aus. Die Erfahrung aus der Finanzkrise lehrt, dass ein Großteil dieser selbstständigen Existenzen und Kleinunternehmen nach der Krise nicht wiederkommen, ebenso wie verloren gegangene Jobs im verarbeitenden Gewerbe.

In der letzten Krise haben sich viele Selbstständige und Unternehmen dafür entschieden, ihr Geschäft mit samt den aufgelaufenen Schulden hinter sich zu lassen, ebenso wie ihre überschuldeten Immobilien. Ein solches Szenario ist auch diesmal wieder denkbar.

Dass vor dem Wahltermin wieder American-Football-Spiele, NASCAR-Rennen, Broadway-Shows oder Gottesdienste mit eng besetzten Sitzreihen stattfinden werden, ist aus der Erfahrung anderer Länder, die spät auf die Corona-Pandemie reagiert haben, eher unwahrscheinlich.

Das schmälert die Chancen einer Wiederwahl von Donald Trump enorm. Zumal bereits jetzt sein wahrscheinlicher Rivale von den Demokraten, Joe Biden, ihn gemäß den letzten Umfragen bei der Präsidentschaftswahl um durchschnittlich sieben Prozentpunkte schlagen würde. Dieser Vorsprung hat sich in den letzten drei Wochen nicht verringert.

Fazit und Ausblick: Es wird eng für Donald Trump

Gerade weil in den USA vor allem mit dem Geldbeutel gewählt wird (Your Wallet, Your Vote) ist die Wiederwahl von Donald Trump alles andere als sicher. Die ökonomische Krise in Amerika beginnt gerade erst und wird viele Geschäftsmodelle, Karrieren, Sparguthaben und Existenzen in Gefahr bringen. Der bereits angeschlagenen und hoch verschuldeten Mittelschicht in den USA droht nach der Finanzkrise von 2008 nun ein weiterer herber Schlag, von dem sie sich nur schwer bis zum Wahltag am 3. November wird erholen können.

Bleibt zu hoffen, dass Donald Trump deswegen nicht die ultimative politische Karte zieht, um seine Wiederwahl zu sichern: Krieg.

Die Wiederwahl von Donald Trump ist durch die Corona-Krise gefährdet

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Coronavirus: Lasst den Markt das Maskenproblem lösen!

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Im Kampf gegen das Coronavirus gibt es ein riesiges Maskenproblem

Schutzmasken stellen weltweit ein knappes Gut dar in Zeiten des Coronavirus. In zahlreichen Ländern können sich selbst Ärzte nicht mehr schützen, weil es keine Masken mehr gibt. Die Preise für verfügbare Masken schießen in die Höhe. eBay und Amazon verbieten den Verkauf. Landesweit empören sich Menschen und Politiker über die bösen Verkäufer, die aus der Krise mit angeblich überhöhten Preisen Profit schlagen wollen. Staaten beschlagnahmen daher lieber Masken, statt den Markt das Problem lösen zu lassen!

Ja, man bekommt ein ungutes Gefühl, wenn man hört, dass ehemals Centartikel inzwischen für mehrere Euro angeboten und auch verkauft werden. Und ja, es wäre natürlich schöner, wenn sich weltweit Krankenhäuser für Centbeträge mit beliebigen Mengen Schutzmasken  zum Schutz gegen das Coronavirus eindecken könnten. Doch die Wahrheit ist, dass die derzeit durch die Decke schießenden Preise für Masken letztendlich dafür sorgen werden, dass die Versorgungskrise schnellstmöglich gelöst wird. (taugt Südkorea grundsätzlich als Vorbild im Kampf gegen das Virus?)

Hohe Preise garantieren schnellstmögliche Deckung des Bedarfs

Gerade jetzt, in diesem Moment, arbeiten wahrscheinlich hunderttausende Menschen daran, schnellstmöglich eine größtmögliche Anzahl Schutzmasken herzustellen im Kampf gegen das Coronavirus. Dafür werden neue Maschinen angeschafft, bestehende Maschinenparks umgerüstet oder auch ganze Armeen von Arbeitern in Asien an die Nähmaschinen gesetzt. In manchen Fällen geschieht dies sicherlich, weil die Anbieter helfen wollen. Doch glauben Sie mir: Der Großteil tut es, weil es ein wahnsinnig profitables Geschäft ist, eine 5-Cent-Maske für einen Euro zu verkaufen. Und das ist phantastisch.

Der hohe Marktpreis der Masken führt zu einer rapiden Aufstockung der Produktionskapazitäten. Das führt zu einer schnellstmöglichen Deckung des kurzfristigen Bedarfs. Und anschließend führt es auch zu einer schnellstmöglichen Reduzierung der Preise, die aller Wahrscheinlichkeit nach weit unter das Niveau sinken werden, das vor dem Ausbruch des Coronavirus bestand. Und ja, dabei werden die Käufer in der Anfangsphase deutlichst mehr bezahlen müssen als vor einem Jahr. Doch dafür kann der Weltmarkt jetzt mit (fiktive Zahlen) 50 statt 5 Millionen Masken pro Tag versorgt werden. Und sobald der akute Bedarf, der um jeden (!) Preis so schnell wie möglich gedeckt werden muss, befriedigt wurde, werden die Käufer genauer auf den Preis achten und nicht jedes Angebot annehmen.

Große Produktionskapazitäten garantieren schnellstmöglich sinkende Preise

Und da derzeit die meisten Hersteller mit enormen Gewinnmargen operieren, werden sie sehr schnell Rabatte anbieten und sich gegenseitig unterbieten, wenn nicht mehr jede Tagesproduktion mühelos absetzbar ist. Auf einem freien Markt wird sich der Preis für eine Maske daher sehr schnell den Grenzkosten annähern – also den Kosten, die durch die Produktion einer zusätzlichen Maske entstehen. Am Ende haben zwar alle für die ersten dringend benötigten Masken mehr bezahlt als früher. Dafür wurde dieser erste dringende Bedarf aber auch schneller befriedigt als früher und kurze Zeit danach waren deutlich mehr Masken zu üblichen oder sogar niedrigeren Preisen verfügbar.

Sollte der Staat nun aber dazu übergehen, Bestände zu beschlagnahmen oder Preisobergrenzen einzuführen, dann wird dieser Marktmechanismus außer Kraft gesetzt. Welcher Zwischenhändler kauft auf eigene Gefahr Masken in Asien auf Vorkasse, wenn er Gefahr läuft, dass die Ware anschließend beschlagnahmt wird? Ebenso dumm ist die Idee von eBay und Amazon, in Zeiten des Coronavirus Angebote für Masken samt der dazugehörigen Accounts zu löschen. Jetzt sitzen tausende Anbieter auf Masken, die sie aber nicht mehr auf den beiden größten Marktplätzen Europas verkaufen können, nur weil die Preise gegen eBays und Amazons „Moralvorstellungen“ verstoßen. So finden Anbieter und Verkäufer nicht mehr zusammen und den Schaden haben beide Parteien. Diejenigen, die Masken benötigen, kriegen keine und diejenigen, die Masken haben, können sie nicht verkaufen.

Ohnehin scheint das Problem der Versorgung mit Schutzkleidung weniger ein Angebotsproblem zu sein, als vielmehr ein Bürokratieproblem in Deutschland. Wer auch im Angesicht der Notlage auf umfangreiche Zertifizierungen und für die asiatischen Anbieter untypische Lieferbedingungen wie Versand auf Rechnung besteht, der kriegt eben keine Ware. Zum Zuge kommt dann eben der Zwischenhändler, der das Risiko der Vorkasse trägt und sich dieses getragene Risiko mit einer üppigen Gewinnmarge bezahlen lässt.

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Achtung vor der zweiten Abwärtswelle am Aktienmarkt!

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Manuel Koch bespricht im folgenden Video die wirtschaftlichen Aussichten in Folge des Coronavirus. Die Regierungen stützen die Volkswirtschaften mit jeder Menge neue Schulden. Was bedeutet das für die Märkte? Im Interview bezieht der Profi Andre´ Stagge klar Position. Die aktuelle Erholung an den Aktienmärkten sei keine Bodenbildung. Die Kurse seien deutlich schneller gefallen als in den vorigen großen Börsenabstürzen. Daher sei es jetzt völlig normal, dass die Kurse erstmal etwas nach oben laufen. Im Sommer gehe da noch was auf der Abwärtsseite. Wer die nächsten Monate in Aktien investiere, werde keine Gewinne erzielen. Den April solle man eher nutzen um Aktienbestände abzubauen. Ab Ende des Jahres könne man überlegen günstiger in den Aktienmarkt einzusteigen.

Der Rentenmarkt wird von Andre´ Stagge sehr kritisch betrachtet. Man müsse die Haftungsfrage stellen bei den gigantischen Aufkäufen der Schulden durch die EZB. Die Anleihemärkte würden signalisieren, dass noch eine zweite Abwärtswelle bei Aktien anstehe! Liquidität sei ein entscheidender Punkt, weswegen die Notenbanken derzeit so aktiv seien. Maredo, Vapiano etc seien aktuell schon pleite. Man stehe am Anfang einer großen Pleitewelle. Und man könne nicht alle Zombieunternehmen retten. In den guten Jahren sei das große Schuldenproblem bei Unternehmen bereits entstanden. Auch im Video gibt es zwei konkrete Handelsempfehlungen der trading-house Börsenakademie. Die Aktie von Alphabet (Google) könne man jetzt zu aktuellen Kursen kaufen. Auch bei den Aktien von Volkswagen könne man aktuell einsteigen.

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