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Russland: Rubel und Aktienmarkt unter Druck

Von Markus Fugmann

Der russische Rubel wie auch der Aktienmarkt in Russland sind heute nach längerer Erholung wieder unter Druck, auch die Risikoprämien für russische Staatsanleihen steigen so stark wie seit einem Monat nicht mehr. Auslöser ist die Abstufung Russlands am Freitag Abend vergangener Woche auf „junk“ durch die amerikanische Ratingagentur Moody´s. Da gestern in Russland Feiertag war, wird die Abstufung an den russischen Finanzmärkten erst heute eingepreist. Nach S&P ist Moody´s nun die zweit der drei großen amerikanischen Ratingagenturen, die das Land auf „junk“ abstufen – damit können vor allem Pensionsfonds aufgrund ihrer Regularien keine russischen Staatsanleihen mehr halten. Der Rubel kam daraufhin zum heutigen Handelsstart deutlich unter Druck, kann aber im Handelsverlauf siene Verluste wieder etwas eindämmen:

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(Chart Dollar-Rubel)

Moody´s stufte Russland auf Ba1 ab – „non investement grade“. Die Ratingagentur begründete ihren Schritt mit dem Ukraine-Konflikt und den gefallenen Ölpreisen. Damit scheint die Rally des Aktienmarktes in Moskau (seit Jahresbeginn +27%) ebenso wie die Erholung des Rubel vorerst gestoppt. Für russische Firmen wird durch die Abstufung nun vor allem die Refinanzierung teurer. Die britische Bank Barclays schätzt, dass infolge der Abstufung weitere 4,5 Milliarden Dollar aus dem Land abfließen könnten.

Sowohl die Risikoprämien für russsische Staatsanleihen als auch die Kosten für Versicherungen gegen den Ausfall dieser Anleihen (CDS) steigen heute signifikant. Der amerikanische Aussenminister Kerry hatte eine weitere Verschärfung der Sanktionen angedroht – mögliche Massnahmen scheinen vor allem auf die russische Wirtschaft zu zielen. Laut Angaben der Webseite „EU-Observer“ überlegen EU-Offizielle, die Laufzeiten dollar-basierter Anleihen von russischen Banken, Energie- und Waffenfirmen zu verkürzen und damit die Refinanzierung dieser Unternehmen weiter zu erschweren. Demnach wäre das Ziel, eine Pleitewelle in der russischen Wirtschaft auszulösen. Weiter akut scheinen auch die Pläne zur Abkoppelung russischer Banken vom SWIFT-System – doch hat die in Belgien ansässige Organisation dies offenkundig bislang abgelehnt.



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