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Saudi-Aramco: Einblick auf die Geldquelle der Saudis

Saudi-Aramco ist noch zu 100% im Staatsbesitz von Saudi-Arabien. Das Unternehmen ist zuständig für die gesamte Ölförderung im Land. Also kann man vereinfacht sagen: Die Hauptgeldquelle des Lands ist Saudi-Aramco. Weil das Herrscherhaus (der Eigentümer von Saudi-Aramco) bald einen kleinen Teil des Unternehmens an die Börse bringen will, muss natürlich Transparenz her. Die zukünftigen Anleger wollen sehen, was sie da kaufen sollen. Und so bekommt man nach und nach konkrete Einblicke auf den Staatsschatz der Saudis, durch den man jahrzehntelang in der Lage war die Staatsausgaben zu bestreiten. Denn die Gewinne von Saudi-Aramco sind natürlich zwingend für die Umbuchung in den Staatshaushalt vorgesehen mangels alternativer Einnahmequellen. Dies will der Kronprinz natürlich ändern mit seinen groß angelegten wirtschaftlichen Reformprogrammen, aber von heute auf morgen geht das natürlich nicht.

Geschickte Buchungen zwischen saudischen Staatsunternehmen hatten wir schon mal besprochen (sehen Sie dazu hier einen interessanten Artikel). Aber zurück zur Aktualität: So hat Saudi-Aramco gestern seinen Halbjahresbericht veröffentlicht. Im ersten Halbjahr hat man einen Nettogewinn von schlappen 46,9 Milliarden Dollar erwirtschaftet nach 53 Milliarden Dollar im ersten Halbjahr 2018. Mit 46,4 Milliarden Dollar floss quasi der gesamte Nettogewinn als Dividende in die Staatskasse. Der Free Cash Flow lag bei 38 Milliarden Dollar nach 35,6 Milliarden Dollar vor einem Jahr. Wie man in der folgenden Grafik gut sieht: Ein Großteil der enormen Cash-Generierung von gut 52 Milliarden Dollar pro Halbjahr fließt aus dem Unternehmen ab als Dividende, also in den saudischen Staatshaushalt. Bislang! Mit einem IPO könnte/dürfte sich das zumindest in gewissem Umfang ändern? Oder wird weiter fleißig ausgeschüttet?

Interessant auch: Der von Saudi-Aramco im ersten Halbjahr 2019 durchschnittlich erzielte Verkaufspreis pro Barrel Rohöl lag bei 66 Dollar nach 69 Dollar im ersten Halbjahr 2018. Und man hat (zumindest laut den Angaben des Unternehmens) im ersten Halbjahr genau wie im Vorjahr exakt 10,0 Millionen Barrels Rohöl pro Tag gefördert. Eine zu runde Zahl? Man muss dazu sagen: Die Saudis verfügen über hochmoderne Anlagen und können wohl wie kaum jemand anders ihre Fördermenge gut und schnell regulieren. Laut gestriger Aussage von Saudi-Aramco sei das Unternehmen bereit für den Börsengang. Den genauen Zeitpunkt festzulegen, das liege beim Eigentümer (also dem Staat).

Saudi-Aramco

Saudi-Aramco Halbjahreszahlen

Saudi-Arabien Öl-Anlagen Luftaufnahme
Die Khurais Öl-Anlage in Saudi-Arabien. Foto: Planet Labs, Inc. – https://www.planet.com/gallery/khurais/ CC BY-SA 4.0



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1 Kommentar

  1. Also ich weiss nicht wer den Artikel verfasst hat, allerdings empfinde (subjektiv!) ich die Zahlen der Graphik als grob misdargestellt durch die Wortwahl im Artikel. 2018 Div bei 60% und Capex bei 33%.
    Bei einem Großteil hätte ich doch eher mit 90% gerechnet

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