Devisen

Schäuble: keine Deflation

Monatelang war es so, dass die EZB das böse Wort von der Deflation zu vermeiden suchte. In letzter Zeit aber warnt man verstärkt vor den Gefahren einer Deflation, weswegen man nun unbedingt Staatsanleihen kaufen müsse, weil dann natürlich alles besser wird. Hans-Werner Sinn vermutete daher, dass das Gerede von der Deflation nur einen bailout der Euro-Peripherie rechtfertigen solle (siehe dazu unseren Artikel „Deflation Vorwand für Bailout der Euro-Peripherie?„).

Nun stagnieren oder fallen die Verbraucher- und Erzeugerpreise seit einigen Monaten. Aber das eben vorwiegend wegen fallenden Energiekosten, in der Kernrate (ohne Energie) sind die Preise zuletzt sogar stärker gestiegen als erwartet. Genau darauf hat sich nun Finanzminister Schäuble in seinen heutigen Aussagen in einem Intereview mit dem Fernnsehsender N24 bezogen: so weit er den Begriff Deflation verstehe, gehe es darum, dass Konsumenten Käufe zurückstellen, weil sie fallende Preise erwarten würden. Dafür aber gebe es aber keinerlei Anzeichen, wie auch die EZB und die Bundesbank konstatieren würden, so Schäuble. Vielmehr seien das eigentliche Problem die niedrigen Zinsen ind er Eurozone.

Mario Draghi wird es hören – und ignorieren. Denn die Entscheidung ist wohl gefallen zum Kauf von Staastanleihen nach dem EuGH-Gutachten von heute und Aussagen Draghis gegenüber der „Zeit“ – mit oder (was wahrscheinlicher ist) ohne die Zustimmung Deutschlands.



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