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Schweden senkt Leitzins auf -0,35, kauft weiter Anleihen, ist bereit bei Krone zu intervenieren

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Die schwedische Notenbank „Riksbank“ (Schweden ist nicht im Euro) senkt ihren Leitzins von bisher -0,25% auf jetzt -0,35%. Außerdem weitet sie ihr eigenes „kleines“ Anleihekaufprogramm aus mit weiteren 45 Milliarden Kronen. Sie betonte sie sei auch bereit das Volumen wenn nötig noch weiter auszuweiten. Auch für einen Eingriff am Devisenmarkt stehe man bereit.

Damit fährt die schwedische Notenbank so ziemlich alle Geschütze auf, die ihr zur Verfügung stehen. Sie möchte nämlich dem weiteren Aufwertungsdruck der Krone etwas entgegensetzen, die Wirtschaft anfeuern und schon mal den indirekten Auswirkungen eines Grexit für die eigene Volkswirtschaft entgegenwirken. Wohin es führen kann, wenn man seinen Kurs einfriert, hat man ja erschreckenderweise am 15.01.2015 beim Schweizer Franken besichtigen können. Da rufen die Schweden lieber alles an Maßnahmen auf, die man ansonsten in Reserve hat.

Hier der Originaltext der Riksbank:

Monetary policy is having an effect – inflation is rising
The Riksbank’s expansionary monetary policy is having an effect and inflation is rising. In May, CPIF inflation was 1.0 per cent. Prices of goods and food are increasing in line with historical averages, while the rate of price increase on services is rising from a low level. At the same time as inflation is rising, economic activity is continuing to strengthen and the situation on the labour market is gradually improving. CPIF inflation is expected to be close to 2 per cent from the end of 2015.

An uncertain world

International growth is also rising. In the euro area, economic activity is strengthening, but the events in Greece over the past few days have substantially increased the uncertainty. The consequences of the situation in Greece for the euro area as a whole and for Sweden are difficult to judge.

Since the Riksbank’s most recent decision in April, the krona has strengthened more than expected against several currencies. If the exchange rate were to be too strong in relation to the Riksbank’s forecast, prices of imported goods would increase more slowly and demand in the Swedish economy would fall. Such a development would risk breaking the upturn in inflation that has now begun.

Measures to support the upturn in Inflation

In this uncertain environment, monetary policy needs to give more support to ensure that inflation continues to rise towards the target of 2 per cent. The Executive Board of the Riksbank has therefore decided to cut the repo rate by 0.10 percentage points to 0.35 per cent and to extend the purchases of government bonds by a further SEK 45 billion until the end of the year. The purchases decided upon in April are expected to be concluded in September, at which point the new purchases will be initiated. The repo rate is expected to be around -0.35 per cent for just over a year. The repo-rate path reflects the fact that it is possible to cut the repo rate further. The expansionary monetary policy underlines the Riksbank’s aim to safeguard the role of the inflation target as nominal anchor for price-setting and wage-formation.

Readiness to do more

The Riksbank still has a high level of preparedness to make monetary policy even more expansionary if necessary, even between the ordinary monetary policy meetings. The repo rate can be cut further and the government bond purchases can be extended. The Riksbank is also prepared to intervene on the foreign exchange market if the upturn in inflation is threatened as the result of, for instance, a very problematic development in the markets. The purchase of other types of securities and the launch of a company lending programme via the banks may also come into question.

Risks associated with household indebtedness must be managed

Monetary policy now needs to be very expansionary so that inflation rises towards the target and to reduce the risks associated with a situation in which inflation is too low. At the same time, however, the low interest rates contribute to the trends of rising house prices and increasing indebtedness in the Swedish household sector continuing. As current debt levels already entail significant risks for the Swedish economy, it is essential that the government and other authorities implement measures that will reduce them. Rapid price increases for high-risk financial assets also require increased vigilance in the period ahead.

Hier der Link zur Originalnachricht der Riksbank.

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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Gabor Steingart: „Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt“

Claudio Kummerfeld

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Gabor Steingart redet Klartext im folgenden aktuellen Video-Interview mit Mission Money. Er spricht von der Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt, von einer Zinsknechtschaft von noch Ungeborenen. Die heutige Politik erkaufe sich mit der Druckerpresse Ruhe in der Bevölkerung, so lautet eine der Hauptthesen von Gabor Steingart (hier geht es zu Steingarts Morning Briefing).

Gemeint ist damit, dass (so wollen wir es formulieren) Notenbanken und Regierungen derzeit ohne Ende neues Geld drucken und die Staatsverschuldung hochschrauben. Damit werden Rettungspakete bezahlt, die zukünftige Generationen als Schuldenlast erben, und dann abbezahlen müssen. Mit diesem jetzt frisch erschaffenen Geld würden alte Industrien gerettet. Und das nun zwei Jahre laufende Kurzarbeitergeld sei de facto ein Bedingungsloses Grundeinkommen, so drückt es Gabor Steingart aus.

Gabor Steingart plädiert für Abkehr von alten Industrien, und für Aufbruch in die Zukunft

Im geht es im Interview hauptsächlich darum, dass es einen Art Aufbruch in Politik und Gesellschaft geben müsse. Denn derzeit rette Deutschland seine Industrie aus dem letzten Jahrhundert. Man müsse aber in Zukunftstechnologien investieren. So plädiert Gabor Steingart unter anderem dafür die Bildungsausgaben zu verfielfachen. Anfangen könne man zum Beispiel bei deutlich mehr Ausgaben für die Digitalisierung der Schulden. In diesem Zusammenhang erwähnt er, dass die Lufthansa vom Staat gerade 2 1/2 Mal so viel Rettungsgeld bekommen habe als die Schulen in Deutschland für die Digitalisierung.

Die Aussagen von Gabor Steingart sind hochinteressant! Sie sollten sich die 30 Minuten Zeit nehmen. Auch werden im späteren Verlauf des Interviews andere interessante Themen angesprochen, und auch der „Wandel von Journalisten hin zu Aktivisten“. Aber hauptsächlich widmet man sich der bislang verspielten Chance, jetzt massiv in die Zukunft zu investieren. Dabei gibt er sich betont optimistisch, dass Deutschland diese Herausforderung bewältigen könne – man müsse nur endlich mal losgehen, jemand müsse den Startschuss geben.

Gabor Steingart
Gabor Steingart, Ausschnitt aus Originalfoto. Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

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Coronakrise: Die Deutschen entdecken plötzlich Aktien!

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Ziemlich genau ein halbes Jahr ist vergangen, seitdem die Coronakrise die Aktien auf ihren tiefsten Stand drückten. Anschließend folgte mit einem Lockdown ein einmaliger Stillstand im Berufs- und Alltagsleben der Menschen in Deutschland. Die Konsumenten gaben zwangsläufig weniger aus als vor der Coronakrise, auch unter Berücksichtigung des geringeren Einkommens seit dieser Zeit. Was sie mit ihrem Geld anstellten, ergab eine Umfrage im Auftrag der Postbank – mit teilweise überraschenden Erkenntnissen.

Coronakrise: Die Zurückhaltung der Konsumenten

Wie veränderte die Coronakrise das Konsumverhalten der Deutschen? Dieser Frage ging das Marktforschungsunternehmen Kantar im Auftrag der Postbank nach. Die Ergebnisse:

Drei Viertel der Bundesbürger gaben weniger aus als zuvor, am meisten – 82,4 Prozent die 20 bis 29-Jährigen, die geringste Zurückhaltung bei den über 60-Jährigen mit 64,2 Prozent.
Da aber insgesamt die Einkommenseinbußen im Lande aufgrund von Zuschüssen, Kurzarbeitergeld u.a. moderat ausfielen, muss Geld gespart worden sein. Und zwar bei diesen Ausgaben:

  • Urlaub 46,2 Prozent
  • Gaststättenbesuche 39,6 Prozent
  • Hobby 31,7 Prozent
  • Mode 28,1 Prozent …..

Am geringsten waren die Sparmaßnahmen bei:

  • Genussmitteln (Alkohol, Zigaretten) 14,1 Prozent
  • Lebensmitteln 7,2 Prozent
  • Altersvorsorge 6,5 Prozent

Damit verbleibt ein Viertel der Bevölkerung, welches keine Ausgabenänderungen durchgeführt haben.

Wohin floss das Eingesparte?

Bei der Betrachtung der Sparziele treten doch einige Tugenden der Deutschen zu Tage – auch und gerade während der Coronakrise. Bei den Sparzielen nannten die Befragten:

  • Rücklagen für unerwartete Ausgaben 39,5 Prozent
  • Altersvorsorge 36,6 Prozent
  • Persönliche Muße 31,6 Prozent
  • Rücklagen für Krisenzeiten 28,9 Prozent
  • Erwerb von Wohneigentum 12,5 Prozent
  • Renovierungen 12,0 Prozent
  • Autokauf 11,6 Prozent
  • Rücklagen für Kinder 10 Prozent
  • Fast 13 Prozent konnten oder wollten überhaupt nichts zurücklegen.

Die Überraschung: Engagement in Aktien

Um diese Ziele wie Altersvorsorge und Weiteres zu erreichen, haben viele Sparer ausgerechnet in der Coronakrise mit all den Katastrophe-Nachrichten ihr Engagement in Aktien verstärkt. 3,2 Prozent tätigten zum ersten Mal eine Anlage in Aktien, 7,2 Prozent verstärkten ihre Wertpapierkäufe. Wie bereits schon öfters berichtet, macht 2020 das Sparplanprinzip in Deutschland die Runde. Mit 62 Prozent war die Anlage in Aktien seit dem Ausbruch der Coronakrise das bevorzugte Investment, gefolgt von ETFs (39,8 Prozent), Investmentfonds (22,2 Prozent), Zertifikate (13,9 Prozent), ganz am Ende Anleihen und Optionsscheine. Sollten deutsche Anleger tatsächlich einmal antizyklisch ins Geschäft mit Aktien eingestiegen sein?

Fazit

Auch wenn das gesamte Finanzsystem in einer sehr angespannten Lage ist und man jederzeit mit heftigen Korrekturen rechnen muss (vor allem in den kommenden Jahren) ist die Fokussierung auf Aktien von neuen Anlegern vermutliche keine schlechte Entscheidung. Die finanzielle Repression läuft – und die Zinsen haben nach vier Jahrzehnten ihren Nullpunkt erreicht. Eine (Leit-)Zinsanhebung ist aus faktischen Gründen auf lange Zeit obsolet und Zinsanlagen ergeben (gewollt) keine Rendite.

Aber die Wirtschaft muss weiter laufen, wie nach jeder Krise – und viele Aktien werden ihren Wert behalten, viele Anleihen dagegen nicht. Keiner hat eine Glaskugel. Aber ohne Wirtschaft, keine Einkommen, keine Steuereinnahmen, kein funktionierender Staat und ……kein Aktienmarkt. Banal aber wahr.

In der Coronakrise entdecken die Deutschen plötzlich Aktien

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