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Devisen

Schweizer Franken nach Zinsentscheidung der SNB – das „Game“ geht weiter

Claudio Kummerfeld

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Der Schweizer Franken hat nach der gestrigen Zinsentscheidung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) aufgewertet. Die SNB beließ den Zins bei -0,75%. Ein Teil des Marktes hatte mir einer kleinen Senkung gerechnet. Das hätte den Franken abwerten lassen. So hat man nun den Schweizer Franken etwas aufgewertet. Euro vs Franken fiel deshalb seit gestern früh von 1,1003 auf jetzt 1,0950. Der Chart zeigt den Verlauf von EURCHF seit Beginn der Woche.

Euro vs Schweizer Franken seit Anfang der Woche

Game rund um den Schweizer Franken geht weiter

Das „Game“ (wie wir es mal nennen wollen) rund um den Schweizer Franken geht weiter. Für die SNB ist es extrem wichtig den Franken am Aufwerten zu hindern, damit Schweizer Produkte im Ausland nicht noch teurer werden als ohnehin schon, und dass die Schweiz für ausländische Touristen nicht unerschwinglich wird. Daher hat die SNB wohl ständig einen Blick auf den Franken-Kurs in Relation zum Euro. Vor der Zinsentscheidung half die Kursentwicklung den Notenbankern, denn es setzte tagelang eine gewisse Franken-Abwertung ein. Im folgenden Chart sieht man Euro vs Schweizer Franken seit 21. August. Es kam zum Kursanstieg, also zur Franken-Abwertung. Das gab der SNB Raum zum Durchatmen, und der Druck zur Zinssenkung (der EZB hinterher rennen) war eher gering. EURCHF konnte vom Tief am 4. September bei 1,0811 bis jetzt gut 140 Pips zulegen. Aber die Reaktion im Kurs gestern und heute zeigt, dass aktuell eine kleine Franken-Aufwertung wieder eingesetzt hat. Wir zitieren hier die SNB mit ihren eigenen Worten aus dem Begleittext zur gestrigen Zinsentscheidung. Auszugsweise der nach unserer Meinung wichtigste Teil:

Die Lage am Devisenmarkt bleibt fragil, und der Franken hat sich handelsgewichtet aufgewertet. Er bleibt hoch bewertet. Negativzins und Interventionsbereitschaft sind wichtig, um der Attraktivität von Anlagen in Franken entgegenzuwirken und damit den Druck auf den Franken zu verringern. Die Nationalbank stabilisiert so die Preisentwicklung und unterstützt die Wirtschaftsaktivität.

Die SNB wird weiter intervenieren

Das bedeutete im Klartext: Ja, das Game geht weiter. Die SNB wird weiter am Devisenmarkt intervenieren und selbst gedruckte Franken gegen den Euro verkaufen, wenn der Schweizer Franken zu stark aufwertet. Die Gefahr ist latent vorhanden. Der Handelskrieg zwischen China und den USA sowie die Angriffe auf saudische Öl-Anlagen, aus denen schnell eine Eskalation entstehen kann, würden/könnten schnell wieder einen Run in Richtung „Sichere Häfen auslösen. Neben Yen, Gold und deutschen Bundesanleihen zählt auch der Franken dazu. Rauscht dann EURCHF schnell wieder in den Keller, müsste die SNB wieder aktiv werden. Man sollte auch nie ausschließen, dass die SNB womöglich außerplanmäßig ohne offiziellen Termin die Zinsen senkt. Man vergesse bitte nie die völlig unerwartete Aufhebung der Franken-Schwelle bei 1,20 aus Januar 2015! Spontan agieren kann die SNB also! Und ja, auch die EZB spielt eine Rolle. Lockert sie in den nächsten Monaten womöglich weiter ihre Geldpolitik, sollte der Franken wohl weiter aufwerten.

Euro vs Schweizer Franken seit 21. August

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Devisen

Türkische Lira steigt weiter – Zinsen und US-Dollar helfen

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira steigt dieser Tage immer weiter an. Zuletzt berichteten wir am Montag über die weiter steigende Inflation in der Türkei. Sie stieg von November auf Dezember von 14,03 Prozent auf 14,60 Prozent. Dennoch blieb die Lira robust. Und sie steigt bis heute weiter an. Dies liegt an der offenbar nachhaltigen Wirkung der letzten Zinsanhebung der türkischen Zentralbank vom 24. Dezember 2020. Insgesamt stieg der Leitzins in der Türkei seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent. Damit liegt er nun spürbar über der Inflationsrate.

Folglich werden Geldanlagen in der Türkei für ausländische Anleger wieder attraktiver. Und aktuelle Berichte zeigen, dass wirklich wieder Geld in die Türkei fließt. Dies stärkt natürlich die türkische Lira. Es gab im November und Dezember von ausländischen Finanzinstitutionen einen Zufluss in türkische Aktien und Anleihen in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar.

Türkische Lira wertet seit November auf

Auch muss man sehen, dass der US-Dollar seit einiger Zeit klar im Abwärtstrend ist, auch wenn er sich heute etwas erholen kann. Die Dollar-Schwäche und die kräftige Zinsanhebung in der Türkei helfen derzeit dabei die türkische Lira nach oben zu pushen. Seit November hat der US-Dollar gegen die türkische Lira verloren von 8,57 bis auf 7,23 heute früh (aktuell 7,32). Wie gesagt, ganz aktuell steigt der Dollar-Index – also eine eigenständige Dollar-Stärke, welche die Lira schwächt. Aber die große Bewegung seit zwei Monaten zeigt klar eine Lira-Stärke! Jetzt kann man, wenn man denn auf eine weiter steigende türkische Lira setzt, nur noch hoffen, dass Präsident Erdogan nicht nach einigen Wochen wieder auf Zinssenkungen drängt, und dass der Leitzins weiter hoch bleibt – damit die Lira-Aufwertung sich verfestigen kann.

Im ganz großen Bild (Chart USDTRY seit dem Jahr 2011), da erkennt man wie desaströs die Abwertung für die türkische Lira in den letzten Jahren war. Denn vor zehn Jahren musste man für 1 Dollar weniger als 2 Lira aufbringen – heute sind es wie gesagt 7,32 Lira. Die aktuelle Aufwertung der türkischen Währung sieht man im Chart nur ganz am Ende als noch überschaubaren Rückfall im USDTRY.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira seit 2011

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Goldpreis und US-Dollar: Wette auf Senatssieg für Demokraten

Claudio Kummerfeld

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Gold mit US-Adler und US-Dollar

Der US-Dollar fällt aktuell weiter nach unten, der Goldpreis steigt weiter an. Im Chart sehen wir seit dem 28. Dezember den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar in Form des Dollar-Index. Gold steigt seit Silvester bis jetzt auf einen neuen Höchststand von 1.955 Dollar. Der Dollar-Index notiert mit einem Indexstand von 89,29 Punkten auf den tiefsten Niveau seit April 2018. Seit gestern ist er erneut ein Stück abgerutscht.

Goldpreis und US-Dollar mit Blick auf Wahl in Georgia

Daraus kann man ablesen, dass die Spekulanten derzeit an einen Wahlsieg der Demokraten in Georgia glauben (hier der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann), womit die Sitze im Senat in Washington DC exakt gleich aufgeteilt würden, wodurch wiederum die neue Vizepräsidentin Harris den Ausschlag geben würde. Damit könnte Joe Biden in der Theorie durchregieren, auch wenn die Mehrheit nur hauchdünn ist. Noch ist die Wahl nicht entschieden, aber die Tendenzen deuten auf einen Sieg der Demokraten hin! Dieses Szenario zeigt eine weitere kräftige Staatsverschuldung für die USA.

Dies würde weiter schwächend auf den US-Dollar wirken, und somit stärkend auf alles, was in US-Dollar gehandelt wird – somit also auch für den Goldpreis. Das Edelmetall könnte auch im Sinne des „Fluchthafens“ vor Inflation dann wieder attraktiver werden, weil die Inflation in den USA zunehmen könnte – denn die Fed will bei steigenden Preisen erstmal nicht eingreifen.

Aber der Wahlausgang in Georgia ist auf der Kippe. Sollte eine der beiden Stimmen doch den Republikanern zufallen, könnte der US-Dollar womöglich plötzlich ansteigen, und der Goldpreis zurückfallen. Also, wir müssen heute im Tagesverlauf genau auf das Ergebnis aus Georgia schauen, wenn es denn heute schon verkündet werden kann.

Chart zeigt Verlauf im Goldpreis gegen den US-Dollar

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Türkische Lira robust, obwohl die Inflation in der Türkei weiter anzieht

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira zeigt sich heute robust. Das ist für Lira-Bullen endlich mal eine positive Nachricht. Denn heute hat das türkische Statistikamt Daten zur Inflation im Dezember veröffentlicht. Die Verbraucherpreise in der Türkei stiegen im Jahresvergleich um 14,60 Prozent, während die Steigerungsrate im November noch bei 14,03 Prozent gelegen hatte. Da müsste die Lira jetzt eigentlich Schwäche zeigen?

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Nein, diesmal nicht. Denn wir schauen zurück auf letzte Woche. Wir berichteten über die am Heiligabend durchgeführte zweite Zinsanhebung der türkischen Zentralbank. Der Leitzins in der Türkei steigt somit seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent an. Aber so schnell kann der höhere Leitzins natürlich nicht wirken, und bremsend auf die Verbraucherpreise einwirken. Von daher sollte man wohl noch ein, zwei Monate schauen, ob sich da was tut?

Die Zentralbank in Ankara hat endlich geliefert, und auch von der politischen Seite kommen von Präsident Erdogan derzeit kaum bis gar keine Aussagen, die quer schießen und somit die Autorität der Zentralbanker in Frage stellen. Und so ist die türkische Lira in diesem Umfeld in den letzten Tagen gut gestiegen. US-Dollar vs Lira fiel seit Heiligabend von 7,64 auf aktuell 7,36. Seit Anfang November ist es ein Rückgang von 8,50. Also: Nach jahrelanger brutaler Abwertung scheint die türkische Lira derzeit wirklich Kraft zu tanken, dank der auch ziemlich kraftvollen Zinsanhebung deutlich über die Inflationsrate von jetzt 14,60 Prozent. Im Chart sehen wir seit Anfang 2020 den Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira. Man sieht den deutlichen Rückgang seit November, also somit eine ansteigende Lira.

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Anfang 2020

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