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Skandal? Warum Deutschland bei US-Filmproduktionen so beliebt ist

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Seit Jahren werden immer mehr Hollywood-Blockbuster auch in Deutschland (vor allem in Berlin) gedreht. Was ist der Grund, warum Deutschland bei US-Filmproduktionen so beliebt ist? Das Berliner Flair? Nein… es geht wie immer ums Geld!

Studio Babelsberg Haupteingang
Haupteingang zu den Filmstudios Babelsberg bei Berlin.
Foto: Unify/Wikipedia – Gemeinfrei

Seit Jahren strömen US-Filmproduktionen nach Deutschland und drehen vor allem in den Babelsberg-Studios nahe Berlin. Teile oder große Teile der Filme werden dort gedreht. Warum ist das so? Hat man als Standort an Attraktivität dermaßen dazugewonnen, dass die Produzenten vom Standort Deutschland magisch angezogen wurden? Natürlich muss man positiv erwähnen, dass im Großraum Berlin und gerade um die Studios Babelsberg herum eine Art „Filmcluster“ entstanden ist (Anhäufung von Kompetenz). Aber die gibt es auch in Großbritannien und Frankreich. Warum also Deutschland, und warum gerade Berlin? Wie immer dreht sich alles um das liebe Geld, und gerade in Berlin dreht sich ja fast alles um staatliche Zuschüsse (Bundeszuschüsse). Neben Großprojekten (Elbphilharmonie/Berliner Flughafen) scheinen Politiker in Deutschland wie nirgendwo sonst auf dem Planeten Glanz in ihre Regierungszeit bringen zu wollen, in dem man US-Filmproduzenten anlockt. Wer schmückt sich nicht gerne auf einer Party mit Brad Pitt an seiner Seite? (Inglorious Bastards in Babelsberg gedreht). In erster Linie kann man da den Ex-Bürgermeister Wowereit erwähnen, der kein Blitzlichtgewitter ausließ anstatt sich auf seine Arbeit zu konzentrieren.

Filmförderung in Deutschland

Die meisten Bundesländer haben Filmförderanstalten, die sie mit üppigen Budgets ausstatten – besonders das Land Berlin leistet sich mit 30,5 Mio Euro pro Jahr einen großzügigen Fonds, um Produktionen anzulocken. Die Bundesregierung fördert über ihren eigenen „Deutschen Filmförderfonds“ (DFFF) in- und ausländische Filme, die anteilig auch in Deutschland produziert werden, mit 50 Millionen Euro pro Jahr. Diese „Zuwendungen“ des Deutschen Filmförderfonds werden als „nicht rückzuzahlende Zuschüsse“ vergeben. Auf der Webseite des „Deutschen Filmförderfonds“ heißt es Zitat:

„Wenn Sie Ihren Spiel-, Dokumentar- oder Animationsfilm in Deutschland produzieren und mindestens 25% Ihres Budgets im Land ausgeben, können Sie einen Zuschuss in Höhe von bis zu 20% der anerkannten Kosten erhalten.“

Solche Filmförderungen werden wie beim DFFF als Zuschüsse, von anderen Förderanstalten oft aber auch als Darlehen vergeben. Die großen Studios gründen für kostenintensive Produktionen extra eigene Tochtergesellschaften – für den Fall der Pleite des Films ist dann nur diese Tochtergesellschaft in der Haftung gegenüber der deutschen Filmförderung – ist sie pleite, erhält die Filmförderung ihren Kredit nicht zurück.

„Grand Hotel Budapest“

Exemplarisch möchten wir anhand des Films „Grand Budapest Hotel“ analysieren, in dem Stars wie William Dafoe, Ralph Fines, Bill Murray und Jeff Goldblum mitspielten, warum es gerade teure Produktionen aus dem Ausland nach Deutschland, und vor allem nach Berlin lockt. Die Gesamtkosten des vom Hollywood-Konzern „Twentieth Century Fox“ produzierten Films lagen bei 23 Millionen Euro – der Film hat weltweit 174 Millionen Dollar an Erlösen eingespielt.

Der Deutsche Filmförderfonds (DFFF) war mit 3,2 Mio Euro nicht rückzahlbarem Zuschuss dabei. Die „Mitteldeutsche Medienförderung“ (Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen) ließ sich nicht lumpen und legte zu diesem Film 900.000 Euro dazu. Das „Medienboard Berlin-Brendenburg“ war mit 450.000 Euro dabei. Ebenfalls 450.000 Euro gab die „Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg„. Insgesamt rieselten also 5 Millionen Euro deutsche Steuergelder auf „Twentieth Century Fox“ hernieder – ein Großteil davon als Zuschuss, nicht als Kredit. Also wurden bei 5 Mio Förderung und 23 Mio Budget satte 21,7% der Produktionskosten vom deutschen Steuerzahler bezahlt… das nimmt man doch gerne mal mit – solche Geschenke gibt´s vom US-Steuerzahler nicht. Und das war jetzt nur mal das Beispiel eines einzelnen Films.

Wie die Quote der nicht zurückgezahlten Darlehen ist, weil Filme floppten, ließ sich leider nicht gesichert feststellen. Woran das wohl liegen mag? Könnte das Ergebnis vielleicht in der Öffentlichkeit nicht so gut ankommen?

Was bringt´s für Deutschland ?

Wo versteuern die Hollywood-Schauspieler ihre Gagen, die sie von der Filmproduktion bekommen? Natürlich nicht in Deutschland, da sie sich hier ja nur ein paar Wochen aufhalten. Und die hunderten oder tausenden Komparsen, die in großen Produktionen im Hintergrund ein zwei Mal durchs Bild huschen? Da erhalten hunderte deutscher Laien (Studenten/Rentner etc), die ein oder zwei Tage Zeit haben, für ihre Teilnahme am Film vielleicht so zwischen 150-200 Euro. Wird ein Student das versteuern müssen, wenn er eh kein sonstiges Einkommen hat? Auch nicht.

Wenn man durch die Produktionen entstehende indirekte Steueraufkommen und nachgelagerte Folgeinvestitionen berücksichtigt, und dazu noch annimmt, dass ein gewisser Teil der geförderten Produktionen in der Lage waren die Fördergelder zurückzahlen, kann die Filmförderung für Staat und Steuerzahler unter Umständen kostendeckend oder sogar ein Gewinngeschäft sein. Dies letztendlich zu kalkulieren, wird unmöglich sein. Aber dennoch bedenklich ist, dass gerade ausländische Filmproduktionen sich mangels Alternativen in ihren Heimatländern deutscher Steuergelder bedienen – notgedrungen müssen sie dann einen Teil ihrer Produktionen in Deutschland herstellen. Das Entscheidende dabei ist aber: man verlagert sein marktwirtschaftliches Risiko auf den deutschen Staat – fährt der Film genügend Umsatz ein, zahlt man den Förderkredite zurück – floppt der Film, gibt´s eben keine Erlöse und der deutsche Staat bleibt auf seiner Forderung sitzen. Das Prinzip hat man in den letzten Jahren doch schon mal in einer anderen Branche gehört: „Verluste verstaatlichen und Gewinne…“

Bosse großer Hollywood-Studios bestätigten öffentlich schon vor Jahren, dass große Blockbuster ohne die staatlichen Fördergelder aus Deutschland nicht produziert worden wären. Man hat sich also liebend gern der Gelder bedient, die einem hier angeboten werden.

Nicht besser als Kohle und Werften?

Die deutsche Filmindustrie hatte Ende 2014 einen offenen Brief Richtung Bundesregierung verfasst, in dem man dazu aufforderte den Fördertopf der Bundesregierung für Filmproduktionen nicht zu kürzen, von dem vor allem auch ausländische Produktionsfirmen stark profitieren. Zu den Unterzeichnern gehörte die gesamte Filmprominenz Deutschlands, Regisseure wie Schauspieler. Es ging um eine Kürzung von 10 Millionen Euro, so dass dann „nur“ noch 50 statt 60 Millionen Euro jährlich an den „DFFF“ fließen. Der Protest war vergeblich und die Kürzung wurde durchgesetzt. Das Studio Babelsberg sprach prompt von Abwanderungsankündigungen ausländischer Produktionen.

Erstaunliche Logik. Man stelle sich vor ein Handwerksbetrieb würde zur Bundesregierung gehen und einfach so Geld verlangen nur dafür, dass er mit seinem Betrieb überhaupt tätig wird – wenn er kein Geld bekommt, wird er auch gar nicht erst tätig. Oder man stelle sich vor Fußballvereine würden auf staatliche Subventionen bestehen, sonst würden die Spieler gar nicht erst auflaufen… eine Industrie, die zugibt nur mit staatlichen Fördergeldern überhaupt tätig werden zu wollen bzw. zwingend darauf angewiesen zu sein, ist gar nicht überlebensfähig, siehe Kohleindustrie und Werftenindustrie in Deutschland. Merkwürdig nur, dass die Hollywood-Studios in den USA bei vielen Produktionen, die nicht über Deutschland laufen, auch ohne Förderung zurechtkommen. Da bleibt nur eine Frage: würden sie auch ohne Fördergelder ihren Weg in die heiligen Hallen von Babelsberg finden?

Abschließend stellen wir uns folgende Fragen: Warum gibt es eigentlich in Deutschland keine große von Privaten finanzierte Filmproduktionsfirma wie Universal, Time Warner etc? Warum muss in Deutschland immer alles vom Staat finanziert werden? Und warum muss der deutsche Steuerzahler einem Hollywood-Konzern Millionen schenken, der mit seinem Film am Ende vielleicht hunderte Millionen Gewinn erzielt? Ist es ein Skandal, oder ist es „ein Normalzustand“, dass sich privatwirtschaftliche Unternehmen einen fixen Teil ihrer Investitionen vom Steuerzahler bezahlen lassen? Man könnte es so beantworten: es scheint eine politische Entscheidung zu sein – man möchte „Glanz“ und „Prominenz“ nach Deutschland holen. Und das kostet nun mal.


5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    khaproperty

    27. Mai 2015 11:16 at 11:16

    Dumb Money from Germany ist schon lange eine der Devisen Hollywoods, wenn es darum geht, mehr Geld auszugeben, als tatsächlich erforderlich. So treibt man einerseits Umsätze, andererseits die Kosten für Subtätigkeit und erleichtert die in dem Geschäft besonders beliebte Geldwäsche.

    Gerade bei Blockbustern fanden und finden sich in den Produzentenvermerken reichlich Namen, aus vor allem dem Umkreis von Waffengeschäften, die gern mit Rauschgiftbusiness kompensiert werden. So befasste Außenminister Genscher sich i.V.m. Nahost-Geiselnahme mit Vermittlern aus dem Waffen- und Rauschgiftgeschäft, deren Namen sodann sehr große Film-Produktionen schmückten. Fehlt denn mal die Kokskohle, nimmt man auch gern mal wieder dumb money aus Germany.

  2. Avatar

    Freiberufler

    27. Mai 2015 12:21 at 12:21

    Die Produktionen heuern nicht nur Statisten in Deutschland an, sondern auch Personal aus der 2. und 3. Reihe. Diesen Effekt sollte man nicht unterschätzen. Die Amerikaner arbeiten hochprofessionell, und so bedeutet dies auch Erfahrung und Know-How-Transfer zu Gunsten deutscher Filmschaffender.
    Natürlich kann man die Nase rümpfen, dass da fett Fördergelder abgegriffen werden. Nur ist es so, dass die Kohle für die Filmförderung sowieso verballert wird, da ist es wahrscheinlich auch für den Steuerzahler sinnvoller, wenn US-Produktionen gefördert werden, die wenigstens was vom Geschäft verstehen.

  3. Avatar

    El Venezolano

    27. Mai 2015 15:58 at 15:58

    Der Staat haut so viel Kohle für noch viel sinnlosere Projekte (zB Froschbrücken über die Autobahn oder „Eurorettung“) da sind diese 50 Mio nun wirklich Peanuts. Und wenn dann so tolle Filme wie „Grand Budapest Hotel“ dabei herauskommen, umso besser. Auch Städte, die normalerweise kein Nicht-ex-DDR Bürger kennt, wie zB Görlitz, kommen in den Genuss, dadurch eine gewisse Bekanntheit zu erlangen. Also alles nicht so dramatisch.

  4. Avatar

    KK

    28. Mai 2015 07:20 at 07:20

    2.ter Kommentar: verstehe, mein 1. Kommentar wurde raus’moderiert‘, weil er die psychologische Seite des Rauschmittels Blockbooster antippte. Interessant.

  5. Avatar

    Filmproduktion Leipzig

    2. März 2019 12:57 at 12:57

    Ich denke, es sollte nicht vergessen werden, dass auch hier Kollegen in der Filmwirtschaft mit den Produktionen beschäftigt sind. Wir (https://wiel.org)z. Bsp. sind eine Service-Produktion und leben davon, dass internationale Filmproduktionen in Deutschland aktiv sind.

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Börse: Chancen und Risiken – welche Anlageklassen werden boomen?

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Die Börse hat den Corona-Crash scheinbar überwunden – die Aktienmärkte handeln an Allzeithochs, den Notenbanken sei Dank! Wie aber geht es nun weiter, mittel- bis langfristig?

„Die Börse ist gut drau und geht davon aus, dass alles gut wird“, sagt der ehemalige Hedgefundmanager Florian Homm. Dieses Mantra aber sei gefährlich und risikoreich, so Homm. Angesichts der Bewertungen an der Börse seien die Perspektiven eher mau: selbst wenn die Aktienmärkte im besten Fall 4% pro Jahr weiter steigen würden, bestünde die Gefahr, dass diese Zugewinne durch eine steigende Inflation zunehmend aufgefressen würden.

Homm analysiert in folgendem Video verschiedene Anlageklassen: Edelmetalle, Rohstoffe, Nahrungsmittel, Kryptowährungen, Anleihen und Aktien. Was dürfte in den nächsten Jahren am besten funktionieren? So oder so: „Wir befinden uns in einer spannenden, hochriskanten Dekade“, sagt Florian Homm. Aber angesichts der finanziellen Repression gehe aber eben kein Weg an der Börse vorbei, so Homm. Dabei zeigt er fünf Szenarien auf:

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Aktiensplit bei Tesla – folgen andere bald nach?

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Es ist Thema in vielen Wirtschaftsteilen der Medien – der Aktiensplit von Tesla und die extreme Kursreaktion eines Automobilherstellers, der schon zuvor fast so viel wert war wie alle Autoproduzenten Europas. Passt natürlich auch ins Schema von Elon Musk, der einen gigantischen Optionsvertrag besitzt, der ihm beim Erreichen hoher Werte in punkto Marktkapitalisierung Zuteilungsrechte eröffnet, die es so noch nicht gegeben hat. Zig-Millionen an Aktien in Stufen bis zu einem Unternehmenswert von 650 Milliarden Dollar, wie im Artikel vom 24. Juli dargelegt.

Der Aktiensplit zum Monatsende

Durch den exponentiellen Anstieg der Aktie von Tesla von 400 Dollar zu Jahresanfang bis auf fast 1800 Dollar, Mitte Juli und in sechseinhalb Monaten, war nicht nur ein Fahnenstangen-Chart entstanden, der nach Korrektur schreit, sondern auch ein psychologisches wie auch praktisches Problem entstanden. Für Millionen Kleinanleger, vor allem die vielen Neuen des Jahres 2020, war das Papier einfach zu teuer. Claudio Kummerfeld hat gestern die Wirkung der Fünftelung des Aktienpreises in einem Artikel beschrieben. Und es hat funktioniert. Am Tag nach der Ankündigung, einen Aktiensplit zu machen, erreichte die Aktie im New Yorker Handel 1585 Dollar und schloss bei 1554 Dollar, sagenhafte 13 Prozent im Plus, obwohl sich fundamental deshalb schon rein gar nichts geändert hat. Bei Beurteilung der Börsenreaktion von Tesla muss man aber die besondere Situation bei diesem Highflyer berücksichtigen. Einer der „meistgeshorteten“ großen Titel, bei dem die Leerverkaufsquote schon einmal 25 Prozent des Free Floats ausmachte. Zuletzt waren es immer noch über 10 Prozent oder 14 Millionen und da kann jede positive Meldung einen Pain Trade auslösen, in Form der berüchtigten Short Squeezes.

Nichtsdestotrotz gibt es Anleger, die keine Aktien mögen, weil sie optisch sehr teuer wirken. Als ob eine Deutsche Bank mit 8 Euro attraktiver wäre als eine Allianz mit 180 Euro.

So hatte kürzlich erst die Ankündigung von Apple, einen Aktiensplit von 4 zu 1 zu planen, Furore gemacht.

Ende August gibt es dann viermal so viele Papiere des wertvollsten Unternehmens der Welt. Statt etwa 455 Dollar wie am gestrigen Tag würde das Papier dann nur noch etwas mehr als 110 Dollar kosten. Die angekündigte Aktiensplit hatte selbst bei einem Wert mit einer Marktkapitalisierung von über 1,9 Billionen Dollar große Wirkung und ließ den Kurs nachbörslich um sechs Prozent in die Höhe schnellen. Diese Reaktion macht Anleger neugierig und man hält Ausschau nach Titeln, die optisch teuer sind und wo sich das Management zu so einem Schritt entscheiden könnte. Nach Ansicht von Experten sollten Aktien, die für einen Aktiensplit in Frage kommen, zwei Bedingungen erfüllen: Sie müssten in der letzten Zeit stark nach oben gegangen sein und die Aktien sollten über 400 Dollar kosten.

Welche Werte könnten dem Beispiel folgen?

Angesichts der „Anomalie“ einer folgenden Kurssteigerung infolge von optischen Psychotricks könnte es nicht verkehrt sein, nach Titeln Ausschau zu halten, die extrem gestiegen und extrem hohe Kurswerte aufweisen. Da fällt einem natürlich sofort Amazon ins Auge, die Online-Aktie, die es bereits zum Schnäppchenpreis von 3100 Dollar gibt. Wann wird sich Jeff Bezos zu diesem Schritt entscheiden, schließlich wurde die Aktie in diesem Jahrhundert auch noch nicht gesplittet? Immer wieder unglaublich anzusehen, die Entwicklung dieses Wertes, der im Crash des Jahres 2001 auf unter 10 Dollar gefallen war. Dann gibt es natürlich noch weitere FAANG-Aktien, die die großen Renner des Jahres waren: Alphabet mit über 1500 Dollar, Netflix mit über 450 Dollar, aber auch andere bekannte Titel wie BlackRock (580 Dollar), Adobe (450 Dollar), Nvidia (460 Dollar) oder der sehr teure und auch in Deutschland bekannte Online-Reisekonzern Booking.com mit über 1800 Dollar. An Auswahl mangelt es nicht.

Wie ist es in Deutschland?

Natürlich kennen wir hierzulande auch den Aktiensplit, vor einem Jahr war es der Sportartikelhersteller Puma, der seine Aktien gezehntelt hatte. Vor Kurzem war es die Medizintechnikfirma Eckert und Ziegler. Aber auch die großen Werte aus dem DAX wie BASF, Beiersdorf, Eon, Fresenius, SAP oder Siemens haben ihre Anteilsscheine schon geteilt, aber das ist schon viele Jahre her. Optisch richtig teure Werte gibt es derzeit nicht im Dax, aus dem MDax ragt der Küchenhersteller Rational mit seinem 600 Euro Kurswert hervor. Aber wer weiß, deutsche Unternehmen ahmen nicht selten angelsächsischen Gepfogenheiten nach und schließlich befindet sich unser Leitindex auch in seiner Mehrheit in ausländischen Händen.

Fazit

Tesla hat strategisch nachgemacht, was Apple bereits vor Monatsfrist erfolgreich vorgemacht hat: Die teuerste Firma der Welt hat bereits vier Mal einen Aktiensplit durchgeführt, der fünfte ist für Ende August angekündigt und hat zu den gewohnten (positiven) Kursreaktionen geführt. Ohne die Splits würde die Aktie des Börsengiganten Apple heute bereits 24.000 Dollar kosten. Für viele Kleinanleger unhandelbar. Dass es dennoch anders geht, zeigt die Aktie von Warren Buffett, Berkshire Hathaway.

Diese kostete bei seiner Übernahme der Firma im Jahre 1965 unter 20 Dollar und heute in der Ur-Form als A-Aktie ungesplittet etwa 318.000 Dollar, eine Performance von über 2 Millionen Prozent, allerdings in einem für Normalanleger unvorstellbar langem Zeitraum. Geschadet hat es der Performance der Aktie auf lange Sicht nicht, weil zu guter Letzt die Fundamentaldaten zählen.

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