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Strategisches Nordkorea, oder wie man ein teures Atom- und Raketenprogramm finanzieren kann

Was würden Sie tun, wenn sie vor der großen Aufgabe stünden ein Atom- und Raketenprogramm zu entwickeln, Ihnen aber keine Geldmittel in sehr hohen Mengen zur Verfügung stehen? Das Optimalste wäre…

Redaktion

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Ein Gastkommentar von @Forex-Stratege

Was würden Sie tun, wenn sie vor der großen Aufgabe stünden ein Atom- und Raketenprogramm zu entwickeln, Ihnen aber keine Geldmittel in sehr hohen Mengen zur Verfügung stehen? Das Optimalste wäre es ein Programm zu entwickeln, für das andere bezahlen – was mich selbst also wenig oder bestenfalls gar nichts kostet. Im extremsten Fall könnte ich sogar noch Gewinne damit erzielen. Doch wie soll so etwas möglich sein?

Führen wir mal ein mögliches Gedankenspiel durch. Was wäre dafür nötig so ein Szenario zu erreichen, wie könnte man so etwas umsetzen? Hohe Kosten fallen vor allem für Wissenschaftler und Arbeiter an, die das Atom- und Raketenprogramm entwickeln und aufbauen. Außerdem werden sehr hohe Ausgaben für Logistik, Material und Infrastruktur entstehen.

Um diese gewaltigen Kosten zu kompensieren oder zumindest teilweise auszugleichen, bräuchte man auch eine sichere Einnahmequelle, am besten sogar projektbezogen. Wie würden Sie dieses Problem lösen? Eine mögliche Variante wäre die Welt zu verunsichern, und von dieser Unsicherheit zu profitieren. Da man selber die Verunsicherung jederzeit steuern kann (ansteigend oder absinkend), und da man folglich das Aggressionspotenzial in der eigenen Hand hat, entsteht ein gewaltiger Informationsvorsprung.

Würde ein Land diesen Vorsprung an der Börse ausnutzen, könnte es gigantische Einnahmen erzielen und eine sehr hohe Kostendeckung erreichen. Ein Beispiel: Ich schieße eine Rakete bewusst über Japan hinweg, und verunsichere die Welt. Ich weiß, dass daraufhin die Börsen und Währungsmärkte auf die Unsicherheit reagieren. Ich verkaufe vor diesem Ereignis zum Beispiel USD und kaufe Schweizer Franken, weil mit einem kurzfristigen Absinken des USDCHF-Kurses zu rechnen ist, da einige Investoren in die sichere Fluchtwährung Schweizer Franken wechseln bei größeren Problemen in der Welt.

Das ist natürlich nur ein Beispiel von vielen – viele denken auch an Gold als sicheren Hafen usw… jede Rakete, die ich also abschieße, bringt mich meinem Ziel eines entwickelten Atom- und Raketenprogramms näher, und gleichzeitig verdiene ich verrückterweise damit auch noch Geld. Eine optimalere Situation, um ein solches Programm zu entwickeln, wäre ja fast nicht mehr denkbar. Natürlich ist dies nur ein Gedankenspiel – aber wenn etwas mit hohen Potenzial denkbar ist, und dazu noch einfach in der Anwendung, wie oft werden solche Sachen nicht genutzt? Und dies ist nur ein extrem einfaches Beispiel.

Dieses Gedankenspiel wäre so komplex aufbaubar, dass man nicht nur die Programme teilfinanziert – vielleicht schafft man es sogar sich damit komplett zu finanzieren, oder darüber hinaus. Die Variante war nur eine sehr simple. Da ist noch so viel mehr möglich um aus extremen Informationsvorsprüngen
Gewinne zu erzielen! Nichts ist so profitabel an der Börse, als die Unsicherheit zu steuern und schon vorher zu wissen, wann etwas passiert. Das Endprodukt wäre eine Gelddruckmaschine im größten Ausmaße, die gleichzeitig das gewünschte Ziel ermöglicht.

An dieser Stelle wollen wir das Gedankenspiel beenden. Noch nie war es preislich so günstig für Nordkorea ein Raketenprogramm zu entwickeln. Würden Sie es sich entgehen lassen? Was wäre, wenn ein großer Teil des Aggressionspotenzials Nordkoreas nur darauf zurückzuführen ist, dass man das Ziel eines Atom- und Raketenprogramms einfach nur leichter und dramatisch billiger erreichen kann? Würde es die Lage in der Welt erleichtern? Wahrscheinlich nicht – aber sie wäre dadurch vielleicht besser zu verstehen. Aber da man hierzu keine genaueren Informationen hat, wollen wir auch nicht weiter darüber spekulieren, und es auch nur als ein Gedankenspiel betrachten.

Wie denkt ihr darüber?


Vater und Großvater vom aktuellen Herrscher Nordkoreas Kim Jong Un. Foto: J.A. de Roo / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

24 Kommentare

24 Comments

  1. Avatar

    Sprenzi

    20. September 2017 14:11 at 14:11

    Tolle Idee – wann starten wir?? :-))

  2. Avatar

    Walter Schmid

    20. September 2017 14:11 at 14:11

    Interessantes Gedankenspiel.

  3. Avatar

    Sprenzi

    20. September 2017 14:16 at 14:16

    Meine erste Rakete startet am Sonntag von München aus und überfliegt Berlin. Ich denke, das hat einen massiven Einfluss auf das Wahlergebnis!

  4. Avatar

    Feldmaen

    20. September 2017 14:20 at 14:20

    Das ist doch ein alter Hut und allgemeine Praxis der großen Player an der Börse. Ich will günstig in Kryptos investieren, dann muss ich nur Dimon heißen und Bitcoins Betrug nennen. Oder ich heiße George Soros und tröte mit einem Megafon das ich short in Deutschen Bank Aktien bin. Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Sind alle Short gehe ich long. Marktmacht ebend. Und das Kim Jong Un niemals Amerika angreifen würde sollte jedem klar sein, da könnte er auch gleich den nächsten Wasserstoffbombentest in seinem Vorgarten durchführen. Man darf sich von den dicken Fischen nicht verarschen lassen!

    • Avatar

      Petkov

      20. September 2017 15:08 at 15:08

      In seinen Vorstellungen ist sein Vorgarten Südkorea :-)

  5. Avatar

    Rainer Köhler

    20. September 2017 14:31 at 14:31

    Nicht schlecht ;-)
    Dann will ich mal eine schöne Verschwörungstheorie daraus spinnen: Ein geheimer Kreis aus Hedgefondsmanagern und Bankern arbeitet in absoluter Geheimhaltung mit dem nordkoreanischen Regime zusammen. Oder noch besser: Kim Jong Un ist der geheime Strippenzieher hinter sagenumwobenen Elitenzirkeln der Wallstreet.
    (Kreatives Denken fördert die geistige Fitness)

    • Avatar

      Feldmaen

      20. September 2017 14:41 at 14:41

      Ja, genau! Das würde so einiges erklären! ;-)

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    ex- Bänker

    20. September 2017 14:50 at 14:50

    Wäre da noch die Sache mit den Insidern, da sicher einige Privilegierte mitverdienen dürften müsste sich das in irgendeinem Chart auswirken.Hat mal einer geschrieben dass beim 6Tage -Krieg der anscheinend überraschend kam der Goldchart vorgängig reagierte.Ich meine auch dass beim Ch FR.- Schock keine Insider am Werk waren weil der jetzige Chef der SNB ein in dieser Branche unüblich seriöser Mann am Ruder ist. Er wurde dafür weltweit von höchster Stelle kritisiert.Hätte es Insider gegeben wäre der FR.- weniger schockartig gestiegen.Was für die Amis nachteilig ist dass sie keine Goldmann Sachs Leute in Koreas Regierung haben.Könnte sein dass die Chinesen u. Russen diesmal besser informiert sind.Früher oder später werden die sowieso mehr Gewicht haben u.der DJ wird dann vielleicht nur auf 500 000 steigen statt wie Buffet meint auf eine Million.

  7. Avatar

    Sprenzi

    20. September 2017 14:58 at 14:58

    Und dazu muss man wissen: Kim Jong Un wurde bereits im zarten Alter von 14 Jahren, als er noch in der Schweiz zur Schule ging, auf Veranlassung der Illuminati zum Freimaurer-Meister gewählt!

    • Avatar

      Feldmaen

      20. September 2017 15:26 at 15:26

      Das Tom Hanks da noch nicht drauf gekommen ist, ich leg mich ab!

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    Bademeister

    20. September 2017 15:28 at 15:28

    @FOREX-Stratege Die beschriebene Angststrategie funktioniert nicht nur in/für Nordkorea! Nordkorea kupfert diesbezüglich bei den USA ab! Während jedoch für Nordkorea jeweils nur für kurze Zeit „das Fenster offen“ ist, verdienen sich Trump und seine reichen Freunde nun schon bald seit einem Jahr ununterbrochen goldene Nasen…und irgendwann stumpft jedes Volk/Marktwirtschaft bzgl. Negativ- und Positivmeldungen und den daraus logischen und unlogischen Aktionen und Reaktionen ab. Aufgrund gerade solcher Verfallsymptome haben es Bit- und Altcoins immer leichter, anonym und scheinbar ereignis- und grundlos zu steigen.
    Bestes Beispiel in Deutschland aktuell die Dieselproblematik und der zwar von ganz Oben gesteuerte, aber von Industrie und Volk noch nicht angenommene E-Hype. Wird das genauso enden wie das Ding mit den ach so tollen Energiesparlampen? Damals wurde gebasht was das Zeug hielt, um anscheinend einige wenige Lobbyisten uber Nacht reich zu machen…heute weiss man, dass die Dinger teuer sind, dreimal soviel Energie wie angegeben verbrauchen und obendrein noch schädlich für die Umwelt sind….es gibt aber mittlerweile keine Alternative mehr.

    • Avatar

      Forex-Stratege

      20. September 2017 17:18 at 17:18

      da gebe ich dir voll Recht.

    • Avatar

      Feldmaen

      20. September 2017 17:50 at 17:50

      Den E-Hype gibt es bei uns (noch) nicht, da er ökologisch und wirtschaftlich auch noch nicht wirklich sinnvoll ist. Ganz anders sieht es aber in den chinesischen Megacities aus, hier gibt es ja das allbekannte Problem mit dem Smog. Da wird das Elektroauto schon bald nicht mehr wegzudenken sein, ganz ohne Hype…

      • Avatar

        Bademeister

        20. September 2017 19:32 at 19:32

        Der E-Hype in Deutschland ist der überhastete und unüberlegte Versuch der jetzigen Bundesregierung, der Politik „America First“ von Donald Trump erfolgreich(?) entgegenzutreten. Es wird tatsächlich geglaubt, mit Wissens- und Technologievorsprung (?) die USA im globalen Autobau „subtil und mit guten Argumenten“ ausboten zu können. Trump will mehr Chevrolets…auf deutschen Straßen sehen, die sind aber nicht „E“. Amerika wird es auf Jahrzehnte mit den Eigenmarken nicht hinbekommen „E“ zu werden, weil sich der größte Teil der Autobesitzer um die Umwelt nicht schert, der Sprit immer noch superbillig ist und auf Jahrzehnte die benötigte Infrastruktur dafür fehlt (ein belastbares nationales Stromnetz), im Gegensatz zu Europa, ist (abgesehen von der kleinen Musk-Schmuddelbude, die wesentlich mehr redet als produziert und danach erst verkaufen könnte)
        China wie Amerika autotechnisch eine andere Welt. Die Luft war dort schon vor Jahrzehnten genauso dreckig wie heute, da ist die heutige flexible und individuellere Fortbewegung von immer mehr Menschen das Problem. Mit dem konventionellen Autobau haben die Chinesen nicht viel am Hut, deshalb forciert man jetzt das „E“-Ding, mit dem man heute schon international punkten kann (ich sehe kaum einen E-Roller auf unseren Straßen, der nicht aus China kam…hab mir vor zwei Wochen selber so ein Ding gekauft und bin damit zufrieden).
        Und noch was: Mit einem E-Auto werden wir in Zukunft gläserne Fahrer sein, spätestens bei der nächsten Dockingstation werden unsere Daten von irgendwem ausgelesen werden können, wennst keine Zulassung mehr hast, die Versicherungsrate nicht bezahlt hast, oder anderwärtig böse warst wird das Ding rumsplumps stillgelegt.
        Zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich für Konsumenten absolut keine Vorteile bzgl. „E“, es gibt wesentlich mehr Fragen als Antworten und echten Alternativen, die vorher noch penibel abgeklärt werden müssten…nicht so wie der Schnellschuss bei den Energiesparlampen…

  9. Avatar

    Gerd

    20. September 2017 15:39 at 15:39

    Das Spielchen habe ich 2014/2016 zusammen mit Ministerpräsident
    Alexis Tsipras aus Griechenland auch schon praktiziert.
    Ja zu den EU-Bedingungen – rauf mit den Kursen. Nein zu den Bedingungen, die Pleite winkt – runter mit den Kursen. Das haben wir ungefähr so fünf mal hin und her gemacht.

    Sah damals finanziell sehr gut aus für uns, also für Griechenland und mich.
    Mittlerweile haben wir die Milliardengewinne aber schon wieder verprasst. Oder? Nee, Geld ist deshalb keines da, weil das nur eine schöne Vorstellung war. Aber seinerzeit wollte niemand auf meinen veröffentlichten Vorschlag hören.
    Na, jetzt hatte ich dafür bis vor einiger Zeit halt in ÖL gemacht, mit Saudi Arabien.
    Förderkürzung Ja- Nein- Ja – Nein, u.s.w.

    Ach, da da findet sich immer was.

  10. Avatar

    Jan

    20. September 2017 15:43 at 15:43

    Seit ich mir mit Geldanlage beschäftige, sinne ich auf ein Hebel um alle Kollegen Anleger bei zu bringen das yxAG oder irgendwelche Währung gleich abstürzt oder so.
    Bislang ohne Lösung. Mein Megafon reicht nur bis zum Nachbarn und der Handelt nicht. Das die Großen das erfolgreich machen ist so klar wie das System. Aber vielleicht sind Sie, verehrte Autor erst seit gestern dabei?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      20. September 2017 15:47 at 15:47

      @Jan, der Autor ist nicht gerade seit gestern dabei, ganz im Gegenteil..

    • Avatar

      Forex-Stratege

      20. September 2017 17:14 at 17:14

      Das was du schreibst wird doch schon oft bei Pennystocks sehr oft gemacht. Dort auch komplett nachweissbar. Der Artikel war nur ein Gedankenspiel, welches in der aktuellen politischen Lage einfach zum Denken anregen sollte, das nicht immer alles so sein muss, wie es scheint auf dem ersten Blick.

      Das viele Sachen auch getan werden, vor allem wenn sie einfach umsetzbar sind, das sollte klar sein. Da hast du Recht.

  11. Avatar

    Gerd

    20. September 2017 15:43 at 15:43

    Es war 2014/ 20 1 5 nicht 2016.

  12. Avatar

    PK

    20. September 2017 15:48 at 15:48

    ich habe genau da schon drüber nachgedacht und halte es für absolut wahrscheinlich, daß Kim Yong Un genau das macht, wie damals die al Qaida 9/11.
    Aber müsste er dann nicht Spuren am Terminmarkt hinterlassen ?

    • Avatar

      Forex-Stratege

      20. September 2017 17:23 at 17:23

      das kommt eben total darauf an wie man es macht. Die Möglichkeiten sind ja fast unendlich. man könnte auch direkt einfach CHF tauschen gegenüber anderen Währungen bei Banken, viele Derivate nutzen,…. . Man könnte sogar Handelsstrategien handeln, und erst wenn es gegen einen läuft „intervenieren“ mit Informationsvorsprung,…… das rausfinden der Spuren ist bestimmt nicht so leicht wie man es sich vorstellt. Ausser man eröffnet ein Konto auf den Staat Korea und kauft direkt mal was.

  13. Avatar

    Patrick Vandercar

    20. September 2017 16:45 at 16:45

    Der James Bond Film Casino Royale behandelt doch genau ein solches Thema!
    Was war mit dem Anschlag auf den BVB?
    Oder schaut euch die Serie Billions an da werden auch solche Machenschaften behandelt. Vorsprung durch Wissen = ein haufen Geld!

  14. Avatar

    Jan

    20. September 2017 18:08 at 18:08

    Ah!
    Da habe ich eine idee.
    Wir kommunizieren über dieses Medium.
    Sobald der geheime Botschaft kommt, kaufen alle Öl long. Damit verursachen wir ein Puls, die Masse folgt, die Algos folgen und bei 2% oder so steigen wir alle aus und kaufen sofort Öl short. Der Masse merkt, das war ein Luftnummer, steigt aus, die Algos drehen um und wir gewinnen nochmal!
    Wieso habe ich das nicht eher bedacht?
    Macht ihr mit?

    • Avatar

      Bademeister

      20. September 2017 18:56 at 18:56

      Was glaubst du, wieso sich Mutti in dieser Woche keinen Anschlag mehr wünscht?…und warum sich die AFD über die Aussage von Altmaier so freuen kann?
      Nächste Woche dann dürfen wir endlich Bilder sehen von den Großdemonstrationen in Frankreich, Polen und Barcelona!
      Ein Gros der Menschen in dem Land ist doch nicht mehr fähig, einen eigenständigen und ernsthaften Gedanken zu fassen, geschweige denn so zu leben…sonst ist ja wirklich alles im Öl…und genau für solch „unheilbare Fälle“ sind doch Algos und Mutti erfunden worden.

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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