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Wie die Energiewende scheitert - auch wegen der Bürokratie Strom – anders als Gas wirklich kein Problem in Deutschland?

Eigentlich kann man nur noch den Kopf schütteln!

Strom Gas Energiewende Nord Stream 1

In Deutschland dreht sich die öffentliche Diskussion fast aussschließlich um Gas mit der Frage, ob Russland nach Ende der Wartung von Nord Stream 1 weiter liefern wird – aber kaum jemand redet von unserem Problem mit Strom. Während die Füllstände der Gas-Speicher inzwischen ein Politikum geworden sind, sei Strom doch gar nicht das Problem, wie Wirtschaftsminster Habeck meint: „Fakt ist: Wir haben aktuell ein Gasproblem, kein Stromproblem„. Wirklich?

Was passiert, wenn Russland wirklich kein Gas mehr durch Nord Stream 1 schickt (womit die EU-Kommission rechnet) und Millionen von Menschen in Deutschland mit Gas-Heizungen dann im Herbst und Winter versuchen, mit Strom-Aggregaten zu heizen? Sind unsere Netze dem wirklich gewachsen? Manche Medien werfen Habeck daher „Realitätsverweigerung“ vor.

Auch beim Strom kann es eng werden, nicht nur beim Gas

Habeck hat vielmehr gute Ratschläge für die Bürger: kürzer duschen, Büros sollen doch bitte die Heizungen früher herunter regeln – als ob die Privatwirtschaft letzteres nicht schon längst tun würde (gerade in Zeiten explodierender Energie-Kosten). Das Motto lautet: möglichst raus aus fossilen Brennstoffen, koste es, was es wolle. Dabei soll auf grüne Energie umgestellt werden – aber diese Umstellung hätte massive Konsequenzen: der Verbrauch von Strom würde dadurch massiv steigen!

Zweites Problem: die erforderliche Menge an Öko-Energie gibt es gar nicht, wie Ulrike Herrmann von der „taz“ auf den Punkt bring – sie zeigt klar auf, welche Konsequenzen der Abschied von fossilen Energieträgern etwa in der Chemie-Industrie hätte:

Schon jetzt steigen die Strom-Preise extrem – in Frankreich etwa erreicht der Preis für heute ein neues Allzeithoch angesichts des erhöhten Bedarfs aufgrund der weitverbreiteten Hitze und der damit verbundenen Probleme bei der Erzeugung von Strom:

Erneuerbare Energien und Strom: Die Bürokratie in Deutschland macht das Problem noch größer

Als wären die Risiken und Probleme nicht schon groß genug:  die deutsche Bürokratie und unsinnige Vorschriften machen das Problem noch viel größer! Viele Bürger haben viel Geld etwa in Solaranlagen investiert – können diese aber aus nicht nachvollziehbaren Gründen nicht ans Strom-Netz anschließen!

Wenn das so weiter geht, haben wir nicht nur ein großes Problem mit Gas, sondern auch mit Strom. Folgende Doku von „Spiegel TV“ zeigt, wie die deutsche Bürokratie bei der Energiewende bremst – man kann eigentlich nur noch mit dem Kopf schütteln:



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11 Kommentare

  1. Die Schildbürger sind ja intelligent dagegen.
    Deutschland wird heruntergewirtschaftet.

  2. Herr Fugmann, es ist zu spät.
    Wenn Habeck sich jetzt auch noch dafür einsetzt die AKWs weiter laufen zu lassen, dann werden die Grünen Extrem-Ideologen ihn „hängen“.
    Und desto schlimmer die Aussichten auf den Winter werden, desto mehr glauben die Deutschen ihren Führern.
    Wollt ihr die totale Energiewende?
    Totaler und radikaler….
    Erraten Sie doch mal die Antwort.
    Dann doch lieber Habeck als Bundeskanzler, und per Volksentscheid dann auch noch das Amt des Bundespräsidenten.
    Grundgesetz? Ach, das ist aus Gummi, wenn die Politiker es wollen.
    Die meisten wollen Habeck als Kanzler.
    https://www.n-tv.de/23473771

    Wie ich erwarte, hat Putin soviel wirtschaftlichen Verstand, dass er weiter über N1 Gas liefert und über N2 anbietet, bis die Verflüssigungsanlagen das Gas für 2 LNG Tanker am Tag fertig sind. Wenn auch nicht volle Kapazität.
    Ich halte mal die Daumen.
    Dann wird es allerdings immer noch „nur“ sehr, sehr teuer werden, in Deutschland Energie zu verbrauchen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  3. Der Spiegel.
    Heute mal Aufklärerisch unterwegs.
    Danke für die Informationen.
    Aber nur im Hinblick was grün schiefläuft.
    Sonst Hofberichterstatter der Regierung.
    Die eigentliche Macht, ist Anscheinend die Bürokratie, vom Volk gewählt?

  4. Ich dachte, gerade und besonders Frankreich hat so tolle AKW, die auch bei Hitze viel besser sind als Erneuerbare?
    Kopfschüttel…

    1. @Martin, die haben temporär ein Problem (vor allem aktuell wegen Wetter) – wir dagegen haben ein dauerhaftes Problem!

      1. @Markus Fugmann, da muss ich dir widersprechen. Ersten haben die französischen Atommeiler kein temporäres Problem, sondern ein mittel- bis langfristiges ständiges, weil immer mehr Undichtigkeiten an Schweißnähten etc. festgestellt werden. Zweitens treten die Probleme spätestens seit 2016 Jahr für Jahr auf, und zwar immer doppelt, im Sommer und im Winter.
        https://finanzmarktwelt.de/die-eu-kommission-will-atomkraft-221597/#comment-109012

        Was unser dauerhaftes Problem betrifft, kannst du da mal Beispiele nennen? Wann war der letzte Blackout, wann mussten wir in letzter Sekunde durch Stromimporte gerettet werden?
        Die Probleme, die wir wirklich haben, werden im SPIEGEL-Video sehr treffend beschrieben: Bürokratie und die Gesetze der Vorgängerregierung, die nach der Solarbranche auch noch die Windbranche zu zerstören versuchte. Ob absichtlich, willkürlich oder aus reiner Inkompetenz, sei einmal dahingestellt.
        Und das größte Problem sind vor allem die unflexiblen „Grundlastkraftwerke“, die ständig so viel nicht regelbaren Strom einspeisen, dass unglaubliche Mengen an grünem Strom abgeregelt oder verschenkt werden müssen.

        Genau in dieser unflexiblen und trägen Regelbarkeit liegt das derzeitige Problem, und nicht beim „unzuverlässigen Zappelstrom“, wie mancher Ahnungslose so gerne zu sagen pflegt. Falls im Winter tatsächlich massiv Elektroheizungen das Netz belasten sollten, werden wir noch froh sein um diese Kraftwerke, die extrem schnell hochgeregelt werden können.

        1. Deshalb haben wir doch die unflexiblen „Grundlastkraftwerke“ (Kohle, Atom) durch flexible „Grundlastkraftwerke“ (Gas) ersetzt, um dann das umweltfreundliche billige Gas aus Russland durch teures umweltschädigendes Fracking-Gas zu ersetzen, wobei insbesondere der Transport umweltschädlich ist.

        2. Atomkraft ja Bitte!

          Der Mythos der unregelbaren bzw. schlecht regelbaren Atomkraftwerke muss auch einmal in Frage gestellt werden. Da gibt es immer wieder Ahnungslose die so etwas behaupten.

          Atomkraftwerke sind zwar nicht ganz so flexibel wie Gaskraftwerke, aber immer noch besser als Kohlekraftwerke.

          Sind KKW kompatibel mit einem hohen EE-Anteil?

          Als Ausgangspunkt der Untersuchung wurden die technischen und betrieblichen
          Möglichkeiten und Grenzen der Lastfolgefähigkeit der deutschen KKW beleuchtet. Aus deren Betriebshandbüchern geht hervor, dass Leistungsänderungen im Bereich nahe der Nennleistung (das ist die höchste Leistung, die bei bestimmungsgemäßem Betrieb erbracht werden kann)
          um bis zu 10 % pro Minute möglich sind. Dies ist deutlich schneller, als es z. B. bei Kohlekraftwerken Stand der Technik ist (zwischen 2,5 und 4 %/min). Lediglich Gasturbinen sind mit 12 %/min noch
          schneller regelbar.

          https://www.itas.kit.edu/downloads/tab-brief/tb047_grue16a.pdf

          Das ist halt ein Mythos der Atomkraftgegner. Jede Form der Energieerzeugung hat auch ihre Schattenseiten aber Kohleverstromung ist in meinem dafürhalten die Form, mit der größten mit der höchsten Wahrscheinlichkeit schädlichen Erzeugungsart.

          1. Atomkraft ja Bitte!

            Ergänzung:

            Fazit ist, dass bei einer vermehrten Nutzung von Kohlekraftwerken insgesamt die Energieerzeugung unflexibler wird.

            Ab Ende des Jahre sollen ca. 6 Prozent der Atomenergie ersetzt werden und das wahrscheinlich größtenteils mit Kohlekraftwerken.

            Dann wird das Problem, welches Leftutti beschrieben hat noch viel größer werden:

            „Und das größte Problem sind vor allem die unflexiblen „Grundlastkraftwerke“, die ständig so viel nicht regelbaren Strom einspeisen, dass unglaubliche Mengen an grünem Strom abgeregelt oder verschenkt werden müssen.“

            Wird mehr Strom abgeregelt oder verschenkt entstehen noch mehr Kosten, welche die Volkswirtschaft in Deutschland insgesamt belasten wird und die man sich auch Leisten können muss (Stromkosten, Wettbewerbsfähigkeit etc.)

            Daher wäre es nach meinem dafürhalten sinnvoller Atomkraftwerke vorübergehend weiter zu betreiben und Ideologische vorbehalte hinten an zu stellen.

            Aber uns rennt die Zeit davon und vielleicht ist es durch die Blockadehaltung einiger Ideologen schon zu spät. Und die, werden dann irgendwann behaupten, dass man ja gerne handeln würde, es aber leider nicht mehr möglich ist.

  5. Hallo Atomkraft ja Bitte!
    Interessant!
    Viele Menschen wissen auch nicht, dass ein Kohlekraftwerk mehr Radioaktivität abgibt, als ein Atomkraftwerk im Normalbetrieb.
    Was mir aber wirklich Sorgen macht, ist die grüne Gesinnung.
    https://report24.news/baerbock-streicht-kompetenz-als-voraussetzung-fuer-diplomaten-kuenftig-zaehlt-nur-noch-gruene-gesinnung/
    Ja, das hatten wir schon einmal, dass Gesinnung in der Diplomatie über Kompetenz und Intelligenz gestellt wurden.
    Mit dem bekannten Ergebnis.
    Aber sie hat trotzdem recht.
    Denn grüne Gesinnung passen auch nicht mit Kompetenz und Intelligenz zusammen.
    Ich hoffe, die deutsche Außenministerin benimmt sich nicht wieder wie der Elefant im Porzellanladen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  6. Pingback: Meldungen vom 20.07.2022 | das-bewegt-die-welt.de

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