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Thomas Bowers: Trumps Banker begeht Selbstmord

Bowers hat eine zentrale Rolle bei der finanziellen Rettung von Trump gespielt – der Selbstmord wirft Fragen auf

Redaktion

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Thomas Bowers, der ehemalige Geschäftsführer der Deutschen Bank und Leiter der US-amerikanischen Abteilung für Private Wealth Management (mithin also der Verantwortliche, der Donald Trump und andere besonders vermögende Kunden betreute) hat sich am vergangenen Dienstag, dem 19. November, in seiner Residenz in Malibu erhängt. Bowers hatte ca. 300 Millionen „high risk“-Kredite an Trump vergeben – und dabei als Sicherheit Immobilien von Trump akzeptiert, die laut Berichten von Insidern aber ca. 70% höher an Wert angegeben wurden als es dem faktischen Markt-Wert entsprach. Insofern dürfte Thomas Bowers eine zentrale Rolle dabei gespielt haben, Trump vor der Insolvenz zu bewahren – andere Banken hatte eine weitere Kreditvergabe an Donald Trump damals verweigert.

Dabei zeigt sich ein interessantes Schema: Trump lieh von einer Abteilung der Deutschen Bank Geld, um laufende Kredite, die er bei einer anderen Abteilung der Deutschen Bank genommen hatte, zurück zu zahlen. Die „New York Times“, die die Beziehung von Trump mit der Deutschen Bank unter die Lupe genommen hatte, spricht in diesem Zusammenhang von „finanzieller Chuzpe“ (“an extraordinary act of financial chutzpah”).

Möglich ist, dass der Selbstmord des 55-jährigen Thomas Bowers im Zusammenhang steht mit den Ermittlungen des FBI: der Geheimdienst hat Bowers offenkundig angefragt, welche Dokumente er zu Trumps Krediten besitze und deren Herausgabe verlangt.

Thomas Bowers und die bizarre Zunahme von Selbstmorden der Top-Banker

Die bizarre Zunahme von Selbstmorden der Top-Banker begann am 26. Januar 2014, als der 58-jährige ehemalige leitende Angestellte der Deutschen Bank, William Broeksmit, tot aufgefunden wurde. Der Tod William Broeksmits war der Beginn einer beispiellosen Serie von Selbstmorden, zu denen auch ehemalige Fed-Beamte und zahlreiche JP Morgan-Händler gehörten. Im Oktober 2014 beging dann noch der Anwalt Charlie J.Gambino (41 Jahre) Selbstmord, der als Managing Director und Associate General Counsel in der Gruppe Regulatory, Litigation and Internal Investigation der Deutschen Bank in Amerika arbeitete (eine Übersicht der Selbstmorde und mögliche Motive dafür finden Sie hier).

Auch wenn man wenig Genaues über die Selbstmorde der Top-Banker weiß, ist wohl klar, dass zu viel Geld zu verwalten oder zu besitzen nicht ungefährlich ist – und vor allem wohl nicht glücklicher macht!

Es ist unschwer auszumalen, was passieren würde, wenn bei Wirecard (dessen Marktkapitalisierung höher als die der Deutschen Bank ist) ein Selbstmord eines Verantwortlichen gemeldet würde. Die „Qualitätszeitung“ Financial Times, würde sicherlich über Wochen spekulieren – und der Kurs von Wirecard würde ins Bodenlose stürzen.

Bei der Deutschen Bank ist der Selbstmord von Thomas Bowers aber nicht einmal eine Meldung in deutschen Zeitungen wert – während auf dem Titelblatt des Manager Magazins der Kontrollverlust von Wirecard angeprangert wird. Wirklich absurd!

Thomas Bowers, Trumps Banker, beging Selbstmord

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Arm u.glücklich

    28. November 2019 15:31 at 15:31

    Und dies Alles in der vollen Geldflut u.Gratiszins – Zeit. Was würde da wohl bei einem 40% Crash passieren,
    da ja anscheinend „ Niemang abgesichert ist ? ? u.Alle auf dem falschen Fuss erwischt würden ?

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    Roberto

    28. November 2019 15:43 at 15:43

    @Arm u. glücklich. Ich bin auch glücklich…..und Armut ist keine Tugend :-))))
    Zum Thema: Es gibt immer Gewinner, egal wie stark der crash ist. Wer rechtzeitig positioniert ist gewinnt überproportional wenn er die richtigen Instrumente verwendet. Ich weiß wovon ich rede :-) Und das ist kein Scherz :-)

  3. Avatar

    sabine

    28. November 2019 16:56 at 16:56

    Man weiß doch heute gar nicht mehr, ob es wirklich Selbstmord war, gerade in diesen Etagen!
    1) Laut DWN sind es 59 Finanz-Tote seit März 2013:
    Davon 19 Selbstmorde (32%), 8 ermordet (14%), 18 verunfallt (31%), bei 14 (24%) kann oder will man die Todesursache nicht bekanntgeben. 8 Selbstmorde bzw. Unfälle (14%) sind laut Zeitung unsicher (ob nicht doch Mord). Jedenfalls nur 1/3 Selbstmord, was dazu unsicher ist. Ich kenn ja die Sterberate bei anderen Berufszweigen nicht, vielleicht ist das ja normal…
    2) Dazu kommt aber, daß bei vielen der Tod „sehr“ seltsam ist – und das ist hier der Punkt!
    – Richard Talley hat sich mit einer Nagelpistole mehrmals in Brust und Kopf geschossen, was nach den ersten Nägeln wegen der großen Schmerzen absolut unmöglich ist!!! Also auch Mord! (Uns kann man halt alles erzählen, denken die! Ist auch so.)
    – „Gabriel Magee, Vizechef Investment & Technologie JP Morgan, sprang vom Dach des 33-stöckigen europ.Zentralgebäudes von JP Morgan in London aus dem Fenster, berichtet The Daily Mail.“ Aus dem Fenster oder vom Dach? Wohl egal, Hauptsache tot.
    – Bei einigen wurde die Todesursache nicht veröffentlicht, meldet Bloomberg. Das ist das einfachste, dann brauch man schon nix erfinden.
    Ezdehar Husainat, Ex-JP Morgan Bankerin hat sich mit dem Auto zerquetscht, der brit. Investor Scot Young fiel am 8.12. aus dem Fenster seines Londoner Penthouses.
    https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/114218

    3.) Dann gleich spekulieren, Trumpconnection blablabla…
    „Epstein soll ja auch ein guter Freund Trumps“ gewesen sein, bis herauskam, daß er ihn gleich zu Beginn aus seinem Club warf und Trump auch der einzige (!) war, der damals schon bei den Ermittlungen dem Anwalt der Opfer, Bradley Edwards, so gut er konnte geholfen hat. Er hat sich aber auch nicht auf die Hetzjagd gegen diesen – auch bei Journalisten – eingelassen, sondern alles den Gerichten überlassen.
    https://www.zerohedge.com/news/2019-07-07/trump-was-only-one-help-prosecutor-2009-epstein-case

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    Arm u.glücklich

    28. November 2019 17:57 at 17:57

    @ Roberto, aber wie kann man denn bei einemCrash Geld verdienen, und wenn ja ,wäre das nicht unmoralisch. Sind sie etwa Psychiater u.haben dann mehr Kunden.Kürzlich hat eine reiche Frau erklärt wie man Millionärin wird. Man solle stark diversivizieren u.langfristig anlegen.Spätestens nach 14 Jahren sei man wieder im Plus.Auch der reiche Werner Buffett legt immer langfristig an.Und dann gibt es noch den Spruch Hin u.Her macht Taschen leer. Ich habe gelesen sie seien eher Bauspezialist.Wem soll ich jetzt glauben.
    Einer hat wieder gesagt, die Aktienkurse seien auf Sand gebaut.Haben denn die Börsen darum etwas mit der Baubranche zu tun.

  5. Avatar

    Roberto

    28. November 2019 18:37 at 18:37

    @Arm u. glücklich, das sind sehr viele Fragen aus denen ich lesen kann das Sie noch nicht lange am Börsenmarkt tätig sind. Es gibt unzählige Instrumente wie man am Aktienmarkt mit fallenden Kursen Geld verdienen kann. Dies ist nichts neues und gibt es seit dem die Börse existiert. Hier jetzt darauf einzugehen, wäre eine Lebensaufgabe. Sorry, das will ich weder Ihnen noch mir, noch den anderen Lesern antun. Aber googeln Sie doch einfach mal nach( wie kann ich am Aktiencrash Geld verdienen ). Da kommt bestimmt eine Menge. Auch heisst der Gutte Buffett nicht WERNER mit Vornamen, sonern WARREN. Der Spruch mit dem Hin- und Her macht Taschen leer stammt von langfristanlegern, die sich am Daytrading versucht haben und daran gescheitert sind. Gilt also nicht für jeden :-). Und Ja, ich bin in der Immobilienbranche und Börse ist mein Hobby. Und auf die Frage wem Sie denn jetzt glauben sollen, gibt es NUR eine einzige Antwort: glauben Sie nur an sich selbst wenn es um Börse geht. Eignen Sie sich das Fundamentalwissen an und analysieren Sie selbst. Glauben Sie keiner news und schauen Sie sich die Charts mit gesundem Menschenverstand an. Sie werden sehen, dass all die sog. PROFIS nicht ein Stück besser abschneiden als Sie. Ich habe mich bemüht Ihre ganzen Fragen chronologisch abzuarbeiten und wünsche alles Gute für die Zukunft und ein schönes Wochenende.

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EZB ebnet argumentativen Weg für lang anhaltende Rettungsmaßnahmen

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Seit der Finanzkrise 2008 veranstaltet die EZB ein Anleihekaufprogramm nach dem nächsten. Die Zinsen sinken im großen Bild gesehen immer weiter. Egal wie gut es der Konjunktur in der Eurozone zwischen 2008 und 2020 wieder ging. Die EZB druckte immer weiter Geld, kaufte immer weiter Anleihen. Länder wie Italien wurden mit EZB-Geld und immer weiter sinkenden Zinsen am Leben erhalten. Nach der Krise war vor der Krise.

Und nun, kommt nach der Coronakrise (die Impfstoffe kommen ja bald) wieder die nächste Krise, nämlich die Rettung der überschuldeten Unternehmen? Deswegen muss die EZB (wie es auch die Fed macht) zusammen mit den Regierungen der Mitgliedsstaaten immer weiter retten, retten und retten. Denn ja, wir wissen es alle. Mit gigantischen Kreditprogrammen, Zuschüssen, Kurzarbeitergeld uvm werden in Europa die Nöte der Coronakrise gemildert, und Probleme optisch versteckt. Am besten erkennt man das beim Thema Kurzarbeitergeld. In Deutschland wurde die ausgeweitete Funktion dieses Instruments erst letzten Freitag im Bundestag bis Ende 2021 verlängert – welch ein Zufall, bis zur Bundestagswahl kann die Kurzarbeit in ihrer jetzigen Form also weiterhin als neuer Dauerzustand für eigentlich arbeitslose Arbeitnehmer genutzt werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

EZB kommt mit „Nicht zu früh aufhören“-Argumentation

Aber zurück zur EZB. Die einfache wie auch clevere Aussage der EZB lautet am heutigen Montag (frei und sinngemäß zusammengefasst): „Wenn wir die Hilfen zu früh einstellen, gefährden wir den Erfolg“. Tja, und wann das Ende der Hilfen angebracht ist, das ist bei der EZB bekanntermaßen eine sehr dehnbare Ansichtssache (siehe Anleihekäufe seit 2008 bis heute – hier eine wunderschöne historische Übersicht zu dem Thema). Im Rahmen ihres heute veröffentlichten Finanzstabilitätsberichts hat die EZB auch einen einzelnen Artikel veröffentlicht, bei dem es um die „Bewertung von Schwachstellen von Unternehmen“ in der Eurozone geht.

Und die Schwachstelle scheint offenbar darin zu bestehen, dass EZB und Regierungen ihre Hilfsprogramme zu früh auslaufen lassen könnten. Man sieht die Probleme wohl auch vor allem beim Zugang zu Krediten und bei steigenden Finanzierungskosten. Die Unterstützung durch die Geldpolitik der EZB habe dazu beigetragen, die tatsächlichen Insolvenzen bisher unter Kontrolle zu halten. Staatliche Kreditgarantien und Konkursmoratorien hätten eine groß angelegte Welle Unternehmenspleiten verhindert. Aber eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen könnte gezwungen sein Konkurs anzumelden, wenn diese Maßnahmen zu früh aufgehoben werden oder die Kreditvergabebedingungen der Banken verschärft werden, so die heutige Aussage der EZB. Tatsächlich deute die historische Ko-Bewegung des Anfälligkeitsindikators mit den Unternehmensinsolvenzen und dem BIP-Wachstum darauf hin, dass sowohl die Regierungspolitik als auch die niedrigen Fremdfinanzierungskosten dazu beigetragen hätten, die Auswirkungen der Verschlechterung des Gesundheitszustands der Unternehmen auf die tatsächliche Zahl der Insolvenzen zu dämpfen – auch wenn die Auswirkungen je nach Land, Sektor und Unternehmensgröße unterschiedlich seien.

Dieser neu entwickelte Indikator mache laut EZB deutlich, dass die Anfälligkeit des Unternehmenssektors auf ein Niveau gestiegen ist, das zuletzt während der Staatsschuldenkrise im Euroraum beobachtet wurde. Finanzierungsrisiken hätten sich dank verschiedener Unterstützungsmaßnahmen bisher nicht materialisiert, aber die Anfälligkeit der Unternehmen könne weiter ansteigen und ein Niveau erreichen, das während der globalen Finanzkrise beobachtet wurde. Insbesondere wenn die zweite Welle der Pandemie die wirtschaftliche Erholung zum Stillstand bringe und das Wachstum schwächer ausfällt als prognostiziert, könnte ein frühzeitiger Ausstieg aus den Stützungsmaßnahmen schließlich zu einem deutlichen Anstieg der Unternehmenskonkurse führen, mit Auswirkungen auf die Finanzstabilität auch für die Banken im Euroraum, so die EZB.

Aus Rettung wird Dauerzustand

Tja, haben sie es auch rausgelesen? Diese Aussagen (wie auch jüngst die Warnung von Christine Lagarde vor der Rezession) bieten die perfekte Vorlage, damit KfW-Kredite, Null- und Negatzvinsen, Kurzarbeitergeld, Anleihekäufe in Billionenhöhe etc immer so weitergehen, Jahr für Jahr. Nicht denkbar? Nochmal, ich möchte erinnern an die letzten zwölf Jahre seit der Finanzkrise! Natürlich sind viele Maßnahmen sicherlich gut und richtig wie die KfW-Kredite, Zuschussprogramme etc. Aber vor allem was die EZB da anrichtet mit ihren Kaufprogrammen und abgeschafften Zinsen. Diese Maßnahmen, wenn sie jahrelang immer weiter beibehalten werden, schaffen ein Gesamtumfeld, das nicht mehr ohne zinslose Kredite leben kann, und Staaten die nicht mehr ohne negative Anleiherenditen leben können. Man gewöhnt sich an diese schöne neue Welt sehr schnell – oder besser gesagt, man hat sich längst daran gewöhnt. Ein Ende dieser Geldpolitik der EZB, ist die überhaupt noch vorstellbar bei der Schuldenexplosion bei Staaten und Unternehmen? Entweder immer so weitermachen, oder man riskiert einen großen Knall.

EZB-Grafik zur Verwundbarkeit der Unternehmen
Grafik: EZB

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Coronavirus: Die Impfung und die praktischen Folgen

Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen?

Wolfgang Müller

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Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Impfzentren werden bereits für Mitte Dezember vorbereitet, obwohl noch gar kein Vakzin zugelassen ist. Die Politik macht Druck.

Mindestens 96 Corona-Impfzentren sollen allein in Bayern bis Mitte Dezember einsatzbereit sein. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt im Freistaat ist mindestens ein Impfzentrum geplant, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag.

Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen? Darüber wird man bald diskutieren.

Coronavirus: Immunisiert oder nicht

Im Prinzip müsste es im neuen Jahr vier verschiedene Gruppen innerhalb der Bevölkerung geben: Menschen, die bereits eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden haben. Und dann die, die  registriert sind: eine diffuse Gruppe mit Bürgern, die selbst nicht genau wissen, ob sie vielleicht nicht schon infiziert waren, die große Gruppe derer, die sich noch vor der Infektion geschützt haben – und schließlich die Geimpften. Wie verfährt man in Zukunft mit den Menschen, die die Infektionskrankheit überwunden haben und die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit immun sind gegen die Krankheit und auch als Spreader des Coronavirus für die Mitmenschen wegfallen? Gibt es nach erfolgreicher Impfung so etwas wie einen Impfpass?

Der Impfpass, jetzt eine zweifelhafte Angelegenheit?

In Kürze, wenn die Zulassung des Impfstoffes vollzogen ist, wird es rasch zwei Gruppen von Bürgern geben, die annehmen können, die Krankheit bezwungen zu haben – die vormals Infizierten und die Geimpften. Nach dem Stand der Wissenschaft gilt eine rasche Wiederinfektion mit dem Coronavirus als unwahrscheinlich. Bei Abermillionen von Infektionen müsste dies schon aufgefallen sein. Die Zahl der Infizierten in Deutschland nähert sich der Ein-Millionen-Grenze (Ende dieser Woche?), die Dunkelziffer dürfte in Deutschland bei Faktor 3 bis 5, liegen, so die Annahme einiger Wissenschaftler aufgrund der Antikörpertests.

Jedenfalls wird die Zahl der „Immunen“ bald im Millionenbereich liegen. Während man den ehemals Infizierten nach langen Diskussionen keinen Immunitätsausweis zusicherte, so wird nach einer Impfung gegen Covid-19 sicherlich eine Impfbescheiningung ausgestellt werden, wie beim Impfpass nach jeder Standardimpfung.

Was wird passieren, wenn sich geimpfte Menschen sagen, „so jetzt bin ich geschützt, warum weiter eine Maske tragen?“ Nur eine von vielen praktischen Fragen.

Aber da beginnt bereits das Dilemma. Die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes sieht eine „Impf- und Immunitätsdokumentation“ vor. Was wird diese für Folgen haben? Eine Wiedergewährung von Mobilitäts- und Freiheitsrechten? Der Ethikrat ist bereits bei der Beratung der Problembereiche.

Wo könnte der Impfpass Anwendung finden?

Trotz aller ethischen Bedenken, werden Impfungen bei Reisen in fremde Länder empfohlen oder sind sogar Verpflichtung (z.B. gegen Gelbfieber in bestimmten afrikanischen Ländern). Wie werden asiatische Länder auf die Impfung reagieren, Staaten wie Taiwan, Vietnam, Thailand, Südkorea, Australien, Neuseeland, die die Infektion bisher erfolgreich eindämmen konnten? Könnte ein Impfausweis nicht Voraussetzung werden, dass man nach der Einreise von Menschen aus Risikogebieten keine 14-tägige Quarantäne absolvieren muss?

Gibt es aktuell vor einer Reise mit einem Kreuzfahrtschiff nicht bereits die Verpflichtung zu einem Corona-Schnelltest, in dieselbe Richtung laufen Bestrebungen im Luftverkehr?

Und was ist eigentlich mit den vielen Unternehmen aus den Corona-geschädigten Branchen, sei es der Kulturbereich, bei Messen, oder jeglichen Veranstaltungen (Fußball) mit größerem Publikumsverkehr? Werden diese sich für das ethisch etwas zweifelhafte Instrument Impfbescheinigung einsetzen, weil es ihnen sofort Luft zum Atmen bringen würde? Oder wird dies der Staat abwiegeln und versuchen, die Branchen mit immer weiteren Notgeldern über Wasser halten? Eines ist doch schon heute absehbar: Bei einer Bevölkerungszahl von 83 Millionen Menschen, abzüglich der bereits Betroffenen und den Impfverweigerern wird es lange dauern, bis all die Freiwilligen oder auch Zwangsläufigen (Pflegepersonal?) im großen Umfang gegen das Coronavirus geimpft sind.

Fazit

Sicher ist es noch etwas früh, sich über die praktischen Folgen einer Impfung Gedanken zu machen. Allerdings werden Regelungen kommen, ja vermutlich sogar gefordert werden. Schließlich steht manchem Unternehmer das Wasser bis zum Hals und man sehnt sich nach Kunden, nach Menschen, die kein Risiko in Sachen Coronavirus darstellen, für sich und für andere. Wann werden die Diskussionen über die neue Sachlage starten?

Was werden die praktischen Auswirkungen der Impfungen gegen das Coronavirus sein?

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Was den schwachen Goldpreis aktuell bewegt

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren aus Gold

Der Goldpreis ist die letzten Tage ohne Stärke unterwegs. Eigentlich ist das merkwürdig, denn der US-Dollar schwächelt seit Tagen, und müsste Gold (das in Dollar gehandelt wird) daher doch eigentlich Auftrieb geben. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) hat binnen einer Woche von 92,80 auf 92,18 Indexpunkte verloren.

Corona-Impfstoffe dämpfen Aufwärtstrieb im Goldpreis

Mit aktuell 1.865 Dollar sieht man, dass die seit Donnerstag letzter Woche kurz aufgeflackerte Erholung mit Anlauf Richtung 1.900 Dollar wieder verpufft ist. Eindeutig ist zu sehen, dass die Anleger, die über das Vehikel der ETF (Exchange Traded Funds, hier die Begriffserklärung) in Gold investieren, letzte Woche auf der Verkäuferseite waren mit gut 30 Tonnen. Der folgende aktuelle Chart der Commerzbank zeigt seit Jahresanfang in gelb den Goldpreis-Verlauf, und in schwarz die Gold-ETF-Bestände. Die Nachfrage schlafft derzeit ab.

Chart zeigt ETF-Bestände in Gold im Vergleich zum Goldpreis

Die letzte wie auch die vorletzte Woche waren die Kapitalmärkte gefangen im Fieber der Corona-Impfstoff-Hoffnung. Nach Biontech und Pfizer kam letzte Woche Moderna mit einem fertigen Impfstoff, und heute früh dann auch noch AstraZeneca. Daher laufen die Aktienmärkte auch heute zum Wochenstart erfreulich nach oben. Alles was die Märkte positiv stimmt für eine Erholung der Weltwirtschaft, schwächt tendenziell den „Sicheren Hafen“ namens Gold. Im Chart sehen wir den Goldpreis im Verlauf der letzten 30 Tage. Der große Absturz in der Mitte des Charts rührt her von der ersten Impfstoff-Meldung gegen das Coronavirus vom 9. November von Biontech und Pfizer.

Laut heutiger Aussage des Commerzbank-Analysten Carsten Fritsch dürfte der aktuelle Optimismus hinsichtlich der Impfstoffe dagegen sprechen, dass es schon in Kürze zu einem neuerlichen Run auf die Gold-ETFs kommt. Entsprechend gedämpft sei der kurzfristige Ausblick für den Goldpreis. Die spekulativen Finanzanleger seien seiner Meinung nach durch den Preisrutsch Mitte letzter Woche offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt worden. Denn sie weiteten ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 17. November auf gut 90.000 Kontrakte aus, nachdem sie diese in der Woche zuvor reduziert hatten. Entsprechend dürfte der Preisrückgang auf rund 1.850 Dollar letzten Mittwoch seiner Meinung nach auch durch spekulative Verkäufe begünstigt worden sein.

Mittel- und langfristig bergauf?

Bleibt es bei dem Szenario, welches wir letzte Woche schon erwähnten? Kurzfristig bleibt der Goldpreis trotz schwachem US-Dollar und dank der Corona-Impfstoff-Hoffnungen schwach? Aber mittel- und langfristig sieht man wieder Kurse über 1.900 Dollar und auch Richtung 2.000 Dollar? Das ist die Frage. Denn im großen Bild, da ist die Meinung der Notenbanker ja relativ eindeutig, wie man die letzten Tage und Wochen auch bei der EZB heraushören konnte. Die Geldpolitik (Anleihekäufe und Zinsen) wird noch sehr lange Zeit extrem locker bleiben, um die wirtschaftliche Erholung der Volkswirtschaften zu unterstützen. Also weiterhin Optimismus im größeren Bild für einen steigenden Goldpreis? Dieses Szenario bleibt vorhanden.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen

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