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Totalversager! Hedgefonds verloren beim Crash – und verlieren bei der Erholung

FMW-Redaktion

Es läuft nicht wirklich rund für Hedgefonds in diesem Jahr – insbesondere nicht für die „Promis“ der Szene! Erst erwischte es die „Hedgies“ beim Crash im August sowie bei den Turbulenzen an den Aktienmärkten Chinas – und nun machen sie Verluste, weil sich die Aktienmärkte erholen. Und mit dieser Erholung werden viele Hedgefonds wieder auf dem falschen Fuß erwischt.

Allen voran der in den USA sehr bekannte Bil Ackman mit seinen Hedgefonds Pershing Square und ValueAct Capital Management bekommt die volle Breitseite des Marktes ab: beide Fonds verloren im Oktober 40%! Der Grund: vorwiegend Verluste mit der Beteiligung am US-Pharmakonzern Valeant, der im Verdacht steht, seine Verkäufe nach oben manipuliert zu haben (siehe dazu unseren Artikel „Kommt das nächste Enron aus der Pharmabranche?“).

Andere Hedgefonds haben sich mit der Glencore-Aktie verspekuliert: sie shorteten Glencore – und nach dem Crash aufgrund der Sorgen um die Liquidität des Unternehmens stieg Glencore wie eine Rakete. Und riß damit tiefe Löcher in die Performance von großen Hedgefonds wie Odey Asset Management und Lansdowne Partners. Andere Hedgies hingegen hatten ihre Long-Positionen nach dem Crash im August fast auf Null zurück gefahren – und sahen nach den sommerlichen Crash-Verlusten tatenlos zu, wie die Indizes nach oben schossen im Oktober.

Dabei zeigt sich bei vielen Hegdfonds ein Muster: sie waren short bei Energiewerten und Minenwerten, long dagegen im Bereich Health Care. Während aber Energiewerte und Minenwerte (letztere aufgrund des Anstiegs von Gold und Silber) stark anzogen, setzte sich der Crash bei Biotech-Firmen wie Valeant fort. Viele Hedgefonds verloren dabei also auf breiter Front.

Das gilt naturgemäß nicht für alle Hedgefonds – aber da die Dickschiffe der Branche unter den schlechtesten Performern sind, zog das den Durchschnitt nach unten: so gewannen Hegdefonds im Oktober lediglich 1,1%. Und lagen damit deutlich schlechter als der Gesamtmarkt (der S&P gewann in diesem Zeitraum 7,6%) – das ist angesichts sehr hoher Gebühren in der Branche durchaus erklärungsbedürftig gegenüber den wohlhabenden Kunden. Im Gesamtjahr liegen die Hedgefonds damit immer noch mit 2% im Minus (Stand 27.Oktober). Wenn das so weiter geht, dürften sich immer mehr Kunden fragen, worin eigentlich die Daseinsberechigung der Hedgefonds liegt – wenn jeder „ordinäre“ Fonds besser performt als die Gebühren-intensiven Hedgefonds!



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1 Kommentar

  1. Sprache, Sprache, Sprache: „Versagen auf ganzer Linie“ klänge doch irgendwie etwas abgemilderter als „Totalversager“ – kommt mir zu persönlich-aggresiv vor.

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