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Trauen Sie diesem Dax über das Wochenende? Gold profitiert von Gesamtlage

Gestern sagten wir noch beim eher schwachen Euro sollte der Dax doch vorsichtig geschätzt aufwärts tendieren können. Aber der Euro hatte sich als Antreiber des Dax gestern Nachmittag abgemeldet. Weder Euro/Dollar noch…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Gestern sagten wir noch beim eher schwachen Euro sollte der Dax doch vorsichtig geschätzt aufwärts tendieren können. Aber der Euro hatte sich als Antreiber des Dax gestern Nachmittag abgemeldet. Weder Euro/Dollar noch der Dollar-Index scheinen aktuell eine klare Richtung zu haben. Totentanz im Sommerloch!

Aber dafür haben die Aktienindizes umgeschwenkt. Wohl bemerkt nicht wegen dem Terror in Spanien. Der kommt als Unsicherheitsfaktor nur verstärkend hinzu. Die Basis für die Unsicherheit bildet auch heute die stark gestiegene Wahrscheinlichkeit, dass das rechte Lager rund um Steve Bannon im Weißen Haus die Meinungshoheit gewinnt! Das hatte sich gestern Abend verstärkt angedeutet, was den Aktienmarkt auch heute maßgeblich beeinflusst.

Politische Börsen haben kurze Beine, und die Lage kann nächste Woche schon wieder anders aussehen, aber momentan hat der Markt Angst, dass die Stimulus-Träume in den USA zerplatzen. Daher unsere Frage: Würden Sie von diesem Dax einen Gebrauchtwagen kaufen? Er fiel zwar heute früh gegenüber gestern Abend 43 Punkte auf 12.080, erholte sich dann aber bis auf aktuell 12.157. Würden Sie diesem kurzzeitigen Frieden trauen?

Die Charts sehen doch sehr unklar und nervös aus, vor allem die Amerikaner. Der Dow notiert aktuell 300 Punkte tiefer als gestern Mittag. Im folgenden Chart-Vergleich zum Dax seit dem 8. August fällt der Dow (blau) stärker als der Dax. Also: Würden Sie dem Dax übers Wochenende trauen bei jetzt 12.157 Punkten?

Gold

Gold profitiert derzeit vereinfacht gesagt von der Gesamtlage. Minimal schwächelnder Dollar, Trump-Chaos mit folgender Unsicherheit, und noch ein wenig Terror oben drauf. Das brachte den Goldpreis vorhin ganz kurz auf 1.300 Dollar. Seit Mittwoch war das ein Plus von 30 Dollar. Jetzt aktuell liegt er bei 1.294 Dollar.

Die Vola ist wieder angesprungen auf 15 Punkte im S&P 500 wie auf dem Nordkorea-Niveau letzte Woche (Chart).

Öl

Öl bleibt weiter schwach. Stark fallende Lager konnten nichts daran ändern. Die OPEC zeigt nach außen einfach ein schwaches zerstrittenes Bild. Da fehlt der Glaube, dass wirklich in den nächsten Monaten gekürzte Fördermengen den realen Ölmarkt beeinflussen. Und im März 2018 läuft die Kürzung schon aus, dann geht die Förderung wieder kräftig bergauf! Das haben auch Öl-Bullen inzwischen bemerkt.


Der WTI-Ölpreis seit 9. August, jetzt bei 47 Dollar.

17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    18. August 2017 17:34 at 17:34

    Im Dax sind ja alle deutschen Autobauer vertreten. Da wird der Gebrauchtwagenkauf wahrscheinlich echt zum Risiko… :-)
    Schönes Wochenende

  2. Avatar

    Marko

    18. August 2017 19:41 at 19:41

    Ziemlich starker Move vom EUR/CHF ?

    Der CHF ? ja genau…der, noch Fragen, trauen Sie dem Markt ? :D

  3. Avatar

    Bademeister

    18. August 2017 19:48 at 19:48

    Wenn wir am Montag früh aufstehen, haben die Amerikaner und die Südkoreaner höchstwahrscheinlich bereits mit den angekündigten „Übungsmanövern“, oder besser geschrieben, der nächsten Provokation gegenüber Nordkorea begonnen. China hat bereits vor einer Woche davor gewarnt, und freundlich darauf hingewiesen, weitere und vermeidbare Sticheleien zu vermeiden….
    Sollte es zu doll werden, sind Trump und Bannon innerhalb kürzester Zeit geschmacklose Geschichte.
    Das gegenwärtige Chartbild bei Gold und der gerade andauernde kleine Squeeze-Out passen dazu wie die Faust von Klitschko auf Donalds linkem Auge.
    …das ist die Ruhe vor dem grossen Sturm, von dem Dax + Co. noch nichts eingepreist haben.

  4. Avatar

    Marko

    18. August 2017 19:55 at 19:55

    „Im Dax sind ja alle deutschen Autobauer vertreten. Da wird der Gebrauchtwagenkauf wahrscheinlich echt zum Risiko…“

    Das ist der Witz des Jahres, ich komme auch der Autobranche, Dieselgate usw… Bitte sehr… Kauft Benziner, am liebsten die TSI-Modelle, könnt Ihr überhaupt nix falsch machen…

  5. Avatar

    Marko

    18. August 2017 20:04 at 20:04

    Jeder so. wie er mag, ich akzeptiere die Bären….

    was mir zu denken gäbe, wäre der astronomisch hoch bewerte Rentenmarkt !!!
    Geld verlieren, das gehört dazu… ;)

  6. Avatar

    Marko

    18. August 2017 21:43 at 21:43

    Der EUR zeigt eine eine beeindruckende Stärke, soviel zum zum Thema :

    „Der EUR ist am Ende“ …, wirklich…. ?

    Der Bundesbankbeamtenlanden, EZB, kriegt – immerhin – etwas hin. :D

    Ihr vertraut also dem DAX, interessant ? ‚Der Ami taugt nix ? Richtig so !!!

  7. Avatar

    Jana

    18. August 2017 21:45 at 21:45

    SCHAUT EUCH MAL DAS VIDEO DRINGEND AN!!!!!! —– AM BESTEN SOFORT WEITER VERBREITEN……..
    https://www.youtube.com/watch?v=Hb5vS_kQhJs

    • Avatar

      Dieter G.

      19. August 2017 00:52 at 00:52

      Habs mir angeschaut, und habe ein großes Problem mit solchen Videos. Warum? Es kann vom Zuschauer überhaupt nicht verifiziert werden wie hoch der Wahrheitsgehalt ist, weil immer nur Fragmente angesprochen werden.

      So sind z. B. Betriebsprüfungen völlig normal, und wenn Du alles richtig verbucht und versteuert hast, auch kein Problem. Die im Video angesprochene Anzeige(n) halte ich ebenfalls für völligen Unsinn. Denn auch hier gilt: ist nichts gewesen, gibt es auch keine Strafverfolgung.

      Auch zeige ich mich völlig irritiert, denn wenn er Bestsellerautor ist, mit einem Buch welches das System in Frage stellt, gleichzeitig „Die Linke“ wohlwollend nennt, und eine Diskussionseinladung von RT Deutsch (deren Arbeit ich sehr schätze) annimmt, kann ich da erwarten das die Gegenseite die Füße still hält? Das wäre aber äußerst naiv und unprofessionell.

      Auf mich wirkt der Beitrag wie eine Bettelei, doch bitte schön das Buch endlich zu kaufen, weil er ja so verfolgt wird. Und man sieht auch an den Kommentaren, hier wird Mitleid und Stimmung geerntet.

      Liebe Grüße

      Dieter

  8. Avatar

    Kuperkopf

    18. August 2017 22:33 at 22:33

    Dann müßte es ja Montag wieder hoch gehen jetzt wo Bannon weg ist. ;)

    • Avatar

      Marko

      19. August 2017 15:58 at 15:58

      Na ja , dass der Donald nix taugt…, dazu kann man nur noch sagen : schön, dass wir „unsere Mutti“ haben…
      Wie siehts denn aus mit der Mauer ? Schon mal den Grundstein gelegt ? ´
      Ja, ich weiß, der Wille zählt… ;)

      Jetzt nur noch 3 Jahre mit dem Donald… Der Countdown läuft… :D

      Der Donald wird in die Geschichte eingehen, das ist sowieso klar…
      Der Donald,größte Amateur in der US-Präsidentschaftsgeschichte, das hätte sogar der Donald nicht gedacht, dass der das gewinnt… ;)

      Und die Amis wählen den Herrn Trump ??? Verrückt…, deswegen lieber zur „Mutti“… :D

  9. Avatar

    Marko

    18. August 2017 23:29 at 23:29

    Der nächste „Kandidat“ des EUR ist das GPB, gut, bis jetzt hätten sie noch eine Chance, ansonsten…

    Parität..

  10. Avatar

    Marko

    19. August 2017 10:03 at 10:03

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/brexit-eu-hat-durch-austritt-grossbritanniens-an-zustimmung-gewonnen-a-1163375.html

    „Brexit beschert EU Imagehoch

    …Großbritannien verlässt die EU – diese Nachricht schockierte im Juni 2016 Europa, nicht wenige sahen schon das Ende der Europäischen Union nahen. Doch ein Jahr später scheint genau das Gegenteil eingetreten zu sein: EU-kritische Populisten mussten Wahlniederlagen hinnehmen, die Wirtschaft der restlichen EU wächst schneller als die britische, und die Brexit-Verhandlungen laufen für London alles andere als vielversprechend…

    …Bemerkenswert ist, wie sich die Grundhaltung zur EU seit 2015 verändert hat. Die Frage, ob die Mitgliedschaft ihres Landes eher Vorteile habe, bejahten vor zwei Jahren nur 28 Prozent – wohl auch beeinflusst von der Migrations- und Flüchtlingskrise, die damals auf ihrem Höhepunkt war. In diesem Jahr sehen dagegen 44 Prozent eher Vorteile durch die EU-Mitgliedschaft, ein Anstieg um satte 16 Prozentpunkte….“

    Ja und deshalb ist wohl Deutschland mit Schuld am Brexit, „Refugees welcome“, da war so ziemlich Panik auf der Titanic in GB (2015), trotzdem haben die Briten gewählt, und die denken immer noch, die EU gibt Euch „Rosinenpickern“ nach ?

    Siehe :

    „Dagegen hat man inzwischen auch in Großbritannien die Stärkung der EU zur Kenntnis genommen – und ist darüber sogar erleichtert. Der britische Brexit-Minister David Davis etwa sagte vor Kurzem, dass die EU spätestens seit dem Wahlsieg des europafreundlichen Emmanuel Macron bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich weniger Angst habe, dass der Brexit Nachahmer finden könnte. Die Gefahr, dass die EU an Großbritannien ein abschreckendes Exempel statuiert, sei dadurch gesunken. „Das Bestrafungs-Bataillon“, sagte Davis der BBC, „ist kleiner geworden.“

    The clock is ticking, ein Exit ist ein ausstieg, ohne jedwede Vorteile, immerhin habe ich als GB die EU-Flüchtlingspoltik nicht mehr am Hals, aber : zu welch verrückten Preis ???
    Die fahren ihre Wirtschaft mit Vollgas an die Wand. Immerhin wertet man im Gegenzug das GPB ordentlich ab, was (sowieso) gerechtfertigt wäre.

    Das „Fehlkonstrukt“ EUR / GPB bei der Parität, wie wäre es dann mit einem neuen Refererdum ?
    Wäre sogar schlau aus GB Sicht, da kann man viel leichter das GPB in „harte“ EURs umrechnen ?? Vielleicht gibts extra für die Queen noch eine wunderschöne 2 EUR – Münze, als Willkomensgeschenk ? ;) :D

    • Avatar

      Dieter G.

      21. August 2017 00:37 at 00:37

      Das ist mal wieder das typische Brexit-Bashing. Als würde GB ohne den irrsinnigen EU-Beitritt Pleite gehen. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Durch den extrem niedrigen Kurs des Britischen Pfunds erobern die derzeit einen Exportmarkt nach dem anderen. Und scheinbar kehrt man dies in der EU schön brav unter den Teppich. Bedenklich sind nur die steigenden Preise in GB, was z. T. auch in den Statistiken der Verbraucherpreise abgebildet wird.

      Dafür bauen wir unsere Billiglohnsektoren weiter aus, sponsern weiter schlecht laufende Mitgliedsstaaten, und der verfilzte Haufen der EZB agiert weiterhin mit vollem Tempo. Das ist dann aber alles ok, oder wie?

      Die EU in ihrer jetzigen Konstellation gehört aufgelöst.

      • Avatar

        Columbo

        21. August 2017 10:00 at 10:00

        So schnell wird da nichts aufgelöst. Jüngste Umfragen ergaben, daß die EU Länder seit dem Brexit wieder zusammenrücken, nicht mehr austreten wollen und sogar bereit sind, mehr Kompetenzen nach Brüssel abzugeben. So schauts aus.

        • Avatar

          Bademeister

          21. August 2017 13:45 at 13:45

          Ach Columbo…wer macht denn diese Umfragen. Solange die Südstaaten gefüttert werden ist klarerweise alles supi, da kann man leicht zusammenrücken.Umverteilungsgemeinschaft, ja….Wertegemeinschaft, nein! Jetzt vor den Wahlen brummt die Wirtschaft, nach der Wahl kommt das böse Erwachen. In zwei Monaten gehts uns dann wieder schlecht….für knapp vier Jahre….

          • Avatar

            Columbo

            21. August 2017 16:18 at 16:18

            Ach Bademeister, der Exit ist kein Thema mehr, das hat auch der Letzte begriffen. „EU-Austritt“ ist zum Unwort geworden. Für eine Partei ist es momentan geradezu existenzbedrohend, davon zu sprechen. Vielleicht wird es in zehn Jahren wieder aktuell, momentan interessiert das niemand.

  11. Avatar

    bademeister

    21. August 2017 18:16 at 18:16

    @Colombo Du vertrittst da die klassische und heißgeliebte Meinung des strammen deutschen Michels. Tatsächlich ist es in Deutschland existenzbedrohend, wenn Parteien gegen die EU und für Austritt wettern (würden). Aber was ist mit dem Rest von Euroland? Süd- und Oststaaten pfeiffen auf die EU und halten so lange still, als sie mit billigem Geld gefüttert werden. Wenn das nicht mehr so sein sollte, und das wird keine 10 Jahre dauern, ist die Kacke rund um Deutschland ordentlich am Dampfen.
    Die EU besteht aus vielen gleichberechtigten (?) Mitgliedern, und Mutti kann es halt nur eine geben. Was in Deutschland gerade abgeht bezeichnen bereits viele Kritiker als DDR 2.0., demokratisch untermauerte perfide Überwachung der Bürger und ihren Vermögen. Ja, die Wirtschaft brummt in deutschen Landen, fast ausschließlich finanziert durch billiges Geld geht’s den Unternehmen nach (eben auch billigen) Zahlen so gut wie niemals zuvor. Den Bürgern auch?
    Momentan besteht die Gefahr, dass uns der immer stärker werdende Euro, verursacht durch jahrzehntelange Misswirtschaft in Amiland und gezündet durch einen senilen blonden Sonnenkönig, um die Ohren fliegt.
    Es sind die Wahlen, die alles gerade soo schön machen…und sonst nix.

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So brutal ist der Umsatzeinbruch in der Reisebranche

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Malediven

Die Reisebranche (Reisebüros, Veranstalter und Reservierungsdienstleister) wurden ähnlich wie Airlines, Hotels und Gastronomie extrem hart von der Coronakrise getroffen. In diesem Winter dürfte der erneute und auch längere Lockdown für die Branche erneut ein kräftiger Nackenschlag sein. Aktuell liegen uns offizielle Statistikdaten vor zu Ende des dritten Quartals 2020, also bis zum Stichtag 30. September 2020.

Demnach lagen die Umsätze der Reisebranche von Januar bis September 2020 um 61 Prozent unter denen des Vorjahreszeitraums. Besonders groß war der Umsatzeinbruch im 2. Quartal, in das ein großer Teil des ersten coronabedingten Lockdowns fiel. Von April bis Juni 2020 setzte die Branche 91 Prozent weniger um als im Vorjahreszeitraum. Im 3. Quartal hat sich der Rückgang etwas abgeschwächt: Von Juli bis September 2020 setzten die Reiseanbieter noch 75 Prozent weniger um als von Juli bis September 2019. Im Chart sieht man seit 2015 die Umsätze der Reisebranche als Index. Im 4. Quartal 2019 lag er noch bei 132 Punkten. Ende Juni 2020 waren es nur noch 11,5 Punkte, und Ende September 31,3 Punkte. Man darf annehmen, dass der Wert zu Ende Dezember 2020 wegen des neuen Lockdowns erneut abgesackt ist?

Chart zeigt Verlauf der Umsätze der Reisebranche seit 2015

Hier weitere Details der Statistiker im Wortlaut:

Übernachtungen ausländischer Gäste gingen im Sommerhalbjahr 2020 um 68 % zurück

Wie stark sich die Corona-Krise auf den Tourismus auswirkt, zeigt auch die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland im für den Wirtschaftsbereich besonders wichtigen Sommerhalbjahr. Von Mai bis Oktober 2020 gab es in den Beherbergungsbetrieben hierzulande insgesamt 209,6 Millionen Gästeübernachtungen; das waren 31 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Besonders bemerkbar machten sich die coronabedingten Reisebeschränkungen bei den Gästen aus dem Ausland. Hier ging die Zahl der Übernachtungen im Sommerhalbjahr 2020 um 68 % auf 17,2 Millionen zurück.

Weniger Übernachtungen in Hotels, mehr in Ferienwohnungen und auf Campingplätzen

Dabei waren die Beherbergungsbetriebe je nach Größe und Ausrichtung unterschiedlich stark vom Ausbleiben der Gäste betroffen. So mussten beispielsweise Hotels, Gasthöfe und Pensionen im Sommerhalbjahr 2020 einen Rückgang der Übernachtungen um 40 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum verkraften, weil dort inländische Gäste (-31 %) sowie ausländische (-72 %) fernblieben. Dagegen konnten die Anbieter von Ferienhäusern und -wohnungen ein leichtes Plus an Übernachtungen von 1 % verzeichnen, weil sie zwar weniger ausländische Gäste beherbergten (1,8 Millionen Übernachtungen, -41 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum), aber dafür mehr aus dem Inland (33,3 Millionen Übernachtungen, +5 %). Ein ähnliches Bild zeigen die Übernachtungszahlen der Campingplätze in Deutschland: Sie konnten von Mai bis Oktober 2020 das Fernbleiben ausländischer Gäste (rund 2,1 Millionen Übernachtungen, -50 %) durch ein Plus von inländischen Gästen kompensieren (31,0 Millionen Übernachtungen, +15 %) und verzeichneten so insgesamt einen Anstieg der Gästeübernachtungen um 6 %.

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US-Dollar: Sein Fall – und das Comeback der Emerging Markets

Auf den Fall des US-Dollar zu wetten, ist derzeit eine große Investmentidee. Die US-Währung sackt weiter ab. Wer profitiert von der Schwäche?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Auf den Fall des US-Dollar zu wetten, ist derzeit eine große Investmentidee, wie die letzte Umfrage der Bank of America im Fund Manager Survey gezeigt hat. Doch ist jederzeit eine Gegenbewegung möglich, weil Vorsicht geboten ist, wenn es eine Massenmeinung gibt und ein Renditeanstieg zunächst viele Käufer anlocken und dem Kurs Auftrieb geben könnte. Dennoch zeigen viele Indikatoren, dass es der US-Dollar auch in einer Ära Biden schwer haben könnte, Stärke zu bewahren. In den USA türmt sich ein Schuldengebilde auf, in Relationen, wie es diese noch nicht einmal zum Ende des Zweiten Weltkriegs gegeben hat. Damit stellt sich die Frage: Wer profitiert von einer anhaltenden Dollarschwäche?

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US-Dollar und US-Verschuldung

„The dollar is our currency and your problem!“ Dieser alte und ständig zitierte Spruch des US-Finanzministers Conolloy aus dem Jahr 1971 kann nicht mehr so flapsig dahergesagt werden, denn die USA machen Schulden, viele Schulden – und brauchen daher Abnehmer für ihre Anleihen. Der Kurs der zugrundeliegenden Währung spielt hierbei schon eine Rolle, denn was nutzt ein Zinsvorteil, wenn die Währung permanent abwertet.

Infolge der Pandemie haben die USA bereits fünf Rettungspakete aufgelegt, das letzte im Dezember in Höhe von 900 Milliarden US-Dollar und bereits unmittelbar will der neue US-Präsident noch einmal 1,9 Billionen drauflegen.

Das bedeutet, dass das US-Defizit nicht nur im Jahr 2020 bei 15,5 Prozent gelegen hat, sondern, dass man auch für 2021 mit 14 Prozent rechnet, eine Überziehung des Haushalts, den es in keinem anderen Industrieland geben sollte (Berechnungen Deutsche Bank).

Hierzu ein paar Defizite zum Vergleich:

  • Großbritannien 2020: -19,5 Prozent, 2021: -8,7 Prozent
  • Japan 2020: -14,4 Prozent, 2021: -11 Prozent
  • EU-Zone 2020: -9 Prozent, 2021 -6 Prozent
  • Italien 2020: -11,5 Prozent, 2021 – 8,4 Prozent
  • Deutschland 2020: -6,4 Prozent, 2021 -4,2 Prozent

Sollte dies so eintreten, würden sich die Schuldenstände im Vergleich zum Vor-Coronajahr wie folgt entwickeln:

  • USA von 108,7 auf 134 Prozent im Vergleich zum BIP
  • Großbritannien von 85,4 auf 111,5 Prozent
  • Japan von 238 auf 264 Prozent
  • EU-Zone von 90 auf 111 Prozent
  • Italien von 134,8 auf 158 Prozent
  • Deutschland von 59,5 auf 72,2 Prozent

Aus jetziger Sicht wohlgemerkt, aber die Pandemie ist noch nicht besiegt.

Was bedeutet diese fiskalpolitische Keule für die US-Wirtschaft? Natürlich Wachstum, schließlich gießt man Öl ins Feuer. Aber was macht das mit dem US-Dollar? Einige Ökonomen rechnen mit einem weiteren Verfall des Dollars, auch wenn bei einem Zinsanstieg Geld in den Dollar-Raum fließen sollte. Seit der Wahl in Georgia – also seit klar ist, dass die Demokraten die Mehrheit auch im Senat haben – hat der US-Dollar auch wieder etwas zugelegt. Das Konjunkturprogramm ist eher positiv für den Dollar zu sehen – bessere US-Wirtschaft = höhere Inflationserwartungen = höhere Zinsen und damit eine Stütze für den Greeenback, so die Rechnung.

Aber die Konjunktur wird auch weltweit besser, so dass Geld aus dem sicheren Hafen wiederum abfließen könnte – und damit aus den USA.

Das andere Argument: Die US-Staatschulden sind von 23,3 Billionen Dollar (2019) auf fast 28 Billionen (2020) gestiegen und sollen 2021 um weitere zwei Billionen Dollar steigen. Was für ein Bedarf an Anleihen, zumal noch auslaufende Bills ersetzt werden müssen.

Deshalb sehen Ökonomen wie Stephen Roach die Gefahr eines weiteren heftigen Verfalls beim US-Dollar in zweistelliger prozentualer Höhe. Ein höheres Budgetdefizit würde dazu führen, dass sich das Außenhandelsdefizite der USA weiter ausweitet.

Natürlich ist der US-Dollar noch die sehr dominante Weltleitwährung mit über 60 Prozent Anteil, es werden Rohstoffe zu über 80 Prozent in Dollar frakturiert, allein schon der über 10 Billionen Dollar pro Jahr schwere Ölmarkt. Aber eine weitere Abwertung dieser Leitwährung wäre ein Segen für die Länder, die starke Schulden in dieser Währung haben!

Das Comeback der Emerging Markets

Wenn man sich die Entwicklung an den Finanzmärkten seit der Finanzkrise betrachtet, so ist eines ohne Zweifel auffällig: Es ist bisher eine Dekade der großen Hightech-Werte und damit des technologielastigen Nasdaq. Sehr anschaulich an seiner Performance auch im Vergleich zu S&P 500 oder auch des MSCI World – seit dem Tief bei der Finanzkrise erkennbar:

  • Nasdaq plus 1020 Prozent
  • MSCI World plus 407 Prozent
  • MSCI Emerging Markets plus 293 Prozent

Die letztgenannte Anlageregion, die hier nicht mithalten konnte, obwohl Wachstum und das Alter der Bevölkerung eigentlich klar für sie sprächen, sind die 27 Länder, die in dem Index für Entwicklungsländer zusammengefasst sind. Viele diese Länder sind stark verschuldet, vor allem in US-Dollar, und dessen Abwärtsentwicklung ist eine starke Erleichterung für deren Haushalte (allerdings nicht für alle).

Wie stark die Emerging Markets auf die Abschwächung der Weltleitwährung und der immer stärker werdenden Verschuldung der USA reagiert haben, zeigen Vergleichcharts. Die Outperformance der Emerging Markets in Relation zum S&P 500, besonders deutlich der steile Anstieg nach dem Sieg der Demokraten und die Aussicht auf große Konjunkturprogramme.

Die Emerging Markets proftitieren von der Schwäche beim US-Dollar

Fazit

Wird das Comeback der Emerging Markets Bestand haben? Vermutlich schon, schließlich gibt es auch im Verhältnis der großen Indizes MSCI World und MSCI Emerging Markets Zyklen. Immer wieder gibt es einen Ausgleich in der Entwicklung, deshalb empfehlen Finanzmathematiker auch ein Anlageverhältnis von 70 zu 30, aufgrund von Vergleichen über die Jahrzehnte. Aktuell kommt mit der Schuldenproblematik, dem Verfall beim US-Dollar und Entwicklungen wie die Freihandelszone in Asien, RCEP – Regional Comprehensive Economic Partnership, ein riesiger Wirtschaftsraum mit aufstrebenden Nationen hinzu, was einer Umleitung von Anlagekapital förderlich wäre.

Fahnenstangen werden immer korrigiert, auch bei Länderindizes..

Ein starker US-Dollar ist für viele Länder ein Problem

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Autoindustrie: Das Problem ist der Standort Deutschland

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Autoindustrie in Deutschland im Wandel

Steht die deutsche Autoindustrie vor einem Niedergang wie der Standort Detroit, die ehemalige Hochburg der Autoproduktion in den USA? Die Deutsche Bank (DB) hat ein hochinteressantes Research-Dokument dazu veröffentlicht. Darin wird die Branche nicht wirklich schlecht geredet. Aber schaut man genauer hin, geht es vor allem um den Standort Deutschland, der problematisch sein soll. Die deutsche Autoindustrie selbst sei relativ gut aufgestellt, aber eben nicht der Standort Deutschland. Vorab wollen wir aus der Analyse einige Aussagen erwähnen, was denn positiv am Standort Deutschland zu bewerten ist.

Der Automobilstandort Deutschland verfüge über außergewöhnliche Vorteile. Zu nennen sei vor allem die enge technologische und räumliche Verzahnung von Herstellern, industriellen Zulieferern, Ausrüstern (z.B. Maschinenbau), Entwicklungsdienstleistern, Logistikunternehmen sowie von universitären und sonstigen Forschungseinrichtungen. Von dieser vertikal integrierten Wertschöpfungskette sowie dem über Jahrzehnte gewachsenen Know-how der Beschäftigten könne der Standort zehren. Auch der intensive brancheninterne Wettbewerb war und ist ein Motor für stetige Innovationskraft und Produktivitätsfortschritte. Fasst man aber alle in der Analyse der DB skizzierten Faktoren zusammen, dann falle es jedoch schwer, die Zukunftsaussichten für den Automobilstandort optimistisch zu sehen.

Negative Standortfaktoren für die Autoindustrie in Deutschland

Negativ zu erwähnen hat die DB-Studie so einiges. Und dabei geht es überhaupt nicht um den Absturz während der Coronakrise, sondern um strukturelle Faktoren. Zum Beispiel würden strenge CO2-Grenzwerte für neue Pkw in der EU dazu führen, dass die Hersteller mehr Elektroautos auf den Markt bringen müssten. Der resultierende Kostenanstieg verschärfe den Strukturwandel in der Branche. Kaum jemand erwarte, dass die Netto-Bilanz dieses Strukturwandels für die Wertschöpfung und Beschäftigung der Automoindustrie in Deutschland positiv ausfallen wird.

Auch die Unsicherheiten hinsichtlich der Klima- und Energiepolitik hätten dazu beigetragen, dass der Kapitalstock in energieintensiven Branchen wie der Metallerzeugung oder der Chemieindustrie in Deutschland seit vielen Jahren sinke. Diese Sektoren zählen auch zur automobilen Wertschöpfungskette. Durch die Investitionszurückhaltung würden laut der Studie Teile dieser Kette geschwächt. Höhere Kosten kämen auf die Autoindustrie auch durch die geplante Verschärfung der europäischen Abgasnormen zu (Euro 7). Im Volumensegment dürfte der Kostenaufschlag pro Fahrzeug besonders ins Gewicht fallen. Dies setze die Produktion von „Autos für den Durchschnittsbürger“ in Hochlohnländern wie Deutschland, aber auch in Frankreich oder Italien unter Druck.

Bei klassischen Standortfaktoren wie der Steuerbelastung von Kapitalgesellschaften, Lohnhöhe oder der Flexibilität bei Arbeitszeiten habe sich Deutschlands Position laut der Studie der DB im internationalen Vergleich zuletzt eher verschlechtert. Auch die anhaltenden Handelskonflikte würden die Investitionsbereitschaft hemmen. Zudem ist die Pkw-Nachfrage im wichtigen westeuropäischen Absatzmarkt gesättigt. Schließlich bedeute die demografische Entwicklung eine Herausforderung, da sie zu einem sinkenden Erwerbspersonenpotenzial führe und die Nachfrage dämpft.

Angesichts der strukturellen Herausforderungen sei es fraglich, ob die früheren Produktionshöchststände am Standort Deutschland jemals wieder erreicht werden. Die DB befürchtet, dass es immer schwerer wird, eine konkurrenzfähige Produktion von Pkw im Volumensegment in Deutschland aufrechtzuerhalten. Der Anteil Deutschlands an der globalen, aber auch an der europäischen Autoproduktion könnte in den kommenden Jahren sinken. Ähnlich sei es der Autoindustrie im US-Bundesstaat Michigan (Detroit) ergangen, wo heute deutlich weniger Fahrzeuge gefertigt werden als zu Beginn des Jahrhunderts. Die deutsche Autoindustrie sei besser für die elektromobile Zukunft und andere strukturelle Herausforderungen der Branche gerüstet als der Automobilstandort Deutschland.

Autoindustrie wird sich anpassen – Standort mit Problem?

Wir wollen nur kurze und interessante Auszüge der DB-Studie zitieren. Zum Beispiel gehen wir nochmal auf den Detroit-Vergleich ein. Die DB sagt, dass dieser Vergleich vielleicht zunächst schockieren möge. Aber noch immer würden in Michigan viele Light Vehicles (LV) produziert. Allerdings waren es in den letzten Jahren etwa ein Drittel weniger Fahrzeuge als zu Beginn dieses Jahrhunderts. In der Folge ist der Anteil des Bundestaates an der gesamten LV-Produktion der USA von knapp 25 Prozent im Jahr 2000 auf deutlich weniger als 20 Prozent in den letzten Jahren gesunken. Profitiert hätten dagegen einige Südstaaten der USA, in denen auch deutsche Hersteller in neue Autofabriken investiert haben. Hohe Standortkosten in Michigan (z.B. Lohn- und Pensionskosten der angestammten Belegschaft) seien ein wesentlicher Grund für diese Verschiebung innerhalb der USA gewesen. Eine ähnliche Entwicklung sei für den Automobilstandort Deutschland nicht unwahrscheinlich. Auch in Deutschland könnten die Produktionszahlen der Branche dauerhaft unterhalb der früheren Niveaus verharren. Der Anteil Deutschlands nicht nur an der globalen, sondern auch an der europäischen Automobilproduktion drohe zu sinken.

Die DB-Studie geht an das gesamte Thema durchaus differenziert heran. Man schreibt die Branche nicht einfach pauschal ab. Unter dem Strich sei man davon überzeugt, dass die deutsche Autoindustrie besser für die „elektromobile“ Zukunft und andere strukturelle Herausforderungen der Branche gerüstet sei als der Automobilstandort Deutschland. Die Unternehmen könnten Standortentscheidungen frei treffen und sich im Laufe der Zeit anpassen, wenn sich die Rahmenbedingungen an einem Standort verschlechtern. Bei der Beurteilung der Zukunftsperspektiven des Standorts Deutschland würden aus heutiger Sicht jedoch die negativen Faktoren überwiegen. Bedauerlich dabei sei, dass ein Teil dieser Faktoren durch eine klimapolitische Regulierung begünstigt werde, die deutlich weniger effektiv als möglich und teurer als nötig sei.

Der Vorwurf an die deutsche Autoindustrie, technologische Trends zu verschlafen, werde auch beim Übergang zu E-Mobilität stetig wiederholt. Doch auch in diesem Fall sei er laut DB nicht pauschal zutreffend. Richtig sei, dass der Anteil deutscher Hersteller an den verkauften Elektroautos in vielen Märkten unter ihrem Marktanteil bei traditionellen Fahrzeugen liegt. Gleichwohl gleicht der Übergang vom Verbrennungsmotor zur E-Mobilität einem Langstreckenlauf und nicht einem Sprint. Kein Anbieter liege uneinholbar vorne. Zudem sei die Produktpipeline der deutschen Hersteller gut gefüllt. Die Deutschen seien eben lediglich später dran als manche Konkurrenten, aus Sicht der Autoren der Studie jedoch nicht zu spät.

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