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Trauen Sie diesem Dax über das Wochenende? Gold profitiert von Gesamtlage

Gestern sagten wir noch beim eher schwachen Euro sollte der Dax doch vorsichtig geschätzt aufwärts tendieren können. Aber der Euro hatte sich als Antreiber des Dax gestern Nachmittag abgemeldet. Weder Euro/Dollar noch…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Gestern sagten wir noch beim eher schwachen Euro sollte der Dax doch vorsichtig geschätzt aufwärts tendieren können. Aber der Euro hatte sich als Antreiber des Dax gestern Nachmittag abgemeldet. Weder Euro/Dollar noch der Dollar-Index scheinen aktuell eine klare Richtung zu haben. Totentanz im Sommerloch!

Aber dafür haben die Aktienindizes umgeschwenkt. Wohl bemerkt nicht wegen dem Terror in Spanien. Der kommt als Unsicherheitsfaktor nur verstärkend hinzu. Die Basis für die Unsicherheit bildet auch heute die stark gestiegene Wahrscheinlichkeit, dass das rechte Lager rund um Steve Bannon im Weißen Haus die Meinungshoheit gewinnt! Das hatte sich gestern Abend verstärkt angedeutet, was den Aktienmarkt auch heute maßgeblich beeinflusst.

Politische Börsen haben kurze Beine, und die Lage kann nächste Woche schon wieder anders aussehen, aber momentan hat der Markt Angst, dass die Stimulus-Träume in den USA zerplatzen. Daher unsere Frage: Würden Sie von diesem Dax einen Gebrauchtwagen kaufen? Er fiel zwar heute früh gegenüber gestern Abend 43 Punkte auf 12.080, erholte sich dann aber bis auf aktuell 12.157. Würden Sie diesem kurzzeitigen Frieden trauen?

Die Charts sehen doch sehr unklar und nervös aus, vor allem die Amerikaner. Der Dow notiert aktuell 300 Punkte tiefer als gestern Mittag. Im folgenden Chart-Vergleich zum Dax seit dem 8. August fällt der Dow (blau) stärker als der Dax. Also: Würden Sie dem Dax übers Wochenende trauen bei jetzt 12.157 Punkten?

Gold

Gold profitiert derzeit vereinfacht gesagt von der Gesamtlage. Minimal schwächelnder Dollar, Trump-Chaos mit folgender Unsicherheit, und noch ein wenig Terror oben drauf. Das brachte den Goldpreis vorhin ganz kurz auf 1.300 Dollar. Seit Mittwoch war das ein Plus von 30 Dollar. Jetzt aktuell liegt er bei 1.294 Dollar.

Die Vola ist wieder angesprungen auf 15 Punkte im S&P 500 wie auf dem Nordkorea-Niveau letzte Woche (Chart).

Öl

Öl bleibt weiter schwach. Stark fallende Lager konnten nichts daran ändern. Die OPEC zeigt nach außen einfach ein schwaches zerstrittenes Bild. Da fehlt der Glaube, dass wirklich in den nächsten Monaten gekürzte Fördermengen den realen Ölmarkt beeinflussen. Und im März 2018 läuft die Kürzung schon aus, dann geht die Förderung wieder kräftig bergauf! Das haben auch Öl-Bullen inzwischen bemerkt.


Der WTI-Ölpreis seit 9. August, jetzt bei 47 Dollar.

17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    18. August 2017 17:34 at 17:34

    Im Dax sind ja alle deutschen Autobauer vertreten. Da wird der Gebrauchtwagenkauf wahrscheinlich echt zum Risiko… :-)
    Schönes Wochenende

  2. Avatar

    Marko

    18. August 2017 19:41 at 19:41

    Ziemlich starker Move vom EUR/CHF ?

    Der CHF ? ja genau…der, noch Fragen, trauen Sie dem Markt ? :D

  3. Avatar

    Bademeister

    18. August 2017 19:48 at 19:48

    Wenn wir am Montag früh aufstehen, haben die Amerikaner und die Südkoreaner höchstwahrscheinlich bereits mit den angekündigten „Übungsmanövern“, oder besser geschrieben, der nächsten Provokation gegenüber Nordkorea begonnen. China hat bereits vor einer Woche davor gewarnt, und freundlich darauf hingewiesen, weitere und vermeidbare Sticheleien zu vermeiden….
    Sollte es zu doll werden, sind Trump und Bannon innerhalb kürzester Zeit geschmacklose Geschichte.
    Das gegenwärtige Chartbild bei Gold und der gerade andauernde kleine Squeeze-Out passen dazu wie die Faust von Klitschko auf Donalds linkem Auge.
    …das ist die Ruhe vor dem grossen Sturm, von dem Dax + Co. noch nichts eingepreist haben.

  4. Avatar

    Marko

    18. August 2017 19:55 at 19:55

    „Im Dax sind ja alle deutschen Autobauer vertreten. Da wird der Gebrauchtwagenkauf wahrscheinlich echt zum Risiko…“

    Das ist der Witz des Jahres, ich komme auch der Autobranche, Dieselgate usw… Bitte sehr… Kauft Benziner, am liebsten die TSI-Modelle, könnt Ihr überhaupt nix falsch machen…

  5. Avatar

    Marko

    18. August 2017 20:04 at 20:04

    Jeder so. wie er mag, ich akzeptiere die Bären….

    was mir zu denken gäbe, wäre der astronomisch hoch bewerte Rentenmarkt !!!
    Geld verlieren, das gehört dazu… ;)

  6. Avatar

    Marko

    18. August 2017 21:43 at 21:43

    Der EUR zeigt eine eine beeindruckende Stärke, soviel zum zum Thema :

    „Der EUR ist am Ende“ …, wirklich…. ?

    Der Bundesbankbeamtenlanden, EZB, kriegt – immerhin – etwas hin. :D

    Ihr vertraut also dem DAX, interessant ? ‚Der Ami taugt nix ? Richtig so !!!

  7. Avatar

    Jana

    18. August 2017 21:45 at 21:45

    SCHAUT EUCH MAL DAS VIDEO DRINGEND AN!!!!!! —– AM BESTEN SOFORT WEITER VERBREITEN……..
    https://www.youtube.com/watch?v=Hb5vS_kQhJs

    • Avatar

      Dieter G.

      19. August 2017 00:52 at 00:52

      Habs mir angeschaut, und habe ein großes Problem mit solchen Videos. Warum? Es kann vom Zuschauer überhaupt nicht verifiziert werden wie hoch der Wahrheitsgehalt ist, weil immer nur Fragmente angesprochen werden.

      So sind z. B. Betriebsprüfungen völlig normal, und wenn Du alles richtig verbucht und versteuert hast, auch kein Problem. Die im Video angesprochene Anzeige(n) halte ich ebenfalls für völligen Unsinn. Denn auch hier gilt: ist nichts gewesen, gibt es auch keine Strafverfolgung.

      Auch zeige ich mich völlig irritiert, denn wenn er Bestsellerautor ist, mit einem Buch welches das System in Frage stellt, gleichzeitig „Die Linke“ wohlwollend nennt, und eine Diskussionseinladung von RT Deutsch (deren Arbeit ich sehr schätze) annimmt, kann ich da erwarten das die Gegenseite die Füße still hält? Das wäre aber äußerst naiv und unprofessionell.

      Auf mich wirkt der Beitrag wie eine Bettelei, doch bitte schön das Buch endlich zu kaufen, weil er ja so verfolgt wird. Und man sieht auch an den Kommentaren, hier wird Mitleid und Stimmung geerntet.

      Liebe Grüße

      Dieter

  8. Avatar

    Kuperkopf

    18. August 2017 22:33 at 22:33

    Dann müßte es ja Montag wieder hoch gehen jetzt wo Bannon weg ist. ;)

    • Avatar

      Marko

      19. August 2017 15:58 at 15:58

      Na ja , dass der Donald nix taugt…, dazu kann man nur noch sagen : schön, dass wir „unsere Mutti“ haben…
      Wie siehts denn aus mit der Mauer ? Schon mal den Grundstein gelegt ? ´
      Ja, ich weiß, der Wille zählt… ;)

      Jetzt nur noch 3 Jahre mit dem Donald… Der Countdown läuft… :D

      Der Donald wird in die Geschichte eingehen, das ist sowieso klar…
      Der Donald,größte Amateur in der US-Präsidentschaftsgeschichte, das hätte sogar der Donald nicht gedacht, dass der das gewinnt… ;)

      Und die Amis wählen den Herrn Trump ??? Verrückt…, deswegen lieber zur „Mutti“… :D

  9. Avatar

    Marko

    18. August 2017 23:29 at 23:29

    Der nächste „Kandidat“ des EUR ist das GPB, gut, bis jetzt hätten sie noch eine Chance, ansonsten…

    Parität..

  10. Avatar

    Marko

    19. August 2017 10:03 at 10:03

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/brexit-eu-hat-durch-austritt-grossbritanniens-an-zustimmung-gewonnen-a-1163375.html

    „Brexit beschert EU Imagehoch

    …Großbritannien verlässt die EU – diese Nachricht schockierte im Juni 2016 Europa, nicht wenige sahen schon das Ende der Europäischen Union nahen. Doch ein Jahr später scheint genau das Gegenteil eingetreten zu sein: EU-kritische Populisten mussten Wahlniederlagen hinnehmen, die Wirtschaft der restlichen EU wächst schneller als die britische, und die Brexit-Verhandlungen laufen für London alles andere als vielversprechend…

    …Bemerkenswert ist, wie sich die Grundhaltung zur EU seit 2015 verändert hat. Die Frage, ob die Mitgliedschaft ihres Landes eher Vorteile habe, bejahten vor zwei Jahren nur 28 Prozent – wohl auch beeinflusst von der Migrations- und Flüchtlingskrise, die damals auf ihrem Höhepunkt war. In diesem Jahr sehen dagegen 44 Prozent eher Vorteile durch die EU-Mitgliedschaft, ein Anstieg um satte 16 Prozentpunkte….“

    Ja und deshalb ist wohl Deutschland mit Schuld am Brexit, „Refugees welcome“, da war so ziemlich Panik auf der Titanic in GB (2015), trotzdem haben die Briten gewählt, und die denken immer noch, die EU gibt Euch „Rosinenpickern“ nach ?

    Siehe :

    „Dagegen hat man inzwischen auch in Großbritannien die Stärkung der EU zur Kenntnis genommen – und ist darüber sogar erleichtert. Der britische Brexit-Minister David Davis etwa sagte vor Kurzem, dass die EU spätestens seit dem Wahlsieg des europafreundlichen Emmanuel Macron bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich weniger Angst habe, dass der Brexit Nachahmer finden könnte. Die Gefahr, dass die EU an Großbritannien ein abschreckendes Exempel statuiert, sei dadurch gesunken. „Das Bestrafungs-Bataillon“, sagte Davis der BBC, „ist kleiner geworden.“

    The clock is ticking, ein Exit ist ein ausstieg, ohne jedwede Vorteile, immerhin habe ich als GB die EU-Flüchtlingspoltik nicht mehr am Hals, aber : zu welch verrückten Preis ???
    Die fahren ihre Wirtschaft mit Vollgas an die Wand. Immerhin wertet man im Gegenzug das GPB ordentlich ab, was (sowieso) gerechtfertigt wäre.

    Das „Fehlkonstrukt“ EUR / GPB bei der Parität, wie wäre es dann mit einem neuen Refererdum ?
    Wäre sogar schlau aus GB Sicht, da kann man viel leichter das GPB in „harte“ EURs umrechnen ?? Vielleicht gibts extra für die Queen noch eine wunderschöne 2 EUR – Münze, als Willkomensgeschenk ? ;) :D

    • Avatar

      Dieter G.

      21. August 2017 00:37 at 00:37

      Das ist mal wieder das typische Brexit-Bashing. Als würde GB ohne den irrsinnigen EU-Beitritt Pleite gehen. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Durch den extrem niedrigen Kurs des Britischen Pfunds erobern die derzeit einen Exportmarkt nach dem anderen. Und scheinbar kehrt man dies in der EU schön brav unter den Teppich. Bedenklich sind nur die steigenden Preise in GB, was z. T. auch in den Statistiken der Verbraucherpreise abgebildet wird.

      Dafür bauen wir unsere Billiglohnsektoren weiter aus, sponsern weiter schlecht laufende Mitgliedsstaaten, und der verfilzte Haufen der EZB agiert weiterhin mit vollem Tempo. Das ist dann aber alles ok, oder wie?

      Die EU in ihrer jetzigen Konstellation gehört aufgelöst.

      • Avatar

        Columbo

        21. August 2017 10:00 at 10:00

        So schnell wird da nichts aufgelöst. Jüngste Umfragen ergaben, daß die EU Länder seit dem Brexit wieder zusammenrücken, nicht mehr austreten wollen und sogar bereit sind, mehr Kompetenzen nach Brüssel abzugeben. So schauts aus.

        • Avatar

          Bademeister

          21. August 2017 13:45 at 13:45

          Ach Columbo…wer macht denn diese Umfragen. Solange die Südstaaten gefüttert werden ist klarerweise alles supi, da kann man leicht zusammenrücken.Umverteilungsgemeinschaft, ja….Wertegemeinschaft, nein! Jetzt vor den Wahlen brummt die Wirtschaft, nach der Wahl kommt das böse Erwachen. In zwei Monaten gehts uns dann wieder schlecht….für knapp vier Jahre….

          • Avatar

            Columbo

            21. August 2017 16:18 at 16:18

            Ach Bademeister, der Exit ist kein Thema mehr, das hat auch der Letzte begriffen. „EU-Austritt“ ist zum Unwort geworden. Für eine Partei ist es momentan geradezu existenzbedrohend, davon zu sprechen. Vielleicht wird es in zehn Jahren wieder aktuell, momentan interessiert das niemand.

  11. Avatar

    bademeister

    21. August 2017 18:16 at 18:16

    @Colombo Du vertrittst da die klassische und heißgeliebte Meinung des strammen deutschen Michels. Tatsächlich ist es in Deutschland existenzbedrohend, wenn Parteien gegen die EU und für Austritt wettern (würden). Aber was ist mit dem Rest von Euroland? Süd- und Oststaaten pfeiffen auf die EU und halten so lange still, als sie mit billigem Geld gefüttert werden. Wenn das nicht mehr so sein sollte, und das wird keine 10 Jahre dauern, ist die Kacke rund um Deutschland ordentlich am Dampfen.
    Die EU besteht aus vielen gleichberechtigten (?) Mitgliedern, und Mutti kann es halt nur eine geben. Was in Deutschland gerade abgeht bezeichnen bereits viele Kritiker als DDR 2.0., demokratisch untermauerte perfide Überwachung der Bürger und ihren Vermögen. Ja, die Wirtschaft brummt in deutschen Landen, fast ausschließlich finanziert durch billiges Geld geht’s den Unternehmen nach (eben auch billigen) Zahlen so gut wie niemals zuvor. Den Bürgern auch?
    Momentan besteht die Gefahr, dass uns der immer stärker werdende Euro, verursacht durch jahrzehntelange Misswirtschaft in Amiland und gezündet durch einen senilen blonden Sonnenkönig, um die Ohren fliegt.
    Es sind die Wahlen, die alles gerade soo schön machen…und sonst nix.

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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am

Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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