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Trump geht in die Vollen – Zölle auf alle chinesischen Ausführen?

Der US-Präsident versucht es jetzt mit vollem Druck. Nach dem ergebnislosen Abbruch der Verhandlungen in der 11. Runde, ordnete Trump gerade an, für weitere 300 Milliarden an Chinaeinfuhren Zölle in Höhe von 25% vorzubereiten. Es seien noch einige Details zu klären, die man am Montag bekanntgeben würde.

 

Dazu das nachbörslich erfolgte Statement des US-Handelsbeuaftragten Lighthizer:

“Earlier today, at the direction of the President, the United States increased the level of tariffs from 10 percent to 25 percent on approximately $200 billion worth of Chinese imports. The President also ordered us to begin the process of raising tariffs on essentially all remaining imports from China, which are valued at approximately $300 billion.”

Nur wenig zuvor hatte die US-Administration noch eine Erhöhung der Zölle auf 5700 Warengruppen von 10 auf 25 Prozent in einem Volumen von 200 Milliarden Dollar beschlossen.

„Es waren konstruktive Diskussionen. Das ist alles, was ich sagen kann“, sprach US-Finanzminister Steven Mnuchin, der an der ergebnislosen Gesprächsrunde mit Lighthizer und Chinas stellvertretenden Ministerpräsidenten Liu He teilgenommen hatte.

 

Noch immer hält man ein Fünkchen Hoffnung aufrecht

Liu erklärte kurz darauf in einem von chinesischen Staatsmedien verbreiteten Videoclip, beide Seiten hätten weitere Gespräche in Peking vereinbart. „Die Verhandlungen sind nicht gescheitert. Im Gegenteil: Ich denke, kleine Rückschläge sind normal und unvermeidbar während der Verhandlungen beider Länder. Nach vorne blickend sind wir immer noch vorsichtig optimistisch.“ Sehr seltsam, denn nur kurz darauf verkündete US-Chefunterhändler Lighthizer die Vorbereitung einer weiteren Zollrunde.

 

Droht jetzt der Weltkonjunktur ernsthafte Schäden?

Davon ist bei Realisierung der Vorhaben auszugehen, denn einerseits sprach US Präsident Trump davon, dass es keine Eile habe mit der Lösung des Handelsstreits. Andererseits ließ China hingehen in seinem Parteiorgan verlauten, dass sich die Volksrepublik „niemals dem maximalen Druck der US-Seite beugen und in Grundsatzfragen keine Kompromisse eingehen werde“. Alle zusätzlichen Zölle müssten abgeschafft werden.

Damit spitzt sich die Auseinandersetzung weiter zu und wenn jetzt nicht bald irgendeine Form des Einlenkens erfolgt, werden die Märkte den möglichen Schäden in den Kursen einpreisen. Was das bedeutet ist klar, der hässliche Nebeneffekt, den Donald Trump überhaupt nicht gebrauchen kann. Bisher wurden die Aktienmärkte in der letzten Stunde immer wieder nach oben gekauft. Das aber wäre bei voller Umsetzung der trumpschen Ankündigungen erst mal zu Ende. Mal sehen, wie lange er die Nerven behält.

Ein spannender Wochenauftakt!

 

 

(Official White House Photo by Andrea Hanks)



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3 Kommentare

  1. Ist doch klar, wie das läuft: die Chinesen werden nie einlenken, da sie sonst ihr Gesicht verlieren würden. Trump weiß das inzwischen auch und hat daher schon gesagt, dass die Zölle eigentlich sogar besser sind, daher werden auch weitere erhoben, damit die Wählerschaft das auch glaubt. Gleichzeitig muss man aber für die Börse die Illusion aufrecht erhalten, dass man sich doch noch einigen wird.

  2. Die Börse lässt sich doch bisher von den Thematik des Handelsstreits durch Trump wunderbar lenken, wieso sollte er dieses Vehikel durch eine Einigung oder ein Zerwürfnis leichtfertig aus der Hand geben? Ich erwarte schon etwas länger, dass es bis kurz vor der Wahl so weiter geht. Wenn die Einigung zu früh erfolgt, wird ist das nicht mehr im Gedächtnis der Wähler zum richtigen Zeitpunkt sein, ausser es wird ständig durch die Medien wiederholt, was bei zu Mr President konträr eingestellten Medien unwahrscheinlich wäre.
    Bisher läuft es doch wunderbar mit dem hin und her, warum also jetzt ändern? Die Politik im Westen ist eben meist reaktionär

  3. Ich habe gerade mit Donald Trump telefoniert. Ich empfahl ihm, die Zölle auf alle Einfuhren aus China weiter drastisch zu erhöhen, im Abstand von einer Woche von 25% auf 100%, dann auf 500% und weiter auf 1000%. Das hätte nur Vorteile, denn die Kassen in den USA würden sich innerhalb kürzester Zeit zum Bersten füllen (und er könne von den „Überschüssen“ leicht eine 100 Meter hohe Mauer zu Mexiko bauen), die Verhandlungen mit China würden dadurch noch erfolgreicher und konstruktiver laufen als ohnehin schon und auch seine Freundschaft mit Xi Jinping würde noch inniger und fester werden. Es sei dann zu erwarten, dass China jeden Deal ungesehen unterschreiben würde und als Draufgabe könne Trump die Spratly-Inseln zur Errichtung der größten Militärbasis außerhalb der USA geschenkt erhalten. Trump war begeistert von meinem Vorschlag und will ihn gleich an Robert Lighthizer zur Umsetzung weiterleiten.
    Im Zuge dieses Mega-Deals würden die Demokraten auch bereit sein zur Verfassungsänderung, wonach Trump eine lebenslange Präsidentschaft eingeräumt werden könnte. Die lästigen alle 4 Jahre wiederkehrenden Wahlen gehörten der Vergangenheit an und er könne sich nur noch seinen Amtsgeschäften widmen.
    Um die Aktienmärkte bräuchte er sich auch keine Sorgen mehr zu machen, wenn er Shortgehen auf US-Indizes und US-Aktien sowie den Verkauf von Aktien einfach verbieten und die Shortseller nach China verweisen würde, wo sie sich ungestraft austoben könnten.

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