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Trump: Iran wird nie Atomwaffen haben – tötete er Soleimani auf Friedensmission?

Donald Trump und andere Mitglieder der amerikanischen Regierung haben nach der Tötung von Qasem Soleimani behauptet, die Operation sei erfolgt, weil Soleimani konkrete Pläne gehabt habe, US-Einrichtungen zu attackieren. Ob dem wirklich so ist, entzieeht sich natrugemäß unterer Kenntnis – aber gleichwohl ist die heutige Erklärung des irakischen Ministerpräsidenten Adel Abdul Mahdi für Trump ein Problem: demnach war Soleimani auf dem Weg zum irakischen Ministerpräsidenten, weil er eine Antwort auf eine saudische Botschaft an den Iran geben wollte. Mithin also trat die irakische Regierung als Vermittler auf, und laut irakischem Ministerpräsidenten wollte Soleimani eine Botschaft an die Saudis als Entspannungssignal geben. Somit wäre also – wenn die Aussagen des irakischen Regierungschefs stimmen – Soleimani gewissermaßen auf einer Friedensmission gewesen, als er von den USA getötet wurde.

Nun hat das irakische Parlament beschlossen, dass die US-Trupppen im Land abziehen sollten – Trump hat seinerseits massive Entschädigungszahlungen und Sanktionen angedroht. Paradoxerweise aber war der Abzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak stets ein wichtiges Ziel des Iran und Soleimanis gewesen!

Laut dem US-Experten Josef Braml musste die US-Administration reagieren, nachdem man schon den Schlag gegen die saudischen Ölanlagen unbeantwortet gelassen hatte. Als nun die amerikanische Botschaft in Bagdad angefriffen worden war, mußte ein Zeichen der Stärke gesetzt werden. Hinzu käme, so Braml, dass die innenpolitischen Schwierigkeiten Trumps durch das Impeachment-Verfahren zu einer Hinwendung Trumps zu aussenpolitischer Machtdemonstration geführt habe.

Und nun verspricht Trump aktuell per Tweet, dass der Iran niemals Atomwaffen haben werde – offenkundig in Reaktion auf Teherans Aussage, sich an keine Grenzen der Uran-Anreichung mehr zu halten:

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1214197038063243266

Laut Experten aber dürfte der Iran unter normalen Umständen in einem bis fünf Jahren in der Lage sein, eine Atombombe zu haben. Und das bedeutet, dass dieser Konflikt auch ein Wettlauf um die Zeit ist: Iran weiß, dass nur eine Atombombe ein wirksamer Schutz gegen die USA ist – und die USA wissen, dass der Iran mit einer Atombombe nicht mehr zu dominieren würde. Eine Konfrontation und weitere Eskalation erscheint daher wahrscheinlich!

So oder so: mit der Tötung Soleimanis hat sich die USA gewissermaßen auf das Spielfeld der Iraner begeben: nämlich eine Art asymetrischer Kriegsführng zu betreiben. Und der Iran, so viel scheint klar, wird darauf wiederum mit asymetrischer Kriegsführung antworten. Die Hisbollah, Irans Verbündeter im Libanon, hat bereits angekündigt, den amerikanischen Luftstützpunkt im Irak zu attackieren.

Sehen Sie dazu auch folgendes Video von RT deutsch (das durchaus eine USA-kritische Tendenz hat, aber damit auch die Sicht Moskaus und wohl auch Chinas wiedergibt):

Warum Trump Soleimani töten ließ



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5 Kommentare

  1. Soleimani gewissermassen auf einer Friedensmission…!! Liest sich sehr interessant wenn man bedenkt was dieser geniale Stratege schon so alles gemacht hat. Das ist natürlich keinesfalls ein Statement für Tramp, der sich mit Sicherheit völlig unakzeptabel danebengenommen hat und die Welt vor ganz neue Probleme stellt.

  2. Soleimani auf Friedensmission! Wenn man das behauptet, wird man vermutlich gleich als Verschwörungstheorethiker oder Irrer abgestempelt.
    Aber was für einen Grund sollte der irakische Regierungschef haben, hier zu lügen?

    1. Na, das ist ja wohl nicht schwierig! Um USA den schwarzen Peter zuzuschieben. Die „Weltöffentlichkeit“ ist sehr wichtig für Kriege und Machtgerangel. Auch wegen dem eigenen Volk. Wenn herauskäme, daß der Typ weiter an Anschlägen geplant hätte, würden auch einige der eigenen Bevölkerung sagen, was soll ein Krieg gegen die USA. Vielleicht war er offiziell Vermittler der Saudis, inoffiziell noch andere Jobs. Aber es ist müßig: „wir wissen es nicht“.

  3. Meiner Meinung nach sollte man bei dem Chaos im Irak den Machtkampf zwischen Schiiten und Sunniten nicht vergessen, der seit dem Sturz von Saddam Hussein dort tobt. Ministerpräsidenten Adel Abdul Mahdi ist Schiit, und scheint eher dem Iran als den USA zugewandt zu sein. Wie immer ist es auch interessant was der Nahostexperte Michael Lüders zu der Lage zu sagen hat:

    https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/interview/Wie-ernst-ist-die-Lage-im-Nahen-Osten-100.html

    https://www.arte.tv/de/videos/094645-000-A/islam-experte-michael-lueders-zum-mord-an-soleimani/

    https://www.cicero.de/aussenpolitik/militaeraktionen-usa-iran-soleimani-donald-trump-naher-osten

  4. Lol, dieser Ministerpräsident sollte um des Friedens willen lieber den Mund halten, sonst denken die Leute noch er oder die Saudis haben Soleimani verpfiffen.

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