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Trump: Iran wird nie Atomwaffen haben – tötete er Soleimani auf Friedensmission?

Markus Fugmann

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Donald Trump und andere Mitglieder der amerikanischen Regierung haben nach der Tötung von Qasem Soleimani behauptet, die Operation sei erfolgt, weil Soleimani konkrete Pläne gehabt habe, US-Einrichtungen zu attackieren. Ob dem wirklich so ist, entzieeht sich natrugemäß unterer Kenntnis – aber gleichwohl ist die heutige Erklärung des irakischen Ministerpräsidenten Adel Abdul Mahdi für Trump ein Problem: demnach war Soleimani auf dem Weg zum irakischen Ministerpräsidenten, weil er eine Antwort auf eine saudische Botschaft an den Iran geben wollte. Mithin also trat die irakische Regierung als Vermittler auf, und laut irakischem Ministerpräsidenten wollte Soleimani eine Botschaft an die Saudis als Entspannungssignal geben. Somit wäre also – wenn die Aussagen des irakischen Regierungschefs stimmen – Soleimani gewissermaßen auf einer Friedensmission gewesen, als er von den USA getötet wurde.

Nun hat das irakische Parlament beschlossen, dass die US-Trupppen im Land abziehen sollten – Trump hat seinerseits massive Entschädigungszahlungen und Sanktionen angedroht. Paradoxerweise aber war der Abzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak stets ein wichtiges Ziel des Iran und Soleimanis gewesen!

Laut dem US-Experten Josef Braml musste die US-Administration reagieren, nachdem man schon den Schlag gegen die saudischen Ölanlagen unbeantwortet gelassen hatte. Als nun die amerikanische Botschaft in Bagdad angefriffen worden war, mußte ein Zeichen der Stärke gesetzt werden. Hinzu käme, so Braml, dass die innenpolitischen Schwierigkeiten Trumps durch das Impeachment-Verfahren zu einer Hinwendung Trumps zu aussenpolitischer Machtdemonstration geführt habe.

Und nun verspricht Trump aktuell per Tweet, dass der Iran niemals Atomwaffen haben werde – offenkundig in Reaktion auf Teherans Aussage, sich an keine Grenzen der Uran-Anreichung mehr zu halten:

Laut Experten aber dürfte der Iran unter normalen Umständen in einem bis fünf Jahren in der Lage sein, eine Atombombe zu haben. Und das bedeutet, dass dieser Konflikt auch ein Wettlauf um die Zeit ist: Iran weiß, dass nur eine Atombombe ein wirksamer Schutz gegen die USA ist – und die USA wissen, dass der Iran mit einer Atombombe nicht mehr zu dominieren würde. Eine Konfrontation und weitere Eskalation erscheint daher wahrscheinlich!

So oder so: mit der Tötung Soleimanis hat sich die USA gewissermaßen auf das Spielfeld der Iraner begeben: nämlich eine Art asymetrischer Kriegsführng zu betreiben. Und der Iran, so viel scheint klar, wird darauf wiederum mit asymetrischer Kriegsführung antworten. Die Hisbollah, Irans Verbündeter im Libanon, hat bereits angekündigt, den amerikanischen Luftstützpunkt im Irak zu attackieren.

Sehen Sie dazu auch folgendes Video von RT deutsch (das durchaus eine USA-kritische Tendenz hat, aber damit auch die Sicht Moskaus und wohl auch Chinas wiedergibt):

Warum Trump Soleimani töten ließ

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Katja Wohmann

    6. Januar 2020 16:41 at 16:41

    Soleimani gewissermassen auf einer Friedensmission…!! Liest sich sehr interessant wenn man bedenkt was dieser geniale Stratege schon so alles gemacht hat. Das ist natürlich keinesfalls ein Statement für Tramp, der sich mit Sicherheit völlig unakzeptabel danebengenommen hat und die Welt vor ganz neue Probleme stellt.

  2. Avatar

    Gixxer

    6. Januar 2020 17:19 at 17:19

    Soleimani auf Friedensmission! Wenn man das behauptet, wird man vermutlich gleich als Verschwörungstheorethiker oder Irrer abgestempelt.
    Aber was für einen Grund sollte der irakische Regierungschef haben, hier zu lügen?

    • Avatar

      sabine

      7. Januar 2020 09:44 at 09:44

      Na, das ist ja wohl nicht schwierig! Um USA den schwarzen Peter zuzuschieben. Die „Weltöffentlichkeit“ ist sehr wichtig für Kriege und Machtgerangel. Auch wegen dem eigenen Volk. Wenn herauskäme, daß der Typ weiter an Anschlägen geplant hätte, würden auch einige der eigenen Bevölkerung sagen, was soll ein Krieg gegen die USA. Vielleicht war er offiziell Vermittler der Saudis, inoffiziell noch andere Jobs. Aber es ist müßig: „wir wissen es nicht“.

  3. Avatar

    Lausi

    6. Januar 2020 20:33 at 20:33

    Meiner Meinung nach sollte man bei dem Chaos im Irak den Machtkampf zwischen Schiiten und Sunniten nicht vergessen, der seit dem Sturz von Saddam Hussein dort tobt. Ministerpräsidenten Adel Abdul Mahdi ist Schiit, und scheint eher dem Iran als den USA zugewandt zu sein. Wie immer ist es auch interessant was der Nahostexperte Michael Lüders zu der Lage zu sagen hat:

    https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/interview/Wie-ernst-ist-die-Lage-im-Nahen-Osten-100.html

    https://www.arte.tv/de/videos/094645-000-A/islam-experte-michael-lueders-zum-mord-an-soleimani/

    https://www.cicero.de/aussenpolitik/militaeraktionen-usa-iran-soleimani-donald-trump-naher-osten

  4. Avatar

    schwarze_pille

    6. Januar 2020 21:28 at 21:28

    Lol, dieser Ministerpräsident sollte um des Friedens willen lieber den Mund halten, sonst denken die Leute noch er oder die Saudis haben Soleimani verpfiffen.

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Aktuell: Risk Off treibt US-Dollar – Dax, Goldpreis und Euro fallen

Claudio Kummerfeld

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Da hatten wir gerade erst darüber berichtet, dass man als Gold-Trader genauer auf den US-Dollar schauen sollte, dann bewegt er sich kurz darauf tatsächlich. Nur halt in die falsche Richtung, aus Sicht der Gold-Bullen. Der Dollar-Index (Währungskorb gegen Euro, Pfund, Franken etc) prallte bei 92,80 Indexpunkten zum siebten Mal in zehn Tagen nach oben ab, und steigt die letzten Stunden auf aktuell 93,32 Indexpunkte.

Risk Off beeinflusst US-Dollar

Risk Off nennt man das. Hat der Markt aufgrund bestimmter Umstände plötzlich Angst, flieht man in sichere Häfen. Und heute ist dies der US-Dollar. Euro, Pfund und Franken verlieren heute alle gleichzeitig gegen den US-Dollar. Und wenn er schnell steigt, leidet oft auch der Goldpreis. Manchmal ist beim Risk Off auch Gold als sicherer Hafen der große Gewinner. Aber schon seit Wochen schielt der Goldpreis in erster Linie auf den US-Dollar, und nimmt logischerweise die gegenteilige Positionierung ein. Der Goldpreis verliert daher seit heute früh von 1.954 auf aktuell 1.931 Dollar.

Dax, Euro und Goldpreis fallen gleichzeitig

Der Euro verliert seit heute früh gegen den US-Dollar von 1,1870 auf aktuell 1,1784. Von einem schwächeren Euro profitiert in der Regel der exportlastige Dax. Aber nicht so in einem Corona-Umfeld mit steigenden Infektionen und immer mehr Beschränkungen (ganz aktuell zum Beispiel in Bayern). Sowas macht auch in angelsächsischen Medien die Runde, dass sogar im so „erfolgreichen“ Deutschland nun wieder mehr Corona-Restriktionen um sich greifen! Der Dax verliert im Vergleich zu Freitag Abend gut 450 Punkte. Im Chart sehen wir seit Freitag den heute steigenden US-Dollar gegen den gleichzeitig fallenden Dax und Goldpreis.

Chart zeigt Kursverläufe von US-Dollar, Goldpreis, Dax

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Markus Krall über das Geldsystem als Matrix zur Täuschung der Menschen

Redaktion

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Markus Krall über das Geldsystem als große Matrix

Markus Krall gilt als einer der sogenannten „Crashpropheten„, die von den großen Medienpublikationen nur all zu gerne in die Clown-Ecke gestellt werden. Schwarzseher, Angstmacher etc. Auch wenn man sicherlich über einige seiner Aussagen streiten und sie kritsich betrachten kann, so sind seine Analysten doch klar und hochinteressant. Der anerkannte Kreditexperte, Banken-Kenner und Degussa-Chef hat in einem aktuellen Video (am Ende dieses Artikels) das derzeitige Geldsystem in den Fokus seiner Betrachtung genommen.

Markus Krall über das Geldsystem als Matrix

Markus Krall (Crash im Herbst, mehr dazu hier) spricht aktuell von einem bestehenden Geldsystem, dass eine regelrechte Matrix zur Täuschung der Menschen sei. Seit der Einführung des Papiergelds im Jahr 1914 sei allen Arten von Manipulation durch die Notenbanken Tür und Tor geöffnet. Auch wird im Video das gut bekannte Zitat von Henry Ford erwähnt, dass es noch vor morgen früh eine Revolution gebe, wenn die Menschen das derzeitige Geldsystem verstehen würden.

Was interessant ist und was von Markus Krall angesprochen wird, ist in der Tat die bei jeder Krise sich exponentiell vergrößernde Menge an Rettungsgeld, die seitens der Notenbanken eingesetzt werde für die Rettung, die in Wirklichkeit gar keine echte Rettung sei, wie Markus Krall es betont. Es gehe nur darum das Geldsystem notdürftig am Leben zu halten, und das mit immer mehr gedrucktem Geld. Er erwähnt die Dotcom-Blase, die Finanzkrise 2008 und jetzt die Coronakrise.

Planwirtschaftliche Umverteilung durch Notenbanken

Beispielsweise für das Thema Zinsen brauche es laut Markus Krall eine freie Preisfindung. Die sei derzeit überhaupt nicht gewährleistet. Was seit Jahrzehnten ablaufe, sei eine planwirtschaftliche Umverteilung durch Notenbanken, die eine winzige Anzahl von Menschen immer reicher mache. Würden Aktienmärkte stark fallen und Spekulanten kurz davor stehen viel Geld zu verlieren, würden die Notenbanken durch neue Geld-Flutungen die Zinsen noch weiter in den Keller schicken, und die Aktienkurse somit noch weiter ansteigen lassen.

Die Notenbanken wie auch er selbst (Markus Krall) hätten keine Ahnung von der Steuerung der Geldpolitik und des Finanzsystems. Nur der Markt selbst könne eine intelligente Antwort finden. Man müsse der Weisheit von Milliarden Menschen vertrauen, die alle zusammen den Markt bilden, so die Worte von Markus Krall. Im Papiergeldsystem sei das ganze Geld nur noch Kredit. Die angehäuften Schulden können laut Markus Krall nicht mehr zurückgezahlt werden. Gläubiger verlieren irgendwann ihre kompletten Ansprüche – hier nennt er Deutschland, die Nordeuropäer, Chinesen, Japaner.

Wir meinen: Tja, wenn man irgendwann zu viel Schulden hat, dann hat man kein Problem mehr, sondern der Gläubiger hat das Problem. Und erklären sich irgendwann große Staaten mit hohen Staatsschulden für zahlungsunfähig, sind alle die schönen Anleihen wertlos, womit auch all die Fondsgesellschaften, Versicherungen etc auf einmal ein Problem haben, weil ihre Geldanlagen entwertet sind. Sehen Sie hier das sehenswerte Interview. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle hochinteressante Aussagen von Markus Krall zum Thema „Neuer Gold-Standard, Trennung von Staat und Geld“.

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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