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Trump – so will er sich die zweite Amtszeit erkaufen

Da die Amerikaner vor allem mit ihrer Brieftasche wählen, will Trump mit einem sehr teuren Wahlversprechen auf Nummer sicher gehen

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Es sind nur noch 292 Tage bis zur US-Präsidentschaftswahl – da die Amerikaner vor allem mit ihrer Brieftasche wählen, will Trump mit einem sehr teuren Wahlversprechen auf Nummer sicher gehen – bezahlt von der US-Notenbank.

Noch hat Trump einen komfortablen Vorsprung

Laut einer am 6. Januar veröffentlichten nationalen Umfrage des US-Repräsentantenhauses liegt Präsident Trump im direkten Vergleich vor allen seinen hypothetischen Kandidaten um das Rennen für die nächste Präsidentschaft der USA. Der Countdown zum Wahltermin steht aktuell bei 291 Tagen und 16 Stunden. Trotz einer relativ bescheidenen Bilanz seiner Amtszeit, den innen- und außenpolitischen Kapriolen sowie einer starken Fluktuation im Personalbestand des Weißen Hauses, lieg Trump aktuell vor all seinen Mitbewerbern. Die Chancen auf eine Wiederwahl Trumps stehen in Anbetracht des aktuell soliden Vorsprungs auf seine demokratischen Herausforderer also nicht schlecht.

Der US-Präsident hat aktuell einen Vorsprung von 3 Prozentpunkten auf seinen härtesten Konkurrenten und früheren Vizepräsidenten Joseph R. Biden.

Gegenüber dem aufstrebenden früheren Bürgermeister von South Bend, Indiana, Pete Buttigieg, der in drei Tagen erst 38 Jahre jung wird, liegt sein Vorsprung bei rund 4 Prozent. Gegenüber dem für US-Verhältnisse extrem linken Senator Bernie Sanders beträgt der Vorsprung in der Wählergunst ganze 5 Prozent.

Die als Überfliegerin in den Umfragen gestartete linke Senatorin Elizabeth Warren, die zeitweise in den Umfragen sogar vor Trump rangierte, ist in der Wählergunst stark abgestürzt und liegt im direkten Vergleich bereits 8 Prozentpunkte hinter Trump. Sie dürfte im Kampf um den Einzug ins Weiße Haus kaum noch eine Rolle spielen (voraussichtlich auch nicht als Vizepräsidentin).

Präsident Trump wird klar von männlichen Wählern präferiert, bei denen er einen zweistelligen prozentualen Vorsprung hat. Würden nur Frauen wählen, wäre seine Wiederwahl allerdings in Gefahr, da eine deutliche Mehrheit der weiblichen Stimmberechtigten ihn als Person und seine Politik ablehnt.

Bezüglich des aktuellen Stimmungsbildes muss man jedoch berücksichtigen, dass sich die Stimmen seiner Herausforderer noch auf mehrere Kandidaten verteilen. Umso mehr sich ein konkreter Gegenkandidat bei den oppositionellen Demokraten herauskristallisiert, werden sich die Parteigenossen hinter diesem Kandidaten nahezu geschlossen versammeln und das Rennen wird dann wieder deutlich enger.

Wie eng es für Trump werden könnte, zeigen die allgemeinen Zustimmungswerte zu seiner bisherigen Präsidentschaft: Laut dem aktuellen Umfragewert von Real Clear Politics, der sich auf neun verschiedene Erhebungen in den USA stützt, liegt die Zustimmungsrate für die Politik von Präsident Trump aktuell bei 44,6 Prozent, ganze 52,4 Prozent sind mit seiner Amtsführung hingegen unzufrieden. Für Trumps Verhältnisse liegen diese Werte allerdings im oberen Bereich der Zustimmungsbandbreite seiner Wahl zum 45. Präsidenten der USA. Dennoch ist eine Wiederwahl mit solchen Werten noch lange nicht sicher. Wohl auch aus diesem Grund und weil die Amerikaner nach dem Motto wählen „Vote with your Wallet“ will Trump auf Nummer sicher gehen – koste es den Staatshaushalt, was es wolle.

Darf’s noch ein bisserl mehr sein?

Bereits mehrfach hat daher die Trump-Administration in den letzten Monaten quasi eine Belohnung für Trumps Wiederwahl ausgesetzt – nämlich eine Steuersenkungsparty 2.0. Zuletzt hat am gestrigen Mittwoch der Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats, Larry Kudlow, einer der führenden Wirtschaftsberater von Präsident Trump, weitere Steuersenkungen für den Fall der Wiederwahl des Präsidenten angekündigt.

„Ich arbeite immer noch an Steuersenkungen 2.0. Wir sind noch viele Monate davon entfernt – es wird irgendwann im Verlauf der Wahl-Kampagne konkretisiert“, sagte Kudlow gegenüber einem großen US-Wirtschaftssender.

Als einer der größten politischen Errungenschaften in der ersten Amtszeit Trumps gilt die massive Absenkung der Körperschaftssteuer von 35 auf 21 Prozent für Unternehmen, sowie Steuerprivilegien für die Repatriierung von über viele Jahre im Ausland von US-Konzernen gehortete Barmittel.

Der sogenannte „Tax Cuts and Jobs Act 2017“ brachte daher auch hauptsächlich den Kapitaleignern, Top-Managern und der Wall Street erhebliche Gewinne. Wie ich in einem früheren Artikel aufzeigte, füllte die 1,5 Billionen US-Dollar umfassende Steuersenkungsparty vor allem die Taschen der ohnehin komfortabel Begüterten. Der Rest der Amerikaner spürte die Reform nur in homöopathischen Dosen: Die erste Steuersenkungsrunde im Jahr 2018 brachte Haushalten mit weniger als 25.000 US-Dollar eine durchschnittliche Steuersenkung von ca. 40 US-Dollar – pro Jahr. Für Haushalte mit einem Jahreseinkommen von ca. 733.000 US-Dollar beläuft sich die jährliche Steuerersparnis hingegen auf 33.000 US-Dollar – also mehr als der Normalverdiener überhaupt an Jahreseinkommen erzielten.

Da fast die Hälfte der Amerikaner keinerlei liquides Vermögen besitz, zu denen auch Aktien gehören, haben sie auch nicht im nennenswerten Maße von den Steuersenkungen 1.0 und den von Trump oft und gern erwähnten Rekordständen an der Wall Street profitiert. Fast 70 Prozent der Amerikaner besitzen weniger als 1.000 US-Dollar liquides Vermögen. 81 Prozent besitzen zwischen 0 und 5.000 US-Dollar.

Trump spekuliert darauf, dass die Amerikaner mit der Brieftasche wählen

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Zimmermann

    16. Januar 2020 18:44 at 18:44

    Die Steuersenkungsparty 2.0 wird kommen, wenn´s eng wird. Also geht´s auf jeden Fall weiter aufwärts. Es wird nur zu kleineren Konsolidierungen kommen. Alles andere sind feuchte Bärenträume.

    • Avatar

      Sven

      16. Januar 2020 20:29 at 20:29

      So sieht es aus, der Markt ist so gesichert. FED-Put, QE4, Trade Deal Phase 2, Steuersenkungen. Der kann nicht mehr fallen. Das ist endlich mal eine Fahnenstange mit Substanz.

  2. Avatar

    Jan

    20. Januar 2020 20:52 at 20:52

    Der GröPaZ geht mit all den großen Checkern ballernd und krachend in den Wahlkampfmodus:
    https://www.n-tv.de/politik/Tausende-protestieren-fuer-Recht-auf-Waffen-article21521472.html

    Was hierzulande für die Dummheit des Deutschen Michel steht, zeigt sich in Great Forever bei den Camouflage-Westen auf der Straße in exponenziell gesteigerter Form. Die Proteste richten sich gegen ein geplantes Gesetz, das in Virginia unter anderem den Kauf von mehr als einer Schusswaffe pro Monat verbieten soll. Maximal 12 Waffen pro Jahr, das geht nun aber wirklich nicht. Wie soll sich da ein Einzelner verteidigen?

    Waffen sichern Leben, man könnte auch sagen, die Kohlekraft rettet Australien, Atomkraft rettet seit jeher Leben in Japan oder Besonnenheit statt Hysterie rettet das Klima.

    https://www.n-tv.de/panorama/Mieter-toetet-Polizisten-und-zuendet-Haus-an-article21521004.html
    https://www.n-tv.de/panorama/Sturmtief-Gloria-wuetet-in-Ostspanien-article21520803.html

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Gold/Silber

Stanzl, Halver und Blumenroth über die Lage an den Märkten – Trump, Coronavirus, Zinsen

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Jochen Stanzl von CMC Markets, Robert Halver von der Baader Bank und Micheal Blumenroth von der Deutschen Bank besprechen im folgenden Video die aktuelle Marktlage. Ist es sogar zu spät Aktien zu verkaufen? Und wird Donald Trump womöglich die US-Grenzen schließen in einem Anfall von Aktionismus gegen das Coronavirus? Auch ist ein wichtiges Thema, dass die Wahrscheinlichkeit für Zinssenkungen in den USA immer größer wird – während die Möglichkeiten der EZB sehr gering sind. Vor allem Robert Halver und Jochen Stanzl sprechen die große Unsicherheit rund um das Coronavirus an, weshalb Prognosen für Kursentwicklungen sehr schwierig seien. Die Frage aller Fragen lautet: Ist es zu früh zu kaufen, zu spät zu verkaufen? Laut Jochen Stanzl sei aus technischer Sicht im Dax noch keine Bodenbildung erkennbar. Mehr dazu sehen Sie im Video ab Minute 11. Auch gibt es sehr interessante Aussagen zu Gold.

Im folgenden Video finden Sie den aktuellen Kommentar von Florian Homm zur Frage, ob der Coronavirus der Schwarze Schwan ist.

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Aktien

Markus Koch LIVE zum Handelsstart an der Wall Street – Markt überverkauft?

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart an der Wall Street. Ist die Gelegenheit gekommen jetzt wieder einzusteigen? Der Markt sei stark überverkauft.

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Anleihen

Dax im freien Fall – wie weit geht die Corona-Reise noch?

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Wie weit fälllt der Dax wegen der Krise um das Coronavirus? Es wird noch ein wenig dauern, bis sich die verwöhnten Bullen an diese neue Marktlage gewöhnen können. Denkt man gerade an die letzten Monate zurück, dann gab es nur eine Richtung. Jede kleine Kursschwäche  auf der Unterseite wurde sofort zum Kaufen ausgenutzt. 2019 ist der DAX um 26% gestiegen – und viele rechneten sich auch für 2020 wieder reich. Diese goldene Marktentwicklung des Dax und des MDAX dürfte jetzt für längere Zeit Geschichte sein. Die Frage, die aktuell deutlich über den Köpfen der Händler zu sehen ist: Wie wird es weitergehen und wann kommt die erste Gegenreaktion?

Dax: Verkaufsdruck kann noch steigen

Normalerweise ist der erste Blick eines Händlers auf den Chart gerichtet. Die Markt- und Charttechnik gibt eine große Hilfestellung bei der Prognose zur zukünftigen Entwicklung. Diese Aspekte sind in einer solchen Sondersituation aber absolut in den Hintergrund gerückt. Wir befinden uns jetzt beim DAX nicht mehr in einem rein technischen Markt, sondern in einem fundamentalen. Jetzt stellen sich andere Fragen. Wann werden die ersten Schulen geschlossen? Wann gehen die Menschen nicht mehr zur Arbeit? Und wann werden sie nicht mehr mit dem Zug fahren?

Das Bild kann düster ausgemalt werden. Geht man noch von einer weiteren Ausbreitung aus, dann müsste die Kurskorrektur im Dax und MDAX noch wesentlich höher ausfallen. In den nächsten Wochen werden die Gewinnwarnungen der größeren Unternehmen reihenweise in den Zeitungen stehen. BASF machte heute schon damit den Anfang. Selbst wenn die Gewinne nicht so stark zurückgehen sollten, sind die Vorstände aus rechtlichen Gründen gezwungen, solche Warnungen herauszugeben. Ansonsten hätten Sie im Fall des Falles, die Gefahr nicht richtig eingeschätzt und fahrlässig gehandelt. Das wird dann wahrscheinlich der Zeitpunkt sein, dass die Analysten den DAX neu bewerten müssen. Somit sind wir aktuell noch gar nicht in dem Bereich einer gerechten Bewertung.

Euro steigt – Öl fällt

Dass der Ölpreis unter Druck geraten ist, ist sicherlich jedem einleuchtend. Die kommenden Produktionsausfälle führen zu einer großen Rohöl-Schwemme am Weltmarkt. Die Produktionskontingente sind zwar zurückgefahren worden, aber der Verkaufsdruck besteht weiterhin am Markt. In der nächsten Zeit sind in Übertreibungsfällen sicherlich Preise des WTI (Crude Oil) unter der 40 Dollar-Marke möglich. Mit der Zuspitzung der Lage hat der Euro kräftig gegenüber dem US-Dollar zulegen können. Über 300 Pips und ohne nennenswerte Gegenbewegung legte er in wenigen Tagen zu. Auch die wichtige Marke von 1,1000 ist heute im asiatischen Handel gebrochen worden.

Normalerweise würde man das Gegenteil vermuten: In Krisenzeiten neigt der Dollar meist zur Stärke. Aber aktuell kommt sehr viel heimisches Geld wieder aus Asien und den USA nach Europa zurück. Dieses Kapital stammt zum Teil auch von den starken Wertpapierverkäufen, die das vorher gebundene Kapital wieder frei machen.

So kritisch die Lage auch ist oder auch werden kann, sollten dennoch die möglichen Unterstützungen und Widerstände beim Dax aus charttechnischer Sicht bekannt sein. Selbst in panischen Märkten gibt es Gegenbewegungen mit einer hohen Volatilität. Aus markttechnischer Sicht befindet sich der DAX mit klaren Verkaufssignalen (rote Kreise) in einem beginnenden Abwärtstrend. Dabei ist die erste signifikante charttechnische Unterstützung bei ca. 11.393 Punkten zu erkennen. Sollte diese zukünftig auch nicht gehalten werden können, dann ist für den DAX der Weg mehr oder weniger bis ca. 10.371 Punkte frei. Im Fall von Erholungen ist aus der ursprünglichen Unterstützung bei 12.449 Punkten jetzt der Widerstand geworden.

 

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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