Devisen

Türkei und Russland: US-Politik beeinflusst Devisenkurse

Nicht nur im großen Showdown mit China bewegt Donald Trump derzeit Börsenkurse. Auf „etwas kleinerer Ebene“ kann man beispielsweise in Devisenkursen ablesen, dass die harte Hand der US-Außenpolitik auch auf andere Länder einwirkt. Das aktuellste Beispiel ist der russische Rubel. Gestern haben die USA Sanktionen gegen Russland verhängt wegen der Skripal-Affäre (Giftanschlag in England). Sie sollen in zwei Wochen in Kraft treten. Es geht dabei um den Exporte von US-Technologie, die in Geräten zum Einsatz kommt, welche eine Bedeutung für die nationale Sicherheit der USA darstellen.

Bislang wurde im Einzelfall entschieden, ob Produkte dieser Art nach Russland verkauft werden dürften. Nun soll es ein Verbot geben. Denn, so das US-Außenministerium, man sei zu dem Schluss gekommen, dass Russland tödliche chemische oder biologische Waffen unter Verstoß gegen internationales Recht verwendet habe. Die Reaktion ist im Rubel ablesbar. Der fällt gegen den US-Dollar. USDRUB steigt von 63,70 auf aktuell über 66.

Russland USD vs Rubel

Türkei

Gestern trafen türkische Diplomaten in Washington DC ein, um die Wogen im Streit um den in der Türkei unter Hausarrest gestellten US-Pastor zu glätten. Aber offenbar gab es bis jetzt keine Ergebnisse. Bleiben die USA wie auch die Türkei stur? Auch in diesem Fall hatte Washington jüngst Sanktionen verhängt, wenn auch „nur“ gegen zwei türkische Minister. Diese fehlende erleichternde Nachricht lässt die türkische Lira aktuell noch weiter fallen auf ein neues Rekordtief von 5,43 Lira für einen US-Dollar, und 6,31 Lira für einen Euro. Was für ein wahnsinniger Absturz der Lira! Die Gerüchte dürften damit noch mehr zunehmen, ob die Türkei Währungskontrollen einführt, oder sogar einen IWF-Kredit anfragt. Aber ob das mit Erdogans Stolz zu machen ist? Zinsen anheben will er ja nicht – das wäre aber das kurzfristig einzig adäquate Mittel um den Lira-Verfall zu stoppen. (im Chart Euro vs Lira seit Dezember 2017).

Türkei Lira



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