Folgen Sie uns

Devisen

Türkische Lira fällt immer weiter – was ist da bloß los?

Redaktion

Veröffentlicht

am

Türkei Flagge

Die türkische Lira verfällt in einem dramatischen Tempo. Musste man Mitte Juli noch 7,80 Lira für 1 Euro bezahlen, so waren es gestern früh 8,20, und aktuell sind es schon 8,46 Lira! Ständig neue Rekordtiefs für die türkische Lira gegen den Euro. Und gegen den US-Dollar? Das Rekordtief der Lira lag im Mai bei 7,26 Lira für 1 US-Dollar. Danach gab es wochenlang Kurse um die 6,85, vermutlich dank Interventionen von türkischen Banken. Aber auch bei US-Dollar vs Türkische Lira kommt seit gestern Leben in die Bude. Der Wechselkurs sprang seit gestern von 6,93 auf aktuell 7,22.

Warum wertet die türkische Lira immer weiter ab?

Jüngst kam es zu mehr als merkwürdigen Umständen rund um die Lira. Wer sich in den letzten Tagen türkische Lira leihen wollte, musste dafür laut Berichten Zinsen von teils mehr als 1.000 Prozent bezahlen. Das heißt, dass jede Kursbewegung kleiner als 2,87 Prozent über Nacht allein aufgrund der Zinsen zu einem sicheren Verlust bei Lira-Short-Positionen wurde. Alle Details dazu finden Sie beim Klick an dieser Stelle. Am Devisenmarkt macht derzeit der Ausspruch die Runde, dass die türkischen Geldmärkte zunehmend dysfunktional sein würden.

Im Chart sehen wir im Verlauf der letzten zwölf Monate US-Dollar und Euro gegen die türkische Lira. Der Verfall der türkischen Währung läuft rasant weiter! Eigentlich müsste beziehungsweise sollte die Zentralbank in Ankara die Leitzinsen anheben? Aber das geht wohl kaum, weil Präsident Erdogan immer weiter sinkende Zinsen wünscht, um die Wirtschaft mit günstigen Krediten anzukurbeln. Inflation und Währung stehen unter dem grundsätzlichen Problem, dass die Zentralbank den Leitzins seit mehreren Quartalen immer weiter absenkt – und zwar so weit, dass der Leitzins nun deutlich unterhalb der Inflationsrate liegt (wir berichteten schon mehrfach über dieses ernsthafte Problem). Die ist zwar aktuell ein wenig gefallen von 12,62 Prozent auf 11,76 Prozent. Aber wie gesagt, mit einem Leitzins von nur 8,25 Prozent gewinnt man da keinen Blumentopf.

Interventionen für die Lira scheinen zu verpuffen

Laut aktuellen Berichten haben staatliche Banken in der Türkei alleine gestern 1 Milliarde US-Dollar ausgegeben um die türkische Lira zu verteidigen (Dollar verkaufen und dafür Lira kaufen). Angeblich, so hört man es aus Analystenkreisen, sollen Zentralbank und Geschäftsbanken schon mehr als 100 Milliarden Dollar für Interventionen ausgegeben haben. Die Devisenbestände schmelzen dramatisch ab. Und wenn der Markt sieht, dass all die Interventionen nichts helfen, und bald keine Reserven mehr da sind, führt das zu noch mehr Vertrauensverlust. Der IWF warnte jüngst, dass die Zentralbank ihre Devisenreserven mittelfristig aufzustocken solle. Aber derzeit geschieht ja das Gegenteil.

Und man sieht, der Devisenmarkt als Ganzes ist stärker als offenbar staatlich erwünschte Interventionstätigkeiten. Fehlendes Vertrauen in die politische gelenkte Zentralbank schwelt schon seit Jahren zunehmend über der türkischen Währung. Seit Wochen kommt verschärfend hinzu, dass nach der Coronakrise die Touristen in der Türkei ausbleiben. Und das trotz einer verdammt günstigen Währungskonstellation für Touristen, die aus dem Euro-Raum in die Türkei reisen. Für die türkische Lira ist derzeit kaum Besserung in Sicht. Denn die Spekulanten stürzen sich offenbar gerade stark auf diesen offenkundig anfällige Währung!

Chart zeigt US-Dollar und Euro gegen die türkische Lira

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    Karlo01

    6. August 2020 13:18 at 13:18

    Der Staatsbankrott scheint nicht mehr weit weg zu sein.

  2. Avatar

    leftutti

    7. August 2020 00:10 at 00:10

    Ein Staat, eine Gesellschaft, eine Wirtschaft, die schon auf Augenhöhe war, katapultiert sich fanatisch-populistisch zurück ins islamistische Mittelalter.

    Maulen, Brüllen, Jammern, Schreien, mit dem Sturmgewehr in der Armbeuge ist einfach so viel geiler, als Umdenken und Neuaufbau.

  3. Avatar

    leftutti

    7. August 2020 22:03 at 22:03

    Ich warte fast verzweifelt auf die Insider-Meinungen meines Freundes @md

    Wo bist du, alter Haudegen? Es gibt doch sicher bereits ein neues erdogansches Märchen, auch das schön zu reden und in osmanisch-unantastbaren Glanz zu rücken.

    Wie übrigens auch folgenden Bericht:
    https://www.n-tv.de/politik/Tausende-Tuerkinnen-fuerchten-um-Abkommen-article21955221.html

    • Avatar

      Lausi

      8. August 2020 21:49 at 21:49

      @Leftutti – es wird Zeit für einen feministischen Islam – und natürlich für eine Päpstin! ;-)

      • Avatar

        leftutti

        9. August 2020 11:38 at 11:38

        @Lausi, letzteres auf alle Fälle, alleine schon, damit die sabbernden und geifernden Greise im Vatikan mal auf andere Gedanken kommen 🤪

        Das andere Thema hingegen ist weniger lustig: Gewalt gegen Kinder und Frauen, Vergewaltigung, Genitalverstümmelung, Kinderehen, Mord und Totschlag. Und irgendwie verwundert es auch nicht, dass der Vatikan die Istanbul-Konvention erst gar nicht unterschrieben hat und sich die üblichen Verdächtigen (Türkei, Ungarn, Polen, Tschechien, Slowakei etc.) bereits wieder auf dem Rückzug aus den von ihnen unterschriebenen Vereinbarungen befinden.
        https://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-denkt-ueber-einen-austritt-aus-der-istanbul-konvention-zum-schutz-von-frauenrechten-nach-a-930fc5f9-3822-4f74-8948-eb90a9d22e21

        Aber halt! Wir sind hier auf FMW, da haben solche Themen nichts verloren. Deshalb als Ergänzung: Ich bin seit Jahresbeginn long im EUR/TRY und freue mich gleich in mehrfacher Hinsicht über die Entwicklung des Devisenpaares 🤩

        • Avatar

          md

          14. August 2020 14:06 at 14:06

          @leftutti, der murat dundar alias md liest alle kommentare bei fmw. bin immer präsent.
          bin gerade in urlaub, selbstverständlich in der türkei. es ist hier wunderbar, stressfrei, lebensfreude pur, keine fff demos, keine covid demos, im gegenteil hier ist freudiges leben. hier weiss man wieder warum man überhaupt lebt. sinn des lebens wieder erkannt.
          der lira absturz, naja, wenn es so sein muss kein problem. der markt solls richten.

          leftutti, als freund erlaube ich mir über dich eine einschätzung.
          also, ich glaube du bist als einzelkind aufgwachsen, also ein wahrer narzist, deine eltern hatten es nicht leicht mit dir. das was du haben wolltest hast du auch bekommen, weil die eltern einfach ihre ruhe haben wollten.

          @leftutti, wieviel punkte von 10 bekomme ich für meine kurzeinsxhätzung. :))

          vg md

          • Avatar

            leftutti

            15. August 2020 12:25 at 12:25

            @md, erst einmal freut es mich sehr, dass du deinen Urlaub so voller Lebensfreude genießen darfst. FFF-Demos gab es übrigens seit 5 Monaten nicht mehr, ich hoffe, du wirst im Land der Lebensfreude nicht allzu sehr von #KiyafetimeKarisma und anderen profan-nervigen Emanzenbewegungen belästigt 😉

            Zu deiner Einschätzung kann ich dir als Freund maximal 1 Punkt geben, weil ich nicht weiß, ob auch 0 Punkte zulässig sind. Ich bin mit 2 Geschwistern und außerdem 4 Cousins und Cousinen in der Nachbarschaft aufgewachsen. Meine Eltern waren sehr konservativ und katholisch, heute sind sie alt und einiges weiser und sehen, dass die wahren drängenden Fragen ganz woanders liegen, nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft. Nicht in der Bewahrung von Alt-und-gar-nicht-so-Bewährtem, sondern in Wandel und Veränderung.

            Mein Vater war Alleinverdiener in einem handwerklichen Beruf. Wenn du da eine 5-köpfige Familie zu ernähren hast, bleibt nicht wirklich so viel übrig, dass man sich von den lästigen Kindern großzügig freikaufen konnte. Ganz im Gegenteil: Wollte ich eine „größere“ Anschaffung (Fahrrad, Mofa, Moped usw.), hieß es nur: Spar dein (gar nicht üppiges) Taschengeld, such dir einen Ferienjob, dann kannst du dir das kaufen. Etwa 25% wurden dann meist bezuschusst. Völlig diametral zu deiner Einschätzung wurde sehr viel Wert auf Erziehung und auch Wertevermittlung gelegt. Nix abschieben, weil man seine Ruhe wollte, ganz im Gegenteil. Und nicht, dass jetzt falsche Vorstellungen aufkommen: Eigenes, individuelles, oppositionelles und freies Denken war nicht verboten und wurde im Gegenteil jederzeit akzeptiert, wenn es Hand und Fuß hatte und nicht auf rein pubertärer Ich-bin-gegen-alles-Mentalität beruhte. Die einzigen wirklichen Tabus neben kriminellen Handlungen wie Betrug, Diebstahl, Lügen, Korruption usw. waren Faulenzer- und Schmarotzertum, womit ich jederzeit gut klar kam, da auch mir das seit jeher zuwider war und ist.

            Zu meinem Leidwesen mussten wir Kinder bis zu einem gewissen Alter die stinklangweiligen sonntäglichen Kirchenbesuche mit ihren völlig unglaubwürdigen Indoktrinationen unfreiwillig über uns ergehen lassen. Ebenso wie die katholisch-konservative Sozialisation in Kindergarten und Grundschule. Aber man wird älter und fängt an, selbständig und kritisch-hinterfragend zu denken. Und so begann ich irgendwann als Teenager, all die Heuchelei und Lügen der katholischen Kirche zu erkennen, realisierte auch, dass uns die christlichen Konserven-Politiker an den Rande eines atomaren und ökologischen (damals saurer Regen, Waldsterben, Ozonloch) Holocaust manövrierten. Und dass sie die letzten waren, die etwas dagegen unternehmen wollten.

            Zum Glück existierte gegen diesen Wahnsinn schon länger die Friedens- und Umweltbewegung bzw. hatte sich aus dieser seit einigen Jahren die Partei „Die Grünen“ gebildet. Als wichtiger Gegenpol zu den korrupten und dunklen Geschäften eines Helmut Kohl und Franz-Josef Strauß (glücklicherweise in seinen letzten Zügen) und der radikal-rechts-konservativen Faust eines Friedrich Zimmermann. Und dann kamen Perestroika und Glasnost, folgte der Wandel von völlig unerwarteter Seite. Auch wenn sich unsere schwarzen Konserven erneut als die typischen Opportunisten erwiesen und sich mit fremden Federn schmückten, erkannte ich spätestens da, dass von deren Seite nichts, gar nichts passiert wäre.

            So, lieber Murat, jetzt kennst du meine Geschichte in groben Zügen und bist sicher erstaunt, dass du dich in allen Punkten völlig verschätzt und getäuscht hast. Vielleicht hilft dir das, dein Schubladendenken aufgrund von Vorurteilen und unreflektiertem Glauben an schlechte Lehrmeister zu überdenken.

          • Avatar

            Lausi

            15. August 2020 22:53 at 22:53

            Lieber Murat, vielleicht kann man ja Lebensfreude haben, und trotzdem das Leben nachfolgender Generationen nicht zur Hölle machen. Aber an dieser Aufgabe scheint die Menschheit leider schon gescheitert zu sein. Na dann, viel Spaß beim Tanz auf dem Vulkan!

  4. Avatar

    md

    14. August 2020 16:47 at 16:47

    und noch etwas leftutti mein guter. habe in der türkei einige mercedes pickup’s gesehen. sehr schöne bullige autos. musste sofort meinen jüdisxhen freund david in deutschland anrufen. hab ihm auch per whattsapp fotos geteilt. die antwort hat mich schon verwundert. er meinte: ja sehr schöne autos aber in deutschland verboten.
    gibts da noch etwas zu sagen. ich auf jeden fall bin sprachlos.
    vg md

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

weiterlesen

Devisen

Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

weiterlesen

Allgemein

Brexit-Einigung? Wie das Pfund letztlich auch auf den Goldpreis abstrahlen kann

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Das Brexit-Wort über dem Union Jack

Auch wenn die Brexit-Verhandlungen jüngst wegen einem Corona-Fall in der EU-Delegation unterbrochen wurden, so legt ein ganz aktueller Artikel im „The Guardian“ nahe, dass der Brexit-Deal zwischen Großbritannien und der EU doch noch ein Erfolg werden könnte. Über die wichtigsten Punkte gäbe es bereits Einigungen. Also, nehmen wir jetzt mal an, dass wirklich dieses kleine Wunder geschieht, und man sich in den nächsten Tagen wirklich noch auf einen Brexit-Deal einigt.

Brexit-Deal bringt Pfund spürbar nach oben?

Dann, da ist sich die Analystengemeinde relativ einig, sollte dies für das britische Pfund eine spürbare Aufwertung gegenüber US-Dollar und Euro bedeuten. Denn bei einem geregelten und relativ zollfreien Handel mit dem Kontinent wäre das ein kräftiger Pluspunkt für die britische Wirtschaft! Aber kommen wir zu den möglichen Folgewirkungen, die sich bis zum Goldpreis erstrecken können.

Der Dollar-Index ist ein Währungskorb des US-Dollar gegenüber anderen weltweit wichtigen Währungen wie dem Euro, Pfund, Schweizer Franken, Yen usw. Der Euro stellt in diesem Korb gegenüber dem US-Dollar das Schwergewicht dar mit 57,6 Prozent Gewichtung. Das britische Pfund ist in diesem Korb mit 11,9 Prozent Anteil vertreten. Dennoch: Sollte das Pfund dank Brexit-Einigung plötzlich kräftig aufwerten, könnte dies den Dollar-Index spürbar runterziehen.

Fallender US-Dollar bringt Goldpreis zum Steigen

Und ein fallender US-Dollar bedeutet grundsätzlich eine Aufwertung für alle Assets, die global hauptsächlich in US-Dollar gehandelt werden, wie der Ölpreis und auch der Goldpreis. Letzterer ist seit Monaten äußerst sensibel in Bezug auf Bewegungen im US-Dollar. So kann eine kräftige Aufwertung im britischen Pfund daher über einen schwächeren US-Dollar zu einem steigenden Goldpreis führen. Soweit das Szenario. Ob es so kommt, und ob das mit dem Brexit-Deal überhaupt etwas wird… das kann Stand jetzt wohl nicht mal die beste Glaskugel sagen. Im Chart sehen wir den Verlauf des Pfund gegen den US-Dollar seit Mitte 2017.

Chart zeigt Pfund gegen US-Dollar seit dem Jahr 2017

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage