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Türkische Lira: Warum Trader 1000% Zinsen zahlen müssen

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Türkische Lira Geldscheine

Ich beschäftige mich nun seit fast eineinhalb Jahrzehnten mit Devisen – doch so etwas habe ich noch nicht gesehen. Zuletzt war die Lira auf ein Allzeittief gegen den Euro gefallen. Und was passiert derzeit? Wer in den vergangenen zwei Tagen türkische Lira leihen wollte, musste dafür laut Berichten Zinsen von teils mehr als 1.000 Prozent bezahlen. Das heißt, dass jede Kursbewegung kleiner als 2,87 Prozent über Nacht allein aufgrund der Zinsen zu einem sicheren Verlust bei Lira-Short-Positionen wurde. Ursächlich dafür war ausgerechnet die lang anhaltende Schwäche der türkischen Lira.

Zinsdifferenzen wie zwischen Euro und türkischer Lira können von Tradern ausgenutzt werden

Beim Devisen-Trading gibt es eine von vielen Amateur-Tradern übersehene Tücke: die Zinsen. Wenn Sie eine EUR/TRY Short-Position aufbauen, und damit auf eine Abwertung des Euro gegen die türkische Lira setzen, dann müssen Sie Zinsen in Euro bezahlen und bekommen dafür Zinsen auf den Lira-Teil des Trades. Bei EUR/TRY Long-Positionen ist es genau umgekehrt. Bezahlen müssen Sie Zinsen in der türkischen Lira und bekommen dafür Zinsen in Euro. Viele professionelle Trader machen sich diese Zinsdiferenzen zunutze, indem sie Long-Positionen in hoch verzinsten Währungen und Short-Positionen in niedrig verzinsten Währungen aufbauen. Solange die Zinseinnahmen dabei größer sind als die Abwertung der hoch verzinsten gegenüber der niedrig verzinsten Währung, machen die Trader damit Gewinn.

Gern genutzt wird das Zinsgefälle auch von Menschen, in deren Land eine hoch verzinste Währung offizielles Zahlungsmittel ist. Um die hohen Zinsen zu umgehen, werden dann Fremdwährungskredite in einer niedrig verzinsten Währung aufgenommen, das Geld umgetauscht und damit zum Beispiel eine Wohnung im Heimatland erworben. Oft gehen solche Transaktionen nach hinten los und hinterlassen verarmte Menschen. Denn kommt es zur Abwertung der heimischen Währung, wird der Fremdwährungskredit auf einmal sehr teuer. Das mussten die Menschen in vielen osteuropäischen Ländern während der Finanzkrise erleben, die sich zuvor im niedrig verzinsten Schweizer Franken verschuldeten. Nachdem der in der Krise um teils 50% und mehr aufwertete, verdoppelte sich damit auf einmal die Kreditsumme in der Heimatwährung der Kreditnehmer. Die Privatinsolvenz war dann oft die Folge.

Türkische Lira wurden außerhalb der Türkei knapp

Hart getroffen haben dürfte es in den vergangenen zwei Tagen Lira-Trader, die bei Banken außerhalb der Türkei Short-Positionen in der türkischen Lira hielten. Davon dürfte es eine ganze Menge gegeben haben, befindet sich doch die Währung der Türkei in einem jahrelangen Sinkflug, der von Erdogans missglückter Politik nur immer weiter befeuert wird. Doch in dieser Woche gelang es der türkischen Regierung, den ausländischen Shortsellern gehörigen Schaden zuzufügen. Türkische Staatsbanken verkauften in der vergangenen Woche mindestens 2,5 Milliarden US-Dollar und kauften dafür türkische Lira. Diese gekauften Lira mussten in dieser Woche geliefert werden. Es stellte sich dann am Montag heraus, dass es eine ausgesprochene Lira-Knappheit außerhalb der Türkei gab und die abgeschlossenen Geschäfte nicht gesettled werden konnten. Sprich: Die Shortseller bzw. deren Banken konnten die Lira nicht liefern.

Der übliche Ablauf wäre nun, dass die ausländischen Banken bei türkischen Banken einen Kredit in Lira aufnehmen, um die verkauften Währungseinheiten zu liefern. Die türkischen Banken könnten theoretisch in unbegrenzter Höhe türkische Lira schöpfen und damit die Nachfrage decken. Das geschieht in allen Währungen tagtäglich ohne Probleme im Umfang von vermutlich hunderten Milliarden Euro weltweit. Doch die türkische Regierung schob diesem Ablauf einen Riegel vor. Um Shortselling der eigenen Währung zu erschweren, dürfen türkische Banken keine Lira zu solchen Zwecken mehr an Ausländer verleihen.

Also mussten die Banken der Shortseller die Lira außerhalb der Türkei beschaffen, wo naturgemäß die Versorgung mit Lira deutlich begrenzter ist. Eine deutsche Bank kann zwar durch Kreditvergabe Euro schöpfen, nicht jedoch die Währung eines fremden Landes. Werden die Banken von Lira-Krediten abgeschnitten, müssen sie Lira-Bestände zusammensuchen, die sich bereits im Ausland befinden. Diese Suche wiederrum trieb den Overnight-Zinssatz in dieser Woche auf die absurde Höhe von 1.050%. Dieser Zinssatz war offensichtlich nötig, um die 2,5 Milliarden US-Dollar in türkischen Lira aufzutreiben.

Türkei schadete Shortsellern – aber noch mehr dem eigenen Aktienmarkt

Das hört sich also nach einer gelungenen Attacke auf Lira-Shortseller an. Doch so einfach ist es nicht. Denn um türkische Lira zu beschaffen, können und werden Auslandsinvestoren auch türkische Aktien und Anleihen auf den Markt werfen. 1.050% Overnight-Zinsen – also fast 3% pro Tag auf wahrscheinlich hoch gehebelte Positionen, sind ein hervorragendes Argument, um sich von solchen Papieren zu trennen. Während also die heimische Währung für kurze Zeit gestützt wird, leiden die heimischen Wertpapiermärkte. Der türkische Borsa 100 Aktienindex verlor am Dienstag zwischenzeitlich fast 7% an Wert.

Dazu kommt, dass der Effekt auf die Währung arg begrenzt ist, sowohl was den Umfang der Kursbewegung als auch den Zeitraum der Kursstützung angeht. Die Lira wertete sogar ab. Und nachdem die Geschäfte nun gesettled sind, ist der Kurs zudem wieder dem üblichen Spiel von Angebot und Nachfrage ausgesetzt. Zwar werden sich einige Shortseller vom Zins-Spike abschrecken lassen. Doch viele Shortseller setzen auf eine schwache türkische Lira, weil sie von deren fundamentalen Überbewertung ausgehen. Temporäre Spielchen türkischer Staatsbanken ändern an dieser Ansicht nichts, sondern bestärken sie höchstwahrscheinlich nur.

Die Grafik zeigt den Kursverlauf von Euro gegen die türkische Lira
Euro gegen Türkische Lira im Verlauf der letzten zehn Jahre.

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Devisen

Euro vs US-Dollar: Schnelle Erholung – Chance für ein Long?

Agata Janik

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50 Euro Geldscheine

Der Euro zum US-Dollar hat in der gestrigen Handelssitzung erneut seine Dominanz bestätigt. Nach der kurzfristigen starken Gegenreaktion auf der Unterseite, die durch die fundamentalen Daten (Pressekonferenz der Fed) am Mittwochabend verursacht wurde, konnte sich der Euro gestern fast gänzlich erholen. Der US-Dollar wurde nur zeitweise gegen den Euro favorisiert. Sobald die fundamentalen Nachrichten aber verdaut wurden, verlor der Greenback wieder an Attraktivität. Dieses Beispiel bestätigt erneut, dass die Wirtschaftsdaten meistens nur kurzfristig einen Einfluss auf den Devisenmarkt haben. Händler, die gerne News handeln, sollten das wissen und bereit sein, immer schnell zu reagieren. Der Euro hat am Mittwochabend und in der Nacht zum Donnerstag kräftig verloren und notierte im Tief bei 1,1735. Das hat jedoch die Euro-Bullen nicht abschrecken können. Sie haben gestern den Euro vs USD wieder gekauft und der Kurs bewegte sich fast den ganzen Tag fast nur noch in die nördliche Richtung.

Schon am Donnerstagmorgen erreichte EUR/USD kurzfristig die 1,18 „big figure“. Auf dem Niveau von 1,1813 traf der Major auf einen Widerstand, der vorerst gehalten hat. Der Kurs erfuhr eine leichte Korrektur. Bei 1,1781 war diese aber schon zu Ende. Ab diesem Zeitpunkt haben die Bullen erneut angegriffen. Die 1,18 Marke stellte für den Euro zum USD keine Hürde mehr dar. Der Kurs hat diesen Widerstand ohne Schwierigkeiten überwunden. Darüber lagen viele Stop-Loss Orders, die natürlich gezogen wurden. Dadurch hat der Euro eine zusätzliche Dynamik entwickelt. Ab dann ging es für das Währungspaar langsam aber konstant nach oben. Auch während der amerikanischen Session konnte sich der Euro klar durchsetzen. Im Bereich von ca. 1,1830 traf der Kurs auf einen doppelten Widerstand. Die beiden Moving Averages (120er und 420er) begegneten sich.

Es war unklar, ob der Euro diese Hürde brechen wird. Es hat aber geklappt, was schon eine kleine Überraschung war. EUR/USD stieg dann in den Abendstunden noch ein wenig weiter und erreichte gestern im Tageshoch die Marke von 1,1854. Die Volatilität hat dann aber nachgelassen und der Kurs ist in eine Seitwärtsphase übergegangen. Die Kerzen wurden ganz klein. Die Händler haben sich zurückgezogen. Der gestrige Tag hat bestätigt, dass der übergeordnete Aufwärtstrend bei EUR/USD noch nicht zu Ende ist. Der Euro zum USD bleibt stark. Es wird sich vermutlich in den nächsten Stunden entscheiden, ob die Bullen vor dem Wochenschluss noch einmal die 1,19 Marke angreifen werden.

Einladung zum LIVE Webinar am 24.09.2020
Das Thema lautet: „Forex-Handelssignale mit AUTOMATISCHER Umsetzung“.
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Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Freitagmorgen, notiert der Euro zum USD bei ca. 1,1848. In der asiatischen Sitzung heute Nacht, gab es kaum Bewegung im Markt. Die meisten Händler halten sich noch zurück. Das wird sich aber bald ändern. Heute erwartet uns bei EUR/USD ein spannender Handelstag. Wenn es den Bullen gelingt, das letzte High von gestern bei 1,1854 zu nehmen, kann es für den Major richtig interessant werden. Die Break-Out Trader werden dann vermutlich auch ihre Chance auf der Oberseite suchen. Über 1,1855 liegen viele Stops. Das wissen die Long-Trader und werden versuchen, den Kurs dahin zu ziehen. Wenn es klappt, kann sich die Aufwärtsbewegung schnell beschleunigen. Der nächste wichtige Widerstand befindet sich bei 1,1881. Wenn diese Marke bricht, wird die 1,19 „big figure“ angesteuert werden. Es ist eher unwahrscheinlich, dass der Major diese Marke noch vor dem Wochenende erobern wird. Auf der Unterseite hat EUR/USD die erste wichtige Unterstützung bei 1,1831 und dann bei 1,1803. Der Daily Pivot Point beim Euro vs USD liegt heute bei 1,1812.

Der folgende Chart zeigt Verlauf von Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Rüdiger Born: Interessante Möglichkeiten bei Dow, Nasdaq und Euro

Redaktion

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Interessante Tradingmöglichkeiten könnten sich ergeben bei Dow Jones, Nasdaq und Euro gegen US-Dollar. Interessant dabei ist, dass die Ideen bei den US-Indizes nicht simultan laufen. Mehr dazu im folgenden Video. Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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Türkische Lira fällt spürbar auf neues Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt heute auf ein neues Rekordtief gegen den US-Dollar gefallen, nachdem sie erst Anfang der Woche weitere Schwäche zeigte aufgrund eines Downgrades einer Ratingagentur. Für einen US-Dollar musste man gestern noch 7,49 Lira bezahlen, heute sind es 7,55 Lira. Auch gegen den Euro erreicht die Lira aktuell ein neues Rekordtief bei einem EURTRY-Wechselkurs von 8,92 (gestern noch 8,89).

Dollar-Stärke drückt gegen türkische Lira

Der heutige weitere Fall für die türkische Lira begann um 7 Uhr früh. In Verbindung bringen kann man dies mit der Verkündung der US-Notenbank Federal Reserve von gestern Abend 20 Uhr. Die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell zeigen, dass die US-Konjunktur besser laufen soll als bislang angenommen. Und die Fed hat keine Andeutungen für neue eigene Stützungsprogramme für die US-Konjunktur geliefert. Diese Infos gaben dem US-Dollar über Nacht Auftrieb. Und wo der US-Dollar ansteigt, da verliert in der Regel alles, was gegen den US-Dollar gehandelt wird.

Und für die türkische Lira bedeutete das seit heute früh einen weiteren Abwertungsschub, der sich auch heute Nachmittag fortsetzt mit einem USDTRY-Anstieg auf 7,56. Zwar hat der US-Dollar in Form des Dollar-Index (Währungskorb des Dollar gegen andere Hauptwährungen) heute wieder einen Teil seiner Gewinne abgegeben. Aber gegenüber der türkischen Lira legt er auch jetzt weiter zu. Dies kann man als Indiz ansehen, dass aus markttechnischer Sicht womöglich etwas passiert ist. Wurden zahlreiche Stop-Buy-Orders in USDTRY ausgelöst, welche den Dollar gegen die Lira aktuell weiter stärken? Gut möglich. Jedenfalls gab es tagelang eine Seitwärtsphase in dem Währungspaar knapp unter der Marke von 7,50. Von daher ist es gut denkbar, dass sich viele Trader Einstiegsmarken über 7,50 ausgesucht haben, die heute ausgelöst wurden, und nun für weiteren Abwertungsdruck für die türkische Lira sorgen.

Chart zeigt US-Dollar gegen Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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