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Devisen

Türkische Lira wertet ab – Erdogan und Zentralbank haben damit nichts zu tun

Redaktion

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am

Die türkische Lira wertet heute ab. Und nein, diesmal ist nicht Präsident Erdogan schuld, und auch nicht die türkische Zentralbank, und auch nicht die steigende Inflation. In der Türkei ist heute sogar Feiertag, von daher kann auch von türkischen Devisentransaktionen heute kaum ein Impuls kommen. Ganz aktuell läuft am Devisenmarkt das sogenannte „Risk Off Game“. Wenn vor allem angelsächsische Investoren der Meinung sind, dass die Lage am globalen Kapitalmarkt unsicher wird, dann ziehen sie relativ schnell Gelder aus Emerging Markets ab.

Flucht zurück in Sicherheit, sozusagen. Denn wenn die globale konjunkturelle Lage zu sehr ins Wanken gerät, besteht immer die Gefahr, dass die Kurse in wackligen Volkswirtschaften stärker fallen als in voll entwickelten Industrienationen. Und da will niemand der letzte sein beim Abziehen seiner Gelder. Wer zuerst abzieht, bekommt noch die akzeptabelsten Kurse. So ein Move kann sehr schnell gehen. Aktuell läuft offenbar dieses Game. Ob wir ganz am Anfang einer größeren Bewegung stehen, kann man vorher immer schlecht sagen.

USD vs Türkische Lira

Auf jeden Fall hat der US-Dollar heute Vormittag gegen die türkische Lira aufgewertet, von 5,49 bis jetzt auf 5,56 (Abwertung der Lira). Im Chart sieht man den Verlauf seit letztem Mittwoch. Einen vergleichbaren Move sieht man heute auch bei US-Dollar vs Brasilianischer Real (Chartverlauf der letzten fünf Tage).

Oder man schaue hier auf USD vs Mexikanischen Peso. Die selbe Bewegung.

Türkische Lira im größeren Bild

Grundsätzlich, wenn man das größere Bild sieht, dann steht die türkische Lira immer noch ziemlich gut da. Wir hatten diese Theman schon öfters angesprochen in den letzten Tagen. Massive Zinssenkungen, Entlassung des Zentralbankchefs, jüngst Entlassungen diverser weiterer Notenbanker, wieder steigende Inflation. All das konnte der Lira nichts anhaben, und sie stieg seit Wochen immer weiter. Nicht nur bei uns „Kleingeistigen“ sorgte das für Erstaunen. Aber es ist, wie es ist. Im folgenden Chart sieht man USD vs Türkische Lira seit Oktober 2018. Seit Mai fiel der Dollar von 6,24 auf 5,45 letzte Woche. Es gab also in den letzten Monaten eine deutlich spürbare Aufwertung der Lira! Noch ist die aktuelle Abwertung (kleiner grüner Aufwärtsbalken für den USD im Chart ganz rechts) keine echte Trendwende. Setzt sich der Risk Off-Trade auch morgen fort? Oder kehrt die Lira zurück in ihre Aufwertung?

USD vs Türkische Lira im großen Bild

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Warnsignal

    12. August 2019 16:44 at 16:44

    Der Argentinische Peso kollabiert heute ebenfalls (um 30,75 Prozent): „Argentiniens Landeswährung ist nach der Schlappe von Staatsoberhaupt Mauricio Macri bei einem wichtigen Stimmungstest zur Präsidentenwahl eingebrochen. Die Landeswährung fiel am Montag zum Dollar um mehr als 30 Prozent, ein Dollar wurde mit 65 Peso gehandelt und war damit so teuer wie nie zuvor.“ Quelle: Reuters: https://de.reuters.com/article/mrkte-argentinien-idDEL8N2583N0

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Devisen

Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

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am

EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkauf- und Liquiditätsprogramme (PEPP, APP und TLTRO III) laufen wie bisher weiter.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

(2) The Governing Council will continue its purchases under the pandemic emergency purchase programme (PEPP) with a total envelope of €1,350 billion. These purchases contribute to easing the overall monetary policy stance, thereby helping to offset the downward impact of the pandemic on the projected path of inflation. The purchases will continue to be conducted in a flexible manner over time, across asset classes and among jurisdictions. This allows the Governing Council to effectively stave off risks to the smooth transmission of monetary policy. The Governing Council will conduct net asset purchases under the PEPP until at least the end of June 2021 and, in any case, until it judges that the coronavirus crisis phase is over. The Governing Council will reinvest the principal payments from maturing securities purchased under the PEPP until at least the end of 2022. In any case, the future roll-off of the PEPP portfolio will be managed to avoid interference with the appropriate monetary policy stance.

(3) Net purchases under the asset purchase programme (APP) will continue at a monthly pace of €20 billion, together with the purchases under the additional €120 billion temporary envelope until the end of the year. The Governing Council continues to expect monthly net asset purchases under the APP to run for as long as necessary to reinforce the accommodative impact of its policy rates, and to end shortly before it starts raising the key ECB interest rates. The Governing Council intends to continue reinvesting, in full, the principal payments from maturing securities purchased under the APP for an extended period of time past the date when it starts raising the key ECB interest rates, and in any case for as long as necessary to maintain favourable liquidity conditions and an ample degree of monetary accommodation.

(4) The Governing Council will also continue to provide ample liquidity through its refinancing operations. In particular, the third series of targeted longer-term refinancing operations (TLTRO III) remains an attractive source of funding for banks, supporting bank lending to firms and households.

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Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

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Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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