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Devisen

Türkische Lira wertet auf nach Wahl – Achtung, nicht zu früh freuen!

Redaktion

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Die türkische Lira wertet aktuell auf. Allgemein wird es als „Sieg der Demokratie“ betrachtet, dass die gestrige Wahl in Istanbul klar für den CHP-Kandidaten Imamoglu ausging, und nicht den AKP-Kandidaten und ehemaligen türkischen Ministerpräsidenten Yildirim. So verliert Präsident Erdogans Partei also das wichtigste Bürgermeisteramt in der Türkei. 54% der Wähler stimmten für Imamoglu. Eine Zahl ist besonders negativ für die AKP auszulegen. Bei der ursprünglichen Wahl am 31. März lag der Abstand zwischen den Kandidaten nur bei 20.000 Stimmen. Der CHP-Kandidat gewann also nur hauchdünn, und die AKP konnte bei der Wahlkommission erfolgreich eine Neuwahl durchsetzen. Aber dieses Mal beträgt der Vorsprung des CHP-Kandidaten laut Berichten 730.000 Stimmen. Was für eine klare Aussage. Und das nur drei Monate nach der ersten Wahl! Istanbul ist nicht nur die größte und wirtschaftlich wichtigste Stadt in der Türkei. Auch 20% aller Türken leben hier. Es war also mehr als „nur“ eine einfache Bürgermeister-Wahl.

Türkische Lira wertet auf

Von Freitag Abend bis jetzt ist die türkische Lira spürbar aufgewertet. US-Dollar vs türkische Lira fiel von 5,81 auf 5,72 in der Nacht von Sonntag auf Montag. Heute früh um 9 Uhr gab es einen Tiefstkurs des Dollar gegen die Lira von 5,71. Aber aktuell notiert das Währungspaar wieder bei 5,76. Also ist es nur eine relativ kurze und begrenzte Freude der Devisenmärkte. Die Demokratie in der Türkei ist also nicht tod, und die Institutionen arbeiten unabhängig und sauber – zumindest bei dieser Wahl! Präsident Erdogan gratulierte dem Wahlsieger. Also, alles gut, Thema abgehakt? Zumindest für diesen Augenblick aus Sicht des Devisenmarktes.


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Raketen-Streit mit den USA

Wer ein Auge auf die türkische Lira geworfen hat, der hake bitte jetzt die Istanbul-Wahl ab. Mit der kleinen Aufwertung hat der Devisenmarkt dieses Thema „verarbeitet“. Weit wichtiger wird am kommenden Wochenende der G20-Gipfel in Japan sein. Dort treffen Präsident Erdogan und Donald Trump wahrscheinlich aufeinander. Es geht darum, dass die beiden irgendeine Art von Lösung für das Raketenproblem finden. Denn die Türkei hat bereits bei Russland Raketen gekauft, womit man die NATO und vor allem den Partner USA brüskiert hat.

Die USA drohen mit Sanktionen gegen die Türkei. Kann dieser Streit am kommenden Wochenende gelöst werden? Gibt es bis dahin neue Infos zu dem Thema? Das dürfte in der aktuellen Woche im Fokus für Trader der türkischen Lira sein. Schauen wir doch hier mal auf das große Bild, nämlich Dollar vs Lira seit 2016. Im August letzten Jahres gab es den großen Lira-Crash, USDTRY stieg bis auf 7,18. Danach kam die Erholung. Aber von der Grundtendenz her ist die türkische Lira seitdem wieder am Schwächeln. Für eine Erholung braucht die Lira eine sinkende Inflation, verlässliche politische Aussagen, und eine Entschärfung des Streits mit den USA. Ach ja, und ganz nebenbei. Wirtschaftsdaten wie Arbeitslosigkeit etc sollten sich natürlich auch verbessern, wenn möglich.

USD vs Türkische Lira seit 2016

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    leftutti

    24. Juni 2019 13:38 at 13:38

    Sehr erfreuliches Ergebnis für ein Land, das gerne in die EU möchte, gleichzeitig aber auf dem schmalen Grat zwischen Diktatur und Demokratie, zwischen Mittelalter und Moderne wandert.

  2. Avatar

    md

    24. Juni 2019 15:31 at 15:31

    leftutti, genau das ist demokratie, das hast du richtig erkannt. sowie in ungarn ist eine demorkratie, und wie das volk den orban liebt, bemerkenswert gelle. und auch der erdogan ( trotz vieler fehler ) wird von vielen immernoch gemocht und dies wegen seiner umgangsform mit mitmenschen und dem respekt vor religion und familien, der respekt vor älteren menschen. es ist wichtig demokratie und moderne mit tradition kultur und religion gemeinsam so zu nutzen das eine gesellschaft stärker wird.

    nun ja, welcher politiker lieber leftutti wird in dem sehr reichen und demokratischen land, unserem deutschland gemocht oder geliebt ???

    bei uns in der brd läuft die demokratieuhr seit 1998 gegen den uhrzeigersinn. ob familie, gesellschaft, glauben/religion, hartz4 empfänger, renter, arbeitnehmer, usw. alle sind unzufrieden. angstmache und panikmache seitens der grünen ist an der tagesordnung verbunden mit immer mehr verboten, immer mehr bürokratie, immer weniger familiensinn. in so einem system ist es normal über demographischen wandel zu reden. in 30 jahren gibts hier vieleicht die hetero-street-day party wer weiß. damit will ich sagen, ich bin dafür das männer sich in psychiatriesche behandlung geben sollten falls sie es wollen.

    wir haben viele fehler gemacht. wir haben eine frauenquote, wir brauchen aber eine mutterquote und jetzt. siehst du in anderen ländern wie z.b die türkei wird die frauenquote auch besprochen und den frauen viele zugeständnisse gemacht aber es sind hauptsächlich mütter und die welche eine familie gründen wollen.

    naja auf jeden fall läuft hier einiges sehr schief. leftutti glaube mir ohne das ich arrogant klingen mag, ich, der trotz integration in einer parallelgesellschaft lebt und auch 100% ig diese gesunde lebensweise weiterhin leben werde, weiß was sehe und wovon ich rede.

    • Avatar

      leftutti

      24. Juni 2019 16:32 at 16:32

      @md, und was genau wollen Sie mir jetzt damit sagen? Ich habe doch geschrieben, dass der Wahlausgang äußerst erfreulich ist. Ich freue mich doch für die Türkei, sehr sogar. Und auch darüber, dass man in anderen Ländern im Jahr 2019 schon ein wenig über Frauenquoten spricht, obwohl ich manchmal Taten mehr schätze als Gespräche und reine Willensbekundungen. Und ich freue mich auch, dass man Müttern gegenüber erste zaghafte Zugeständnisse macht, bedauere aber dennoch gleichzeitig die Situation von eher unabhängig eingestellten Frauen, die sich doch nur nach ein bisschen mehr Gleichberechtigung sehnen und vielleicht erst Beruf, Studium und Karriere ausprobieren wollen, bevor sie zur Gebärmaschine werden.

      Wieso sollte es eigentlich noch 30 Jahre bis zur Hetero-Street-Day-Party dauern? Die gibt es doch schon seit Jahrhunderten auf jedem Volks- und Bürgerfest 😂 🤣 Und dort hat man wesentlich mehr Spaß als beim Lieben von korrupten alten Säcken und Säckinnen aus den höchsten Kreisen der Politik, die sich um ihre Wähler ebenso wenig scheren, wie der Orban um die Pressefreiheit oder der Kaczyński um die Unabhängigkeit des Obersten Verfassungsgerichtes.

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Devisen

Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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