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Twitter-Quartalszahlen: Userzahlen, Umsatz und Gewinn über den Erwartungen

Vorbörslich wurden vorhin die Twitter-Quartalszahlen veröffentlicht. Das Wichtigste gleich zu Beginn: Die Zahl der monatlich aktiven User stieg von 313 Millionen im 2. Quartal auf jetzt…

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FMW-Redaktion

Vorbörslich wurden vorhin die Twitter-Quartalszahlen veröffentlicht. Das Wichtigste gleich zu Beginn: Die Zahl der monatlich aktiven User stieg von 313 Millionen im 2. Quartal auf jetzt 317 Millionen im 3. Quartal. Die Erwartungen lagen bei um die 315 Millionen. Im Jahresvergleich ist das ein Plus von 3%. Was sagt man dazu? Besser als ein Rückgang? Besser ein kleines Wachstum als gar keins? Es geht so!

Der Gewinn (Non GAAP wie auch bei Tesla) steigt nach Erwartungen von 0,09 Dollar pro Aktie auf 0,13 Dollar (vormals 0,10 Dollar). Der Umsatz kam rein mit 615,9 Millionen Dollar bei Erwartungen um die 605 Mio (vorher 569). Der reine Werbeumsatz lag bei 545 Millionen Dollar, was ein Plus von 6% im Jahresvergleich darstellt. Die Zahl der durchschnittlich täglich aktiven User stieg um 7% gegenüber dem Vorjahr. Wie in den letzten Tagen erwartet, hat Twitter heute auch bestätigt, dass man 9% der Mitarbeiter entlassen werde.

Nochmal zurück zur wichtigsten Kennzahl bei Twitter aus Börsianersicht. Die Zahl der monatlich aktiven User. In der letzten Grafik haben wir die Entwicklung dieser Kennzahl seit 2014 rot umrandet. Anfang 2014 noch bei 255 Millionen, steigt sie anders als bei Facebook Quartal für Quartal immer nur ganz vorsichtig an auf jetzt 317 Mio, dafür aber kontinuierlich. Die Börsianer aber sehen die im selben Zeitraum explosionsartig gestigenen Nutzerzahlen bei Facebook, Instagram und Co, wodurch die verwöhnt sind. Das Fazit: Twitter wächst, Twitter hat die Erwartungen übertroffen, und macht zumindest nach Non GAAP bereits Gewinn. Man ist also auf dem richtigen Weg, nur in zu kleinen Schritten, und zu langsam.

Auch will man, wie Twitter heute verkündete, bei der GAAP-Rechnungslegung in die Gewinnzone kommen, wo man aktuell noch mit 0,15 Dollar pro Aktie im Minus liegt. Das sei einem wichtig. Man sei bei den Ausgaben disziplinierter, und wolle bei GAAP 2017 in die Gewinnzone kommen. Die Aktie notiert vorbörslich mit einem Plus von 4,6%.

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Twitter im heutigen Original-Zitat:

“Our strategy is directly driving growth in audience and engagement, with an acceleration in yearover-year growth for daily active usage, Tweet impressions, and time spent for the second consecutive quarter,” said Jack Dorsey, Twitter’s CEO. “We see a significant opportunity to increase growth as we continue to improve the core service. We have a clear plan, and we’re making the necessary changes to ensure Twitter is positioned for long-term growth. The key drivers of future revenue growth are trending positive, and we remain confident in Twitter’s future.”

“We’re getting more disciplined about how we invest in the business, and we set a company goal of driving toward GAAP profitability in 2017,” said Anthony Noto, Twitter’s CFO. “We intend to fully invest in our highest priorities and are de-prioritizing certain initiatives and simplifying how we operate in other areas. Over time, we will look to invest in additional areas, as justified by expected returns and business results. In addition, our live strategy is showing great progress. We’ve received very positive feedback from partners, advertisers and people using the service, and we’re pleased with the strong audience and engagement results.”

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Roland

    27. Oktober 2016 15:27 at 15:27

    Für mich sind Aktien-basierte Aufwendungen immer noch Ausgaben. Und wie jede Ausgabe wird auch diese vom Gewinn abgezogen.

    Es tut mir leid, aber für mich sind diese ganzen Non-Gaap-Kennzahlen nur eines:
    Schönrechnerei und Blendung des Anlegers. Unterm Strich bleibt doch ein Verlust.

    Das ist natürlich nicht nur bei Twitter, sondern bei allen anderen Unternehmen dasselbe.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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