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US-Steuerreform: alles schon eingepreist? Am Anleihemarkt jedenfalls herrscht eine gewisse Panik!

Ist die US-Steuererreform schon komplett eingepreist? Das ist derzeit die eine Millionen Dollar-Frage an der Wall Street! Die Anleihemärkte jedenfalls sind in Turbulenzen, die Renditen für länger laufende US-Anleihen steigen seit Monatg rasant. Daraus leiten die Bullen ab: jetzt müssen die Anleihemärkt eben einpreisen, dass die US-Wirtschaft noch stärker brummen wird. Stimmt das?

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Ist die US-Steuererreform, die heute mit der erneuten Abstimmung im US-Abgeordnetenhaus die letzte Hürde nehmen wird nachdem der US-Senat heute Morgen mit 51:48 Stimmen zugestimmt hat, schon komplett eingepreist? Das ist derzeit die eine Millionen Dollar-Frage an der Wall Street!


Die NYSE von der Wall Street aus betrachtet
Foto: Hundsgemeini
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

Seit Ende November haben die US-Märkte stark zugelegt, gestern gab es dann erste Gewinnmitnahmen. Sehen wir uns die Entwicklung seit Ende November an:

– Bankaktien stiegen seitdem um 6,6%

– noch besser liefen die Transportwerte (Dow Jones Transports), die um 9,5% zulegten

– der S&P 500 gewann gut 3%

– der Russell 2000 (US-Nebenwerte, die in der Regel besonders stark von der Senkung der Unternehmenssteuer profitieren) gewann 2%

– Tech-Wert sind dagegen seitdem unverändert (weil sie weniger von der Steuerreform profitieren), besonders hart erwischt hat es die Chip-Werte mit knapp -5%.

Sind die US-Aktienmärkte teuer? Sicher. Das KGV im S&P 500 liegt derzeit bei knapp 19, mit der Senkung der Unternehmenssteuer würde das KGV auf ca. 17,5 sinken. Nach wie vor teuer, aber eher dem historischen Durchschnitt angepaßt als derzeit. Analysten erwarten, dass die Gewinne der US-Unternehmen in 2018 um ca. 10% steigen werden im Vergleich zu 2017, die Steuerreform würde dann weitere 5 bis 7% oben drauf packen.

Nun aber sagen die Optimisten: seht euch die florierende Weltwirtschaft an, das rechtfertigt diese Bewertungen allemal. Die Aktien-Bullen verweisen desweiteren auf die jüngsten Entwicklungen an den Anleihemärkten, an denen sich seit Montag Erstaunliches zugetragen hat: die extreme Verflachung der Zinskurve in den USA der letzten Wochen und Monate ist seit Montag scheinbar Geschichte!

Die Renditen länger laufender US-Staatsanleihen steigen nämlich rasant. Das liegt auch daran, dass Hedgefonds stark auf weiter steigene Anleihekurse und damit auf weiter fallende Renditen spekuliert hatten – und nun in einem massiven sell-off länger laufender Anleihen diese Erwartung teuer bezahlt haben. Steigende Renditen aber am Anleihemarkt, so die Aktien-Bullen, seien ein Zeichen dafür, dass die Anleihemärkte nun einpreisen würden, dass das Wachstum durch die US-Steuerreform doch größer ausfalle als zuvor gedacht! Das hat zum Beispiel auch die deutsche 10-jährige Bundesanleihe stark unter Druck gebracht:

 


(Bund-Future, März-Kontrakt; durch anklicken Chart vergrößern!)

Ist also der sell-off am Anleihemarkt wirlich ein Vorbote für eine durch die Steuerreform florierende US-Wirtschaft? Entscheidend wird sein, dass die durch die Reform frei werdende Liquidität auch wirklich in Investitionen fließt und nicht nur in Aktienrückkäufe und Dividenden.

Charttechnisch jedenfalls „riecht“ es nach einer baldigen Korrektur am US-Aktienmarkt, die im Januar starten dürfte. Der aussichtsreichste Sektor ist aus dieser charttechnischen übrigens Betrachtung der US-Banken-Sektor..

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    denker

    20. Dezember 2017 16:14 at 16:14

    Alles ist eingepreist.
    Die Mehrheit hat kein Geld auf dem Konto bzw. nicht mehr als vorher, der Konsum ist am Anschlag und wird nicht mehr steigen.
    2018 spätestens 2019 ersticken die Amies an den Schulden und die Wirstschaft stagniert, das Geld liegt dann auf den Konten der Reichen und Verantwortlichen für den Zustand.

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Ballard Power vor gewaltigem Kursrutsch? – Werbung

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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