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USA: Autoboom durch Vollbeschäftigung? Hier kommen die Rekorde tatsächlich her!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die USA erleben derzeit einen Autoboom – die Hersteller berichteten erst letzte Woche über sensationell gute Zahlen (wir berichteten). Das liegt an der phantastischen Konjunktur inkl. „Vollbeschäftigung“, richtig? Falsch! Ein kleiner Blick in die Abgründe der Statistiken der US-Notenbank „Federal Reserve“ öffnen Ihnen die Augen. Das Volumen der US-Verbraucherkredite erlebte im September den größten Zuwachs seiner Geschichte!

USA Konsumentenkredite
Grafik: US Federal Reserve – zum Vergrößern bitte anklicken.

Die gesamten Verbraucherkredite in den USA beliefen sich Ende September (das sind die aktuellsten Werte) auf 3,49 Billionen US-Dollar. Im August waren es noch 3,47 Billionen Dollar. Der exakte Anstieg belief sich auf 28,9 Milliarden Dollar (gut 12 Milliarden mehr als erwartet). Noch nie stieg der monatliche Wert der gesamten Verbraucherkredite in den USA so schnell an. Irgendwo her muss das Geld ja kommen, wenn man sich bei Ford, GM und Co. die neuesten Spritschlucker kauft. Denn genau das passiert gerade. Alle, wirklich alle Experten waren überrascht, was die drei großen US-Hersteller da letzten Dienstag präsentierten. Ford verkaufte so viel wie seit 11 Jahren nicht mehr – und Ford konnte im Schnitt mit 34.600 Dollar pro Auto so viel Geld von den Konsumenten verlangen wie noch nie in seiner Geschichte. Wenn da das Geld mal nicht locker sitzt! GM legte im Jahresvergleich sensationelle 15% zu. FiatChrysler (eher Chrysler) stand mit seinem Plus von 14,7% so gut da wie seit 2001 nicht mehr!

Aber immerhin: So dürften sich indirekt die Wünsche der Federal Reserve nach Erreichen ihres Inflationsziels von 2% dann doch noch erfüllen!?. Wo man eigentlich hoffte, dass durch eine gute Konjunktur mehr (tatsächliche) Arbeitsplätze entstehen und die Konsumenten dadurch mehr Geld in der Tasche haben, helfen die Banken und Autobanken eben nach und schrauben die Kreditvergabe in ungeahntem Tempo nach oben. So lange die Schulden durch neue Schulden abgelöst werden können, ist alles gut. Bis 2008 ging es auch gut – seitdem hat man aber einen Neustart gemacht und hat erst einmal noch jede Menge Luft nach oben, bis die neue Blase platzt. Unter Fachleuten (Carl Icahn vorneweg) stellt sich nur die Frage, welche der großen Blasen in den USA zuerst platzt? Kreditkarten, Autoschulden, Studentendarlehen oder der institutionelle Markt für Schrottanleihen? Wie auch immer, ein anständiger Teil dieser dann platzenden Kredite dürfte sicherlich auch für Löcher in den Büchern europäischer institutioneller Investoren sorgen, die auch nach der Lehman-Krise allzu gern in aufregende US-Geldanlagen investiert haben. (heute böse Vermutung / später Realität?)

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    joah

    9. November 2015 15:22 at 15:22

    meine böse Vermutung: es wird wohl noch ein wenig dahin zu ziehen sein, aber dann wird alles auf einmal kollabieren. Danach werden manche Völkchen ihren Wohlstand nicht mehr zu Lasten anderer ausleben können – und wahnsinnig böse reagieren.

  2. Avatar

    Mr. Jones

    9. November 2015 20:47 at 20:47

    Eine böse Zunge (David Rockefeller) behauptet sogar, dass ein riesiger Crash alle Regierungen dieser Welt, die NWO (Neue Weltordnung/Einweltregierung) akzeptieren würden. Bemerkenswert ist auch, dass seit einiger Zeit Kriegsvorbereitungen laufen, die die Population auf der Welt reduzieren soll (Georgia Guidestones). Hier ein Link zu Deagel.com (http://www.deagel.com/country/?pag=1&sort=GDP&ord=DESC). Auf das jeweilige Land klicken und man kann dort nachsehen wie die erwartete Population für 2025 gesetzt/gemacht wird. Der Crash ist sehr nahe, wenig Zeit, viele Länder verschulden sich weiter und tiefer und werden somit abhängiger. Mit dem Schwafeln von einer Zinserhöhung, wird dem US$ ein Wert angedichtet der nicht vorhanden ist. Eines dient es der eigenen Wirtschaft schaden zu bringen andererseits verführt das Andere sich weiter zu verschulden. Laut der Angabe, wird für Deutschland im Jahr 2025 eine Population von 40Mio. Menschen kalkuliert/vorhergesagt, dass sollte zu denken geben. Viele glauben dass dieser Beitrag nicht zum Thema passt, man sollte alles in einem großen Plan sehen, dann wird vieles klarer, auch bei den täglichen Nachrichten und Aussagen von bestimmten Leuten. Aber keine Sorge, es gibt Länder bei denen die Bevölkerung noch zunimmt. Bis dahin…

    • Avatar

      Robi

      9. November 2015 22:23 at 22:23

      Hää !? Was hat die population mit der kaufkraftparität zu tun und wieso 40mio Menschen ??

      • Avatar

        Mr. Jones

        10. November 2015 03:12 at 03:12

        Weil 40Mio. nun mal weniger Autos kaufen als 80Mio. In Amerika essen 320 Mio. Menschen mehr Brot als 60 Mio. usw. und so fort.

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Markus Krall über das große Debakel als Resultat der Gelddruck-Orgie

Claudio Kummerfeld

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Dunkle Wolken über Frankfurt

Markus Krall erlebt man in letzter Zeit leider öfters vor allem bei Twitter mit zweifelhaften Äußerungen zu Corona-Themen. Aber dennoch wollen wir seine hochinteressanten Aussagen zur Geldpolitik und Wirtschaftsordnung präsentieren. Denn seine inhaltlichen Aussagen zu diesen Themen sind bestechend. Sicherlich kann man bei einigen seiner Aussagen anderer Meinung sein, dennoch erweitern seine Thesen den Horizont und regen zum Nachdenken an.

Der folgende gestern veröffentlichten Vortrag stammt zwar schon vom 24. Oktober 2020, dennoch ist er auch heute noch aktuell. Die wirtschaftlichen und geldpolitischen Folgen der Coronakrise werden besprochen. Dabei zeichnet Markus Krall ein düsteres Bild über eine bevorstehende massive Inflation und das Ende des Euro. Richtig los geht es ab Minute 12:40 im Video. Banken und Zombieunternehmen sind Klassiker-Themen in seinen Vorträgen, die auch dieses Mal zur Sprache kommen. Auf jeden Fall ist dies mal wieder ein spannender Vortrag von Markus Krall.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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