Konjunkturdaten

USA: Zinsanhebung – welche Zinsanhebung? Verbaucherpreise steigen kaum

Von Markus Fugmann

Nach dem gestrigen Fed-Statement und der Pressekonferenz Janet Yellens droht den Freunden des US-Dollars (vor allem Euro-Dollar-short positionierten Hedgefonds) der nächste Rückschlag. Die soeben veröffentlichten Daten zu den US-Verbraucherpreise deuten darauf hin, dass keinerlei Inflationsdruck in den USA herrscht: im Mai stiegen die Verbraucherpreise nur um +0,4% (Prognose war +0,5%), in der Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) um nur 0,1% (Prognose +0,2%). Das ist der geringste Anstieg der Verbraucherpreise seit dem Dezember des vergangenen Jahres. Dabei sind die Preise für Energie um 4,3% gestiegen, für Benzin um 10,4% – dennoch kommt offenkundig keinerlei Inflationsdruck in der Gesamtwirtschaft auf.

Dass der Dollar nicht vollends unter Druck kam durch die niedrigeren Verbraucherpreisen lag an der gleichzeitigen Veröffentlichung der US-Handelsbilanz für das erste Quartal, die mit -103,1 Milliarden Dollar unter der Prognose von -119,8 Milliarden Dollar lag. Das Defizit der Handelsbilanz entsprach dabei 2,3% des BIP der USA im ersten Quartal.

Auch die mit 267.000 Erstanträgen besser ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten (Prognose war 276.000) bremsten den Dollar-Fall. Die continuing claims fielen um 50.000 – auch das eine positive Nachricht über den US-Arbeitsmarkt. Enttäuschend hingegen die Realeinkommen der Amerikaner, die entgegen der Erwartung sogar rückläufig waren mit -0,1%. Steigen die Löhne nicht, ist keinerlei Inflationsdruck absehbar – ohne steigende Inflation jedoch wird die Fed die Zinsen nicht anheben.

Fazit: die Daten legen eine weitere Aufschiebung der ersten Zinsanhebung nahe. Der Euro dürfte perspektivisch weiter zulegen gegenüber dem Dollar – es sei denn, Negativ-Schlagzeilen von Griechenland verhindern seinen weiteren Anstieg. Charttechnisch ist das Bild bei Euro-Dollar jedoch sehr konstruktiv.



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