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Valeant – Milliardengrab für Hedgefonds! Jetzt zieht ein Dickfisch die Reißleine, Sinnbild für den Niedergang einer Branche

Seit einiger Zeit läuft es für Hedgfonds insgesamt nicht mehr rund, sie schlagen den Markt nicht, eher im Gegenteil – und müssen nun die üppigen Gebühren, die sie von Investoren nehmen, senken. In gewissem Sinne steht dabei Hedgfondsmanager Bill Ackman und sein gestern beendetes Investment in Valeant für den Niedergang einer ganzen Branche!

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Manchmal läuft es schlecht, und manchmal läuft es richtig schlecht. So derzeit für den in den USA sehr bekannten Hedgfondmanager Bill Ackman, Gründer von Pershing Square Capital Management. Ackman durchlebt derzeit eine mehr als kostspielige Scheidung von seiner Frau, und auch geschäftlich läuft es nicht so wirklich rund, um es einmal höflich zu formulieren. Vor allem mit seinem Investment in Valeant Pharmaceuticals, ein Unternehmen, das spezialisiert ist darauf, Patente im Pharma-Bereich aufzukaufen, um dann die Preise für die jeweiligen Medikament signifikant zu erhöhen.

Seit 2015 geht es mit Valeant konstant bergab, der Aktienkurs des Unternehemens ist 90% eingebrochen, weil der Firma unlautere Verkaufspraktiken und Bilanzierungsmethoden vorgeworfen worden waren:

Bill Ackman war ein Großinvestor bei Valeant mit ca. 1,5% bis 3% der von Pershing investierten Gelder. Als die Schwierigkeiten sich häuften, wechselte Ackman in den Aufsichtsrat des Unternehmens, um sein Investment zu schützen. Offenkundig nicht mit viel Erfolg. Vielmehr endet nun das Engagegment Ackmans bei Valeant in einem Milliardengrab – denn gestern gab Ackman und Pershing Square bekannt, sich von allen Anteilen an Valeant zu trennen, woraufhin der nachbörsliche Kurs von Valeant weitere 10% absackte. Auch steht Ackman nicht für weitere Tätigkeiten im Unternehmen zur Verfügung – das Kapitel ist also nun vollständig beendet. Der angebliche Grund: Zeit und Aufwand hätten nicht mehr im richtigen Verhältnis gestanden (“a disproportionately large amount of time and resources”). Vor allem, wenn ein solches Investment so viel Verluste einbringt, ist das mehr als nachvollziehbar!

Alleine mit den Aktien, die Pershing von Valeant gemäß des letzten 13f filings aus Ende Dezember 2016 besaß (18,1 Millionen Aktien, dazu Call-Optionen für den Erwerb weiterer 9,1 Millionen Aktien), machte Pershing einen Verlust von 2,8 Milliarden Dollar. Auch für einen „Großkopferten“ der Hedgefond-Branche ist das kein Pappenstiel. Dazu kommen noch Verluste in unbekannter Höhe durch die Optionen, die Pershing auf Valeant besitzt. Vorbörsliche Indikationen deuten darauf hin, dass sich heute bei Valeant der Abverkauf beschleunigen dürfte – vermutlich wird die Aktie auf dem tiefsten Stand seit 2009 eröffnen.

Angefangen hatte alles, als Ackman über Valeant die Firma Allergan übernehmen wollte – was jedoch nicht gelang. Nach wie vor hat Ackman aus dieser Zeit eine Untersuchung wegen Insiderhandels am Hals. Dabei hat Valeant 30 Milliarden Dollar Schulden und mußte kürzlich Kreditgeber bitten, die Fristen für die Rückzahlung von Krediten zu verlängern, gleichzeitig will man neue Anleihen am Markt unterbringen. Böse Zungen sagen, Valeant sei eine Art Schneeballsystem, das mit neuen Schulden nur noch mehr Schulden mache, um alte Schulden zurück zu zahlen. Ein Geschäftsmodell, das Hedgfonds liebten – nicht nur Pershing Square. Faktisch ist Valeant jedoch eher eine tickende Zeitbombe, ein Sinnbild für extreme Verschuldung.

Für Bill Ackman ist das nur ein weiteres, wenngleich sehr schmerzhaftes Kapital. Zuvor waren seine Investments in die US-Einzelhändler J.C. Penney und Target schlecht gelaufen, dazu noch seine Shorts auf Herbalife, während Carl Icahn als Großinvestor bei Herbalife investiert war und ist – auch das kostet Ackman und seine Firma sehr viel Geld.

Seit einiger Zeit läuft es für Hedgfonds insgesamt nicht mehr rund, sie schlagen den Markt nicht, eher im Gegenteil – und müssen nun die üppigen Gebühren, die sie von Investoren nehmen, senken. In gewissem Sinne steht dabei Ackman und sein Investment in Valeant für den Niedergang einer ganzen Branche!

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Matthias

    15. März 2017 09:16 at 09:16

    Findet die Nadel ihr Ziel im US-Biotech-Sektor? Der Bio-NASDAQ hat doch sein Hoch schon im Juli 2015 gesehen o. gibt es nur eine Verschiebung von Investitionen
    in den IT-Sektor mit dem Fanga-Modell!?

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Facebook-Quartalszahlen – kurze Vorschau auf heute Abend

Claudio Kummerfeld

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Facebook App auf Smartphone

Heute Abend veröffentlicht Facebook seine Quartalszahlen kurz nach 21 Uhr. Wir werden dann umgehend berichten. An dieser Stelle wollen wir eine kurze Vorschau zeigen, was zu erwarten ist. Vor einem Jahr lag der Umsatz bei 17,65 Milliarden Dollar. Für heute Abend liegen die Erwartungen von 39 Analysen im Schnitt bei 19,8 Milliarden Dollar. Beim Gewinn pro Aktie lag Facebook vor einem Jahr bei 2,12 Dollar pro Aktie. Für heute liegen die Erwartungen von 42 Analysten im Schnitt bei 1,91 Dollar.

Die Zahl der täglich aktiven Nutzer (DAU) lag vor einem Jahr bei 1,62 Milliarden. Für heute liegen die Erwartungen bei 1,79 Milliarden. Es könnte zu Überraschungen kommen, weil zahlreiche Werbekunden von Facebook in den Monaten vor der US-Wahl ihre Budgets gekürzt oder ausgesetzt hatten. Wird das einen spürbar negativen Effekt haben, oder hat das Wachstum der sonstigen Werbekunden dies ausgeglichen? Wir werden sehen.

Die Facebook-Aktie lag im Februar kurz vor dem Start des großen Börsencrash noch bei 218 Dollar. Jetzt sind es 267 Dollar (im Hochpunkt Ende August waren es 304 Dollar). Die Aktie von Facebook wurde von Schwergewichten wie Apple und Amazon im Tech-Boom der letzten Monate mit hoch gerissen. Nun gilt es für das Unternehmen gute Zahlen zu liefern.

Chart zeigt Kursverlauf der Facebook-Aktie in den letzten zwölf Monaten

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Amazon-Quartalszahlen – kurze Vorschau auf heute Abend

Claudio Kummerfeld

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Onlineshopping am Laptop

Heute Abend veröffentlicht Amazon seine Quartalszahlen kurz nach 21 Uhr – eine Stunde früher wegen der Zeitumstellung in Europa. Wir werden dann umgehend berichten. An dieser Stelle wollen wir eine kurze Vorschau zeigen, was zu erwarten ist. Vor genau einem Jahr noch ganz ohne Coronavirus lag der Umsatz von Amazon im 3. Quartal bei 69,98 Milliarden Dollar. Für heute liegt der Durchschnitt der Erwartungen von 39 Analysten bei 92,7 Milliarden Dollar. Der Gewinn pro Aktie lag vor einem Jahr bei 4,23 Dollar. Für heute werden von 40 Analysten im Schnitt 7,41 Dollar erwartet.

Dieser Anstieg in der Gewinnerwartung zeigt, wie sehr Amazon wohl der weltweit größte Profiteur der Coronakrise ist. Je mehr Infektionen und Restriktionen, desto eher bleiben die Leute zuhause und bestellen Waren online bei Amazon. Man denke bitte drei Monate zurück, als Amazon die Zahlen für April-Juni veröffentlichte. Die durchschnittlichen Umsatzerwartungen wurden um 8 Milliarden Dollar übertroffen, und die Gewinnerwartungen wurden fünffach übertroffen mit 10 statt 2 Dollar!

Kann man sich für heute erneut vorstellen, dass die aktuellen Erwartungen getoppt werden? Dann könnte man sich nachbörslich auch deutliche Kurssteigerungen vorstellen. Das ist nun mal Teil der Spekulation, und ob man sie eingehen will. Man muss die Phantasie spielen lassen und überlegen, ob der Onlineshopping-Boom sich ab Juli weiter extrem fortgesetzt hat. Die Amazon-Aktie hat sich wie die von anderen großen Tech-Konzernen prächtig entwickelt in der Coronakrise. Vor dem Börsencrash im Februar notierte die Aktie noch bei 2.184 Dollar, im Hoch im September notierte die Aktie über 3.500 Dollar (aktuell 3.162 Dollar). Den jüngsten Kursrückgang am Aktienmarkt kann man in diesem größeren Bild für die Amazon-Aktie wohl kaum als kräftige Korrektur bezeichnen.

Chart zeigt Amazon-Aktie im Verlauf der letzten zwölf Monate

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Hui und Pfui an der Wall Street

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Aktuell ist die Hoffnung vorhanden auf gute Quartalszahlen der großen Tech-Konzerne heute Abend.

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