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Verblüffende Parallelen zur Finanzkrise: Schulden der US-Konsumenten erreichen Rekordniveaus

Der Mechanismus kommt einem bekannt vor. Bis die Blase platzt, wird sie solange aufgepumpt, bis nichts mehr reinpasst in den Luftballon. Nach dem Platzen der Blase 2007/2008 gab es durch Bankenpleiten, Konsumentenpleiten, Zwangsversteigerungen…

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FMW-Redaktion

Der Mechanismus kommt einem bekannt vor. Bis die Blase platzt, wird sie solange aufgepumpt, bis nichts mehr reinpasst in den Luftballon. Nach dem Platzen der Blase 2007/2008 gab es durch Bankenpleiten, Konsumentenpleiten, Zwangsversteigerungen etc. einen gewissen Grad an Entschuldung. Seitdem geht es wieder kräftig bergauf, und der Schuldenstand der US-Verbraucher wächst wieder dramatisch an. Die folgende Grafik zeigt die jeweils zum Jahresendstand vorhandene Verschuldung der Verbraucher mit ihren Studentendarlehen sowie Autodarlehen. Beide sind von 2012 bis 2016 kontinuierlich gestiegen. Studentendarlehen stiegen von 1,05 auf 1,4 Billionen Dollar. Autokredite stiegen von 809 Milliarden auf 1,11 Billionen Dollar Ende 2016.


Grafik: US Federal Reserve (in rotem Kästchen von 2012-2016 die Jahresendzahlen)

Laut FT sind zuletzt mehr als 1 Million US-Autokreditnehmer mit ihren Raten mindestens 2 Monate in Verzug. Die Ausfallrate erreicht den höchsten Wert seit dem Ende der Finanzkrise 2009. Das ist vor allem deshalb verwunderlich, weil die USA wie auch Europa seit Jahren in einem Niedrigzins- oder Nullzinsumfeld leben, und die Arbeitslosigkeit in den USA de facto einer Vollbeschäftigung gewichen ist (wenn man den offiziellen Zahlen glauben würde..). Da haben wir wieder das Thema: Was nützt Vollbeschäftigung, wenn die Löhne so gering sind, dass man davon nicht leben kann? Da nützen auch Kredite zu 0% Zinsen nichts. Verschuldung ist Verschuldung. Und wenn die sich Jahr um Jahr auftürmt, ist auch ein Nullzins nutzlos. Die Schuldenlast kann irgendwann von einem viel zu niedrigen Gehalt nicht mehr gezahlt werden, und die Blase platzt erneut.


Grafik: Federal Reserve Bank of New York

Die obige Grafik zeigt die Gesamtverschuldung der US-Verbraucher, die zuletzt auf 12,58 Billionen Dollar angewachsen ist. Wie man gut erkennt, ging es nach 2008 in ein kleines Tal, welches man nun durchschritten hat, und zu alten Höchstständen aufschließt. Der überwiegende Teil der Schulden (in orange) besteht aus Hauskrediten. Treibende Kraft sind aber die Studentendarlehen (rot). Es ist kaum anzunehmen, dass Donald Trump den Besuch von Universitäten künftig gratis anbieten wird… in 2016 wuchs die Gesamtverschuldung der US-Verbraucher um 460 Milliarden Dollar. Geld, das volkswirtschaftlich gesehen aus dem Ausland angesaugt werden muss, da die USA im Außenhandel mit dem Rest der Welt ein Defizit erwirtschaften.

Donald Trump will mit seinem „phantastischen wundervollen großartigen“ neuen Finanzminister Mnuchin die Kreditvergabe der Banken drastisch erleichtern, damit sie noch mehr Kredite ausgeben können (tendenziell gut für die Wirtschaft). Da wird der US-Konsument und Gewerbetreibende sich nicht zwei Mal bitten lassen. Schon bald also steigt man in der US-Gesamtverschuldung von Hoch zu Hoch.

18 Kommentare

18 Comments

  1. asyoulike

    17. Februar 2017 13:33 at 13:33

    Moin, moin,
    die Überschrift hätte m.E. auch „Das große Finale“ heißen können. Vielleicht wird es Zeit, diesen Kreditkartenkonsum der US-Amerikaner zu beenden. Kurzfristig sicher hilfreich für die Industrie, aber langfristig nur Konsumverlagerung aus der Zukunft auf Heute. Wer will sich diesem zu erwartenden Urknall entgegenstellen? Sicher niemand, da die Schuldenlasten der Staaten schon am oberen Limit sind. Und wer ist Schuld, wenn es zum Platzen der Blase kommt? Genau, die BRD ist schuld und wird sicher finanzielle Hilfe geloben. Sind doch auch nur Steuergelder.

    • Emm wie Meikel

      18. Februar 2017 07:18 at 07:18

      Kreditkartenschulden sind noch das wenigste, wenn auch mit Wucherzinsen belegt (ähnlich wie in Deutschland der Überziehungskredit).

      Der Bärenanteil sind Immobilienkredite, Autokredite und Studienkredite (nach dem teuren Abschluss gehen sie zu McDonalds, um Burger zu braten).

  2. Frank Hofmann

    17. Februar 2017 14:37 at 14:37

    Die Überschrift hätte auch „Schachmatt an der Börsen?“ lauten können. Ein guter Artikel der genau das aufzeigt, woran Amerika scheitern wird. „The point of no return“ ist schon lange überschritten. Das Problem dabei, viele Anlegerschafe gehen auf Pump weiterhin Long in die Märkte, während die Großen der Branche wie Soros längst Short sind.

  3. Frank Hofmann

    17. Februar 2017 14:57 at 14:57

    Bundesregierung hat ihre Risikoanalyse in 2016 angepasst. Dazu gibt ein konkretes Rundschreiben im Bundestag, der dann auch als Beschlusssache zum verschärften Katastrophenfallgesetz geführt hat. Nunmehr sind auch Chemische Angriffe auf deutschem Boden durch Militärs oder Terroristen mit berücksichtigt.
    Das Dokument hat es in Sich. Firmen die konkret für Krisenvorsorge notwendig sind, sollten Anleger ins Visier nehmen! Die Nachfrage nach Ausrüstung steigt jetzt weiter an.
    In Frankreich brennt der Baum lichterloh. Erneut schwere Ausschreitungen sozialer Randgruppen mitten in Paris ausgebrochen. Die Kriseninterventionsausrüster sind die Gewinner am Markt.

    „Frankreich: Failed State – Medien schweigen
    16.02.2017

    Die Unruhen in Paris gehen weiter – finden aber kaum Beachtung in deutschen Medien. Schweigen im Blätterwald: aus Angst?

    Die Kundgebung gegen Polizeigewalt, die am Mittwoch im Norden von Paris relativ ruhig anfing, hat letztlich in Krawallen geendet. Die Polizei hat gegen die Demonstranten unter anderem Tränengas eingesetzt.

    In den sozialen Medien beschweren sich zahlreiche Nutzer, die traditionellen Medien würden bürgerkriegsähnliche Ausschreitungen in Vororten von Paris totschweigen.“

    http://www.mmnews.de/index.php/politik/97612-frankreich-failed-state-medien-schweigen

    Frankreich steht möglichwerweise kurz vorm Kollaps
    https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2017/frankreich-vor-der-staatskrise/

    Diese Dinge haben Profis bereits in den Depots eingeplant. Sie auch?

    • columbo

      17. Februar 2017 15:28 at 15:28

      Die Frage ist, wie weit man den „Alternativ-oder Verschwörungstheorie-Medien“ trauen kann? Manche verbreiten schon argen Schwachsinn.

      • unbekannt77

        17. Februar 2017 23:33 at 23:33

        Dann sollte man zur Sicherheit einfach internationale Medien prüfen. Über Google News ist das zum Beispiel sehr einfach zu tun. Während hierlande kaum was zu lesen ist, berichten ausländische Medien sehr stark was in Frankreich vor sich geht. CNN, The Guardian, Washington Post, CBS, Wallstreet Journal usw. Alles jetzt keine Blätter die für Fake News bekannt sind. Das stimmt schon nachdenklich was hierzulande in den Medien passiert, vorallem da die Proteste und Ausschreitung schon seit mehr als einer Woche anhalten.

      • Petkov

        18. Februar 2017 10:12 at 10:12

        Ganz genau. Und dann sollte man sich auf CNN und Co. anschauen, wer die Demonstranten sind. Nämlich überwiegend Männer aus den muslimischen Ex-Kolonien. Die durften gerechterweise in großer Anzahl einreisen, aber mit dem dramatischen Rückgang der Industrieproduktion und dem Wegfall der einfacheren Jobs wurden sie zunehmend zu abgehängten Außenseitern. Obwohl sie einwandfrei die Landessprache sprechen. Das ist bei merkels Arabern und Afrikanern aus sicheren Herkunftsländern nicht der Fall. Und auch die deutsche Industrie wird dank Digitalisierung und Automatisierung immer weniger und weniger Chancen fur diese praktisch Ungebildeten bieten. Aber dank des deutschen Sozialsystems werden sie kindereiche Familien gründen können und die Kinder werden in einer islamisch-rückständig geprägten Parallelgesellschaft aufwachsen und später genauso chancenlos sein. Nur bei denen wird das Enttäuschungs- und Aggressionspotential brutal höher sein. Was wir in Frankreich sehen, ist nur ein Vorgeschmack auf das Deutschland von morgen. Nieder mit der unheimlichen Bande um merkel, Schulz & Co!

    • Aposiken

      20. Februar 2017 09:27 at 09:27

      Es ist wichtiger über erdogans klöhten zu berichten
      Zu den Medien Freiheit muss ich ja nichts sagen in der BND
      Der bekommt mehr Beachtung

  4. Frank Hofmann

    17. Februar 2017 15:07 at 15:07

    Das Problem der Märkte ist, dass die Vernunft abhanden geraten ist. Wie viele Trader sind nicht versucht den einen großen Fisch zu angeln? Die eine Bonanza des Lebens am Markt zu finden, um dann sorglos auszusteigen?

  5. C. Hinz

    17. Februar 2017 17:49 at 17:49

    …würde mich mal interessieren, wie die deutsche Variante der „Total Debt Balance & Composition“ Grafik aussieht.

    • Emm wie Meikel

      18. Februar 2017 16:51 at 16:51

      Wahrscheinlich ähnlich von den Anteilen her. Nur ohne Studienkredite und mit Kontokorrentkredit anstelle von Kreditkartenschulden.

  6. PK

    18. Februar 2017 08:51 at 08:51

    Frank, Soros ist eher ein Kontraindikator.
    Ausserdem, wie würde die Grafik aussehen, wenn man statt der Verschuldung die zu leistenden Zinszahlungen auftragen würde ?
    Durch die deutlich gefallenen Zinsen wäre das wahrsch. halb so viel wie vor der Finanzkrise 2007.
    Also noch sehr viel Luft nach oben bis es von dort wirklich Druck gibt.

  7. Frank Hofmann

    18. Februar 2017 11:18 at 11:18

    @PK
    Die Märkte laufen ja bisher nur wie „geschmiert“ weil Yellen genug Schmiere bereit stellt. Gleichzeitig steigt das Defizit des US Haushalts weiter, auch ohne Neuschulden durch den Zinseszins. Öffnet Trump wohlwollen die Türen noch weiter, um Arbeitsplätze in der Industrie auf Pump zu schaffen (Konjunkturspritze und Neuaufbau), dann klettern die Zinsen von alleine. Im Inland merkt das der Verbraucher bald an der Inflation, was aber durch reale Arbeitsplatzgewinne abgemildert wird, d. h. die Konsumschulden werden mit Lohn statt Arbeitslosenstütze besichert. Alle Auslandsschuldner, wie die BRD, die ja den Export auf Pump (Kapitalvorlage) in Dollar abwickelt, haben dann immense Probleme mit den Zinsen auf Währungen (Fixing) und Zöllen. Denn Trump will und wird gleichzeitig Importe verteuern. Freuen kann sich vor allem China, die Staatsschulden der USA halten! Die Importkosten werden ausgeglichen. Also Trumps Ideen schaden vor allem Europa. Schauen Sie sich doch Opel an. Was steckt dahinter? AMERICA FIRST. Die CEO von GM ist Mitglied im Trump Team. Der Rusty Belt wird saniert durch Verkauf an PSA. Frankreichs PSA wird belastet durch den Kauf von Opel, aber auch entlastet, da 1 freier Marktteilnehmer weg ist. Deutschland wird zweimal geschwächt durch Rationalisierung Kaufkrafteinbussen bei realen zu erwartenden Arbeitsplatzverlagerungen nach FRA. Trump hat wenig Interesse an der EU als Wirtschaftskonkurrent, das hat er DEUTLICHST gesagt. Nur die „dummen“ Europäer hören nicht gut genug zu. Trumps Deals beruhen auf Gegenseitigkeit statt Militär, sofern man mit spielt. Muttis dummes Geblöcke am Wahlabend und auch das Geseiere von Gabriel dagegen hat Trumps Team sehr verägert. Man muss ihnen genau zuhören.

  8. Frank Hofmann

    18. Februar 2017 11:34 at 11:34

    Wichtig ist, dass man als Trader den EU Markt beäugen muss. Amerika hat den Hebel umgelegt. Und die EU kann es bisher nicht. Dazu hat sie zwar auch Gremien, die aber ein Fehlkonstrukt sind, weil das EU Parlament nicht ins System eingreifen kann, die Kommissare sind aber wiederum nur abhängig von Einzelstaaten, was eine Situation des Gegeneinanders erzeugt. Man rettet den Süden und eblastet den Norden. Dem Norden fehlen die Rettungsgelder dann für sein eigenes Absichern. Eine Todesspirale die längst nicht mehr zu stoppen ist, nachdem neben Chians Regierung nun auch die US Regierung sich für die Eigenrettung entschieden hat. Die eher pro EU verbundenen transatlantischen Medien brüllen im Auftarg der Politik und Lobbyisten Donals Trump nur nieder aus purem Frust, weil Clinton den Status quo nicht ändern wollte. Der Plan ging aber leider daneben wie man weiß. Spätestens mit dem Brexit hätte man in der EU umdenken müssen! Hat man das? Offenbar nicht. Hat man Sanktionen aufgehoben? Nein. Schaden Sanktionen der EU? JA. Schaden Sanktionen China und den USA? NEIN. Natürlich lassen sich immaterielle Werte trotzdem handeln, da nur Waren sanktioniert wurden. Aber Wertpapiere wollen ja mit Realgütergeschäften verzinst werden. Wie soll das gehen, wenn nunmehr die EU zwischen 2 Blöcken Eurasien und USA per Exportverbote bzw. Exporthindernissen eingekeilt wird? Amerika versucht erfolgreich alles, die Seidenstraße zu blockieren. Die Briten sind schlauer als wir und haben sich aus der Blockade der EU gelöst. Echt clever diese UKIP.

  9. PK

    18. Februar 2017 19:55 at 19:55

    ich denke, der Einfluss der Politik wird aktuell etwas zu hoch gekocht.
    Das geht beim Brexit los, weiter über Griechenland und endet bei Trump.
    Wir sind schon beinahe hysterisch dabei zu beäugen, was nun wieder alles an news von Trump kommt. Dabei sind die Daten aktuell einfach herausragend und passen zu der Entwicklung an der Börse. Wenn man mal nur die Unternehmensgewinne anschauen würde und mal alle News seit 2 Jahren komplett ausblenden könnte leben wir in einer für die Börse annähernd perfekten Welt.
    Öl ist auch wieder in der Komfort-Zone, nicht zu hoch und nicht zu billig, die Emerging Markets laufen wieder sauber nach oben.
    Zinsen sind OK, gerade richtig damit die Banken wieder etwas besser da stehen.
    Man muss auch mal offen für die andere Seite sein, und nicht immer nur die am fernen Horizont schwebende Katastrophe thematisieren. Das wird speziell hier seit Monaten gepredigt aber wo stehen wir aktuell ?
    Und der Dax macht es wie immer bei solchen Vorlagen. Er schaut ganz lange misstrauisch zu und dann irgendwann gibt er den Widerstand auf und explodiert in wenigen Tagen um seinen Rückstand aufzuholen. Wird diesmal auch wieder so laufen.

  10. Frank Hofmann

    19. Februar 2017 15:40 at 15:40

    @PK
    Sie haben Recht. Wir sollten das Augenmerkt auf das FIAT Money System lenken.

    Eine Bank generiert FIAT Money gegen Zinsen. Das nennt man Schuldgeldsystem.

    Keine private Bankgesellschaft dieser Welt hat Interesse daran, dass die Privat- und öffentlichen Volkswirtschaften Schuldlos sind.

    Und die Politk ist nur der Arm der Privatbankiers, die man auch Hedgefonds nennt. Somit ist das Licht auf den Bankensektor zu lenken.

    Das Geschäft mit langfristigen Anlagestrategien ist in einem Markt der von den EZB’s restlos mit Geld überschwemmt ist, mittlerweile sinnfrei. Entweder Du gehst volles Risiko oder Du steigst lieber erst mal um.

  11. pavel

    20. Februar 2017 12:31 at 12:31

    Den hoheren Schulden stehen im Vergleich zur Vergangenheit hohere Vermogenswerte und Zinseszins efekte gegenuber, daher meiner Meinung nach keinesfalls beunruhigend sondern Normalzustand.

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Politischer Tauschhandel mit der Post? 10% höhere Preise für 5000 Jobs

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Die Deutsche Post hat im Jahr 2018 insgesamt 2,2 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet, nach Steuern! 2017 waren es noch 2,9 Milliarden Euro Gewinn. Aber immerhin, 2,2 Milliarden Euro sind auch noch ein nettes Plus (hier nachzulesen). So schlecht kann es dem ehemaligen Staatskonzern also wohl kaum gehen, stimmt´s? Oder brauch man doch ganz dringend mehr Geld?

Obacht! Ähnlich wie Lufthansa oder Deutsche Börse ist auch die Deutsche Post in ihrem Segment der einzig große Konzern in Deutschland, der im Ausland als bedeutender Global Player mitspielen kann (Monopolist oder beinahe Monopolist). Und genau diese Art von Unternehmen will unser aller Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier massiv stützen, schützen und fördern, wie er es in den letzten Wochen klar zum Ausdruck brachte (Nationale Champions schaffen).

Im Januar hatte die zuständige Bundesnetzagentur vorgeschlagen, dass man der Deutschen Post ein Preiserhöhungspotenzial von bis zu 4,8% zugestehen solle. Das fand die Post aber nicht so schön, und drohte indirekt mit der Entlassung von Mitarbeitern. Und was machte Peter Altmaier? Er tat, was zu tun war… die Bundesnetzagentur wurde angewiesen doch bitte ihren Berechnungsschlüssel (richtige Formulierung?) „anzupassen“.

Und ohhh Wunder, heute verkündet die Bundesnetzagentur, dass man der Deutschen Post einen Preiserhöhungsspielraum von bis zu 10,6% zugestehe. Mal eben mehr als verdoppelt, das ist doch was! Und nochmal ohhh Wunder. Die Agentur erwähnt in ihrer Veröffentlichung gleich zwei mal, dass die Deutsche Post versprochen habe im Gegenzug 5.000 neue Stellen zu schaffen. Dazu sagt die Agentur im Wortlaut:

Wir berücksichtigen die Ankündigung der Post, neue Zusteller einzustellen. Die Ankündigungen der Post werden wir überwachen.

Die Bundesnetzagentur wird kontrollieren, dass die angekündigten Neueinstellungen auch tatsächlich erfolgen.

Also, im Klartext: Es gibt einen nicht ausgesprochenen, aber mehr als offensichtlichen politischen Deal. Ihr schafft neue Jobs, dafür dürft ihr so richtig kräftig die Preise raufsetzen. Na da freut sich der Post-Kunde. Das ist doch mal so richtig „Freie Marktwirtschaft“. Gedankenspiel: Die Deutsche Post wird bei ihrer Job-Zusage wohl schon mal genau kalkuliert haben, ob sich die Mehrkosten fürs Personal rechnen bei einer zehnprozentigen Portoerhöhung. Und wollen wir mal wetten, es wird sich rechnen. Und es werden in der Rechnung wohl noch ein paar Taler Gewinn übrig bleiben.

Die +10,6% ist ein Gesamtrahmen. Wie stark zum Beispiel das klassische Briefporto steigt, wird im Mai festgelegt. Aber man darf ruhig von einem Sprung von 70 auf 90 Cent ausgehen. Danke Herr Altmaier. Bauen Sie mal schön weiter ihre „Nationalen Champions“. Die Post-Aktionäre dürften sich freuen. Hier einige weitere aktuelle Originalaussagen der Bundesnetzagentur:

Die Bundesnetzagentur hat für den Zeitraum bis 31. Dezember 2021 einen Preiserhöhungsspielraum von 8,86 Prozent ermittelt, der sich aus einer Produktivitätsrate von minus 5,41 Prozent und einem Inflationsausgleich von 3,45 Prozent zusammensetzt. Weil die Deutsche Post AG Preisanhebungen nicht bereits zum 1. Januar 2019 vornehmen konnte, wird die Preisänderungsrate zusätzlich um rund 0,3 Prozentpunkte pro Monat korrigiert. Die Deutsche Post könnte bei geplantem Inkrafttreten neuer Briefentgelte zum 1. Juli 2019 damit von einem Preiserhöhungspotential von 10,63 Prozent Gebrauch machen.

Neben dem höheren Gewinnsatz berücksichtigt die Entscheidung auch die Auswirkungen der von der Deutschen Post Mitte 2018 angekündigten Umstrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Die Deutsche Post hat damit höhere Kosten unter anderem dafür geltend gemacht, dass ca. 5.000 zusätzliche Mitarbeiter in der Zustellung eingesetzt werden sollen.

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