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Aktien

Wall Street: Diese Aktien zeigen den ganzen Wahnsinn jenseits der Realität, manipuliert durch ETFs

Wer einen Beleg dafür haben möchte, dass es an der Wall Street nicht mehr um Realität geht, sollte sich die Entwicklung der „MCBM“-Aktien (McDonald´s, Boeing, Caterpillar, 3M) anschauen, die deutlich besser laufen als die FANG-Aktien. Der Grund: Verzerrungen durch ETFs, die zu einer Verdopplung der Bewertungen geführt haben – bei gleichzeitig negativem Umsatzwachstum der Firmen!

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Alle Welt spricht von den FANG-Aktien, also den großen US-Tech-Werten Facebook, Amazon, Netflix und Google, die als Schwergewichte in den jeweiligen Indizes viel dazu beigetragen haben, dass die Wall Street von einem Allzeithoch zum nächsten eilte. Aber sieht man genauer hin, so gibt es einige Aktien, die jüngst viel Aufmerksamkeit in den USA auf sich ziehen und als „MCBM“ bezeichnet werden (gesprochen „Mac-Bim“). Gemeint sind damit die Aktien von McDonald’s, Caterpillar, Boeing und 3M, die sich seit Mitte 2017 deutlich besser entwickelt haben als die FANG-Aktien (blaue Linie im Chart):

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All das sind Firmen der „old economy“, betreiben also ein klassisches Geschäft, nicht sehr aufregend. Aber zuletzt sind diese Aktien geradezu explodiert – auch was die Bewertungen dieser Firmen betrifft: sie handeln nun bei mehr als der doppelten durchschnittlichen Bewertung der letzten 20 Jahre! Aber warum? Weil das Geschäft so bombig läuft, viel besser als früher? Nein, das Gegenteil ist der Fall! Während sich die Bewertungen dieser Aktien verdoppelt haben, zeigt das Umsatzwachstum deutlich nach unten seit dem Jahr 2015, kürzlich ist es sogar negativ geworden, sprich die Umsätze sinken sogar leicht (siehe hierzu die Charts im Felder-Report)!

Warum aber steigen diese Aktien dann so massiv, und zwar stärker als die eigentlich Wachstums-starken FANG-Aktien? Dafür gibt es genau drei Gründe: Aktienrückkäufe durch die Firmen, Dividenden und ETFs.

Blickt man auf die ETFs, so zeigt sich: alle vier Aktien werden von ETFs massiv übergewichtet, schon aus Dividenden-Gründen. So findet sich die Boing-Aktie in 83 der meistgehandelten ETFs übergewichtet (unter den Top 15-Aktien), 3M in 44 der ETFs, McDonald´s in 32 ETFs und Caterpillar in 25 ETFs. Alle vier Aktien bieten eine gute Dividendenrendite, und da die Firmen in der Vergangenheit gerne ihre eigenen Aktien zurück kauften, werden sie von ETF-Anbietern hoch gewichtet.

Der spektakuläre Anstieg der MCBMs liegt also null komma null an deren Fundamentaldaten, von denen sich die Bewertungen komplett abgekoppelt haben inzwischen, vor allem angesichts der negativen Tendenz des Umsatzwachstums. Wichtiger sind scheinbar Faktoren, die mit der Realwirtschaft – mithin also den Betriebsergebnissen und den Zukunfts-Aussichten dieser Firmen – überhaupt nichts mehr zu tun haben!

Daher ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese vier Aktien die Hauptprofiteure des ETF-Hypes sind, ohne den ihre Bewertungen sehr wahrscheinlich niemals so explodiert wären! Anleger, ob Profi oder Privatanleger, kaufen nicht die Einzelaktien, sondern die ETFs, in denen die MCBMs stark gewichtet sind – und sorgen so für das Kurs-Wunder jenseits der fundamentalen Daten.

Das alles zeigt, wie sehr inzwischen die ETFs die Märkte verzerren, wie wenig es hier noch um so etwas wie Realität geht. Früher oder später aber werden Märkte immer wieder „realistisch“ – es ist nur eine Frage der Zeit. Die ETFs aber werden dann so etwas wie ein Brandbeschleuniger, wenn die Aktienmärkte eines Tages in die andere Richtung laufen..

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    leser

    30. Januar 2018 13:14 at 13:14

    Lesenswert auch der heutige Artikel des von mir sehr geschätzten Chris Martenson https://www.goldseiten.de/artikel/362729–Der-Gipfel-der-Realitaetsverweigerung~-Wie-wir-blauaeugig-auf-den-Crash-zusteuern.html

    Er hat den Link zu einer Abfrage bei finviz.com mit reingestellt. Dort sind 236 Unternehmen gelistet mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 2 Mrd. $ und einem KGV von > 50. KGV’s von > 190 sind aber auch keine Seltenheit. Sein Kommentar dazu: „Diese hohen Werte bedeuten, dass die Anleger bereit sind, mehr als 190 Jahre zu warten, bis das Unternehmen bei den aktuellen Kursen einen Gewinn je Aktie in Höhe der ursprünglich investierten Summe erwirtschaftet hat. Das ist, ehrlich gesagt, der reinste Wahnsinn.“

    • Avatar

      Feldmaen

      30. Januar 2018 14:45 at 14:45

      „Diese hohen Werte bedeuten, dass die Anleger bereit sind, mehr als 190 Jahre zu warten, bis das Unternehmen bei den aktuellen Kursen einen Gewinn je Aktie in Höhe der ursprünglich investierten Summe erwirtschaftet hat. Das ist, ehrlich gesagt, der reinste Wahnsinn.“

      Vielleicht erwarten die Anleger aber auch dass sich der Gewinn des Unternehmens jedes Jahr verdoppelt, dann wären es nur so viele Jahre Jahre wie der Logarithmus zur Basis 2. Wären dann bei einem KGV von 190 nur 7,57 Jahre.

  2. Avatar

    foxxly

    30. Januar 2018 13:40 at 13:40

    dies ist alles ein substanzloser Hype. das Wachstum basiert hauptsächlich nur noch auf Kredit. Es ist ein lupenreines Ausbeutesystem das die Arbeitskraft und die Ersparnisse der Masse brutal eintreibt. Ginge es ausschließlich um die Menschen und deren Wirtschaft, dann könnte man ja den Menschen viel mehr Geld geben (statt den Banken, oder der Industrie direkt) damit könnten sie ja auch den konstum steigern.
    Der Zeitpunkt naht, wo Menschen zuwenig Geld haben werden um den Konsum zu tätigen, der für den Gewinnwachstum der Wirtschaft notwendig ist. Der crash dürfte vorher kommen, um die Menschen von den wirklichen Ursachen abzulenken.

    • Avatar

      Dieter G.

      31. Januar 2018 10:18 at 10:18

      Kleiner Einwurf meinerseits. Wachstum basiert immer auf Nachfrage, die dann ggf. durch Kreditierung aufrecht erhalten wird. Wenn also alle Nachfrager in die Karibik wollen, hierfür jedoch ein Darlehen aufnehmen müssen, ist das Darlehen nicht für die Karibiknachfrage verantwortlich.

      Unser Wirtschaftssystem beruht auf gegenseitiger Ausbeutung. Wenn man es denn so bezeichnen will. Unternehmen sind auf die Arbeitskraft der Mitarbeiter angewiesen, die Mitarbeiter wiederum auf die Liquidität des Unternehmens. Und zu guter letzt kommt der Staat, und „beutet“ beide Seiten aus. Finde den Fehler.

      Natürlich werden die Nachfrager irgendwann zu wenig Geld haben. Weil sie in der Nachfrage völlig übertrieben haben. Da wurden Eigentumswohnungen mit 10% EK kreditiert, das Auto zu groß und ebenfalls kreditiert, die neue Wohnungseinrichtung auf 20 Jahre finanziert, am Familienurlaub in Neuseeland hat man in den kommenden 5 Jahren mit jeder Darlehensrate nette Erinnerungen.

      Was Du machst ist die Verantwortung der Nachfrager zu verneinen. Du bist doch derjenige, der das neueste iPhone habe will, oder das Auto, oder die Eigentumswohnung / Haus usw. usw. usw.. Gib den Menschen mehr Geld, und ein Großteil davon wird wiederum versickern in den Weiten der Märkte.

      Die wirkliche Ursache für einen Crash, wenn man es denn unbedingt so bezeichnen will, bist Du, ich, Dein Nachbar, Tante Else und Onkel Gerd. Weil eben die Nachfragemärkte gesättigt sind.

      Liebe Grüße

      Dieter

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    PK

    30. Januar 2018 14:43 at 14:43

    Nochmal ETF für Anfänger:
    Die investieren in die jeweiligen Indizes entsprechend der Marktkapitalisierung der Unternehmen. Es gibt dabei keine besonders bevorzugten Aktien.
    Sind es Dividenden ETF, dann werden natürlich Aktien mit hoher Dividente übergewichtet, dabei kommt es aber immer auf die Dividendenrendite an.
    Steigen diese Aktien also im Verhältnis zur Dividende zu stark an, dann werden die wieder entsprechend weniger gewichtet und andere zugekauft.
    Dow Jones ETF spielen im Vergleich zum Spider (SPY) übrigens sowieso fast keine Rolle (deutlich weniger als 1/10 des Volumens).
    Die Argumentation, wieso genau diese 3 Aktien so abgegangen sind, kann ich daher nicht so nachvollziehen.
    Das ETF Universum ist inzwischen riesig, man kann sich wirklich nach Thema alles aussuchen was man will.
    Den MSCI World würde ich derzeit auch nicht mehr kaufen.
    Aber es gibt ja genauso Small Caps ETF usw.

  4. Avatar

    Sprenzi

    30. Januar 2018 14:54 at 14:54

    @leser: Herzlichen Dank für den Hinweis! Ein sehr guter Artikel, sauber recherchiert und der Wahrheit entsprechend!

  5. Avatar

    Marko

    31. Januar 2018 00:30 at 00:30

    „Der spektakuläre Anstieg der MCBMs liegt also null komma null an deren Fundamentaldaten“

    Leider falsch, die „Fundamentaldaten“ sagen mir, dass jene Aktien , mit einer „guten Dividendenrendite“ mir als Investor eine Rendite bieten , die über dem „sicheren „Anleihemarkt“ liegt.
    Jene Aktien dürfen ruhig keine Internet was-weiß-ich Aktien sein !
    Fakt ist und bleibt : Der Anleihemarkt ist zu teuer ! Viel Spaß beim Geld verlieren, liebe Bären, wir Bullen freuen uns ! :D

    “ Wichtiger sind scheinbar Faktoren, die mit der Realwirtschaft – mithin also den Betriebsergebnissen und den Zukunfts-Aussichten dieser Firmen – überhaupt nichts mehr zu tun haben!“

    Wenn die Politik der EZB mit der Realwirtschaft was zu tun hat, dann bitte Anleihen kaufen ohne Ende (Bufu 170 – 180) ?, weil : dann stünde der Crash der „Aktien-Realwirtschaft“ kurz bevor ?

    Na dann… :D

  6. Avatar

    Beobachter

    31. Januar 2018 09:22 at 09:22

    Rat an Herr Fugmann,
    Sie sollten jeweils vor Veröffentlichung der Kommentare das “ GUT ZUM DRUCK“ bei Marko einholen, dann müsste er nicht immer ihre Superanalysen als falsch deklarieren????
    Dass die ETFs weniger Gebühren haben ist jedem klar ,weil es eben keine Analysten braucht.Das Problem ist genau wie Herr Fugmann erwähnt,dass die genannten Titel in den meisten ETFs enthalten sind ,darum auch steigen,und was am besten läuft wird weiter gekauft.Dass gewisse Titel noch durch Aktienrückkäufe auf Kredit oder Dividendenerhöhung auf Kosten von Rücklagen oder Investitionen ( stehe GE ) gepusht werden ist nur die Spitze des Irrsins.

  7. Avatar

    PK

    31. Januar 2018 09:39 at 09:39

    @Beobachter:
    „Das Problem ist genau wie Herr Fugmann erwähnt,dass die genannten Titel in den meisten ETFs enthalten sind ,darum auch steigen,und was am besten läuft wird weiter gekauft.“

    du kannst im obigen Zitat von dir ETF mit „Aktive Fonds“ austauschen und es stimmt ganz genauso. Es gibt auch unter den aktiven genauso Dividenden Fonds. Und grundsätzlich haben die Fonds immer die Gewinner kumuliert und das hat auch früher zu einer Versteilung von Bewegungen geführt.
    Und nochmal:
    Die Volumenstärksten ETF sind der Spider. Da sind alle US Werte entsprechend der Marktkapitalisierung gewichtet. Also Amazon, Google an erster Stelle usw.
    Spezielle Dow Jones ETF spielen fast keine Rolle.

  8. Avatar

    Beobachter

    31. Januar 2018 10:03 at 10:03

    @P.K. Noch ein Argument dass ETFs als Brandbeschleuniger wirken.
    Ich habe mehrmals gelesen,dass diese Fonds immer voll investiert sind, ( ist ja auch der Sinn dieser Anlage)
    Ist doch logisch,dass In der Jahrhunderthausse fast alle ETFs Long sind, u. wenn es kehrt werden diese stark gewachsenen Volumen wie M. Fugmann beschrieben eben das lustige Spielchen umkehren.
    Noch eine andere Sache, gemäss ihren Kommentaren
    sind Sie vom Permabullen mindestens kurzfristig zu einem Kuschelbären mutiert ( Sie haben einen grossen Teil der Buchgewinne zu echten Gewinnen gemacht)
    Ich vermute ,dass Sie einen guten Zeitpunkt erwischt haben!

    • Avatar

      PK

      31. Januar 2018 11:07 at 11:07

      @Beobachter
      Das stimmt, die ETF investieren alle Gelder sofort (und ziehen die entsprechend wieder ab). Daher sind es exakt die Anleger der ETF, die über die Kurse entscheiden.
      Aber:
      Die durchschnittliche Cashquote der aktiven Fonds liegt bei nur 5%.
      Interessanter ist als dieser Wert ist aber die recht geringe Variation.
      Da gehts vielleicht um +-2%.
      Da sich die aktiven Fonds in der Summe aber zyklisch verhalten (und genau deshalb auch schlechter abscheiden als ETF), kann man von denen keine dämpfenden Effekte auf Marktbewegungen erwarten, ganz um Gegenteil.
      Ich verstehe nicht, warum meine Argumentation einfach nicht verstanden wird.
      Natürlich fallen die Märkte wenn Gelder aus ETF abgezogen werden, das ist doch gar nicht der Punkt.
      Die Frage ist doch, was wäre anders wenn die Anleger nicht in ETF sondern in aktiven Fonds investiert wären.
      Meine Behauptung: Im Mittel der aktiven Fonds wären die Anleger in GENAU den gleichen Aktien investiert !! Es geht NUR um den Mittelwert. Einzelne Fonds weichen sicher ab, aber im Mittel gibt sich das nicht viel.
      Glaubt doch nicht diese immer wiederkehrende Argumentation der Finanzlobby. Da gehts um 100er Milliarden an Provisionen und Kick Backs. Es wundert mich daher keineswegs, daß daher mit so einer Vehemenz so ein Unsinn über ETF verbreitet wird. Es bleibt aber einfach falsch.
      Mich ärgert dann einfach, wenn auf einer an sich hochwertigen Informationsplattform dieser Unsinn auch noch immer wieder nachgeplappert wird. FMW ist doch hoffentlich unabhängig von der Finanzlobby ??
      Ich selber verdien nichts an dem einen oder anderen, ich möchte nur aufklären.

    • Avatar

      PK

      31. Januar 2018 11:23 at 11:23

      @Bebachter
      „Ich vermute ,dass Sie einen guten Zeitpunkt erwischt haben!“
      das werden wir sehen.
      Ich bin aber nicht so dreist das genaue Hoch erwischen zu wollen. Ich bin mit dem meisten Geld seit 2008/09 drin und da kann ich mich auch dann nicht beschweren, wenn ich um 2 Monate falsch liegen sollte.
      Du wirst dich erinnern können, daß ich hier seit Jahren vor einem vorschnellen Ausrufen des Endes dieser Hausse gewarnt habe.
      Nun bin ich aber zu 90% sicher, daß ich irgendwann 2018/19 nochmal deutlich billiger reinkommen werde.
      Langfristig macht zu viel Cash aber absolut keinen Sinn, das bleibt weiterhin mein Credo. Denke aber Gold wird Aktien in den nächsten 2 Jahren locker schlagen.

  9. Avatar

    Beobachter

    31. Januar 2018 12:27 at 12:27

    @P.K. Logisch, wenn man schon lange drin ist u.ca.300% im Gewinn ist kann man die Hausse auch ausreizen.
    Ich wehre mich nur immer, wenn heute noch die Mehrheit der Anlageberater mit dem Argument,dass Aktien langfristig unschlagbar sind, Neueinsteiger in Aktien drängen.Wer heute plus/ minus 2Monate Aktien kauft,hat ein Verlust/Gewinn- Verhältnis von ca.50% zu 10%
    Es gibt hochdotierte Kenner,die sagen ,dass mit US-Aktien die nächsten 10Jahre nichts mehr zu gewinnen ist.

    • Avatar

      Columbo

      31. Januar 2018 13:12 at 13:12

      @Beobachter
      Das Risiko ist, daß man als Crasherwarter oder auch nur einfacher Bär möglicherweise überhaupt nie in den Aktienmarkt einsteigt, denn etwas ist immer. Seit 10 Jahren drin zu sein mit 300% Gewinn war/ist nicht so einfach, da mußte man schon emotionslos und sehr erfahren oder ein Zocker sein. 2012 glaubten auch „hochdotierte Kenner“ an das Aus für den Euro und empfahlen Gold statt Aktien. Dann Brexit, Frankreichwahl, Italienreferendum, Konjunktur usw., das sah ziemlich düster aus. Da hätte man laut hochdotierten Kennern auch nicht einsteigen dürfen. Langfristig bringt eher die Seitenlinie Verlust.

      • Avatar

        PK

        31. Januar 2018 13:44 at 13:44

        das ist der Punkt. Langfristig macht man weniger kaputt wenn man mal einen Crash voll erwischt als nicht dabei zu sein.
        Ich gehör aber auch zu denen, die aktuell empfehlen (und ich werde wirklich oft gefragt), aktuell nur mit kleinen Positionen reinzugehen (um mal den Fuss ins Wasser zu halten).

        P.S. Sind die pösen ETF jetzt auch an den guten Boeing Zahlen schuld ?

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Börse: Die Stimulus-Schecks und der große Börsen-Hype

Wiederholt sich das Muster an der Börse aus der ersten Corona-Welle? Damals stiegen Kleininvestoren ein, und nun kommen neue Schecks!

Wolfgang Müller

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Was sich im letzten Sommer durch die großzügigen Schecks der US-Regierung zur Unterstützung der Arbeitslosen an der Börse gezeigt hat, wiederholt sich mit den 600 Dollar-Schecks seit Jahresanfang in verschärfter Form. Man zockt mit dem staatlichen Geld immer zügelloser, in Pennystocks und in Optionen. Jetzt kommt bald die Aufstockung auf 2000 Dollar durch die Biden-Regierung – wird dies der Höhepunkt der Manie der Börse?

Börse: Corona und die Generation RobinHood

Es war ein großes Thema im Coronajahr 2020, die allein schon beim Neobroker RobinHood auf 13 Millionen, vorwiegend junger Anleger angewachsene Schar neuer und junger Investoren, die ihre Freizeit genutzt haben, um nahezu gebührenfrei an der Börse zu zocken. Zunächst mit den großen Aktien aus dem „Stay-at-Home-Umfeld“, Apple, Amazon, Alphabet, Microsoft, Nvidia, oder Zoom und natürlich Tesla. Aber da dies so gut geklappt hatte, dann auch mit Hebelprodukten aus dem Optionsbereich. Was die Stillhalter dazu genötigt hatte, teure Aktien zur Absicherung auch noch nachzukaufen, Stichwort Gamma-Absicherung. Die Hausse nährte ständig die Hausse. Dies ist natürlich den großen Häusern in den USA nicht verborgen geblieben. Goldman Sachs holte sich die Liste der meist nachgefragten Aktien bei den Billigbrokern und bei den Favoriten der Hedgefonds – und siehe da, die Lieblinge der RobinHoodies schlugen die Benchmark und die Profis um Längen.

2020: S&P 500, plus 16 Prozent – Hedgefonds plus 40 Prozent – und die RobinHooder plus 80 Prozent. Dies ist natürlich nicht die Performance der Depots, sondern die Berechnung der Performance der Favoriten.

Das neue Thema Pennystocks

Das Jahr 2021 entwickelt sich in Teilbereichen noch extremer als das Jahr 2020. Die jungen Spekulanten hatten bemerkt, dass sich nach den Wahlen im November und der großen Impfstoffstory ein Favoritenwechsel ergeben hat, weg von Big Growth und Value, hin zu kleinen Nebenwerten. Überaus deutlich ersichtlich an der Performance des Russel 2000, der allein von Anfang November bis dato von 1520 auf 2150 Punkte gestiegen ist. Ein Index, wohlgemerkt, in dem sich so viele Titel befinden, die gar keine Gewinne machen, seit Jahren „Zombies“ genannt. Manch erfahrener Börsianer wird sich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben, angesichts der Kurssprünge einiger kleiner und eigentlich unbekannter Aktien aus dem Feld der Pennystocks.

Das extremste und am meisten zitierte Beispiel ist eine Firma aus der Medizintechnik, Signal Advance. Infolge einer Verwechslung aufgrund eines Musk-Tweets: „Buy Signal“ hatte sich der Pennystocks schlicht verdreiundzwanzigfacht. Nicht ganz so extrem, aber immerhin auch schon mit 120 Prozent plus, notierte GameStop, eine Firma aus der Videobranche. Ob Energiesektor, Elektromobilität, Wasserstofftechnologie, Solar oder sogar Aktien, die sich der Pleite genähert haben, Hauptsache billig, dann wird damit herumgezockt.

Das Volumen der gehandelten Billigaktien hatte bereits im Dezember die Billionengrenze erreicht.

Stimuli, oder die staatliche Quelle für das Zocken

Wie bereits angedeutet, viele Anleger hatten anscheinend nur darauf gewartet, dass der Staat ihnen endlich die lange erwartete Unterstützung mittels der 600 Dollar-Schecks zusandte. Der Beweis für diese Annahme ist der Anstieg des Handelsvolumens bei Pennystocks – Over the counter (OTC), also außerbörslich, der sich nach dem Erhalt der Schecks glatt fast versechfacht hatte.

Was bedeutet dies für die nahe Zukunft? Der neue US-Präsident hat letzte Woche sein 1,9 Billionen Dollar schweres Stimulusprogramm angekündigt, welches noch der Billigung durch den Kongress bedarf.

Eine Aufstockung um 1400 Dollar und es könnten weit über 100 Millionen Amerikaner in den Genuss der staatlichen Stimulus-Schecks geraten.

Wird sich das Verhalten der neuen Generation Anleger ein weiteres Mal wiederholen und das Geld unmittelbar wieder an der Börse landen, bei Werten, von denen unsereins noch gar nichts gehört hat?

Ein nochmaliger kurzfristiger Boom?

Daran sieht man einmal mehr, warum statistische und saisonale Annahmen stets mit Vorsicht zu genießen sind. Jedes Jahr, jeder Zyklus ist anders und bietet ständig Überraschungen. Wer hätte vor einem Jahr daran gedacht, dass kleinste Anlegergruppen mit staatlicher Stütze einen Einfluss auf die Kurse an der Börse ausüben können?

Fazit

Wieder ein Zeichen für eine Bubble an der Börse, die aber wie immer erst dann festgestellt wird, wenn sie geplatzt ist? Jede Übertreibung ist anders als die vorherige und die aktuelle Phase ist durch Umstände befördert worden, die es in dieser Kombination auch noch nicht gegeben hat. Die Notenbanken haben durch ihre Marginalisierung des Zinses den Aktienmarkt zu einer dominanten Anlageklasse gemacht, dann haben die neuen Broker die Handelsgebühren abgeschafft und das Handeln mit ganz niedrigen Beträgen möglich gemacht und zuletzt hat Vater Staat auch noch das nötige Spielgeld zur Verfügung gestellt, ungewollt. 2020 war es die Arbeitslosenunterstützung, die in manchen Staaten über 4000 Dollar pro Monat betragen hat, mehr als der Arbeitnehmer mit seiner Arbeit verdienen konnte. Dann kamen die 600 Dollar-Schecks und jetzt die nochmalige Aufstockung durch die neue US-Regierung.

Was mich wieder einmal in meiner These bestätigt, wann der Rally an der Börse sehr deutlich der Stecker gezogen werden könnte: Wenn die Wirtschaft ohne staatliche (Not-)Versorgung läuft, das Zinsniveau nur ein wenig weiter ansteigt und zusätzlich den jungen Zockern die staatlichen Schecks verwehrt werden.

Der Einfluß der Stimulus-Schecks auf die Börse

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Soeben wurden die Netflix-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier zeigen wir die wichtigsten Eckdaten.

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Netflix sagt aktuell, dass man keine externe Finanzierung mehr benötige, und über Aktienrückkäufe nachdenke. Das und das Nutzerwachstum lassen die Aktie gut da stehen. Sie steigt aktuell nachbörslich um 11 Prozent!

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