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Aktien

Wall Street: Diese Aktien zeigen den ganzen Wahnsinn jenseits der RealitÀt, manipuliert durch ETFs

Wer einen Beleg dafĂŒr haben möchte, dass es an der Wall Street nicht mehr um RealitĂ€t geht, sollte sich die Entwicklung der „MCBM“-Aktien (McDonaldÂŽs, Boeing, Caterpillar, 3M) anschauen, die deutlich besser laufen als die FANG-Aktien. Der Grund: Verzerrungen durch ETFs, die zu einer Verdopplung der Bewertungen gefĂŒhrt haben – bei gleichzeitig negativem Umsatzwachstum der Firmen!

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Von Markus Fugmann

Alle Welt spricht von den FANG-Aktien, also den großen US-Tech-Werten Facebook, Amazon, Netflix und Google, die als Schwergewichte in den jeweiligen Indizes viel dazu beigetragen haben, dass die Wall Street von einem Allzeithoch zum nĂ€chsten eilte. Aber sieht man genauer hin, so gibt es einige Aktien, die jĂŒngst viel Aufmerksamkeit in den USA auf sich ziehen und als „MCBM“ bezeichnet werden (gesprochen „Mac-Bim“). Gemeint sind damit die Aktien von McDonald’s, Caterpillar, Boeing und 3M, die sich seit Mitte 2017 deutlich besser entwickelt haben als die FANG-Aktien (blaue Linie im Chart):

All das sind Firmen der „old economy“, betreiben also ein klassisches GeschĂ€ft, nicht sehr aufregend. Aber zuletzt sind diese Aktien geradezu explodiert – auch was die Bewertungen dieser Firmen betrifft: sie handeln nun bei mehr als der doppelten durchschnittlichen Bewertung der letzten 20 Jahre! Aber warum? Weil das GeschĂ€ft so bombig lĂ€uft, viel besser als frĂŒher? Nein, das Gegenteil ist der Fall! WĂ€hrend sich die Bewertungen dieser Aktien verdoppelt haben, zeigt das Umsatzwachstum deutlich nach unten seit dem Jahr 2015, kĂŒrzlich ist es sogar negativ geworden, sprich die UmsĂ€tze sinken sogar leicht (siehe hierzu die Charts im Felder-Report)!

Warum aber steigen diese Aktien dann so massiv, und zwar stĂ€rker als die eigentlich Wachstums-starken FANG-Aktien? DafĂŒr gibt es genau drei GrĂŒnde: AktienrĂŒckkĂ€ufe durch die Firmen, Dividenden und ETFs.

Blickt man auf die ETFs, so zeigt sich: alle vier Aktien werden von ETFs massiv ĂŒbergewichtet, schon aus Dividenden-GrĂŒnden. So findet sich die Boing-Aktie in 83 der meistgehandelten ETFs ĂŒbergewichtet (unter den Top 15-Aktien), 3M in 44 der ETFs, McDonaldÂŽs in 32 ETFs und Caterpillar in 25 ETFs. Alle vier Aktien bieten eine gute Dividendenrendite, und da die Firmen in der Vergangenheit gerne ihre eigenen Aktien zurĂŒck kauften, werden sie von ETF-Anbietern hoch gewichtet.

Der spektakulĂ€re Anstieg der MCBMs liegt also null komma null an deren Fundamentaldaten, von denen sich die Bewertungen komplett abgekoppelt haben inzwischen, vor allem angesichts der negativen Tendenz des Umsatzwachstums. Wichtiger sind scheinbar Faktoren, die mit der Realwirtschaft – mithin also den Betriebsergebnissen und den Zukunfts-Aussichten dieser Firmen – ĂŒberhaupt nichts mehr zu tun haben!

Daher ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese vier Aktien die Hauptprofiteure des ETF-Hypes sind, ohne den ihre Bewertungen sehr wahrscheinlich niemals so explodiert wĂ€ren! Anleger, ob Profi oder Privatanleger, kaufen nicht die Einzelaktien, sondern die ETFs, in denen die MCBMs stark gewichtet sind – und sorgen so fĂŒr das Kurs-Wunder jenseits der fundamentalen Daten.

Das alles zeigt, wie sehr inzwischen die ETFs die MĂ€rkte verzerren, wie wenig es hier noch um so etwas wie RealitĂ€t geht. FrĂŒher oder spĂ€ter aber werden MĂ€rkte immer wieder „realistisch“ – es ist nur eine Frage der Zeit. Die ETFs aber werden dann so etwas wie ein Brandbeschleuniger, wenn die AktienmĂ€rkte eines Tages in die andere Richtung laufen..

16 Kommentare

16 Comments

  1. leser

    30. Januar 2018 13:14 at 13:14

    Lesenswert auch der heutige Artikel des von mir sehr geschĂ€tzten Chris Martenson https://www.goldseiten.de/artikel/362729–Der-Gipfel-der-Realitaetsverweigerung~-Wie-wir-blauaeugig-auf-den-Crash-zusteuern.html

    Er hat den Link zu einer Abfrage bei finviz.com mit reingestellt. Dort sind 236 Unternehmen gelistet mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 2 Mrd. $ und einem KGV von > 50. KGV’s von > 190 sind aber auch keine Seltenheit. Sein Kommentar dazu: „Diese hohen Werte bedeuten, dass die Anleger bereit sind, mehr als 190 Jahre zu warten, bis das Unternehmen bei den aktuellen Kursen einen Gewinn je Aktie in Höhe der ursprĂŒnglich investierten Summe erwirtschaftet hat. Das ist, ehrlich gesagt, der reinste Wahnsinn.“

    • Feldmaen

      30. Januar 2018 14:45 at 14:45

      „Diese hohen Werte bedeuten, dass die Anleger bereit sind, mehr als 190 Jahre zu warten, bis das Unternehmen bei den aktuellen Kursen einen Gewinn je Aktie in Höhe der ursprĂŒnglich investierten Summe erwirtschaftet hat. Das ist, ehrlich gesagt, der reinste Wahnsinn.“

      Vielleicht erwarten die Anleger aber auch dass sich der Gewinn des Unternehmens jedes Jahr verdoppelt, dann wÀren es nur so viele Jahre Jahre wie der Logarithmus zur Basis 2. WÀren dann bei einem KGV von 190 nur 7,57 Jahre.

  2. foxxly

    30. Januar 2018 13:40 at 13:40

    dies ist alles ein substanzloser Hype. das Wachstum basiert hauptsĂ€chlich nur noch auf Kredit. Es ist ein lupenreines Ausbeutesystem das die Arbeitskraft und die Ersparnisse der Masse brutal eintreibt. Ginge es ausschließlich um die Menschen und deren Wirtschaft, dann könnte man ja den Menschen viel mehr Geld geben (statt den Banken, oder der Industrie direkt) damit könnten sie ja auch den konstum steigern.
    Der Zeitpunkt naht, wo Menschen zuwenig Geld haben werden um den Konsum zu tĂ€tigen, der fĂŒr den Gewinnwachstum der Wirtschaft notwendig ist. Der crash dĂŒrfte vorher kommen, um die Menschen von den wirklichen Ursachen abzulenken.

    • Dieter G.

      31. Januar 2018 10:18 at 10:18

      Kleiner Einwurf meinerseits. Wachstum basiert immer auf Nachfrage, die dann ggf. durch Kreditierung aufrecht erhalten wird. Wenn also alle Nachfrager in die Karibik wollen, hierfĂŒr jedoch ein Darlehen aufnehmen mĂŒssen, ist das Darlehen nicht fĂŒr die Karibiknachfrage verantwortlich.

      Unser Wirtschaftssystem beruht auf gegenseitiger Ausbeutung. Wenn man es denn so bezeichnen will. Unternehmen sind auf die Arbeitskraft der Mitarbeiter angewiesen, die Mitarbeiter wiederum auf die LiquiditĂ€t des Unternehmens. Und zu guter letzt kommt der Staat, und „beutet“ beide Seiten aus. Finde den Fehler.

      NatĂŒrlich werden die Nachfrager irgendwann zu wenig Geld haben. Weil sie in der Nachfrage völlig ĂŒbertrieben haben. Da wurden Eigentumswohnungen mit 10% EK kreditiert, das Auto zu groß und ebenfalls kreditiert, die neue Wohnungseinrichtung auf 20 Jahre finanziert, am Familienurlaub in Neuseeland hat man in den kommenden 5 Jahren mit jeder Darlehensrate nette Erinnerungen.

      Was Du machst ist die Verantwortung der Nachfrager zu verneinen. Du bist doch derjenige, der das neueste iPhone habe will, oder das Auto, oder die Eigentumswohnung / Haus usw. usw. usw.. Gib den Menschen mehr Geld, und ein Großteil davon wird wiederum versickern in den Weiten der MĂ€rkte.

      Die wirkliche Ursache fĂŒr einen Crash, wenn man es denn unbedingt so bezeichnen will, bist Du, ich, Dein Nachbar, Tante Else und Onkel Gerd. Weil eben die NachfragemĂ€rkte gesĂ€ttigt sind.

      Liebe GrĂŒĂŸe

      Dieter

  3. PK

    30. Januar 2018 14:43 at 14:43

    Nochmal ETF fĂŒr AnfĂ€nger:
    Die investieren in die jeweiligen Indizes entsprechend der Marktkapitalisierung der Unternehmen. Es gibt dabei keine besonders bevorzugten Aktien.
    Sind es Dividenden ETF, dann werden natĂŒrlich Aktien mit hoher Dividente ĂŒbergewichtet, dabei kommt es aber immer auf die Dividendenrendite an.
    Steigen diese Aktien also im VerhÀltnis zur Dividende zu stark an, dann werden die wieder entsprechend weniger gewichtet und andere zugekauft.
    Dow Jones ETF spielen im Vergleich zum Spider (SPY) ĂŒbrigens sowieso fast keine Rolle (deutlich weniger als 1/10 des Volumens).
    Die Argumentation, wieso genau diese 3 Aktien so abgegangen sind, kann ich daher nicht so nachvollziehen.
    Das ETF Universum ist inzwischen riesig, man kann sich wirklich nach Thema alles aussuchen was man will.
    Den MSCI World wĂŒrde ich derzeit auch nicht mehr kaufen.
    Aber es gibt ja genauso Small Caps ETF usw.

  4. Sprenzi

    30. Januar 2018 14:54 at 14:54

    @leser: Herzlichen Dank fĂŒr den Hinweis! Ein sehr guter Artikel, sauber recherchiert und der Wahrheit entsprechend!

  5. Pingback: Mal was ganz Besonderes! | das-bewegt-die-welt.de

  6. Marko

    31. Januar 2018 00:30 at 00:30

    „Der spektakulĂ€re Anstieg der MCBMs liegt also null komma null an deren Fundamentaldaten“

    Leider falsch, die „Fundamentaldaten“ sagen mir, dass jene Aktien , mit einer „guten Dividendenrendite“ mir als Investor eine Rendite bieten , die ĂŒber dem „sicheren „Anleihemarkt“ liegt.
    Jene Aktien dĂŒrfen ruhig keine Internet was-weiß-ich Aktien sein !
    Fakt ist und bleibt : Der Anleihemarkt ist zu teuer ! Viel Spaß beim Geld verlieren, liebe BĂ€ren, wir Bullen freuen uns ! 😀

    “ Wichtiger sind scheinbar Faktoren, die mit der Realwirtschaft – mithin also den Betriebsergebnissen und den Zukunfts-Aussichten dieser Firmen – ĂŒberhaupt nichts mehr zu tun haben!“

    Wenn die Politik der EZB mit der Realwirtschaft was zu tun hat, dann bitte Anleihen kaufen ohne Ende (Bufu 170 – 180) ?, weil : dann stĂŒnde der Crash der „Aktien-Realwirtschaft“ kurz bevor ?

    Na dann… 😀

  7. Beobachter

    31. Januar 2018 09:22 at 09:22

    Rat an Herr Fugmann,
    Sie sollten jeweils vor Veröffentlichung der Kommentare das “ GUT ZUM DRUCK“ bei Marko einholen, dann mĂŒsste er nicht immer ihre Superanalysen als falsch deklarieren????
    Dass die ETFs weniger GebĂŒhren haben ist jedem klar ,weil es eben keine Analysten braucht.Das Problem ist genau wie Herr Fugmann erwĂ€hnt,dass die genannten Titel in den meisten ETFs enthalten sind ,darum auch steigen,und was am besten lĂ€uft wird weiter gekauft.Dass gewisse Titel noch durch AktienrĂŒckkĂ€ufe auf Kredit oder Dividendenerhöhung auf Kosten von RĂŒcklagen oder Investitionen ( stehe GE ) gepusht werden ist nur die Spitze des Irrsins.

  8. PK

    31. Januar 2018 09:39 at 09:39

    @Beobachter:
    „Das Problem ist genau wie Herr Fugmann erwĂ€hnt,dass die genannten Titel in den meisten ETFs enthalten sind ,darum auch steigen,und was am besten lĂ€uft wird weiter gekauft.“

    du kannst im obigen Zitat von dir ETF mit „Aktive Fonds“ austauschen und es stimmt ganz genauso. Es gibt auch unter den aktiven genauso Dividenden Fonds. Und grundsĂ€tzlich haben die Fonds immer die Gewinner kumuliert und das hat auch frĂŒher zu einer Versteilung von Bewegungen gefĂŒhrt.
    Und nochmal:
    Die VolumenstÀrksten ETF sind der Spider. Da sind alle US Werte entsprechend der Marktkapitalisierung gewichtet. Also Amazon, Google an erster Stelle usw.
    Spezielle Dow Jones ETF spielen fast keine Rolle.

  9. Beobachter

    31. Januar 2018 10:03 at 10:03

    @P.K. Noch ein Argument dass ETFs als Brandbeschleuniger wirken.
    Ich habe mehrmals gelesen,dass diese Fonds immer voll investiert sind, ( ist ja auch der Sinn dieser Anlage)
    Ist doch logisch,dass In der Jahrhunderthausse fast alle ETFs Long sind, u. wenn es kehrt werden diese stark gewachsenen Volumen wie M. Fugmann beschrieben eben das lustige Spielchen umkehren.
    Noch eine andere Sache, gemÀss ihren Kommentaren
    sind Sie vom Permabullen mindestens kurzfristig zu einem KuschelbÀren mutiert ( Sie haben einen grossen Teil der Buchgewinne zu echten Gewinnen gemacht)
    Ich vermute ,dass Sie einen guten Zeitpunkt erwischt haben!

    • PK

      31. Januar 2018 11:07 at 11:07

      @Beobachter
      Das stimmt, die ETF investieren alle Gelder sofort (und ziehen die entsprechend wieder ab). Daher sind es exakt die Anleger der ETF, die ĂŒber die Kurse entscheiden.
      Aber:
      Die durchschnittliche Cashquote der aktiven Fonds liegt bei nur 5%.
      Interessanter ist als dieser Wert ist aber die recht geringe Variation.
      Da gehts vielleicht um +-2%.
      Da sich die aktiven Fonds in der Summe aber zyklisch verhalten (und genau deshalb auch schlechter abscheiden als ETF), kann man von denen keine dÀmpfenden Effekte auf Marktbewegungen erwarten, ganz um Gegenteil.
      Ich verstehe nicht, warum meine Argumentation einfach nicht verstanden wird.
      NatĂŒrlich fallen die MĂ€rkte wenn Gelder aus ETF abgezogen werden, das ist doch gar nicht der Punkt.
      Die Frage ist doch, was wÀre anders wenn die Anleger nicht in ETF sondern in aktiven Fonds investiert wÀren.
      Meine Behauptung: Im Mittel der aktiven Fonds wÀren die Anleger in GENAU den gleichen Aktien investiert !! Es geht NUR um den Mittelwert. Einzelne Fonds weichen sicher ab, aber im Mittel gibt sich das nicht viel.
      Glaubt doch nicht diese immer wiederkehrende Argumentation der Finanzlobby. Da gehts um 100er Milliarden an Provisionen und Kick Backs. Es wundert mich daher keineswegs, daß daher mit so einer Vehemenz so ein Unsinn ĂŒber ETF verbreitet wird. Es bleibt aber einfach falsch.
      Mich Àrgert dann einfach, wenn auf einer an sich hochwertigen Informationsplattform dieser Unsinn auch noch immer wieder nachgeplappert wird. FMW ist doch hoffentlich unabhÀngig von der Finanzlobby ??
      Ich selber verdien nichts an dem einen oder anderen, ich möchte nur aufklÀren.

    • PK

      31. Januar 2018 11:23 at 11:23

      @Bebachter
      „Ich vermute ,dass Sie einen guten Zeitpunkt erwischt haben!“
      das werden wir sehen.
      Ich bin aber nicht so dreist das genaue Hoch erwischen zu wollen. Ich bin mit dem meisten Geld seit 2008/09 drin und da kann ich mich auch dann nicht beschweren, wenn ich um 2 Monate falsch liegen sollte.
      Du wirst dich erinnern können, daß ich hier seit Jahren vor einem vorschnellen Ausrufen des Endes dieser Hausse gewarnt habe.
      Nun bin ich aber zu 90% sicher, daß ich irgendwann 2018/19 nochmal deutlich billiger reinkommen werde.
      Langfristig macht zu viel Cash aber absolut keinen Sinn, das bleibt weiterhin mein Credo. Denke aber Gold wird Aktien in den nÀchsten 2 Jahren locker schlagen.

  10. Beobachter

    31. Januar 2018 12:27 at 12:27

    @P.K. Logisch, wenn man schon lange drin ist u.ca.300% im Gewinn ist kann man die Hausse auch ausreizen.
    Ich wehre mich nur immer, wenn heute noch die Mehrheit der Anlageberater mit dem Argument,dass Aktien langfristig unschlagbar sind, Neueinsteiger in Aktien drÀngen.Wer heute plus/ minus 2Monate Aktien kauft,hat ein Verlust/Gewinn- VerhÀltnis von ca.50% zu 10%
    Es gibt hochdotierte Kenner,die sagen ,dass mit US-Aktien die nÀchsten 10Jahre nichts mehr zu gewinnen ist.

    • Columbo

      31. Januar 2018 13:12 at 13:12

      @Beobachter
      Das Risiko ist, daß man als Crasherwarter oder auch nur einfacher BĂ€r möglicherweise ĂŒberhaupt nie in den Aktienmarkt einsteigt, denn etwas ist immer. Seit 10 Jahren drin zu sein mit 300% Gewinn war/ist nicht so einfach, da mußte man schon emotionslos und sehr erfahren oder ein Zocker sein. 2012 glaubten auch „hochdotierte Kenner“ an das Aus fĂŒr den Euro und empfahlen Gold statt Aktien. Dann Brexit, Frankreichwahl, Italienreferendum, Konjunktur usw., das sah ziemlich dĂŒster aus. Da hĂ€tte man laut hochdotierten Kennern auch nicht einsteigen dĂŒrfen. Langfristig bringt eher die Seitenlinie Verlust.

      • PK

        31. Januar 2018 13:44 at 13:44

        das ist der Punkt. Langfristig macht man weniger kaputt wenn man mal einen Crash voll erwischt als nicht dabei zu sein.
        Ich gehör aber auch zu denen, die aktuell empfehlen (und ich werde wirklich oft gefragt), aktuell nur mit kleinen Positionen reinzugehen (um mal den Fuss ins Wasser zu halten).

        P.S. Sind die pösen ETF jetzt auch an den guten Boeing Zahlen schuld ?

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Aktien

Morgan Stanley: Umsatz und Gewinn ĂŒber Erwartung

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Morgan Stanley hat seine Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 10,6 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 9,5/erwartet 10).

Der Gewinn liegt bei 1,30 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,87/erwartet 1,10).

UmsÀtze im Bereich Anleihen, Rohstoffe und WÀhrungen liegen bei 1,4 Milliarden Dollar (erwartet 1,24).

Die Aktie notiert vorbörslich mit +3,4%.

Die Kernsaussage des Bank-Chefs: Alles lÀuft bestens! Zitat:

James P. Gorman, Chairman and Chief Executive Officer, said, “We reported robust revenue and earnings growth this quarter with strength across all businesses and geographies. The second quarter performance reflected active markets and healthy client engagement. Our strong global franchise positions us well to continue to grow organically across each of our businesses and to deliver operating leverage.”

Morgan Stanley

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Aktien

Ronaldo hilft Adidas, Thyssenkrupp im Chaos, Amazon im endlosen Höhenflug?

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am

JĂŒngst wurde es verkĂŒndet. Christiano Ronaldo wechselt von Real Madrid zu Juventus Turin. Das hat die Aktie von Juventus Turin etwas gepusht, und sie kann ihre Gewinne immer noch behaupten. Aber deutlich interessanter sollte dieser Wechsel börsentechnisch fĂŒr Adidas sein. In der Vorstandsetage dĂŒrften die Korken geknallt haben, als dieser Wechsel bekanntgegeben wurde. Schon am ersten Tag der VerkĂŒndung wurden laut italienischen Medien mehr als 500.000 Ronaldo-Trikots bei Juventus bestellt.

Und Adidas ist Trikotsponsor von Juventus. Das bedeutet gigantische Mehreinnahmen. Die Trikots schwanken im Preis zwischen 85 und 144 Euro. Wie viel vom Trikot genau bei Adidas landet, und wie viel bei Juve, ist unklar. Aber man kann der Phantasie seinen Lauf lassen. Wie viele Menschen kaufen im Lauf der nĂ€chsten Wochen ein Ronaldo-Trikot? Dann multipliziere man diese Zahl mit Summe X, die bei Adidas pro Trikot hĂ€ngen bleibt. Es könnten durchaus mehrere hundert Millionen Euro dabei rumkommen in diesem Jahr. Wer weiß… genaueres sieht man erst im Bericht fĂŒr das 3. Quartal im Herbst.

Aber möglicherweise gibt es schon am 9. August einen Ausblick auf angehobene Umsatz- und Gewinnziele? Denn an dem Tag veröffentlicht Adidas seine Zahlen fĂŒr das letzte Quartal, und möglicherweise auch einen Ausblick fĂŒr das aktuell laufende Quartal. Bis jetzt konnte die Adidas-Aktie nur um 2 Euro auf 186,55 Euro profitieren. Aber mal sehen. Möglich ist, dass das Ronaldo-Plus eventuell schwache Adidas-VerkĂ€ufe nach der WM auffĂ€ngt, und unterm Strich kein ĂŒberraschendes Plus fĂŒr Adidas hĂ€ngen bleibt.

Thyssenkrupp

Bei Thyssenkrupp weiß momentan niemand so genau, wie es weitergehen soll. Vor zwei Wochen wurde die Abspaltung des kompletten StahlgeschĂ€fts in ein mit Tata Steel fusioniertes Unternehmen bekanntgegeben. Damit verliert man quasi sein altes KerngeschĂ€ft. Der Chef Hiesinger trat kurz darauf zurĂŒck, wohl weil er den aggressivsten Investoren zu spröde und nicht gefĂŒgig genug war? Denn einige bei Thyssenkrupp investierte aktiv engagierte Fonds-Investoren wollen offenbar Resultate sehen, also Rendite. Und die erreicht man wohl kaum mit langsamen Reformen, die erst in ein paar Jahren etwas bringen.

Und so ist nun nach dem CEO auch der Aufsichtsratschef Ulrich Lehner zurĂŒckgetreten. Deshalb vermutet der Markt aktuell, dass es nach dem Tata-Deal zu einer weiteren möglichen Zerlegung der Rest-Firma kommt. Die Aktie von Thyssenkrupp springt heute um 9,3% nach oben. Es gĂ€be noch vier weitere GeschĂ€ftsbereiche (zum Beispiel „AufzĂŒge“), die man mit Konkurrenten fusionieren kann. Geht es so weiter wie mit Tata, könnte Thyssenkrupp zu einer Art Kapital-Holding werden, die damit beschĂ€ftigt ist Anteile an eigenstĂ€ndig arbeitenden Gesellschaften zu verwalten. Gewinne verwalten sozusagen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, aber im Sinne eines richtigen Industriekonzerns sind diese beiden RĂŒcktritte kein gutes Zeichen. FĂŒr kurzfristige AktionĂ€rs-Phantasien nach mehr Rendite sieht es da aktuell etwas optimistischer aus. Im Chart sieht man die Thyssenkrupp-Aktie seit Monatsanfang.

Thyssenkrupp-Aktie

Amazon

Amazon meldet seine Quartalszahlen am 26. Juli. Nachdem gestern Netflix seine extremen Wachstumszahlen nicht mehr ganz einhalten konnte, bricht die Aktie wie schon gestern Abend nachbörslich massiv ein um aktuell -9,5%. Gestern Abend waren es schon -13%. Aber jetzt zu Amazon. Auch diese Aktie lebt vom stÀndig fortgesetzten enormen Wachstum. Eines darf nicht passieren, nÀmlich dass die enorme Wachstumsgeschwindigkeit nachlÀsst.

Die Amazon-Aktie ist trotz des negativen Einflusses von Netflix aktuell nur mit 0,1% im Minus gegenĂŒber dem Schluss von gestern Abend. Das ist ein starkes Zeichen fĂŒr die Amazon-Aktie. Damit hebt man die Messlatte aber umso höher. Risiko-Anpassungen nach unten gibt es nicht, und somit muss Amazon mehr denn je abliefern nĂ€chste Woche Donnerstag. Vor 12 Monaten stand die Aktie noch bei 1.000 Dollar, jetzt ĂŒber 1800 Dollar. Es geht nur aufwĂ€rts.

Es ist fast unheimlich. Alle Welt kauft bei Amazon ein, und gleichzeitig gibt es ein globales Unbehagen ĂŒber die Marktmacht von Amazon, die immer grĂ¶ĂŸer wird. Wohl dieses Bewusstsein, dass Amazon der dominante Player schlechthin ist und immer weiter wĂ€chst, sorgt fĂŒr den konstanten Auftrieb in der Aktie. Aber man bedenke: Die Fallhöhe wird immer höher. Wehe, wenn die Wachstums-Story Ă€hnlich wie bei Netflix einen Kratzer bekommt.

Amazon Aktie seit Juli 2017
Die Amazon-Aktie seit Juli 2017.

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Aktien

Goldman Sachs-Quartalszahlen: Umsatz und Gewinn deutlich ĂŒber Erwartung

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am

Die Goldman Sachs-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 9,4 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 7,89/erwartet 8,8). Das ist der beste Umsatz im 2. Quartal seit neun Jahren fĂŒr Goldman Sachs.

Der Gewinn liegt bei 5,98 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 3,95/erwartet 4,70). FlĂŒsterschĂ€tzungen reichten bis zu 4,98 Dollar.

Umsatz mit Anleihen, Zinsen, WĂ€hrungen und Rohstoffen (FICC) bei 1,68 Milliarden Dollar (erwartet 1,65).

Equity Sales and Trading Umsatz 1,89 Milliarden Dollar (erwartet 2).

Investmentbanking Umsatz 2,05 Milliarden Dollar. Nach Aussage von Goldman Sachs reflektiere diese Zahl starke UmsÀtze bei Finanzberatung und BörsengÀngen.

Investment Management Umsatz mit Rekordumsatz von 1,84 Milliarden Dollar.

Die Aktie notiert in der frĂŒhen Vorbörse mit -0,9%. Liegt das daran, dass Netflix mit seinen eher enttĂ€uschenden Zahlen von gestern Abend heute den Gesamtmarkt in den USA runterzieht?

Hauptaussage von Goldman in Kurzform: LĂ€uft alles bestens. Zitat:

“Solid performance across all of our major businesses drove the strongest first-half returns in nine years. With a healthy economic backdrop and deep client franchises, the firm is well-positioned to invest in attractive opportunities to meet the needs of our clients and continue to generate earnings growth.”
~ Lloyd C. Blankfein, Chairman and Chief Executive Officer

Goldman Sachs-Quartalszahlen
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