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Wall Street: Kommt eine massive Rally wegen Schieflagen von Hedgefonds und CTAs?

Über die mögliche Jahresendrally aufgrund falscher Positionierungen – der Weg des größten Schmerzes!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Was derzeit an den Aktienmärkten, vor allem an der Wall Street abläuft, ist krass! Gestern der Dow Jones zunächst mit einem Anstieg von 400 Punkten, dann ein Abverkauf von 600 Punkten, dann wieder 350 Punkte hoch, dann 200 wieder runter. Eine Achterbahn wirkt dagegen wie ein gemächlicher Spaziergang!

Also braucht es Orientierung und Erklärung – und wenn derzeit jemand gute Erklärungen abgeben kann, dass ist es Charlie McElligot, der für die japanische Großbank Nomura arbeitet. Er beobachtet vor allem die Positionierungen von Hedgefonds und amerikanischen Vermögensverwaltern (CTAs, Commodity Trading Advisor). Anhand der Positionierungen hatte Charlie McElligot den heftigen Downmove an der Wall Street vorhergesagt – und damit voll ins Schwarze getroffen.

Nun aber sagt Charlie McElligot (zitiert nach: „The Heisenberg Report“) seit Montag: wir dürften nach dem Abverkauf eine heftige Bärenmarkt-Rally sehen, weil Hedgefunds und CTAs nun stark short positioniert sind:

“As we currently stand, the risk of forcing an Equities cover from Systematic CTAs, which per our QIS model had just turned ‘Max Short’ across majority of global Equities futures, is high, with SPX likely to see a forced cover and going from ‘-100% short’ to ‘+26.1% long’ at ~ 2666.20 in SPX”.

Und Charlie McElligot weiter:

“The macro catalysts I presented yesterday for US Equities upside remain, while the tactical positioning dynamics are now even more acute (…) fundamental funds have been in ‘net-down’ mode by selling longs and ‘grossing-up’ shorts in single name / ETF and index futures in turn, creating the kindling for a massive short-squeeze over the next month via both this implicit- and explicit negative gamma.”

Im Klartext: Hedgefunds und CTAs waren massiv long und mußten dann ihre Long-Positionen aufgrund des Abverkaufs an der Wall Street nicht nur verkaufen, sondern drehten diese Positionen dann auf short, teilweise auch als Hedge für noch beibehaltene Long-Positionen.

“The largest near-term catalyst for a crushing Equities move higher remains fund positioning, which is creating an enhanced-risk of positioning squeeze, as it builds fodder for a violent bear-market rally which nobody owns”.

Bekanntlich gehen die Märkte gerne den Weg des größten Schmerzes – und Charlie McElligot zeigt auf, dass der Weg des größten Schmerzes nun ein starker Anstieg wäre, der die Positionen vieler Player erneut unter Druck bringen würde, nachdem sie schon zuvor mit ihren Long-Positionen Verluste erlitten hatten.

Das ist also keine Rally mit fundamentaler Substanz, sondern, wie McElligot eben auch klar macht, eine Bärenmarkt-Rally – also nicht von langer Dauer. Je höher nun die US-Märkte steigen, umso größer wird der Schmerze der falsch Positionierten. Diese Jahresendrally ist – wenn sie denn kommt – also anders als in den letzten Jahren: sie ist eine Rally mit maximalen Schmerzen!


By Christopher Batt – Flickr, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1408267

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang M.

    12. Dezember 2018 13:08 at 13:08

    An ein derartiges Szenario denke ich schon seit Tagen, denn es ist typisch bei starken Kursrückgängen. Wenn ein Markt über Tage, Wochen stark fällt, so sind große Adressen oft gezwungen sich gegen weitere Verluste abzusichern, oder man spekuliert zur Verbesserung der Performance / zum Ausgleich der Verluste auf der Shortseite. Dies wird immer dann gefährlich, wenn das Abschwungszenario am Markt keine neue Nahrung erhält, oder Ereignisse auftreten, die das Bullenlager stärken (wie gerade beschrieben). Dies muss nichts zu tun haben mit einer Verlängerung einer Hausse, sondern ist Teil eines „schmerzhaften“ Weges. Nach drei Rezessionen habe ich lernen müssen, wie schwierig Baisse-Spekulationen sind.

  2. Avatar

    Kritisch

    12. Dezember 2018 13:11 at 13:11

    https://www.msn.com/de-at/nachrichten/politik/wie-trump-sein-eigenes-spiel-verlor/ar-BBQQ7QS?ocid=spartandhp#page=2

    Da wäre ich ja gerne dabei gewesen! Mr. President bestätigt wieder einmal seine Funktion als politisches Enfant terrible. Bin schon neugierig wie die Sache tatsächlich ausgehen wird und wer von beiden Seiten einknickt!

  3. Avatar

    Tobias Maetz

    12. Dezember 2018 13:40 at 13:40

    Wie ist denn dieser Satz genau zu verstehen in Bezug auf die genannte Triggermarke – fängt dort der Schmerz richtig an, sich (wieder) long zu positionieren bzw. ’shorts‘ aufzulösen oder ist das Level von + 26.1% bereits bei dieser Marke im S&P erreicht worden? Frage ggf. an die FMW Redaktion, danke.

    „with SPX likely to see a forced cover and going from ‘-100% short’ to ‘+26.1% long’ at ~ 2666.20 in SPX”.“

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      12. Dezember 2018 13:51 at 13:51

      @Tobias, gemeint ist denke ich dass einzelne Positionen von 100% short (also ohne dahinter liegende Long-Position, die mit einem Short abgehedget wird) auf long gestellt werden, wobei der short nicht komplett aufgelöst wird beim Stand von 2666 im S&P..das müßte aber dann bei höheren S&P-Ständen komplett passieren..

      • Avatar

        Wolfgang M.

        12. Dezember 2018 16:04 at 16:04

        Markus, ich habe vorgestern einen – ignorierten – Kommentar über die Deutsche Bank geschrieben. Jetzt steigt sie aus heiterem Himmel um 7%. Hast du Infos?

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          12. Dezember 2018 16:06 at 16:06

          Hi Wolfgang, wie meinst du das ignoriert? Von mir oder anderen?
          Sind wieder Fusionsfantasien, ca. das 70.Mal das so etwas aufkommt, ich glaube nicht so recht an eine Fusion – zwei Krücken ergeben keinen 100-Meter-Weltmeister..

          • Avatar

            Wolfgang M.

            12. Dezember 2018 16:11 at 16:11

            @Markus. Nein, nicht von dir natürlich. Du bist immer außerdem das erste „Opfer“ meiner Kommentare. Ich halte doch auch nichts von einer Fusion, die Verzweiflungstat wird aber kurz pushen.
            Viele Grüße

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            12. Dezember 2018 16:13 at 16:13

            @Wolfgang, ah, war etwas verwirrt, dachte du hättest was geschrieben und ich hätte es übersehen..
            Ist ein Bericht von Bloomberg (DB/Coba), nach meiner Auffassung eher Spekulation als ernsthafter Bericht..

  4. Avatar

    Altbär

    12. Dezember 2018 15:50 at 15:50

    Wenn die Rallys nur noch von Short-Eindeckungen genährt werden u. kein Anschlusskäufe von echten Käufern folgen ,haben diese Rallys kurze Beine.Hatten wir doch ca. 10 Jahre einen Haussetrend ,wo jeder Dipp gekauft wurde, haben wir jetzt das Gegenteil, wo jede grössere Erholung abverkauft wird.
    Warum sollte es überhaupt jedes Jahr eine Rally geben ? Das Jahr 2018 wird das erste seit 9 Jahren wo viele Anleger Ende Jahr weniger haben als im Vorjahr, also wird es auch weniger zum Anlegen geben.Zudem haben Einige mit Kryptos u.todsicheren Werten wie Apple u.s.w. eine blutige Schnauze geholt u.werden vorsichtiger.Ich wäre auf jeden Fall froh, wenn ich nochmals zu höheren Kursen shorten könnte.Vielleicht bin ich nicht der Einzige.
    Fazit: Jeder schöne Anstieg wird richtig geshortet !

    • Avatar

      Bärbel

      12. Dezember 2018 16:29 at 16:29

      @Altbär. Sie kriegen schon Ihre Gelegenheit zum höheren Shorten. Aber erstens ist Apple im Gegensatz zum Dax seit 1.Januar im Plus und zweitens, was machen Sie, wenn der richtige Einbruch erst im September 2019 kommt. Wollen Sie bis dahin ständig das Bärenlied singen? Geduld!

  5. Avatar

    Altbär

    12. Dezember 2018 17:13 at 17:13

    @Bärbel, Ich singe das Bärenlied schon lange ,u.je höher die Kurse steigen ,desto höher wird meine Stimme.Übrigens sind schon die meisten Märkte in einem Bärenmarkt.Soeben gelesen ,von 64 Länderindices sind nur noch 11 über der 200 Tageslinie.Ein bisher nie bärischer Analyst ist soeben sehr skeptisch geworden, u.sieht bei S&P ca. 2600 eine sehr kritische Marke,darunter könnte er blitzschnell auf 2350 fallen.Übrigens kein Bedauern mit mir, ich bin Short im Nasdaq bei 7600, ( Vor Trump-Niveau = unter 5000 )
    Auch ein zuverlässiger UBS Börsenindikator hat soeben auf Negativ gedreht.Alle die jetzt noch nicht gemerkt haben,dass die Börse keine Einbahnstrasse ist haben keine Ahnung von „ VERKEHR“

    • Avatar

      Bärbel

      12. Dezember 2018 17:23 at 17:23

      Ok Altbär. Verstehe Ihre Argumentation. Bin auch ein bisschen Altbärin, aber ich glaube erst an den Einbruch im neuen Jahr.
      Schönen Abend

  6. Avatar

    Altbär

    12. Dezember 2018 18:15 at 18:15

    @ Bärbel, man kann auch zu lange warten, ich habe auch gemeint ich könnte den DAX noch einmal höher erwischen, u.von den etwa 23% Verlust seit dem Hoch im Januar habe ich nur etwa 300 Pt.mitnehmen können.Die letzte Chance für eine schöne Korrektur bietet sich n.m. Meinung nur noch am US-Markt.Übrigens wäre ich normal im Winterschlaf, ich werde mich künstlich wachhalten, damit ich die künstliche Aktienhausse absaufen sehe.

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Dax: Jahresausblick – Anleger sehen mehr Gefahren als Chancen

Stephan Heibel

Veröffentlicht

am

Der Dax ist 2021 bereits angesprungen, der Bitcoin hatte die 40.000 USD geknackt und Tesla konnte in den ersten Tagen des neuen Jahres bereits um 30% zulegen!

Der Quadratmeter Bauland wird in meiner Nachbarschaft auf 2.200 Euro taxiert, ich war bis vor kurzem von 800-1.000 Euro ausgegangen. Ja, liebe Notenbanken, von Inflation keine Spur, oder? Ich habe gelesen, dass die EZB im Rahmen ihrer strategischen Neuausrichtung nach Möglichkeiten sucht, den Zins für langfristig laufende Anleihen zu beeinflussen, ohne über den Geldmarkt gehen zu müssen. Abenteuerlich.

Für uns Anleger sind das goldene Zeiten, wobei der Gradmesser der Inflation, das Gold, tatsächlich nicht anschlägt. Die Feinunze Gold verlor diese Woche 1,4%. Ich denke, die überschüssige Liquidität der Anleger wandert derzeit eher in den Bitcoin als ins Gold. Den Bitcoin können Sie problemlos über Landesgrenzen mitnehmen, beim Gold ist das nicht so einfach.

Durch Disruption zum Milliardär

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ Mahatma Gandhi

1990-2000:

Es ist nicht leicht, Milliardär zu werden: Bill Gates lief sich in der Industrie die Hacken wund, niemand wollte Computer für den Privatanwender bauen. Das solle man den Profis überlassen, war die Antwort und IBM hatte eine ganze IT-Industrie erschaffen, die von den Personal Computern nichts wissen wollte. Der IBM Mainframe fristet heute ein Nischendasein, Bill Gates wurde mit seinem Betriebssystem für Personal Computer, dem Windows, zum reichsten Mann der Welt.

2000-2010:

Man muss in Büchern herumblättern, wenn man sich eine Kaufentscheidung bilden möchte, so das Dogma des Buchhandels vor 20 Jahren. Jeff Bezos bot die Bücher im Online-Versand an und hatte nicht nur alle Buchhändler der Welt, sondern später auch alle Einzelhändler der Welt gegen sich. Eine kleine Nische, die kaum Potential habe, urteilten viele damals. Amazon liefert heute so ziemlich alles, was das Herz an materiellen Wünschen hat. Jeff Bezos löste Bill Gates als reichsten Mann der Welt ab.

2010-2020:

Wenn Sie sich einmal die Ölindustrie und deren weltweite Logistiknetze anschauen, dann können Sie sich vorstellen, dass nicht nur die Autoindustrie gegen die Ablösung der Verbrennermotoren war: Als wichtiger Abnehmer der Ölindustrie liefen also gleich mehrere Branchen weltweit Sturm gegen das Elektroauto. Elon Musk peitschte sein Projekt durch, baute weltweit mangels Kooperationswillen in der Ölindustrie (denen gehören die meisten Tankstellen) ein eigenes Netz an Ladesäulen auf, die weltweit größten Batteriefabriken (Giga-Factories). Durch den Kurssprung in den Tesla-Aktien löste Elon Musk gestern Jeff Bezos als reichten Mann der Welt ab.

2020-2030:

Vielleicht steht der nächste Milliardär ja schon in den Startlöchern. Der Erfinder des Bitcoin ist nicht bekannt. Die mRNA-Technologie wird von mehreren Unternehmen genutzt, aber Moderna und BionTech scheinen die Nase vorn zu haben. Beyond Meat krumpelt die Nahrungsmittelindustrie um. Und Zoom Video und Twilio verändern die Art und Weise, in der wir untereinander kommunizieren. Spannend! Und es lohnt sich, am Ball zu bleiben.

Ich habe den Eindruck, dass die Coronakrise in einigen Bereichen Entwicklungen der kommenden Jahre vorweg genommen hat. So konnten die Aktien von BionTech, Zoom Video usw. im vergangenen Jahr exorbitant anspringen. Im Jahr 2021 wird sich zeigen, welche Entwicklungen tatsächlich beschleunigt wurden, und welche lediglich eine Sonderkonjunktur erfuhren.

Dax: Jahresausblick 2021

Bereits seit sechs Jahren führe ich die Jahresumfrage unter Lesern des Handelsblatts durch. Im Sinne der Sentiment-Theorie interpretiere ich die Mehrheitsmeinung dahingehend, dass es unwahrscheinlich ist, dass genau diese Erwartung eintritt. Vielmehr haben Untersuchungen gezeigt, dass an den Finanzmärkten in der Regel das Unerwartete passiert.

Das Ergebnis meiner Analyse der Jahresumfrage vor einem Jahr war die Erwartung, dass der DAX frühzeitig im Jahr 2020 ausverkauft würde, um dann bis in den November hinein stark anzusteigen. Den Jahresschlusskurs hatte ich sodann auf knapp unter das Jahreshoch taxiert. Optisch betrachtet habe ich damit ziemlich gut gelegen.

Wenn wir jedoch die Beschriftung der X-Achse zufügen, könnte ich nicht schlechter gelegen haben: Das Tief hatte ich auf über 12.000 festgelegt und als Jahreshoch hielt ich die 15.000 Punkte für möglich.

Nun könnte man sagen, die Corona-Pandemie hat ohnehin alles auf den Kopf gestellt. Doch gerade solche unvorhersehbaren Ereignisse sollen ja mit Hilfe technischer Instrumente, wie beispielsweise dieser Jahresumfrage, berücksichtigt werden. Dennoch würde ich sagen, dass wir den Verlauf recht gut prognostiziert haben, wenngleich die Intensität durch Corona nach unten verstärkt wurde. Heute werden wir untersuchen, ob der Lauf in Richtung 15.000 nur um ein Jahr verschoben wurde, oder ob sich nach Corona eine vollständig neue Situation ergibt.

Bei unserer Jahresumfrage vor einem Jahr wurde die Anlage in Immobilien als beste Investmentchance bezeichnet, gefolgt von Aktien und Edelmetallen. Industriemetalle (bspw. Kupfer) und Nahrungsmittel (bspw. Getreide) wurden als mäßig attraktiv betrachtet.

Tatsächlich haben gerade Industriemetalle (+26%) und Nahrungsmittel (+16%) im abgelaufenen Jahr eine gute Performance gezeigt. Der DAX konnte sich auf Jahressicht knapp ins Plus retten (+3,5%).

Immobilien muss man für das Jahr 2020 detailliert betrachten: Bauland zeigt mit +13% den stärksten Wertzuwachs, gefolgt von Wohnimmobilien mit +8%. Gewerbeimmobilien litten stark unter der Corona-Pandemie, wobei Büroimmobilien Einbußen erlitten, während Flächen für logistische Nutzung gefragt waren.

Wenngleich der Wertzuwachs bei Wohnimmobilien nicht mit Industriemetallen und Nahrungsmitteln mithalten konnte, so ändert sich das Bild wenn wir berücksichtigen, dass Immobilien in der Regel zu einem großen Teil finanziert werden. Die Wertentwicklung des Eigenkapitals ist, auch nach Abzug der derzeit niedrigen Zinsen, deutlich höher anzusetzen.

Hier die Jahresperformance:

· Kupfer +26%

· Getreide +16%

· Gold +12%

· Immobilien 8%

· DAX +3,5%

· Anleihen +0,5%

· Öl -25%

· Dow Jones +6%

· Nikkei +16%

· Shanghai A-Aktien +12%

In einem Punkt haben die Umfrageteilnehmer vor einem Jahr gut gelegen: Der Median der Umfrageerwartung von vor einem Jahr erwartete einen DAX-Jahresschluss 2020 bei 13.750 Punkten, was einem Plus von 3,8% entsprochen hätte. Mit dem tatsächlichen Jahresschlusskurs von 13.719 (+3,5%) wurde dieser Median ziemlich gut getroffen.

In den vergangenen 50 Jahren hat der DAX nur fünfmal mit einem so kleinen Plus (kleiner 5%) geschlossen.

Nun hat die Corona-Pandemie zu einem durchweg überraschenden und untypischen Börsenjahr geführt, sowohl im Ergebnis als auch im Verlauf. Ich wäre daher vorsichtig, unseren Umfrageteilnehmern vorschnell eine hohe Trefferquote zuzusprechen: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.

Gedämpfte Erwartungen für Aktien im Jahr 2021

Für das Jahr 2021 erwarten Anleger nicht viel vom Aktienmarkt: zum Jahresende dürfte sich der DAX in etwa erneut auf dem aktuellen Kursniveau bewegen, wenn unsere Umfrageteilnehmer Recht haben.

Wo steht der Dax Ende 2021?
Abbildung 1: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahresschlusskurs DAX

Die meisten gehen von einem Jahresschlusskurs im Bereich von 13.600 bis 13.900 aus, was im Mittel einem Jahresplus von mageren 0,2% entspräche. Wenn wir die durchschnittliche Erwartung unter Einbeziehung aller Antworten errechnen, ergibt sich sogar nur ein Wert von 13.726 Punkten, also +0,1%.

Interessant dabei ist, dass die Streuung der Erwartungen sehr gering ist: 60% aller Teilnehmer erwarten einen Jahresschlusskurs zwischen 13.500 und 14.400 Punkten. Werte außerhalb dieses Bereiches wurden nur vereinzelt ausgewählt. Einen Schlusskurs unter 13.000 befürchtet fast keiner mehr. Nach oben gibt es vereinzelte Stimmen, die sogar einen DAX bis 16.000 Punkte erwarten.

Wo wird der Höchststand beim Dax 2021 sein?
Abbildung 2: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahreshoch im DAX

Das Jahreshoch wird gemäß der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer mindestens über 13.950 Punkten liegen, im Mittel wird ein Jahreshoch bei 14.250 (+3,9%) Punkten erwartet. Berechnen wir den Durchschnitt aller Erwartungen, so erhalten wir einen Wert von 14.385 Punkten (+4,9%). Ein Jahreshoch über 14.850 Punkte (+8,2%) hält kaum jemand für möglich.

Wo wird das Tief beim Dax sein?
Abbildung 3: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahrestief im DAX

Auch beim Jahrestief sind die Erwartungen etwas pessimistischer: Unter 12.750 Punkte (-7,1%) sollte der DAX nach der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer mindestens nochmals rutschen. Im Mittel wird sogar ein zwischenzeitliches Abrutschen bis auf 12.150 Punkte (-11,4%) befürchtet. Das durchschnittlich erwartete Tief im Jahr 2021 liegt bei 11.910 Punkten (-13,2%). Immerhin fürchtet kaum jemand ein erneutes Abrutschen unter 11.250 Punkte (-18%).

Ich finde dieses Ergebnis merkwürdig: Im Jahr 2019 sprang der DAX um 25% an. Im Corona-Jahr 2020 betrug die Schwankungsbreite im DAX über 60%! Für das Jahr 2021 gehen Anleger jedoch nur von einer maximalen Schwankungsbreite von 24% aus, die meisten erwarten eine Schwankungsbreite von nur 17%. Es wäre schön, wenn’s so kommt.

Für den DAX erwarten die meisten Anleger das Jahreshoch im Mai. „Sell in May and go away…” heißt eine Börsenweisheit, die sich offensichtlich in den Köpfen der Anleger festgesetzt hat. Doch in den vergangenen Jahren galt diese Regel kaum.

Das Jahrestief wird im August erwartet, ebenfalls entsprechend der obigen Börsenregel: „… and always remember to come back in September”.

Bis zum Jahresschluss würde der DAX dann wieder in Richtung seiner Höchststände marschieren, wenn wir der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer glauben. Soweit wird hier eine durchaus typische Jahresentwicklung erwartet.

Untypisch ist jedoch die Befürchtung eines unmittelbar anstehenden Ausverkaufs zum Jahresbeginn: Verhältnismäßig viele Anleger befürchten, dass wir bereits im Februar das Jahrestief sehen können. Daraus können wir zwei Schlussfolgerungen ziehen:

Zum einen wird der Markt aktuell als überhitzt wahrgenommen, so dass kurzfristig keine weiteren Kurssteigerungen erwartet werden. Nach dem Jahresschlussspurt wird nun eine Konsolidierung bis hin zu einer Korrektur erwartet.

Zum anderen spiegelt die Erwartung der Kurstiefs bereits so früh im Jahr die optimistische Erwartung der Anleger wider, dass die Kurse im Jahr 2021 überwiegend steigen werden.

Diese Erwartung widerspricht offensichtlich der weiter oben formulierten Erwartung der geringen Sprunghöhe im DAX: Wenn der DAX schon in den kommenden Wochen sein Tief sieht und dann für den Rest des Jahres steigt, dann erscheint das Kursziel bis zum Jahresende bei durchschnittlich 13.726 Punkten (+0,1%) sehr konservativ. Einzige Erklärungsmöglichkeit wäre ein heftiger Ausverkauf in den kommenden Wochen, so dass der DAX von tiefem Niveau aus dann das ganze Jahr steigen kann, ohne über die 14.000 Punkte zu springen.

Das wäre eine Entwicklung, die der DAX-Entwicklung aus dem Pandemie-Jahr 2020 entspräche. Ich halte das für sehr unwahrscheinlich.

Umfragen zum Dax im Jahr 2021

 

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Finanznews

Aktienmärkte: Warum fallen sie denn? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

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Ja warum fallen sie denn, die Aktienmärkte? Dass die so verwöhnte Wall Street (und auch der Dax) heute unter Druck kommt, hat mehrere Gründe: erstens Zweifel, ob Biden wirklich sein Stimulus-Programm verwirklichen kann. Dann, zweitens, wieder schwache US-Einzelhandelsumsätze – und schließlich die Nachricht, dass Pfizer deutlich weniger Impfstoff in den nächsten Wochen für die EU liefern wird. Im Grunde sind angesichts der absehbaren Verschärfungen der Lockdowns in Europa die Prognosen für ein starkes wirtschaftliches Jahr 2021 schon jetzt obsolet. Aber ein Rücksetzer der Aktienmärkte war ohnehin überfällig, zuletzt fehlte es deutlich an Dynamik auf der Oberseite. Vielleicht spielt auch die Unruhe vor der Amtsübernahme von Biden schon eine Rolle, man fürchtet erneute Ausschreitungen..

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Gold/Silber

Rüdiger Born: Charttechnik bei Dow, Nasdaq und Silber

Redaktion

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Ganz so einfach ist die Lage bei Dow Jones, Nasdaq und Silber derzeit nicht. Schauen wir genauer auf die Charts im folgenden Video.

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