Folgen Sie uns
  • Börsenseminar
  • Brokervergleich
  • Kostenlos das TRADERS´ Magazine erhalten

Indizes

Wall Street: Kommt eine massive Rally wegen Schieflagen von Hedgefonds und CTAs?

Über die mögliche Jahresendrally aufgrund falscher Positionierungen – der Weg des größten Schmerzes!

Veröffentlicht

am

Was derzeit an den Aktienmärkten, vor allem an der Wall Street abläuft, ist krass! Gestern der Dow Jones zunächst mit einem Anstieg von 400 Punkten, dann ein Abverkauf von 600 Punkten, dann wieder 350 Punkte hoch, dann 200 wieder runter. Eine Achterbahn wirkt dagegen wie ein gemächlicher Spaziergang!

Also braucht es Orientierung und Erklärung – und wenn derzeit jemand gute Erklärungen abgeben kann, dass ist es Charlie McElligot, der für die japanische Großbank Nomura arbeitet. Er beobachtet vor allem die Positionierungen von Hedgefonds und amerikanischen Vermögensverwaltern (CTAs, Commodity Trading Advisor). Anhand der Positionierungen hatte Charlie McElligot den heftigen Downmove an der Wall Street vorhergesagt – und damit voll ins Schwarze getroffen.

Nun aber sagt Charlie McElligot (zitiert nach: „The Heisenberg Report“) seit Montag: wir dürften nach dem Abverkauf eine heftige Bärenmarkt-Rally sehen, weil Hedgefunds und CTAs nun stark short positioniert sind:

“As we currently stand, the risk of forcing an Equities cover from Systematic CTAs, which per our QIS model had just turned ‘Max Short’ across majority of global Equities futures, is high, with SPX likely to see a forced cover and going from ‘-100% short’ to ‘+26.1% long’ at ~ 2666.20 in SPX”.

 

Und Charlie McElligot weiter:

“The macro catalysts I presented yesterday for US Equities upside remain, while the tactical positioning dynamics are now even more acute (…) fundamental funds have been in ‘net-down’ mode by selling longs and ‘grossing-up’ shorts in single name / ETF and index futures in turn, creating the kindling for a massive short-squeeze over the next month via both this implicit- and explicit negative gamma.”

Im Klartext: Hedgefunds und CTAs waren massiv long und mußten dann ihre Long-Positionen aufgrund des Abverkaufs an der Wall Street nicht nur verkaufen, sondern drehten diese Positionen dann auf short, teilweise auch als Hedge für noch beibehaltene Long-Positionen.

“The largest near-term catalyst for a crushing Equities move higher remains fund positioning, which is creating an enhanced-risk of positioning squeeze, as it builds fodder for a violent bear-market rally which nobody owns”.

Bekanntlich gehen die Märkte gerne den Weg des größten Schmerzes – und Charlie McElligot zeigt auf, dass der Weg des größten Schmerzes nun ein starker Anstieg wäre, der die Positionen vieler Player erneut unter Druck bringen würde, nachdem sie schon zuvor mit ihren Long-Positionen Verluste erlitten hatten.

Das ist also keine Rally mit fundamentaler Substanz, sondern, wie McElligot eben auch klar macht, eine Bärenmarkt-Rally – also nicht von langer Dauer. Je höher nun die US-Märkte steigen, umso größer wird der Schmerze der falsch Positionierten. Diese Jahresendrally ist – wenn sie denn kommt – also anders als in den letzten Jahren: sie ist eine Rally mit maximalen Schmerzen!


By Christopher Batt – Flickr, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1408267

13 Kommentare

13 Comments

  1. Wolfgang M.

    12. Dezember 2018 13:08 at 13:08

    An ein derartiges Szenario denke ich schon seit Tagen, denn es ist typisch bei starken Kursrückgängen. Wenn ein Markt über Tage, Wochen stark fällt, so sind große Adressen oft gezwungen sich gegen weitere Verluste abzusichern, oder man spekuliert zur Verbesserung der Performance / zum Ausgleich der Verluste auf der Shortseite. Dies wird immer dann gefährlich, wenn das Abschwungszenario am Markt keine neue Nahrung erhält, oder Ereignisse auftreten, die das Bullenlager stärken (wie gerade beschrieben). Dies muss nichts zu tun haben mit einer Verlängerung einer Hausse, sondern ist Teil eines „schmerzhaften“ Weges. Nach drei Rezessionen habe ich lernen müssen, wie schwierig Baisse-Spekulationen sind.

  2. Kritisch

    12. Dezember 2018 13:11 at 13:11

    https://www.msn.com/de-at/nachrichten/politik/wie-trump-sein-eigenes-spiel-verlor/ar-BBQQ7QS?ocid=spartandhp#page=2

    Da wäre ich ja gerne dabei gewesen! Mr. President bestätigt wieder einmal seine Funktion als politisches Enfant terrible. Bin schon neugierig wie die Sache tatsächlich ausgehen wird und wer von beiden Seiten einknickt!

  3. Tobias Maetz

    12. Dezember 2018 13:40 at 13:40

    Wie ist denn dieser Satz genau zu verstehen in Bezug auf die genannte Triggermarke – fängt dort der Schmerz richtig an, sich (wieder) long zu positionieren bzw. ’shorts‘ aufzulösen oder ist das Level von + 26.1% bereits bei dieser Marke im S&P erreicht worden? Frage ggf. an die FMW Redaktion, danke.

    „with SPX likely to see a forced cover and going from ‘-100% short’ to ‘+26.1% long’ at ~ 2666.20 in SPX”.“

    • Markus Fugmann

      12. Dezember 2018 13:51 at 13:51

      @Tobias, gemeint ist denke ich dass einzelne Positionen von 100% short (also ohne dahinter liegende Long-Position, die mit einem Short abgehedget wird) auf long gestellt werden, wobei der short nicht komplett aufgelöst wird beim Stand von 2666 im S&P..das müßte aber dann bei höheren S&P-Ständen komplett passieren..

      • Wolfgang M.

        12. Dezember 2018 16:04 at 16:04

        Markus, ich habe vorgestern einen – ignorierten – Kommentar über die Deutsche Bank geschrieben. Jetzt steigt sie aus heiterem Himmel um 7%. Hast du Infos?

        • Markus Fugmann

          12. Dezember 2018 16:06 at 16:06

          Hi Wolfgang, wie meinst du das ignoriert? Von mir oder anderen?
          Sind wieder Fusionsfantasien, ca. das 70.Mal das so etwas aufkommt, ich glaube nicht so recht an eine Fusion – zwei Krücken ergeben keinen 100-Meter-Weltmeister..

          • Wolfgang M.

            12. Dezember 2018 16:11 at 16:11

            @Markus. Nein, nicht von dir natürlich. Du bist immer außerdem das erste „Opfer“ meiner Kommentare. Ich halte doch auch nichts von einer Fusion, die Verzweiflungstat wird aber kurz pushen.
            Viele Grüße

          • Markus Fugmann

            12. Dezember 2018 16:13 at 16:13

            @Wolfgang, ah, war etwas verwirrt, dachte du hättest was geschrieben und ich hätte es übersehen..
            Ist ein Bericht von Bloomberg (DB/Coba), nach meiner Auffassung eher Spekulation als ernsthafter Bericht..

  4. Altbär

    12. Dezember 2018 15:50 at 15:50

    Wenn die Rallys nur noch von Short-Eindeckungen genährt werden u. kein Anschlusskäufe von echten Käufern folgen ,haben diese Rallys kurze Beine.Hatten wir doch ca. 10 Jahre einen Haussetrend ,wo jeder Dipp gekauft wurde, haben wir jetzt das Gegenteil, wo jede grössere Erholung abverkauft wird.
    Warum sollte es überhaupt jedes Jahr eine Rally geben ? Das Jahr 2018 wird das erste seit 9 Jahren wo viele Anleger Ende Jahr weniger haben als im Vorjahr, also wird es auch weniger zum Anlegen geben.Zudem haben Einige mit Kryptos u.todsicheren Werten wie Apple u.s.w. eine blutige Schnauze geholt u.werden vorsichtiger.Ich wäre auf jeden Fall froh, wenn ich nochmals zu höheren Kursen shorten könnte.Vielleicht bin ich nicht der Einzige.
    Fazit: Jeder schöne Anstieg wird richtig geshortet !

    • Bärbel

      12. Dezember 2018 16:29 at 16:29

      @Altbär. Sie kriegen schon Ihre Gelegenheit zum höheren Shorten. Aber erstens ist Apple im Gegensatz zum Dax seit 1.Januar im Plus und zweitens, was machen Sie, wenn der richtige Einbruch erst im September 2019 kommt. Wollen Sie bis dahin ständig das Bärenlied singen? Geduld!

  5. Altbär

    12. Dezember 2018 17:13 at 17:13

    @Bärbel, Ich singe das Bärenlied schon lange ,u.je höher die Kurse steigen ,desto höher wird meine Stimme.Übrigens sind schon die meisten Märkte in einem Bärenmarkt.Soeben gelesen ,von 64 Länderindices sind nur noch 11 über der 200 Tageslinie.Ein bisher nie bärischer Analyst ist soeben sehr skeptisch geworden, u.sieht bei S&P ca. 2600 eine sehr kritische Marke,darunter könnte er blitzschnell auf 2350 fallen.Übrigens kein Bedauern mit mir, ich bin Short im Nasdaq bei 7600, ( Vor Trump-Niveau = unter 5000 )
    Auch ein zuverlässiger UBS Börsenindikator hat soeben auf Negativ gedreht.Alle die jetzt noch nicht gemerkt haben,dass die Börse keine Einbahnstrasse ist haben keine Ahnung von „ VERKEHR“

    • Bärbel

      12. Dezember 2018 17:23 at 17:23

      Ok Altbär. Verstehe Ihre Argumentation. Bin auch ein bisschen Altbärin, aber ich glaube erst an den Einbruch im neuen Jahr.
      Schönen Abend

  6. Altbär

    12. Dezember 2018 18:15 at 18:15

    @ Bärbel, man kann auch zu lange warten, ich habe auch gemeint ich könnte den DAX noch einmal höher erwischen, u.von den etwa 23% Verlust seit dem Hoch im Januar habe ich nur etwa 300 Pt.mitnehmen können.Die letzte Chance für eine schöne Korrektur bietet sich n.m. Meinung nur noch am US-Markt.Übrigens wäre ich normal im Winterschlaf, ich werde mich künstlich wachhalten, damit ich die künstliche Aktienhausse absaufen sehe.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Indizes

Rüdiger Born: Chance in US-Indizes?

Veröffentlicht

am

Bei den US-Indizes hatten wir ein schönes charttechnisches Bild. Hier könnte ein Trade möglich sein. Mein „Trade des Tages“ entfiel heute auf ein sehr exotisches Währungspaar. Wollen Sie täglich kostenfrei meine Anylsen lesen, dann melden Sie sich bitte an dieser Stelle an.

Werbung

Hier finden Sie die exklusive Facebook Sonderanalyse zum sofortigen Abruf. Absolut gratis! Klicken Sie dazu bitte einfach an dieser Stelle.

weiterlesen

Indizes

Hongkong – Proteste eine Gefahr für Zukunft des Finanzzentrums?

Nicht nur wegen der Proteste in Hongkong scheint China Pläne für eine Ablösung der Stadt als dominantes Finanzzentrum zu haben

Veröffentlicht

am

Hongkong gehört seit dem Abzug der Briten 1997 wieder zu China und hat eigentlich noch bis 2047 als so genannte Sonderverwaltungszone garantierte Sonderrechte. Diese sind durch die schon lange währenden Demonstrationen in Gefahr. China braucht Hongkong wirtschaftlich und umgekehrt. Aber jetzt bahnt sich eine neue Entwicklung an.

 

Hongkong – Bedeutung für Chinas Wirtschaft

Hongkong ist auf China angewiesen und vice versa. Wie amtliche Statistiken ausweisen, steht das Reich der Mitte allein schon durch seine geografische Nähe für die Hälfte von Hongkongs Handel. Zugleich stammen gut ein Viertel aller Auslandsinvestitionen in Hongkong aus China plus das Kapital aus diversen Steueroasen. Auch logistisch ist Hongkong vom Festland abhängig, denn ein Viertel des elektrischen Stroms bezieht man von dort sowie den größten Teil des benötigten Trinkwassers. Etwa 20 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet Hongkong mit Tourismus und Einzelhandel. Dabei kommen 80 Prozent der Touristen aus China, die in Hongkong Luxusgüter einkaufen.

Für chinesische Unternehmen hat Hongkong auch eine enorme Bedeutung. Die riesige Metropole ist ein Brückenkopf zu den globalen Finanzmärkten und Drehscheibe für viele Auslandsinvestitionen, die über die ehemalige britische Kronkolonie getätigt werden. Unbestritten auch die Dominanz der dort ansässigen Börse. Globale Investoren haben über die Börse in Hongkong 2,6 Billionen US-Dollar in chinesische Unternehmensaktien investiert. Chinesische Unternehmen nutzen die Stadt, um ausländisches Kapital einzusammeln. Dies ist aber nicht in Stein gemeißelt, wie wir gleich sehen werden.

 

Hongkong kämpft gegen die Rezession

 

Tourismus und Finanzindustrie sind wichtige Größen für das Bruttoinlandsprodukt Hongkongs. Die andauernden Proteste hinterlassen aber mehr und mehr Spuren in der Konjunktur. Allein die Schließung des Hongkonger Flughafens dürfte zu einem Ausfall von fast 14 Tausend Tonnen Fracht im Wert von rund 1,2 Milliarden US-Dollar geführt haben, wie ortsansässige Fondsmanager verlautbarten. Damit verbunden auch zurückgehende Besucherzahlen, schwächere Einzelhandelsumsätze und geringere Hotelbuchungen.

Hongkongs Regierung hat deshalb ein Konjunkturpaket im Wert von rund 19 Milliarden Hongkong-Dollar (circa 2,3 Milliarden Euro) angekündigt, was aber nicht besonders groß erscheint, wenn man Hongkongs BIP in Höhe von 330 Milliarden Euro in Relation dazu stellt.

Dessen Wirtschaft schwächelt bereits seit Monaten. Im zweiten Quartal des Jahres musste schon ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent vermeldet werden. Im laufenden Quartal dürfte es nicht besser laufen, sodass eine technische Rezession zu erwarten ist. 2018 war das Bruttoinlandsprodukt noch um drei Prozent gewachsen.

 

Chinas Zukunftspläne – Shenzen, die neue Finanzmetropole?

Auch wenn sich die Regierung in Peking dem Druck der Demonstrationen in Hongkong nicht beugen wird, so scheint man bereits Pläne für eine Ablösung der Stadt als dominantes Finanzzentrum zu haben.

Hongkongs Rolle als Finanzplatz könnte an Bedeutung verlieren.

Darauf deutet ein am Sonntag veröffentlichter Plan Pekings hin, in dem eine weitere Öffnung der Wirtschaft von Shenzhen bekanntgegeben wurde – eine riesige Stadt unweit zur Grenze von Hongkong. Die Stadt solle bis 2025 „eine der führenden Städte der Welt im Hinblick auf wirtschaftliche Stärke und die Qualität der Entwicklung“ werden und bis zur Mitte des Jahrhunderts eine der Top-Metropolen der Welt.

Chinesische Medien sprachen davon, dass Shenzhen besser werden solle als Hongkong und es die einzige Chance für das abtrünnige Hongkong sei, sich vollständig in China zu integrieren. Auch wenn dieses als Drohkulisse zu verstehen ist, als Warnung an die einstige britische Kolonie, den erworbenen Wohlstand nicht zu riskieren, scheint sich hier eine weitere Entwicklung in Gang zu setzen.

 

Fazit

Es wird aus vielen Aktionen deutlich. China möchte sich als Weltmacht etablieren, praktisch in einer neuen bipolaren Welt in Konkurrenz zum Westen auf technologischen und militärischen Gebieten. Gewissermaßen der „Nukleus“ für den laufenden und noch lange währenden Handelsstreit zwischen den USA und China. Seien es die Entwicklungen um Huawei und Co oder jetzt in Hongkong, man scheint auf eine Art Ost-West-Aufteilung neuer Prägung zuzusteuern. Mittendrin Deutschland, welches als Exportnation große Wirtschaftsbeziehungen sowohl mit den USA als auch mit China unterhält. Ob dies in Zukunft ohne Friktionen weiter möglich sein wird?

 

Hongkong war bislang der Hub für China zu den globalen Finanzmärkten

weiterlesen

Indizes

Crack-Up-Boom und die Zentralbanken

Das Geldschöpfungsprivileg erlaubt den Zentralbanken die Inflation nach Belieben zu erhöhen – und das dürfte noch einmal einen Crack-Up-Boom auslösen

Veröffentlicht

am

Das Geldschöpfungsprivileg erlaubt den Zentralbanken die Inflation nach Belieben zu erhöhen – und das dürfte noch einmal einen Crack-Up-Boom auslösen!

 

Eine Frage des politischen Willens, nicht nur der Zentralbanken

In jüngster Zeit wird kontrovers über die Möglichkeiten der Zentralbanken diskutiert, die globale Wirtschaft in Gang zu halten und eine deflationäre Abwärtsspirale á la Japan in Folge der hohen Schulden auf globaler Ebene zu verhindern. Für mich persönlich ist die Potenz der Zentralbanken klar: sie können, wenn sie wollen.
Es ist nur eine politische Frage, wann und in welchem Umfang ein sogenannter Crack-up-Boom in der Wirtschaft von den Zentralbanken erzeugt und die Inflation angeheizt wird. Das Timing in dieser Frage ist direkt gekoppelt an den Eintritt einer das System destabilisierenden Weltrezession.

Diese Situation war in Japan seit dem Platzen der dortigen Immobilienblase Ende der Achtzigerjahre nie gegeben. Japan ist nach den USA und China die drittgrößte Volkswirtschaft mit starkem Fokus auf den Export. Die Staatsverschuldung liegt zwar bei 238 Prozent des BIP, davon sind aber nur 50 Prozent gemessen am BIP Auslandsschulden. Die nationale Bruttoersparnis liegt bei 25 Prozent und mit mehr als 1,3 Billionen US$ verfügt das Land über die zweitgrößten Devisenreserven der Welt (nach China und vor der Schweiz).

 

Trotz inverser Alterspyramide und Fachkräftemangel hat Japan stets vom Wachstum der Weltwirtschaft profitiert. Jetzt jedoch haben wir es mit einer Schuldenkrise historischen Ausmaßes auf globaler Ebene zu tun. Die letzte Wachstumslokomotive USA ist gerade dabei, ihre letzten schuldenfinanzierten Kohlen zu verbrennen. Eine Situation, die die Zentralbanken zwingt, auch ihr ultimatives Waffenarsenal einzusetzen.

Die Ultimative Bazooka der Zentralbanken: der Crack-up-Boom

Die ultimative Bazooka ist dabei der sinnbildliche Abwurf von Gratisgeld mit den Helikoptern der Zentralbanken. Eine weitere Option ist das sogenannte Schwundgeld, das das Sparen verunmöglicht und die Geldumlaufgeschwindigkeit massiv erhöht (siehe dazu meinen Artikel von gestern: „Negativzinsen – Schwundgeld für Überschuldete“). Unter der Prämisse, dass reale Zinssteigerungen wegen der globalen Überschuldung nicht mehr möglich sind, ist die Kombination dieser beiden genannten Maßnahmen die nukleare Option der Zentralbanken zur Überwindung des Japansyndroms.

 

Der Crack-Up-Boom

Wie nahe wir uns an einem solchen Szenario befinden, bei dem die Weltwirtschaft einen künstlichen Mega-Push erhält, zeigen die jüngsten Aussagen von Mario Draghi: Am 20. August zitierte die Financial Times aktuelle Überlegungen des amtierenden EZB-Präsidenten, den Wirtschaftssubjekten ohne Umweg über die Banken direkt frischgedrucktes (digitales) Geld in die sprichwörtliche Hand zu geben – für Konsum und Investitionen.
Das bisherige Zögern solche Maßnahmen in die Tat umzusetzen, ist dabei kein Ausdruck mangelnder Potenz der Zentralbanken, sondern deren Wissen um die Nebenwirkungen.

Übersetzt bedeutet Crack-Up-Boom nämlich sinngemäß Katastrophen-Aufschwung. Dieser rein künstliche Zyklus entfaltet in seinem Verlauf neben einer wirtschaftlichen Scheinblüte mit hohen nominellen Wachstumsraten und explodierenden Vermögenspreisen eben auch eine enorme zerstörerische Wirkung auf die Geldwertstabilität. Der Crack-Up-Boom stellt unweigerlich die Endphase eines übergeordneten Wirtschaftszyklus in einem Fiatgeld-System dar.

Wenn der politische Druck groß genug wird, schrecken die verantwortlichen „Währungshüter“ auch vor dieser nuklearen Option nicht zurück.

 

Empirische Belege für den Crack-up-Boom gibt es genug

Empirische Belege für diese politische Kausalität gibt es in der Geschichte des Geldes reichlich: von Weimar über Simbabwe, Venezuela und Argentinien bis hin zur jüngst erfolgten Entmündigung der Zentralbank in der Türkei. Ausnahmslos wurde dabei von Zentralbanken auf politischen Druck hin, gewollt oder ungewollt, der Geldwert massiv herabgesetzt.

Nochmals: dass es bislang zum Beispiel in Japan und Europa disinflationäre Tendenzen mit wirtschaftlicher Stagnation gibt, liegt nur an der Zurückhaltung der Zentralbanken in Bezug auf ihr atomares Waffenarsenal. Man könnte sagen, dass bis jetzt noch auf ein sensibles Gleichgewicht zwischen Aufrechterhaltung der Schuldentragfähigkeit von Banken, Unternehmen, Staaten und Verbrauchern auf der einen Seite sowie der Inflation auf der anderen Seite Rücksicht genommen wurde.

Die Hauptüberlegung für diese Rücksicht war dabei immer, das Vertrauen in das ungedeckte Geldsystem und die Reputation der „Währungshüter“ nicht unnötig zu zerstören. Doch wie sagte der Dichter Wilhelm Busch so schön: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Mario Draghi und seine Nachfolgerin Christine Lagarde (eine Befürworterin des Schwundgeldes) scheinen genau an diesem Punkt angekommen zu sein.

 

Fazit: Die Zentralbanken und der absehbare Crack-Up-Boom

Noch haben die Zentralbanken gar nicht angefangen, ihre schärfsten Waffen einzusetzen – aus Angst vor den Folgen. Bislang wurden nur Löcher bei de facto bankrotten Banken und Regierungen gestopft und die Weltwirtschaft halbwegs stabilisiert. Von einem Crack-Up-Boom ist in der Realwirtschaft noch nichts zu spüren (mit Ausnahme der Vermögenspreise). Die Betonung liegt auf „noch“ und der Druck im Kessel steigt.

 

Die Zentralbanken sind auf dem Weg, einen Crack-up-Boom zu erzeugen

Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

weiterlesen
Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen