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Wall Street: Kommt eine massive Rally wegen Schieflagen von Hedgefonds und CTAs?

Über die mögliche Jahresendrally aufgrund falscher Positionierungen – der Weg des größten Schmerzes!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Was derzeit an den Aktienmärkten, vor allem an der Wall Street abläuft, ist krass! Gestern der Dow Jones zunächst mit einem Anstieg von 400 Punkten, dann ein Abverkauf von 600 Punkten, dann wieder 350 Punkte hoch, dann 200 wieder runter. Eine Achterbahn wirkt dagegen wie ein gemächlicher Spaziergang!

Also braucht es Orientierung und Erklärung – und wenn derzeit jemand gute Erklärungen abgeben kann, dass ist es Charlie McElligot, der für die japanische Großbank Nomura arbeitet. Er beobachtet vor allem die Positionierungen von Hedgefonds und amerikanischen Vermögensverwaltern (CTAs, Commodity Trading Advisor). Anhand der Positionierungen hatte Charlie McElligot den heftigen Downmove an der Wall Street vorhergesagt – und damit voll ins Schwarze getroffen.

Nun aber sagt Charlie McElligot (zitiert nach: „The Heisenberg Report“) seit Montag: wir dürften nach dem Abverkauf eine heftige Bärenmarkt-Rally sehen, weil Hedgefunds und CTAs nun stark short positioniert sind:

“As we currently stand, the risk of forcing an Equities cover from Systematic CTAs, which per our QIS model had just turned ‘Max Short’ across majority of global Equities futures, is high, with SPX likely to see a forced cover and going from ‘-100% short’ to ‘+26.1% long’ at ~ 2666.20 in SPX”.

Und Charlie McElligot weiter:

“The macro catalysts I presented yesterday for US Equities upside remain, while the tactical positioning dynamics are now even more acute (…) fundamental funds have been in ‘net-down’ mode by selling longs and ‘grossing-up’ shorts in single name / ETF and index futures in turn, creating the kindling for a massive short-squeeze over the next month via both this implicit- and explicit negative gamma.”

Im Klartext: Hedgefunds und CTAs waren massiv long und mußten dann ihre Long-Positionen aufgrund des Abverkaufs an der Wall Street nicht nur verkaufen, sondern drehten diese Positionen dann auf short, teilweise auch als Hedge für noch beibehaltene Long-Positionen.

“The largest near-term catalyst for a crushing Equities move higher remains fund positioning, which is creating an enhanced-risk of positioning squeeze, as it builds fodder for a violent bear-market rally which nobody owns”.

Bekanntlich gehen die Märkte gerne den Weg des größten Schmerzes – und Charlie McElligot zeigt auf, dass der Weg des größten Schmerzes nun ein starker Anstieg wäre, der die Positionen vieler Player erneut unter Druck bringen würde, nachdem sie schon zuvor mit ihren Long-Positionen Verluste erlitten hatten.

Das ist also keine Rally mit fundamentaler Substanz, sondern, wie McElligot eben auch klar macht, eine Bärenmarkt-Rally – also nicht von langer Dauer. Je höher nun die US-Märkte steigen, umso größer wird der Schmerze der falsch Positionierten. Diese Jahresendrally ist – wenn sie denn kommt – also anders als in den letzten Jahren: sie ist eine Rally mit maximalen Schmerzen!


By Christopher Batt – Flickr, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1408267

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang M.

    12. Dezember 2018 13:08 at 13:08

    An ein derartiges Szenario denke ich schon seit Tagen, denn es ist typisch bei starken Kursrückgängen. Wenn ein Markt über Tage, Wochen stark fällt, so sind große Adressen oft gezwungen sich gegen weitere Verluste abzusichern, oder man spekuliert zur Verbesserung der Performance / zum Ausgleich der Verluste auf der Shortseite. Dies wird immer dann gefährlich, wenn das Abschwungszenario am Markt keine neue Nahrung erhält, oder Ereignisse auftreten, die das Bullenlager stärken (wie gerade beschrieben). Dies muss nichts zu tun haben mit einer Verlängerung einer Hausse, sondern ist Teil eines „schmerzhaften“ Weges. Nach drei Rezessionen habe ich lernen müssen, wie schwierig Baisse-Spekulationen sind.

  2. Avatar

    Kritisch

    12. Dezember 2018 13:11 at 13:11

    https://www.msn.com/de-at/nachrichten/politik/wie-trump-sein-eigenes-spiel-verlor/ar-BBQQ7QS?ocid=spartandhp#page=2

    Da wäre ich ja gerne dabei gewesen! Mr. President bestätigt wieder einmal seine Funktion als politisches Enfant terrible. Bin schon neugierig wie die Sache tatsächlich ausgehen wird und wer von beiden Seiten einknickt!

  3. Avatar

    Tobias Maetz

    12. Dezember 2018 13:40 at 13:40

    Wie ist denn dieser Satz genau zu verstehen in Bezug auf die genannte Triggermarke – fängt dort der Schmerz richtig an, sich (wieder) long zu positionieren bzw. ’shorts‘ aufzulösen oder ist das Level von + 26.1% bereits bei dieser Marke im S&P erreicht worden? Frage ggf. an die FMW Redaktion, danke.

    „with SPX likely to see a forced cover and going from ‘-100% short’ to ‘+26.1% long’ at ~ 2666.20 in SPX”.“

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      12. Dezember 2018 13:51 at 13:51

      @Tobias, gemeint ist denke ich dass einzelne Positionen von 100% short (also ohne dahinter liegende Long-Position, die mit einem Short abgehedget wird) auf long gestellt werden, wobei der short nicht komplett aufgelöst wird beim Stand von 2666 im S&P..das müßte aber dann bei höheren S&P-Ständen komplett passieren..

      • Avatar

        Wolfgang M.

        12. Dezember 2018 16:04 at 16:04

        Markus, ich habe vorgestern einen – ignorierten – Kommentar über die Deutsche Bank geschrieben. Jetzt steigt sie aus heiterem Himmel um 7%. Hast du Infos?

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          12. Dezember 2018 16:06 at 16:06

          Hi Wolfgang, wie meinst du das ignoriert? Von mir oder anderen?
          Sind wieder Fusionsfantasien, ca. das 70.Mal das so etwas aufkommt, ich glaube nicht so recht an eine Fusion – zwei Krücken ergeben keinen 100-Meter-Weltmeister..

          • Avatar

            Wolfgang M.

            12. Dezember 2018 16:11 at 16:11

            @Markus. Nein, nicht von dir natürlich. Du bist immer außerdem das erste „Opfer“ meiner Kommentare. Ich halte doch auch nichts von einer Fusion, die Verzweiflungstat wird aber kurz pushen.
            Viele Grüße

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            12. Dezember 2018 16:13 at 16:13

            @Wolfgang, ah, war etwas verwirrt, dachte du hättest was geschrieben und ich hätte es übersehen..
            Ist ein Bericht von Bloomberg (DB/Coba), nach meiner Auffassung eher Spekulation als ernsthafter Bericht..

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    Altbär

    12. Dezember 2018 15:50 at 15:50

    Wenn die Rallys nur noch von Short-Eindeckungen genährt werden u. kein Anschlusskäufe von echten Käufern folgen ,haben diese Rallys kurze Beine.Hatten wir doch ca. 10 Jahre einen Haussetrend ,wo jeder Dipp gekauft wurde, haben wir jetzt das Gegenteil, wo jede grössere Erholung abverkauft wird.
    Warum sollte es überhaupt jedes Jahr eine Rally geben ? Das Jahr 2018 wird das erste seit 9 Jahren wo viele Anleger Ende Jahr weniger haben als im Vorjahr, also wird es auch weniger zum Anlegen geben.Zudem haben Einige mit Kryptos u.todsicheren Werten wie Apple u.s.w. eine blutige Schnauze geholt u.werden vorsichtiger.Ich wäre auf jeden Fall froh, wenn ich nochmals zu höheren Kursen shorten könnte.Vielleicht bin ich nicht der Einzige.
    Fazit: Jeder schöne Anstieg wird richtig geshortet !

    • Avatar

      Bärbel

      12. Dezember 2018 16:29 at 16:29

      @Altbär. Sie kriegen schon Ihre Gelegenheit zum höheren Shorten. Aber erstens ist Apple im Gegensatz zum Dax seit 1.Januar im Plus und zweitens, was machen Sie, wenn der richtige Einbruch erst im September 2019 kommt. Wollen Sie bis dahin ständig das Bärenlied singen? Geduld!

  5. Avatar

    Altbär

    12. Dezember 2018 17:13 at 17:13

    @Bärbel, Ich singe das Bärenlied schon lange ,u.je höher die Kurse steigen ,desto höher wird meine Stimme.Übrigens sind schon die meisten Märkte in einem Bärenmarkt.Soeben gelesen ,von 64 Länderindices sind nur noch 11 über der 200 Tageslinie.Ein bisher nie bärischer Analyst ist soeben sehr skeptisch geworden, u.sieht bei S&P ca. 2600 eine sehr kritische Marke,darunter könnte er blitzschnell auf 2350 fallen.Übrigens kein Bedauern mit mir, ich bin Short im Nasdaq bei 7600, ( Vor Trump-Niveau = unter 5000 )
    Auch ein zuverlässiger UBS Börsenindikator hat soeben auf Negativ gedreht.Alle die jetzt noch nicht gemerkt haben,dass die Börse keine Einbahnstrasse ist haben keine Ahnung von „ VERKEHR“

    • Avatar

      Bärbel

      12. Dezember 2018 17:23 at 17:23

      Ok Altbär. Verstehe Ihre Argumentation. Bin auch ein bisschen Altbärin, aber ich glaube erst an den Einbruch im neuen Jahr.
      Schönen Abend

  6. Avatar

    Altbär

    12. Dezember 2018 18:15 at 18:15

    @ Bärbel, man kann auch zu lange warten, ich habe auch gemeint ich könnte den DAX noch einmal höher erwischen, u.von den etwa 23% Verlust seit dem Hoch im Januar habe ich nur etwa 300 Pt.mitnehmen können.Die letzte Chance für eine schöne Korrektur bietet sich n.m. Meinung nur noch am US-Markt.Übrigens wäre ich normal im Winterschlaf, ich werde mich künstlich wachhalten, damit ich die künstliche Aktienhausse absaufen sehe.

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Aktien

Dax-Wochenausblick: Test der 1.000 Punkte Range – folgt bald der Ausbruch?

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Im folgenden Video bespricht Marius Schweitz von Projekt30 die abgelaufene Woche im Dax und gibt einen ausführlichen Ausblick auf die kommende Handelswoche. Dabei geht er konkret auf die übergeordnet Seitwärtsrange ein und zeigt mögliche Szenarien auf, wie sich die ausgebildete 1.000 Punkte Range auflösen könnte. Im deutschen Leitindex haben sich sehr spannende Chart-Formationen herauskristallisiert, die auf eine große Bewegung hindeuten. In dem Video sehen Sie aber nicht nur einen Dax-Ausblick, sondern auch noch weitere Einschätzungen zum Dow Jones, Bitcoin, Gold, Euro, Softbank und Deutsche Bank.

Die Setiwärtsrange im Dax von Juli bis Oktober

Im März startete die rasante Corona-Rally, die viele Anleger als die „meistgehasste Rally aller Zeiten“ betiteln, aber seit ein paar Monaten ist sie ins Stocken geraten. Zwischen März und Juli kannte der deutsche Leitindex im Grunde nur eine Richtung – nämlich gen Norden. Im Juli hat der Anstieg aber erstmals ein abruptes Ende gefunden, nachdem der Dax das Hoch bei 13.315 Punkten erzielt hatte. Seitdem konnte er diesen Bereich nur zweimal wieder erreichen. Zum einen am 03.09. mit dem Hoch bei 13.460 und schließlich noch einmal am 14.09. bei 13.339.

Demgegenüber stehen zusammen mit dem Tief vom letzten Donnerstag drei Marken, die die Unterkante der Range bilden. Die drei Punkte setzen sich aus dem August-Tief (03.08.) bei 12.365, dem September-Tief (25.09.) bei 12.341 und schließlich dem Oktober-Tief (22.10.) bei 12.345 zusammen. Aus diesen drei Marken hat sich ein starker Unterstützungsbereich gebildet. Als zusätzliche Unterstützung kann man noch das Tief von Anfang Juli bei 12.254 hinzuzählen. Ein Bruch der Range-Unterkante dürfte folglich einem kräftigen Impuls auf der Unterseite auslösen. Erfahrungsgemäß wird die gleiche Höhe der Range in die entsprechende Richtung abgearbeitet. Angenommen, dass der Ausbruch im Dax auf der Oberseite gelingt, dann ergibt sich daraus ein Ziel bei 14.340 Punkten. Dementgegen liegt das Ziel bei einem Ausbruch auf der Unterseite bei 11.340 Punkten.

Dax-Wochen-Ausblick KW44 - 1.000 Punkte Seitwärtsrange von Juli bis Oktober

Aktuelle Chart-Fomationen im Dax

Auf verschiedenen Zeitebenen haben sich im Dax interessante Chart-Formationen entwickelt. Zum einen hat sich im 10-Minuten-Chart ein Descending Broadening Wedge (DBW) ausgebildet, das eine bullische Formation darstellt. Im Stundenchart ist zudem ein großes DBW-Wedge aktiv, das bei einer Auflösung hohe Ziele auf der Oberseite ermöglicht. Auf der bärischen Seite sehen wir außerdem noch eine aktive Wolfe Wave (Keil), die den bärischen Trigger bei 12.341 auslösen könnte. Dadurch würden sich Kurse unter der 12.000 Punkte-Marke ergeben. Auf Tagesbasis hat sich zwischen Juli und Oktober zusätzlich eine SKS gebildet. Sowohl die genannten Formationen, als auch die wichtigen charttechnischen Marken für die kommende Woche werden ausführlich und für jeden verständlich im Video erläutert.

Fazit

Der Dax steht vor einer ausschlaggebenden Richtungsentscheidung, diese kann eine Bewegung von mehr als 1.000 Punkten einleiten. In dem Video-Ausblick wird ausführlich auf die möglichen Szenarien eingegangen. Insbesondere die von Marius Schweitz herausgearbeiteten Chart-Formationen sind sehr sehenswert und zeigen die Möglichkeiten auf, wie es im Dax in der nächsten Woche und darüber hinaus weitergehen kann. Zudem erscheint für alle Leser und Leserinnen von Finanzmarktwelt ab Montag wie gewohnt der DAX daily. Viel Spaß beim schauen des Videos.

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US-Wahl: Noch drei Monate Unsicherheit – Wall Street hat Trump abgehakt

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Nur etwas mehr als eine Woche dauert es bis zur US-Wahl, aber fast 90 Tage sind es noch, bis in den USA die Amtseinführung des neuen bzw. alten Präsidenten stattfindet. Bis dahin sind große Würfe im US-Kongress in Sachen Wirtschaftshilfen unwahrscheinlich. Können die Aktienmärkte ihren Optimismus auch gegen die ungewöhnliche Vielfalt an Unsicherheiten aufrechterhalten und ihre Kursniveaus verteidigen – oder droht ein neuer Crash?

US-Wahl der Extreme

Die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 finden in einer Zeit statt, in der die Finanzmärkte mit außergewöhnlichen Unsicherheiten konfrontiert sind. Diese begannen schon vor gut einem Jahr mit der Beinahe-Implosion des US-Repo-Marktes. Damals konnte nur durch Notfallmaßnahmen der US-Geldpolitik in Form von Interventionen am Geldmarkt und durch die zur Verfügung Stellung von internationalen US-Dollar-SWAP-Linien ein Kollaps des Bankensystems verhindert werden.

Ohne die anhaltende und im Zuge der Pandemie sogar noch drastisch ausgeweitete Notfallpolitik der US-Notenbank Fed wäre der Stress am Markt für US-Repo-Geschäfte wohl auch ein Thema bei der US-Wahl gewesen. Schließlich war es auch die hohe Neuverschuldung durch das US-Finanzministerium die zu der Liquiditätsaustrocknung am Markt für kurzlaufende US-Staatsanleihen führte. Dabei lautete eines der spektakulärsten Wahlversprechen von Donald J. Trump gegenüber The Washington Post im April 2016 die damals 19,3 Billionen US-Dollar hohen Bundesschulden im Falle seiner Wahl innerhalb von nur acht Jahren komplett zu tilgen. Auch ohne die Kosten der Corona-Pandemie war das utopisch und nichts weiter als billige Wahlkampfpropaganda. Die Schuldenuhr zeigt gemäß US-Finanzministerium zum 22. Oktober 2020 übrigens einen Stand von 27,1 Billionen US-Dollar an (Public Total Debt). Ein Anstieg um 7,3 Billionen US-Dollar bzw. 36 Prozent seit dem Amtsantritt von Präsident Trump im Januar 2017.

Weitere Unsicherheitsfaktoren für die zukünftige Wirtschafts- und Gewinnentwicklung in den USA sind neben der wieder stark an Dynamik gewinnenden Corona-Pandemie die Zerschlagungsbestrebungen von „Big Tech“, die nach wie vor prekäre Lage am US-Arbeitsmarkt mit über 30 Millionen Transferleistungsempfängern sowie saisonbereinigt rund 12,6 Millionen Arbeitslosen im September 2020.

Fast unbemerkt von den Devisenmärkten hat sich kurz vor der US-Wahl das Handelsbilanzdefizit der USA mit 67,1 Mrd. US-Dollar im August 2020 auf das höchste Niveau seit der Lehman-Krise im Jahr 2008 aufgebläht. Der Handelskrieg, nicht nur mit China, konnte diese Entwicklung nicht verhindern. Nach wie vor sind die USA in der Gesamtbetrachtung nicht in der Lage, in vielen Sektoren international wettbewerbsfähig zu sein (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Die Herausforderungen, mit denen die USA in Friedenszeiten während dieser US-Wahl konfrontiert werden, sind einmalig. Dies gilt auch für den Amtsinhaber Donald J. Trump, der in vielen seiner Handlungen und Worte sehr unkonventionell und extrem anmutet. Man kann nur spekulieren, wie ein Präsident oder eine Präsidentin anderen Charakters eine solche Gemengelage meistern würde.

Der heimliche Präsident tritt bei der US-Wahl gar nicht an

In Kombination mit dem US-Staatsdefizit in Höhe von ca. 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ergibt sich mit dem Defizit im Außenhandel ein fatales Bild für die größte Volkswirtschaft der Welt. Das Mantra des stärksten und mächtigsten Landes der Welt ist nur noch eine hohle Phrase, basierend auf der Androhung von Waffengewalt und extraterritorialen Repressalien. Ob die Welt ohne diesen Status besser dastünde, ist seriös nicht prognostizierbar und auch nicht, wie lange diese Epoche der US-Dominanz noch währt.

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet aber weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed, die beliebig viele Dollars zum Ausgleich des Zwillingsdefizits und zur Aufrechterhaltung der US-Wirtschaft erzeugen kann. Natürlich auch, um die Party im Börsensaal auf der Titanic in Schwung zu halten. Dem heimlichen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Jerome Hayden „Jay“ Powell und seinem Offenmarkt-Komitee sei Dank.

Die Bilanzsumme der US-Notenbank (Fed) hat nun kurz vor der US-Wahl mit einem Gesamtvolumen von 7,18 Billionen US-Dollar das absolut und in Relation zum jährlichen BIP höchste Niveau aller Zeiten erreicht. Dabei kann man den geldpolitischen Akteuren keine Parteinahme für den ein oder anderen Kandidaten im US-Wahlkampf unterstellen. Die Intention der anhaltenden Geldflutung des Finanzsystems ist schlicht und einfach, dessen Existenz weiterhin sicherzustellen. Gegen diese Zwangslage wird auch in Zukunft keiner der zur Wahl stehenden Kandidaten Politik betreiben können. Damit manifestiert sich die Rolle der zum Teil in privater Hand befindlichen Fed als Staat im Staate weiter und die Demokratie US-amerikanischer Prägung wird trotz Wahl endgültig zur Illusion.

Die Wallstreet hat Trump schon abgehakt

Die Finanzmärkte haben diesen Zusammenhang längst hergestellt, was auch erklärt, warum sich die Vermögenspreise trotz der Vielfalt extremer Unsicherheiten, inkl. dem Ausgang der US-Wahl, in luftigen Höhen bewegen. Besonders deutlich wird dies an der positiven Korrelation zwischen steigenden Umfragewerten für den Herausforderer Joseph Biden und der Zuversicht auf ein noch größeres, von der Fed finanziertes Stimulusprogramm. Für diese Aussicht ignoriert man sogar mögliche Steuererhöhungen für Einkommensmillionäre und Unternehmen im Falle eines Sieges der Demokraten bei der US-Wahl.

Aus Sicht vieler tief religiöser Trump-Wähler stellt sich ohnehin die Frage, warum man den exzentrischen Präsidenten nochmals wählen sollte? Schließlich hat er mit der Neubesetzung des obersten Gerichts und der größten Steuerreform der letzten 35 Jahre schon sehr viel erreicht. Wie viel mehr könnte er in einer zweiten Amtsperiode noch erreichen, was sein exzentrisches und volatiles Verhalten aus Sicht evangelikaler und katholischerer Wähler entschuldigt?

Die Zeitlücke nach der US-Wahl

Lediglich die zeitliche Verzögerung zwischen dem Wahltermin am 3. November und der Amtseinführung am 20. Januar könnte bei dieser US-Wahl ein besonderes Risiko darstellen. Die Zahlungen aus den Corona-Hilfspaketen gehen bereits seit August deutlich zurück, die zweite Welle der Pandemie schließt in den USA mit neuen Rekordansteckungen nahtlos an die erste Welle an. Wie lange wird es dauern, bis sich dies in der Konsumentenstimmung sowie den Konjunktur- und Unternehmenszahlen niederschlagen wird?

Ein nochmaliger Corona-Crash als erneute Einstiegsopportunität?

Im wahrscheinlichsten Fall wäre ein nochmaliger Rückschlag bei den Vermögenspreisen eine ebenso lohnenswerte Einstiegsmöglichkeit wie bereits während des Lockdown-Crashs im März dieses Jahres.

Man sollte also trotz aller Risiken nicht zu viele Chips vom Tisch nehmen, auch wenn die Gemengelage zur Vorsicht mahnt. Doch Fakt bleibt: Auf die Fed ist Verlass und deren Pulverkammern, bestehend aus ungedecktem digitalem FIAT-Geld, sind unlimitiert und können unabhängig von finanzpolitischen Entscheidungen des Kongresses die Unternehmen, die Verbraucher und die Finanzmärkte stützen.

Fazit und Ausblick

Mag man zu den US-Präsidentschaftskandidaten stehen, wie man will, für die Finanzmärkte spielt die Musik schon lange nicht mehr in der Pennsylvania Avenue 1600 in Washington (Weißes Haus), sondern Ecke Constitution Ave NW und 20th St. NW (Board of Governors of the Fed).
Besonders bei dieser US-Wahl spielen für Anleger starke Nerven und das Aushalten hoher Volatilität eine große Rolle. Ebenso wie ein gesunder Opportunismus. Dabei ist es für den Anlageerfolg unerheblich, welchen Kandidaten man persönlich präferiert oder ob man an dieses oder jenes glaubt oder nicht glaubt. Entscheidend ist das Verständnis für den Zusammenhang zwischen digitaler Notenpresse und Vermögenspreisen. Diese Konstante wird uns mit weiter zunehmender Bedeutung noch eine Weile erhalten bleiben.

Die US-Wahl bringt zunächst Unsicherheit, aber entscheidend für die Aktienmärkte ist die Fed

 

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Finanznews

US-Wahl: Wer liegt falsch? Marktgeflüster (Video)

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Wer hat Recht – und wer liegt daneben? Eine Analyse der Lage

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Das sind die Anleihemärkte, die mit steigenden Renditen von einem klaren Sieg von Joe Biden und den US-Demokraten ausgehen und daher mit einem großen Stimulus rechnen. Die Aktienmärkte dagegen scheinen noch unentschlossen und fokussieren sich auf das kurzfristige Geschehen, ergo die Hoffnung auf einen Stimulus noch vor der US-Wahl. Anders aber sieht es der Devisenmarkt: der US-Dollar bleibt robust, große Player haben ihre Wetten auf einen fallenden Dollar aufgelöst. Wenn aber der Dollar nicht schwächer wird heißt das, dass es den von den Anleihemärkten prognostizierten klaren Sieg der US-demokraten bei der US-Wahl nicht geben wird. Haben also die Devisenmärkte recht – oder doch die Anleihemärkte?

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