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Warum der nächste Crash richtig schlimm wird – einfach erklärt in zwei Minuten

Nicht schon wieder ein Artikel über den bevorstehenden großen Crash am Aktienmarkt? Der Markt steigt doch, und steigt, und steigt. Und warum auch nicht. Es gibt Sprichwörter wie “the trend is your friend” und…

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FMW-Redaktion

Nicht schon wieder ein Artikel über den bevorstehenden großen Crash am Aktienmarkt? Der Markt steigt doch, und steigt, und steigt. Und warum auch nicht. Es gibt Sprichwörter wie “the trend is your friend” und vieles mehr. Wenn die gierige Herde immer weiter kauft, ist man gerne dabei und macht auch gerne einfache Gewinne. Aber einer der klügsten Investment-Köpfe der Welt Jim Rogers warnt erneut in einer kurzen aber sehr einfachen Erklärung vor dem nächsten Absturz. Der werde nämlich extrem schlimm sein.

Schauen Sie sich bitte das folgende Video an. Auch Rogers weiß nicht, wann der große Crash kommt, wie denn auch? Er spricht das große grundsätzliche Problem an, dass die Finanzkrise 2008 durch zu viel Schulden ausgelöst wurde. Heute sei die Überschuldung noch viel höher. Er spricht auch das Versprechen von Fed-Chefin Janet Yellen an, dass es nicht nochmal eine Finanzkrise geben werde.

Nun, bis jetzt haben die Notenbanken einen erneuten Bärenmarkt ja mit gedruckten Geld erstickt. Vielleicht ist die Verabreichung von Antibiotika ein gutes Beispiel? Die sind auch eine super Sache, bis die Krankheitserreger eines Tages resistent gegen alle verfügbaren Antibiotika sind. Rogers spricht die Tatsache an, dass es immer wieder Bärenmärkte gibt. Und der nächste Bärenmarkt werde der schlimmste sein, den man zu Lebzeiten erfahren werde.

Rogers spricht es nochmal klipp und klar an. Alle Staaten hätten seit 2008 darüber geredet ihre Schulden zu reduzieren, dabei hätten seitdem alle ihre Schulden dramatisch ausgeweitet. Der nächste Absturz werde sehr sehr schimm werden. Inhaltlich ist seine klare Analyse nachvollziehbar, und kann auch so unterschrieben werden. Nur es bleibt eben nervig: Auch Rogers kann nicht sagen, wie lange die aktuelle Party noch anhalten wird, beziehungsweise wann der Crash denn endlich kommt.


Jim Rogers. Foto: FDV / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

25 Kommentare

25 Comments

  1. Avatar

    PK

    2. Oktober 2017 10:58 at 10:58

    Rogers sagte letztes Jahr für 2016 eine “100% Wahrscheinlichkeit” für eine Recession in den USA voraus:
    https://www.bloomberg.com/news/articles/2016-03-04/jim-rogers-there-s-a-100-probability-of-a-u-s-recession-within-a-year
    Aber noch lustiger wirds, wenn man sich mal hier die Auflistung seiner gesammelten Fehlprognosen anschaut:
    https://thehustle.co/jim-rogers-recession
    Er sagt also seit 2012 JEDES JAHR eine Rezession und fallende Märkte für das jeweils folgende Jahr vorher.
    Dabei scheint er jedes Jahr noch grantiger darüber zu werden, daß sich alles exakt gegenteilig zu seinen bisherigen Meinungen entwickelt und deshalb werden seine Prognosen dann jedesmal noch apokalyptischer.
    Das gibts wirklich nur an der Börse, daß man Leuten die mit 100% Trefferquote falsch liegen trotzdem zuhört.

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      Columbo

      2. Oktober 2017 12:48 at 12:48

      Die Frage ist halt, ob er sich nur im Timing irrt. Beachten muß man ihn jedenfalls, er gehört nicht zu den Dümmsten und ist als kühler Analytiker bekannt. Seit ca. ein/zwei Jahren werden die Leserzuschriften auf FMW immer bullisher, pessimistische Analysen versucht man sofort mit besonderem Eifer zu widerlegen. Das ist ein bearishes Zeichen.
      Der berühmte Psychoanalytiker C.G. Jung würde sagen, der “Schatten”(das Unbewußte) eines Bullen ist der Bär. Je mehr er seinen Schatten verdrängt, desto mehr projiziert er ihn auf andere, indem er sie negativ beurteilt oder schlecht macht. Irgendwann überfällt ihn der Schatten dann rücklings. Besser wäre es für die Bullen, sich sein Unbewußtes(den Bären) bewußt zu machen. Gilt natürlich auch umgekehrt für die Bären.

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      Columbo

      2. Oktober 2017 18:00 at 18:00

      @PK, nachdem die Rogers, Fabers, Zulaufs und Homms andauernd danebenliegen, könnten Sie uns bitte rechtzeitig vor dem nächsten Crash warnen?.

  2. Avatar

    frank.trg

    2. Oktober 2017 13:46 at 13:46

    Eine Erklärung dafür dass nun der Crash kommt und dass dieser natürlich der Schlimmste sein wird, hab ich jetzt nicht rausgelesen.

    Die alljährliche Warnung von Jim Rogers vor dem großen Crash. Ist natürlich auch eine Strategie. Immer warnen irgendwann kommt der Crash und dann kann man sich hinstellen und sagen, schaut her ich habe genau davor gewarnt…

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    burberg

    2. Oktober 2017 14:17 at 14:17

    Ist ja wohl den Meisten klar, dass der Crash irgendwann kommt und dass dieser wahrscheinlich etwas heftiger wird. Wenn man sowas seit Jahren postuliert, wird man irgendwann Recht behalten, hat aber seit 5 Jahren die Hausse verpennt. Das solchen Leuten dann eine Prophetie nachgesagt wird, ist schon lächerlich. Natürlich ist es so, je länger die Hausse dauert, desdo näher ist der nächste Bärenmarkt. Dafür braucht man keinen ” Fachmann”.
    Auch eine kaputte Uhr zeigt zwei Mal am Tag die richtige Uhrzeit an.

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      PK

      2. Oktober 2017 15:15 at 15:15

      “Natürlich ist es so, je länger die Hausse dauert, desdo näher ist der nächste Bärenmarkt. Dafür braucht man keinen “ Fachmann“.”

      Genau über solche Sätze, die man an sich als naheliegend und selbstverständlich wahrnimmt sollte man mal genau nachdenken.
      Denn sie stimmen einfach nicht.
      Wenn wir unseren Chart als Candlestick malen, dann wäre also nach obiger Aussage die Wahrscheinlichkeit für einen roten Stick größer, wenn es vorher viele grüne Candlesticks gegeben hätte.
      Oder im Roulette würde man annehmen, daß nach 9x rot nun die Wahrscheinlichkeit größer ist, daß schwarz kommt. Jeder wird mir recht geben, daß diese Annahme falsch ist.
      Und bei Aktien haben wir genug Daten, um bis zum weekly Candlestick eindeutig feststellen zu können, daß die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Candlestick gleicher Farbe sogar ganz leicht ansteigt. Das ist im Backtesting sofort zu einzusehen.
      Beim Yearly Candlestick haben wir seit 1900 ja nur 117 candles. Das ist etwas wenig um das eindeutig messen zu können, aber hier haben wir im Prinzip auch jede beliebige Situation vorliegen, von einem einzigen Candle bis zu 12 candles (1987 – 1999).

      Grundsätzlich ist daher die Aussage, der Bruch eines Trendes steigt mit seiner Dauer, einfach falsch.

      • Avatar

        burberg

        2. Oktober 2017 15:29 at 15:29

        @ PK Das soll lediglich heißen, das Du mit jedem Tag den Du lebst, dem Tod ein Stück näher kommst. Hat überhaupt nix mit Eßstäbchen und anderem zu tun.

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    Hans Sagstetter

    2. Oktober 2017 16:41 at 16:41

    Nocheinmal zum mitschreiben: keine angst vor schulden !
    Die welt ist nicht verschuldet, erdweit/weltweit ist die höhe aller schulden genauso hoch wie die summe aller guthaben, ihr saldo ist/war/wird allzeit null sein, ja null 0,00 :-)
    Nur wenn wir menschlein handel trieben mit ausserirdischen, könnte die erde verschuldet sein , sprich ein negativer saldo vorhanden sein.
    Einzelne können mikroökonomisch natürlich unrettbar überschuldet sein, doch das ist ein ganz ganz anderes thema.
    An aktien als sachwertanlage kommt niemand vorbei, der sein geldvermögen, das ja nur ein schuldschein ist, in sicherheit bringen will.
    Sehr sehr langfristig kann man mit value aktie nur reussieren, kurzfristig darf dich ein “crash“ um 50 oder 70 proz nicht irritieren.
    Leider sind viele anleger keine anleger sondern hasenfüssige spekulanten ,die nur den schnellen gewinn im auge haben und jammern im crash.

    • Avatar

      Columbo

      2. Oktober 2017 17:47 at 17:47

      @Sagstetter,
      “Keine Angst vor Schulden”. Grau ist alle Theorie! Frag mal die Griechen, wie sich Schulden anfühlen, wenn man sie zurückzahlen muß.

      • Avatar

        Hans Sagstetter

        2. Oktober 2017 18:21 at 18:21

        Solange du zins und tilgung leisten kannst, sind schulden kein problem;
        Volkswirtschaftlich sind sie sogar notwendig, sonst kann es auch keine ersparnisse geben.
        Vereinfacht: die guthaben der reichen korrespondieren mit den schulden der armen.
        Armer mann, reicher mann: “ich bin arm weil du reich bist “
        Das tilgen von schulden führt auch stets zum abbau von guthaben (an anderer stelle) das ist volkswirtschaft 1.semester…

        • Avatar

          Columbo

          2. Oktober 2017 18:42 at 18:42

          Ok, Zins können die Staaten leisten, Tilgung vermutlich nie mehr, da die Schulden zu hoch sind. Was heißt das dann? Immer mehr Schulden auf ewig? Schnitt? Währungsreform? Krieg? (Sorry, war nicht im ersten Volkswirtschaftsemester?, da was anderes studiert).

          • Avatar

            Hans Sagstetter

            2. Oktober 2017 18:53 at 18:53

            Lach, colombo, ich habe auch keine vwl studiert:
            Wenn nicht getilgt werden kann heisst die: der schuldner ist pleite ind der/die darlehensgeber müssen ihre forderung stornieren, sprich sie verlieren ihr guthaben.
            Wenn aus diesem guthaben deine rente bezahlt werden soll, ist es essig mit der rente….deshalb ist es gut, auch auf sachwerte zu setzen,
            Die keinem gegenpartei risiko unterliegen.

    • Avatar

      Michael

      2. Oktober 2017 19:45 at 19:45

      @Hans Sagstetter
      Sehr sehr langfristig kann man mit value aktie nur reussieren, kurzfristig darf dich ein “crash“ um 50 oder 70 proz nicht irritieren.
      Leider sind viele anleger keine anleger sondern hasenfüssige spekulanten ,die nur den schnellen gewinn im auge haben und jammern im crash.

      Wenn ein einzelner oder auch eine Million Hasenfüße durch einen 70%-Crash ihr gesamtes Vermögen, alles, was sie ein Leben lang erarbeitet haben, verlieren und vor dem Nichts stehen, wird sie das sicher trösten. Sie können sich dann stolz sagen: Ich habe volkswirtschaftlich perfekt gehandelt und auf Sachwerte gesetzt, die keinem Gegenpartei-Risiko unterlagen.

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        Hans Sagstetter

        2. Oktober 2017 20:34 at 20:34

        Lach, nein michael, wer das sagt oder denkt , gat etwas grundlegend missverstanden:
        1)auch value aktien eignen sich nur für den langfristig orientierten investor.
        2)im sog “crash; sein depot zu verkaufen, ist äusserst ungeschickt – man warte g e d u l d i g bis sich das depot erholt hat, was natürlich jahre dauern kann, und freue sich inzwischen über die dividende.
        3)man lege nur den teil seines vermögens in aktien an, den man lange zeit entbehren kann und stelle sich mental auf den niedergang eines unternehmens ein, das man im hoffentlich gut diversifiziertem depot hat.
        4)man gebe sich mit einer netto rendite von 2 bis 3 prozent zufrieden und schicke alle berater, die mehr versprechen und auf unsere “habgier“ zielen,
        Auf den mond…:-)

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        Columbo

        2. Oktober 2017 21:05 at 21:05

        @Michael, sowas passiert, wenn nicht klar ist, was Sachwerte sind. “Wirkliche” Sachwerte crashen nicht.

        • Avatar

          Michael

          2. Oktober 2017 22:08 at 22:08

          @Columbo, ich weiß, was wahre Sachwerte sind und habe mich im Kommentar auf die Definition von @Hans Sagstetter bezogen:
          An aktien als sachwertanlage kommt niemand vorbei, … deshalb ist es gut, auch auf sachwerte zu setzen, Die keinem gegenpartei risiko unterliegen.
          Und Aktien crashen nun einmal regelmäßig.

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            PK

            3. Oktober 2017 08:13 at 08:13

            “Und Aktien crashen nun einmal regelmäßig.”
            naja, regelmässig ?
            Die Crashs relativieren sich, wenn man über einen langen Zeitraum einzahlt und auszahlt.
            Letztendlich läuft es halt auf die Frage raus, ob man bei einem Spiel mitmachen würde wo man 1000 Euro einzahlt, dann wird eine Münze geworfen und man bekommt entweder nur 500 Euro raus oder 3000.
            Die Deutschen haben sich mit ihrer “German Angst” mehrheitlich entschieden, da nicht mitzumachen. 14% haben bei uns Aktien, nur 7% aktiv. Das hier scheint die Webseite zu sein wo sich Leute treffen die zu den 86% gehören um sich Mut zuzusprechen, daß die 14% noch für ihre Fehler büssen werden.

      • Avatar

        PK

        2. Oktober 2017 21:14 at 21:14

        wenn man sich beliebige, zufällig gewählte 15 Jahres Zeiträume der wichtigsten Aktienmärkte weltweit anschaut, ist die Wahrscheinlichkeit bei cost average Strategien negativ abzuschneiden nahe Null.
        Die Bären greifen sich ja gerne Japan 1991 raus und nehmen dann ein Investment am Top als Negativbeispiel an. Da kann man genausogut aufs fliegen verzichten, weil schon Flugzeuge abgestürzt sind.
        Der statistische Erwartungswert liegt weit über dem von Bargeld.
        Wie die Hyperinflation in Argentinien und Deutschland zeigen, können Aktien sogar sicherer sein als Bargeld.

        • Avatar

          Segler

          3. Oktober 2017 08:45 at 08:45

          Guten Morgen, PK
          Wo erreicht man Sie ?
          Schreib mir doch mal unter
          bluewater@smashmail.de
          Wir würden Dich gern zu uns einladen.
          Eine Diskussion im kleinen fachlichen Kreis auch zum Thema
          eines angedachten professionellen Forums auf FMW
          Danke

  5. Avatar

    Paul

    2. Oktober 2017 19:19 at 19:19

    Aber aber, meine studierten Herren,
    Die Banken leihen einem Schuldner 100.000 €.
    Woher nehmen sie die denn ?
    richdisch, das sind ein Druck auf Taste 1 und 5 mal die Null und schwupp sind 100 Mille beim Schuldner auf dem Konto.
    Der zahlt brav zurück. Und zwar 100 mille + 4 Mille an Zinsen.Wo hat er die 4 Mille denn her ? Zu Erklärung siehe hier:
    https://www.youtube.com/watch?v=_h0ozLvUTb0

    Alles klar ?

    • Avatar

      Hans Sagstetter

      2. Oktober 2017 19:30 at 19:30

      Hallo paul,
      Ja, die bank schöpft geld aus dem nichts quasi durch einen buchungssatz : forderung an verbindlichkeit.
      Durch die darlehensvergabe schafft die bank für sich eine forderung und der darlehensnehmer ist natürlich der schuldner, zusammengezählt ist der saldo null, es gibt daher keine schulden ohne guthaben andernorts in derselben höhe.

  6. Avatar

    Steve

    3. Oktober 2017 07:40 at 07:40

    …das heute schon Firmen pleite gehen, grosse Firmen . wöchentlich !
    Irgendwie scheinen das nicht alle mitzubekommen .

    Gestern hat es mal wieder eine (englische) fluggesellschaft erwischt.
    Damit verbunden garantiert ein Haufen Schulden.

    Interessante Krise, die schon beginnt bevor es im ZDF verkündet wird.
    >>>vielleicht ein gesteuerter Ablauf , um den knall etwas abzudämpfen ?

  7. Avatar

    Steve

    3. Oktober 2017 07:45 at 07:45

    Bzgl den verpassten Chancen wegen falschen Prognosen :

    Aktien steigen , silber fällt .(16$ lool)
    Jetzt silber kaufen wie blöde und in der Krise verkaufen . absolut risikolos .

    Das schlimmste was passieren kann ist das silber auf 1$ fällt .

    Das beste wenn es auf 45$ steigt ..

    16 auf 45$ …wieviel Prozent Steigerung sind das nochmal ?

  8. Avatar

    Jürgen Kempe

    1. November 2019 00:28 at 00:28

    Hauptsache der Crash lässt nächstes Mal keinen Stein auf den anderen…wenn, dann sollen alle alles verlieren..und es wird so mehrere jahrzehnte dauern bis sich das wieder normalisiert. In dieser Zeit werden die Menschen auf wieder normal und geerdet…dann gehen wir halt wieder auf die Felder und bauen mit unseren Händen Gemüse etc. an….das könnte dann schon so kommen, dass es hier in Deutschland nur noch 50 Millionen Menschen geben wird, eher weniger. Das Ganze wird viele Opfer kosten, vor allem in Grossstädten….

  9. Pingback: Nachrichten vom 19.11.2019 – Teil 3 | das-bewegt-die-welt.de

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Aktien

Aktienrückkäufe: Wie CEOs ihre Unternehmen aufs Spiel setzen

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An der Wall Street sieht man Aktienrückkäufe als normales Instrument an

In den vergangenen Jahren gab es zwei von Top-Managern initiierte Schemata, die beide die von ihnen geführten Unternehmen aufs Spiel setzten: Aktienrückkäufe (verlorenes Jahrzehnt?) und für Kredite als Sicherheit hinterlegte Aktien! Beide Schemata fliegen den Unternehmen nun reihenweise um die Ohren. Im ersten Fall fehlt den Unternehmen nun das Geld in der Krise, im zweiten Fall können die als Kreditsicherheit hinterlegten Aktien schlimmstenfalls einen Abwärtstrend in der Aktie noch zusätzlich verstärken.

Aktienrückkäufe leerten die Konten der Unternehmen, ohne Nutzen zu stiften

Aktienrückkäufe waren über etliche Jahre beim Management zahlloser Unternehmen Mittel der Wahl, um angeblich Aktionäre am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Hunderte Milliarden US-Dollar wurden ausgegeben, um Aktien zurückzukaufen. Dieser Rückkäufe erhöhen temporär den Preis einer Aktie, da die Nachfrage nach den Papieren erhöht wird. Und wenn die Unternehmen die Aktien nach dem Rückkauf vernichten, dann haben die verbliebenen Aktionäre auch einen größeren Anteil am Unternehmen. Eventuelle Dividenden verteilen sich auf weniger Aktien und bei unverändertem Unternehmenswert sollte jede Aktie aus dem kleiner gewordenen Pool aller Aktien mehr wert sein. Um Steuern zu sparen und gemachte Gewinne nicht versteuern zu müssen, nahmen Unternehmen wie Apple sogar Kredite im Umfang dutzender Milliarden US-Dollar auf, um die eigenen Aktien zu kaufen.

Die Kredite sind bei Apple weniger ein Problem, da das Unternehmen gleichzeitig auf enormen Barreserven sitzt. Andere Unternehmen wie Boeing haben es deutlich schwieriger. Geld, das in den vergangenen Jahren für Aktienrückkäufe ausgegeben wurde, fehlt dem Unternehmen nun. Es wurde ausgegeben, ohne dadurch zusätzliches Wachstum für das Unternehmen zu generieren. Es ist das Mittel der Wahl für faule Manager, die keine Ideen haben, wie sie die vom Unternehmen erwirtschafteten Gewinne so reinvestieren können, dass Aktionäre dadurch langfristig profitieren. Dabei wäre die Mehrung des Unternehmensvermögens genau das, wofür das Management von den Aktionären eingesetzt wurde.

Dividenden-Ausschüttungen würden dem Unternehmen zwar auch Kapital entziehen, ohne dadurch zusätzliches Wachstum zu generieren. Doch Dividenden fließen den Aktionären wenigstens direkt zu. Von Aktienrückkäufen haben Aktionäre real höchstens dann etwas, wenn sie ihre eigenen Aktien zum künstlich gepushten Kurs veräußern.

Aktienrückkäufe lassen vor allem das Management profitieren

Dividenden haben zudem den Vorteil, dass das Management nicht überproportional davon profitiert. Genau das tut es aber bei Aktienrückkäufen. Denn inzwischen machen Optionskomponenten den Großteil der Managervergütungen aus. Je höher der Aktienkurs des Unternehmens ist, umso mehr wert sind auch die zugeteilten Aktienoptionen. Manche Aufsichtsräte waren sogar so verrückt, die Managervergütung direkt an den Aktienkurs zu koppeln – bei Tesla Motors zum Beispiel. Das Management hat damit einen maximal großen Anreiz, den Aktienkurs kurzfristig zu erhöhen.

Aktien-Optionen haben zudem den Nachteil, die Anteile der Altaktionäre zu verwässern. Denn jede ausgeübte Aktien-Option führt dazu, dass mehr Aktien im Umlauf sind. Vom gleichen Management durchgeführte Aktienrückkäufe neutralisieren somit erstens die Verwässerungseffekte der eigenen Aktien-Optionen und führen zweitens zu temporär höheren Aktienkursen, die die vom Management gehaltenen Optionen mehr wert werden lassen – oder wie im Falle von Tesla überhaupt erst zur Zuteilung der Optionen führen. Fehlt den Unternehmen nach den Rückkäufen dann auch noch das Geld in der nächsten Krise, wie bei Boeing, dann hat das Management die Unternehmenszukunft aufs Spiel gesetzt, um sich selbst Vorteile zu verschaffen.

Manager verpfänden ihre Aktien, um den eigenen Lebensstil steuerfrei zu finanzieren

Ein zweites gern von Managern genutztes Schema der Bereicherung zum Nachteil des Unternehmens ist abseits der Aktienrückkäufe die Kreditaufnahme für persönliche Zwecke. Manager wie Elon Musk von Tesla oder Markus Braun von Wirecard zahlen ungern Steuern. Und sie geben auch ungern das Steuer „ihres“ Unternehmens aus der Hand. Gleichzeitig pflegen oder pflegten sie jedoch gern einen opulenten Lebensstil. Um den zu finanzieren, müssten sie eigentlich einen Teil ihrer Aktien verkaufen. Dabei müssten die Kursgewinne versteuert werden und sie hätten anschließend weniger Stimmrechte auf der nächsten Aktionärsversammlung.

Liebend gern boten und bieten Banken daher an, doch einfach einen (großen) Teil der eigenen Aktien als Kreditsicherheit zu hinterlegen. Für Kredit fallen keine Steuern an, die Stimmrechte bleiben beim Aktienbesitzer und trotzdem ist der Lebensstil gesichert. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld werden die Zinsen dafür gern gezahlt.

Doch die Sache hat einen kleinen Haken: Das Schema funktioniert nur solange, wie der Aktienkurs nicht crasht. Tut er das, werden die Banken irgendwann nervös. Reicht der Wert der als Sicherheit hinterlegten Aktien nicht mehr aus, um den Kredit zu besichern, folgt der Margin Call. Der Kreditnehmer muss dann neue Sicherheiten hinterlegen. Kann er das nicht, werden die Kreditsicherheiten, also die Aktien, verwertet. Das heißt, die Bank wirft die Aktien auf den Markt. Alle. Zur gleichen Zeit. So wie bei Wirecard vor einigen Tagen. Diese Notverkäufe befeuern einen ohnehin bestehenden steilen Abwärtstrend zusätzlich. Je niedriger der Aktienkurs ist, umso schwieriger werden jedoch Kapitalerhöhungen. Denn für den gleichen neu eingeworbenen Betrag müssen viel mehr neue Aktien verkauft und damit der Anteil der Altaktionäre auch stärker verwässert werden.

Der Anteil der verpfändeten Aktien kann dabei durchaus enorme Werte annehmen. Bei Elon Musk sind es 54% all seiner Tesla-Aktien, von denen er rund 20% besitzt. Bei Softbanks Masayoshi Son sind es 60%. Son hält 27% an Softbank. Und Steven Rales, CEO der Danaher Corporation, hat 74% seiner Aktien verpfändet. Er hält 6,2% an Danaher. Sein Bruder Mitchell Rales hält weitere 5,1% an Danaher, von denen wiederrum volle 90,7% für Kredite verpfändet wurden.

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Aktien

Tesla – die Wiederauferstehung der Dotcom-Blase!

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Die Euphorie um Tesla erinnert stark an die Dotcom-Blase: damals wurde alles gekauft, was mit Internet zu tun hatte – heute ist an die Stelle des Internets die Euphorie um die Elektromobilität getreten. Vor allem Tesla steigt von Allzeithoch zu Allzeithoch – aber dieser Anstieg basiert auf zwei eher unwahrscheinlichen Prämissen: erstens dass Elektroautos den Markt klar dominieren werden in Zukunft, und zweitens dass kein anderer Hersteller in der Lage sein wird, Tesla wirklich Konkurrenz zu machen..

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Dirk Müller zum Wasserstoff-Hype: Warum man jetzt nicht einsteigen sollte

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Wir hatten erst vorgestern über die Aussagen von Dirk Müller berichtet,über die Wahnsinns-Hausse der letzten Wochen in den USA, wo teilweise Minderjährige mit den Kreditkarten ihrer Eltern die Börse stürmen, und wo Millionen von Menschen mit Kleinstbeträgen wie wahnsinnig Börsenkurse pushen. Heute spricht Dirk Müller im folgenden Video über den aktuellen Hype rund um das Thema Wasserstoff. Diese Woche wurde der Hype nochmal kräftig befeuert durch die erst gestern präsentierten großen Pläne der EU, dass man bis 2050 klimaneutral werden wolle, und das mit Wasserstoff. Gigantische Milliardenprogramme sollen von Staaten und Unternehmen in Europa aufgelegt werden.

Also, ist das nun auch der große Start für den Hype rund um Wasserstoff-Aktien? Oder läuft er schon, und Anleger, die sich hier noch nicht auskennen, kommen zu spät? Genau davor warnt Dirk Müller im folgenden Video. Er beschreibt diese jetzige Euphorie und vergleicht sie mit Themen wie 3D-Druck oder Cannabis-Aktien. Jetzt sei der Markt für Anleger schon zu teuer. Man müsse nun erst einmal auf die Marktbereinigung warten, die nach der Euphorie einsetze. Er beschreibt auch Phasen der Markteuphorie, wie es sie in anderen Bereichen schon gegeben habe, die nun auch so beim Wasserstoff ablaufen würden.

Wasserstoff Tankstelle in Belgien
Eine Wasserstofftankstelle in Zaventem Belgien. Foto: Dr. Artur Braun (Arturbraun) CC BY-SA 4.0

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